… und nicht zwingend etwas mit dem Mythos zu haben müssen:
Sherlock Holmes mit Jeremy Brett
Und dabei heißt der Artikel doch Filme die Lust auf Cthulhu im Gaslicht machen… Und mit was starte ich? Mit der besten Sherlock Holmes TV-SERIE aller Zeiten. Aber Obacht lieber Leser, es gibt auch neben der Serie eine Box mit Filmen. Enthalten sind Das Zeichen der Vier, Der Hund der Baskervilles, Der begehrte Junggeselle, Der König der Erpresser und Der letzte Vampir (letztere ist übrigens bescheiden und man sieht Brett seine Krankheit an…).
Warum ist die Serie so gut? Weil sie einen genialen Darsteller hat, weil sie wert auf Details legt und die Geschichten von Doyle möglichst werkgetreu verfilmt. Es ist ein Genuss Holmes dabei zuzusehen wie er sich über etwas freut und wie Watson nicht als Trottel dargestellt wird. Wer diese Serie noch nicht kennt, kann sich auf viele vergnügliche Stunden gefasst machen. Genießt sie mit einer Tasse und etwas Gebäck an einem kalten Herbsttag.
Jack the Ripper – Das Ungeheuer von London
Diese Miniserie von 1988 (100 Jahre nach den Morden des Rippers) lässt Michael Cain als Inspektor Abberline in Whitechapel ermitteln. Wir erleben eine sehr gut ausgestattete TV-Produktion in zwei Teilen, die uns einen ganzen Haufen an Verdächtigen präsentiert. Es wurden sogar vier Enden gedreht, um die Mitarbeiter und die Presse von damals hinters Licht zu führen, wer denn nun wirklich der Ripper war. Wer etwas über den Ripper tatsächlich sehen möchte, sollte sich Das Ungeheuer von London anschauen. Wer etwas über den Ripper lesen möchte sollte From Hell zur Hand nehmen.
Der Film greift die These von Stephen Knight auf, dass Sir William Withey Gull, der außerordentliche Leibarzt ihrer Majestät Queen Victoria, der Ripper gewesen war. Eine These die auch Alan Moore zu seiner Graphic Novel From Hell inspirierte.
Mord an der Themse

Warum hat Sherlock Holmes eigentlich nichts gegen die Ripper Morde unternommen? Wer sagt, dass er es nicht tat! Filmisch tat er es sogar zweimal, nämlich in Mord an der Themse (1978) und in Sherlock Holmes Größer Fall (1965). Erstem gebe ich den Vorzug und möchte ich nun vorstellen.
Mord an der Themse lässt Sherlock Holmes (gespielt von Christopher Plummer) und den tapsigen Dr. Watson (James Mason) gegen Jack the Ripper antreten. Am Ende wird Holmes den Fall lösen, doch bringt er damit nicht vielleicht das Empire ins Wanken? Kenner der Materie (oder Leser der DVD-Rückseite) ahnen bereits welche Richtung der Film einschlägt. Der Film ist definitiv sehenswert, gut ausgestattet und nett gespielt. Einzig die Holmes-Figur wird an einer Stelle strapaziert: Ein weinender Sherlock Holmes ist für mich etwas zu viel.
Auch Sherlock Holmes Größter Fall lohnt sich, wirkt bisweilen aber etwas altbacken, auch wenn John Neville einen guten Sherlock Holmes abgibt.
Bram Stokers Dracula
Es ist noch immer die beste Dracula Verfilmung, auch wenn ich die Bela Lugosi Verfilmung sehr schätze. Coppolas Version ist ein Beispiel für Overacting at its best. Der Film ist stellenweise unglaublich kitschig, aber man muss ihn einfach mögen. Sehr gut besetzt ist Gary Oldman als Dracula. Die Glanzlichter des Films sind eindeutig die Szenen im Schloss des Grafen. Musik, Kulisse, Tricktechnik, Oldman als Dracula in seinem bis ins groteske verlängerten roten Gewand und die hölzerne Schauspielerei von Keanu Reeves erschaffen eine schrecklich dichte Atmosphäre.
Die Geschichte selbst dürfte jedem hinlänglich bekannt sein. Im Übrigen ist Winona Ryder natürlich sehr sehenswert!
Der Elefantenmensch

Joseph „John“ Merrick war sein Name, doch bekannt ist er als Elefantenmensch. David Lynch hat sich der Tragödie des Aussätzigen angenommen und einen bewegenden Film erschaffen. John Hurt spielt, unter einem Berg von Make-up, den Elefantenmensch. Anthony Hopkins spielt Dr. Frederick Treves, der Merrick aus den Fängen eines Schaustellers rettet und ihn in ein Hospital bringt. Hier versucht Merrick ein normales Leben zu führen, beginnt wieder zu Lesen und gewinnt mehr Sicherheit beim sprechen.
Der Film zeigt eine düstere, industrialisierte, viktorianische Welt. Merrick wird von der Fachwelt begutachtet und von der Unterschicht begafft. Entgegen den übrigen Filmen von Lynch ist dieser Film auch etwas für alle die mit Lost Highway, Mulholland Drive oder Wild at Heart nichts anfangen können.



