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	<title>Cthulhus Ruf &#187; Magister Mirko</title>
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	<description>Searchers after horror haunt strange, far places. - H. P. Lovecraft</description>
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		<title>Interview – Andrew Leman</title>
		<link>http://www.cthulhu.de/artikel/interview-andrew-leman/</link>
		<comments>http://www.cthulhu.de/artikel/interview-andrew-leman/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 06:53:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magister Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[Der merkwürdige Onkel, der gelegentlich vom Dachboden des Hauses herunter kommt. So beschreibt sich Andrew Leman selbst in einer Episode von Hppodcraft. Kaum jemand, der sich auch nur marginal mit Lovecraft als Literaten oder mit Call of Cthulhu als Rollenspiel &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/interview-andrew-leman/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der merkwürdige Onkel, der gelegentlich vom Dachboden des Hauses herunter kommt. So beschreibt sich Andrew Leman selbst in einer Episode von Hppodcraft. Kaum jemand, der sich auch nur marginal mit Lovecraft als Literaten oder mit Call of Cthulhu als Rollenspiel beschäftigt, ist Andrew Leman nicht begegnet. Er ist Live Rollenspieler und hat gewaltige Settings und Kampagnen aufgestellt. In einer wurden die Charaktere mit einem Helikopter transportiert, auch die Campus Polizei in Boulder, Colorado, hat schon von Andrew Leman und seiner Truppe, der H.P. Lovecraft Historical Society (HPLHS), gehört.</p>
<p><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman01.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5766" title="Andrew Leman" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman01.jpg" alt="" width="381" height="570" /></a><br />
2005 kam der Film „The Call of Cthulhu“ bei dem Andrew Leman Regie führte. Über den Film ist an anderer Stelle bereits geschrieben worden. 1987 bereits drehte Andrew Leman seinen ersten Film, „The Tesimony of Randolph Carter“, eine Adaption der Story „The Statement of Randolph Carter“. Zusammen mit Mitgliedern der HPLHS verwirklichte er als „Dark Adventure Radio Theatre“ einige Hörspiel Produktionen von Lovecraft Stories. Hierbei handelt es sich nicht nur um CDs, sondern um ein besonderes Paket mit CD und liebevoll gestalteten Probs.<br />
Auch musikalisch ist einiges von Andrew Leman und der HPLHS zu hören, wie z.B. „A Very Scary Solstice“, eine cthuloide Parodie auf bekannte Weihnachslieder u.a. oder das Musical „A Shoggot on the Roof“.<br />
Andrew Leman hat seinen Master of Fine Arts Abschluss an der Universität von Illinois gemacht, als Schauspieler gearbeitet. Seine Requisiten erscheinen nicht nur in Filmen der HPLHS, sondern auch z.B. in „Scream 3“ oder „Galaxy Quest“ und vielen anderen. Als Grafiker arbeitet Andrew Leman in vielen Bereichen. Er gestaltet Hand-outs für Rollenspiele, Dokumente als Requisiten für Filme und er gestaltet Schrifttypen.<br />
Auch als Vorleser der Lovecraft Zitate bei Hppodcraft.com ist Andrew Leman inzwischen bekannt, zwei Stories hat er für den Podcast bereits eingesprochen.<br />
Das neueste Projekt, auf das die Lovecraft Fangemeinde schon seit längerem wartet, ist die Verfilmung der Lovecraft Geschichte „The Whisperer in Darkness“.</p>
<p><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman02.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5765" title="(Voller Einsatz für das Film-Projekt „The Whisperer in Darkness“)" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman02.jpg" alt="" width="550" height="412" /></a></p>
<p><strong>You are known to Lovecraft Fans all over the world as a lovcraftian filmmaker, writer, roleplayer, reader, genius. When did you first get in touch with Lovecraft&#8217;s works? Were it the stories or the roleplaying game?</strong><br />
<em>(Du bist den Lovecraft Fans weltweit als Lovecraftscher Filmemacher, Autor, Rollenspieler, Vorleser und Genie bekannt. Wann hattest du den ersten Kontakt mit Lovecraft und seinem Werk? Waren es zuerst die Stories oder das Rollenspiel?)</em></p>
<p><strong>Andrew:</strong> I was first introduced to Lovecraft when Sean Branney invited me over to his house to play Call of Cthulhu when we were both in high school. The first game we played was &#8220;The Fungi from Yuggoth&#8221; by Keith Herber, and I thought it was the funnest game I had ever played. I quickly got hooked on the game and started reading Lovecraft&#8217;s stories after that.<br />
<em>(Ich habe Lovecraft kennengelernt, als mich Sean Branney zu sich nach Hause eingeladen hat, um dort Call of Cthulhu zu spielen, da gingen wir beide noch zur High School. Das erste Spiel, das wir gespielt haben, war „The Fungi from Yuggoth“ von Keith Herber und ich dachte, das war das lustigste Spiel, das ich jemals gespielt habe. Ich war schnell fasziniert von diesem Spiel und habe danach angefangen, Lovecrafts Erzählungen zu lesen.)</em></p>
<p><strong>You are really into Lovecraft and his world. Can we say you live in Lovecraft Country?</strong><br />
<em>(Du beschäftigst wirklich viel mit Lovecraft und seiner Welt. Kann man sagen, dass du in Lovecraft Country lebst?)</em></p>
<p>I try not to actually live in Lovecraft Country, but I&#8217;m happy to commute there daily to go to work.<br />
<em>(Ich versuche wirklich, nicht in Lovecraft Country zu leben, aber ich pendle dort täglich zur Arbeit hin.)</em></p>
<p><strong>What are your favourite stories and which ones are not?</strong><br />
<em>(Welche sind deine Lieblingserzählungen und welche magst du gar nicht?)</em></p>
<p>My favorite stories have always been The Call of Cthulhu, The Colour Out of Space, The Shadow Over Innsmouth and The Whisperer in Darkness. Being an occasional guest and a loyal listener to Chris and Chad&#8217;s podcast I have gained new appreciation for more of them, however.<br />
<em>(Meine Lieblingserzählungen waren schon immer The  Call of Cthulhu, The Shadow Over Innsmouth und The Whisperer in Darkness. Als gelegentlichher Gast und treuer Hörer von Chris&#8217; und Chads Podcast hat sich meine Wertschätzung für einige andere Erzählungen jedoch gesteigert.)<br />
</em></p>
<p><strong>Your first movie was &#8220;The Testimony of Randolph Carter&#8221; from 1987 and you shot it on VHS and edited it with a twin deck. That was quite an experience, I guess. Conditions of production have of course changed. I shot a shortfilm just 3 years ago and for 30 minutes we nearly had 250 hrs postproduction. What kind of technical features do you use?</strong><br />
<em>(Dein erster Film war „The Testimony of Randolph Carter“ von 1987 und ihr habt es mit einer VHS-Kamera aufgenommen und auf einem Doppeldeck geschnitten. (Diese Geschichte kann man auf Hppodcraft.com in der Episode 9, The Statement of Randolph Carter, nachhören.)Das war, wie ich annehme, eine gewisse Erfahrung. Die Produktionsbedingungen haben sich natürlich verändert. Als ich vor drei Jahren einen Kurzfilm von 30 Minuten gedreht habe, steckten wir über 250 Stunden in die Nachbearbeitung. Welche Technik benutzt ihr?)</em></p>
<p>Filmmaking technology, like all technology, develops at an ever-increasing pace, and the stuff we used on The Call of Cthulhu was already obsolete when we started making The Whisperer in Darkness. The stuff we used for Whisperer is probably obsolete already. We shot Whisperer in high resolution on a Sony F-900, which is the same camera that George Lucas used on the three latter-day Star Wars movies. The HD footage was digitized and edited digitally using FinalCut Pro. Our cinematographer/editor, David Robertson, did a lot of the compositing himself in either FinalCut or Motion, and a CGI company here in Hollywood called Dilated Pixels did some digital animation for us. A few other shots were enhanced with digital animation by artists Dan Novy and Bernhard Eichholz. Troy Sterling Nies composed the score and performed it digitally, and the complete soundtrack was mixed by Erin Rettig on a stage at 20th Century Fox.<br />
<em>(Die Filmtechnik, wie Technik überhaupt, entwickelt sich mit einem immer schnellerem Tempo und die Technik, die wir bei The Call of Cthulhu verwendet haben, war bereits veraltet, als wir mit The Whisperer in Darkness angefangen haben und diese Technik dürfte bereits ebenfalls schon veraltet sein. Wir haben Whisperer mit einer hochauflösenden Sony F-900 gedreht, eben der gleichen  Kamera, die Georg Lucas für die letzten drei Star Wars Filme verwendet hat. Das HD Material wurde vollständig digitalisiert und auch digital mit FinalCut Pro bearbeitet. Unser  Kameramann und Cutter David Robertson hat sich in die Arbeit mit Final Cut oder Motion eingearbeitet und Dilated Pixels, eine CGI (Computer-Generated Imagery) Firma hier in Hollywood, hat einige digitale Animationen für uns erstellt. Ein paar andere Aufnahmen mit digitaler Animation wurden von den Künstlern Dan Novy und Bernhard Eichholz verbessert. Troy Sterling Nies hat die Filmmusik geschrieben und digital eingespielt. Der vollständige Soundtrack wurde dann von Erin Retting in den 20th Century Fox Studios abgemischt.</em></p>
<p><strong>You are the most frequent reader at Hppodcraft.com and personally I associate your voice with Lovecraft&#8217;s stories. You already did one full reading of &#8220;The Haunter of the Dark&#8221;, but can we expect something else?</strong><br />
<em>(Du bist der häufigste Vorleser bei Hppodcraft.com und ich persönlich assoziiere deine Stimme bereits mir Lovecrafts Erzählungen. Du hast bereits eine vollständige Lesung von „The Haunter of the Dark“ gemacht, aber können wir weiteres erwarten?)</em></p>
<p>Chad is I think even now putting the finishing touches on a complete reading of &#8220;The Picture in the House,&#8221; and it should be ready soon.<br />
<em>(Soweit ich weiß, macht Chad die letzten Handgriffe an der vollständigen Lesung von „The Picture in the House“ und das sollte bald online sein.)</em></p>
<p>Nachtrag: Die Lesung von „The Picture in the House“ ging am 23. März bei Hppodcraft.com online.</p>
<p><strong>A Lovecraft fan starts with a certain knowledge about him. There are many legends and myths around Lovecraft and his life, we all have a certain picture of him, but it changes. What were significant changes in your view on Lovecraft?</strong><br />
<em>(Ein Lovecraft Fan beginnt mit einem gewissen Hintergrundwissen über ihn. Es gibt viele Legenden und Mythen über Lovecarft und sein Leben und wir alle haben ein bestimmtes Bild von ihm, aber das ändert sich immer. Was waren die stärksten Änderungen in deinem Bild, das du von ihm hattest?)</em></p>
<p>I think Lovecraft fans should read his letters, because his sense of humor is revealed there, his nerdiness, and the fact that he seems to have been a pretty good friend to his friends. Most people who know only his fiction must think of him as being very strange, and people who know only a little about his personal life usually have heard that he was a terrible racist. That may well have been true, and I&#8217;m certainly not apologizing for it, but he seems also to have been a pretty decent guy. Not only do our views of Lovecraft change, but Lovecraft&#8217;s own thoughts and feelings about things change over his lifetime, and reading his letters is a good way of discovering some of that.<br />
<em>(Ich denke, Lovecraft Fans sollten seine Briefe lesen, denn darin tritt sein Sinn für Humor zutage, sowie seine Verrücktheiten, aber auch die Tatsache, dass er seinen Freunden wohl ein wirklich guter Freund gewesen ist. Viele Leute, die nur seine Erzählungen kennen, denken, dass er ein seltsamer Mensch gewesen sein muss. Leute, die ihn nur ein wenig mehr von seinem privaten Leben wissen, haben meistens nur gehört, dass er ein furchtbarer Rassist gewesen sein soll. Das stimmt wohl auch und ich entschuldige das auch nicht, aber es sieht so aus als sei er auch ein recht anständiger Kerl gewesen. Nicht nur unsere Ansichten über Lovecraft ändern sich, auch Lovecrafts eigene Ansichten und Gefühle haben sichin seinem Leben hin und wieder geändert. Um das zu entdecken und zu verstehen, sollte man die Briefe lesen.)</em></p>
<p><strong>There are many lovecraftian movies out there. There is a Lovecraft Film Festival and a huge community in the USA. How is this community connected?</strong><br />
<em>(Es gibt viele Lovecraftsche Filme. Es gibt auch eine Lovecraft Film Festival und eine große Fan-Gemeinde in den USA. Wie ist diese Gemeinde verbunden.)</em></p>
<p>It&#8217;s connected through mysterious tentacles that reach through multiple dimensions of time and space. Like the internet, twitter, facebook, and various festivals and events that people attend in person in various cities all over the country. I&#8217;m going to New York City next weekend, for example, to see two different plays based on Lovecraft&#8217;s work.<br />
<em>(Die Gemeinschaft ist durch mysteriöse Tentakel verbunden, die sich durch die Dimensionen von Zeit und Raum winden. Wie das Internet bei Twitter, Facebook und bei Festivals und Events an denen Menschen in verschiedenen Städten in Land teilnehmen. Ich werde am Wochenende nach New York reisen, um mir zwei Theaterstücke anzusehen, die auf Lovecraft Erzählungen basieren.)</em></p>
<p><strong>Lovecraft himself attached importance on atmosphere and a movie needs action and visual impression. Many of Lovecraft&#8217;s stories have a really good movie setting. We have information that he often went to the cinemas and that he might have worked at a cinema in Providence. Do you think he was much influenced by the movies of his time?</strong><br />
<em>(Lovecraft hat sehr viel Wert auf Atmosphäre gelegt, ein Film braucht Action und visuelle Eindrücke. Viele von Lovecrafts Geschichten haben eine gutes Film Setting. Wir wissen, dass er oft ins Kino ging und dass er auch wohl mal in einem Kino in Providence für kurze Zeit gearbeitet hat. Wie sehr, denkst du, haben die Filme seiner Zeit ihn beeinflusst?)</em></p>
<p>We know for a fact from some of his letters that he found Phantom of the Opera (1925) quite impressive, and was inspired by a movie called Berkeley Square (1933). On the other hand, he walked out of Dracula and didn&#8217;t think much of Frankenstein. Although he got a kick out of Charlie Chaplin, it seems pretty clear that, with a few specific exceptions, Lovecraft didn&#8217;t attach a lot of importance to movies.<br />
<em>(Wir wissen aus einigen Briefen, dass er Phantom of the Opera (1925) ziemlich beeindruckend fand, von einem Film namens Berkeley Square (1933) inspiriert wurde. Auf der anderen Seite aber ging er vorzeitig aus der Vorstellung von Dracula und hielt nicht viel von Frankenstein. Obwohl ihm Charlie Chaplin gefallen hat und er einen „kick“ daraus gezogen hat, scheint es ziemlich klar zu sein, dass Lovecraft, mit einigen Ausnahmen, Filme nicht als besonders wichtige Inspirationsquelle ansah.)</em></p>
<p><strong>How do you start your work on movies or on Live RPGs? And concerning Lovecraft adaptions, I have read that you worked hard on the drafts for Whisperer. How close do you stay to the text?</strong><br />
<em>(Wie beginnst du deine Arbeit an Filmen oder einem LARP? Und was Lovecraft Adaptionen angeht, so habe ich gelesen, wie hart die Arbeit am Whisperer-Projekt war. Wie nah bleibst du am Originaltext?)</em></p>
<p>Our live RPGs have all been original stories, and have been inspired by great locations, great character ideas, or specific scenarios. Our movies have been adaptations of specific HPL stories, so those begin differently. We have great respect for the text and try to preserve it as well as we can, but a movie is a fundamentally different thing from a short story or a novel, and it would be a terrible idea to try to make a movie version of a Lovecraft story without making the changes needed for a dramatic motion picture presentation. Lovecraft can afford not to care about the human characters in his story, but as filmmakers you have to care about the humans or the resulting movie will be boring and abstract. Cinema is a dramatic medium, depending on relationships and character growth. We try to use all the parts of Lovecraft&#8217;s text that work in a dramatic context, and amplify some of the rest. Someone on the internet wondered why we had added so many characters to &#8220;The Whisperer in Darkness.&#8221; We didn&#8217;t really add all that many, we just increased the size of the parts of many characters who are already in Lovecraft&#8217;s story. Charles Fort is in Lovecraft&#8217;s story: we just gave him more to do in the movie version, for example. Walter Brown, Mr. Noyes, George Akeley, even Masterson (although in Lovecraft&#8217;s original story you never learn his name), are all characters from the story. We know that Wilmarth has friends and colleagues from Lovecraft&#8217;s story: in the movie version we fleshed them out and gave them identities because movies work better when they have characters who can talk to each other.</p>
<p><em>(Unsere LARPs basieren auf Originalgeschichten und wurden durch tolle Locations, großartige Charakterideen und bestimmte Szenarien inspiriert. Unsere Filme waren Adaption bestimmter originaler HPL Geschichten, somit beginnen sie anders. Wir haben großen Respekt vor den Originaltexten und versuchen so nah wie möglich dranzubleiben. Aber ein Film ist grundsätzlich etwas anderes als eine Kurzgeschichte oder ein Roman und es wäre eine schlechte Idee, wenn man eine Story ohne die notwendigen Veränderungen und Modifikationen in einem Film umsetzen wollte. Lovecraft hat in seinen Stories die Gelegenheit spezifischer auf den Charakter einer Figur einzugehen, aber als Filmemacher muss man ans Publikumdenken oder der entstandene Film wird langweilig und abstrakt. Das Kino ist ein dramatisches Medium, das von Beziehungen lebt und die Veränderungen des Charakters beachten muss. Wir versuchen alle Teile eines Lovcraft-Texts, die dramaturgischen Inhalt haben, zu verwenden und den Rest einfach zu verstärken. Manche Leute im Internet haben sich darüber gewundert, warum wir so viele Personen zu „The Whisperer in the Darkness“ hinzugefügt haben. Dabei haben wir gar nicht so viele hinzugefügt, sondern die ganzen Personen, die in der Story vorkommen etwas mehr in den Vordergrund gehoben. Zum Beispiel ist Charles Fort in Lovecrafts Geschichte, aber im Film bekommt er etwas mehr zu tun.  Walter Brown, Mr. Noyes, George Akeley, selbst Masterson (obwohl man seinen Namen in Lovecrafts Originalgeschichte nicht erfährt) sind Figuren aus der Geschichte. Wir erfahren aus der Story, dass Wilmarth Freunde und Kollegen hat. Im Film haben wir sie etwas deutlicher und lebendiger dargestellt, denn Filme funktionieren besser, wenn die Figuren miteinander sprechen und handeln können.)</em></p>
<p><strong>When I shot my first movie, I smoked thousands of cigarettes and had much coffee. When you are shooting, do you have some special &#8220;habits&#8221;?</strong><br />
<em>(Als ich meinen ersten Film gemacht habe, habe ich tausende von Zigaretten geraucht und literweise Kaffee getrunken. Hast du auch spezielle Angewohnheiten während des Drehs?)</em></p>
<p>I&#8217;m not a smoker, but I do drink plenty of coffee.<br />
<em>(Ich bin kein Raucher, aber ich trinke eine Menge Kaffe)</em></p>
<p><strong>The HPLHS website is great! There is so much stuff to discover. Could you please tell us ab bit about the HPLHS?</strong><br />
<em>(Die HPLHS Webseite ist großartig. Es gibt dort soviel zu entdecken. Könntest du uns bitte wetwas über die HPLHS erzählen?)</em></p>
<p>Oy. The HPLHS got its start when Sean and I and our friends Darrell Tutchton and Phil Bell were all in college. Sean and Phil were running a Cthulhu Lives! LARP on the campus of the University of Colorado at Boulder, which involved ninja characters dropping out of the trees and attacking the players. Some mundane passers-by saw the ninjas and got scared, so they called the campus police. When the police arrived to bust up the game, Sean quickly improvised the explanation that they were a student group called the H. P. Lovecraft Historical Society, and that they were doing a historical re-enactment. It seemed just plausible yet confusing enough that the police bought it, and gave Sean a warning not to do such things on the campus in the future. The name stuck, obviously, and we formally created the group some time later, and began publishing a monthly newsletter called Strange Eons which lasted for over two years. Shortly after Sean and Phil and I all went separate ways to graduate school, it became too hard to keep up monthly newsletter publication, and the group&#8217;s efforts lost focus. Then the internet came along, and by creating a website we got some of our focus back. We haven&#8217;t done much LARPing in recent years, devoting our energies to making movies and radio plays and other kinds of stuff.</p>
<p><em>(Klar. Die HPLHS wurde gegründet, als Sean und ich zusammen mit unseren Freunden Darell Tutchton und Phil Bell auf dem College waren. Sean und Phil organisierten Cthulhu Lives! LARPs auf dem Campus der Universität von Colorado in Boulder, bei denen die Spieler von Ninjas angegriffen wurden, die von den Bäumen sprangen. Einige Passanten sahen die Ninjas und bekamen einen Schreck, woraufhin sie die Campus Polizei riefen, die auch eintraf, um das Spiel zu stoppen und uns hochzunehmen. Sean improvisierte die Erklärung, dass wir eine Studentengruppe seien, die H.P. Lovecraft Historical Society, und dass wir wir eine historische Nachstellung machten. Das war zwar verwirrend, aber für die Polizei plausibel genug, so dass sie es schluckten. Aber sie verwarnten uns und sagten, wir sollten künftig solche Aktionen auf dem Campus nicht mehr bringen. Der Name blieb bestehen, offensichtlich, und wir haben die Gruppe einige Zeit später dann offiziell gegründet und damit begonnen, einen monatlichen Newsletter zu veröffentlichen, den wir Strange Eons nannten und den es über zwei Jahre gab. Nach unserem Abschluss gingen Sean, Phil und ich getrennte Wege. Es wurde auch ziemlich schwierig, jeden Monat einen Newsletter zu veröffentlichem und die Anstrengungen der Gruppe gerieten aus dem Fokus. Dann kam das Internet und durch den Aufbau der Webseite kamen wir wieder in Kontakt und konzentrierten uns wieder auf unsere Projekte. In den letzten Jahren haben wir nicht viel in Sachen LARP gemacht, denn wir stecken unsere Energien in Filme und Radiohörspiele und ähnliche Dinge.)</em></p>
<p><strong>You are so many things doing, there are so many projects going on. Do you find the time to actually &#8220;play&#8221;?</strong><br />
<em>(Du machst so viele Dinge, es gibt viele Projekte. Findest du eigentlich noch Zeit, richtig zu „spielen“?)</em></p>
<p>I try to. My partner Glenn is very supportive, but he&#8217;s not really a Lovecraft fan himself, and I try to separate work from home life and pursue completely other interests some of the time. I ride my bike almost every day. Sean and his wife Leslie also run a theatre company called Theatre Banshee, which I am a member of. When we&#8217;re not doing Lovecraft stuff we&#8217;re often in the middle of producing a play. That&#8217;s kind of like work too, but at least it&#8217;s a completely different kind of work.</p>
<p><em>(Ich versuche es. Mein Freund Glenn unterstützt mich da sehr, aber er ist nicht wirklich ein Lovecraft Fan. Ich versuche auch, meine Arbeit vom Privatleben zu trennen und mich einige Zeit mit ganz anderen Dingen zu beschäftigen. Ich fahre jeden Tag mit dem Rad. Sean und seine Frau Leslie betreiben eine Theatergruppe namens Theatre Banshee, bei der ich Mitglied bin. Wenn wir keine Lovecraft Projekte verfolgen, dann befinden wir uns meist mitten in einem Theaterprojekt. Das ist auch eine Arbeit, die ich gern mache, aber eben komplett andere.)<br />
</em></p>
<p><em><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman03.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5764" title="(Bei der Arbeit an der Kulisse)" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman03.jpg" alt="" width="500" height="667" /></a><br />
</em></p>
<p><strong>And now, everyone was waiting for information about &#8220;The Whisprer in Darkness&#8221;. You have a huge infoblog, but what is new? People here in germany just can&#8217;t await the release.</strong><br />
<em>(Und jetzt; alle warten auf neue Informationen zu „The Whisperer in Darkness“. Ihr habt einen großen Infoteil auf der HPLHS Webseite, aber was gibt es Neues? Die Leute hier in Deutschland können die Veröffentlichung gar nicht mehr abwarten.)</em></p>
<p>The film had its world premiere last weekend at the SFF-Rated film festival in Athens, Greece, and audiences seemed to really enjoy it. There are several other international festivals where it will screen in the next couple of months, in Belfast, Rotterdam, and Copenhagen. We&#8217;re trying to finalize details for screenings in New York City in June and in Los Angeles in May. The official US Premiere is at the H. P. Lovecraft Film Festival here in California in September. We&#8217;re hoping to have a big red-carpet event with cast and crew attending, and some of the props and miniatures on display. It should be a fun time. It&#8217;s hard to say when the DVD/BluRay disc will be available. Having a completed movie is just the first step of having a DVD: there are also special features, menus, subtitles in numerous languages, and other things that have to be taken care of and it&#8217;s a lot of work. We hope to have the DVD ready by this fall. We&#8217;re also trying to find the best partner to help us bring it to the widest possible audience. We&#8217;re trying to make it all happen as quickly as we can. We&#8217;re just as eager to show it to people as they are to see it.<br />
<em>(Der Film hatte seine Weltpremiere Mitte März auf dem SFF-Rated Film Festival in Athen, Griechenland und das Publikum mochte ihn wohl. In den nächsten Monaten wird der Film auch auf anderen Festivals gezeigt werden, z.B. in Belfast, Rotterdam und Kopenhagen. Wir arbeiten noch an Aufführungen in New York City im Juni und in Los Angeles im Mai. Die offizielle US Premiere wird auf dem H.P. Lovecraft Film Festival hier in Kalifornien im September stattfinden. Wir hoffen sehr, die Sache groß mit rotem Teppich aufziehen zu können, wobei auch die Schauspieler und die Crew zugegen sein werden und Requisiten und Miniaturen aus dem Film ausgestellt werden können. Das wird eine lustige Zeit. Ist ist allerdings sehr schwer zu sagen, wann der Film auf DVD/ BluRay zu bekommen sein wird. Einen Film fertig zu haben ist nur der erste Schritt, ihn auch auf DVD zu veröffentlichen. Wir müssen uns auch noch die Special Features, Menüs. Untertitel in vielen Sprachen und andere Dinge kümmern und das ist eine Menge Arbeit. Wir hoffen, die DVD im Herbst dieses Jahres fertig zu haben. Wir suchen auch noch einen geeigneten Vertriebspartner, der uns hilft, das größtmögliche Publikum zu erreichen. Dabei versuchen wir, das alles so schnell wie möglich hinzukriegen. Wir sind genauso begierig darauf, den Film zu zeigen, wie die Leute, die ihn sehen wollen.</em></p>
<p><em><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman04.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5763" title="Andrew Leman" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman04.jpg" alt="" width="334" height="408" /></a><br />
</em></p>
<p>Ich möchte Andrew Leman dafür danken, dass er sich die Zeit genommen hat, meine Fragen zu beantworten und auch vielen Dank an Daniel fürs Formatieren.<br />
Mirko Stauch für Cthulhu.de</p>
<p><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman051.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5762" title="(Kulisse)" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman051.jpg" alt="" width="550" height="412" /></a></p>
<p><strong>Links zum Artikel</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.ahleman.com/">Die Homepage von Andrew Leman</a></li>
<li><a href="http://www.cthulhulives.org/">Cthulhulives.org</a></li>
<li><a href="http://www.cthulhulives.org/Whisperer/twid-blog.html">Der Whisperer Blog</a> zum Film „The Whisperer in Darkness“ auf Cthulhulives.org mit Bildern, Produktionstagebuch und Trailern</li>
<li><a href="http://www.cthulhulives.org/Bios/bioAHL.html">Andrew Leman auf Cthulhulives.org</a></li>
<li><a href="http://www.hplfilmfestival.com/2010/portland/guests/andrew-leman">Biografie Andrew Lemans auf der Homepage des H.P. Lovecraft Film Festivals:</a></li>
<li><a href="http://new.myfonts.com/person/Andrew_Leman/">Von Andrew Lemans gestaltete Schrifttypen bei Myfonts</a></li>
<li><a href="http://www.cthulhulives.org/cocmovie/index.html">Informationen zu „The Call of Cthulhu“ auf Cthulhulives.org</a></li>
<li>Auf <a href="http://hppodcraft.com/">Hppodcraft.com</a> finden sich viele Episoden, bei denen Andrew Leman Auszüge aus den Stories vorliest und die beiden Lesungen „The Haunter of the Dark“ und „The Picture in the House“ von Andrew Leman zum Download.</li>
<li>Folgen von Hppodcraft.com in denen Andrew Leman als Gastkommentator zu hören ist:
<ul>
<li>Episode 9: The Statement of Randolph Carter (wo wir mehr über Andrews ersten Film erfahren)</li>
<li>Episoden 35 und 36: Under The Pyramids</li>
<li>Episoden 42, 43 und 44: The Call of Cthulhu</li>
</ul>
</li>
<li><a href="http://www.theatrebanshee.org/">Die Theatre Banshee Homepage:</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Interview &#8211; Chris Lackey und Chad Fifer</title>
		<link>http://www.cthulhu.de/artikel/interview-chris-lackey-und-chad-fifer/</link>
		<comments>http://www.cthulhu.de/artikel/interview-chris-lackey-und-chad-fifer/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Feb 2011 10:20:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magister Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.cthulhu.de/?p=5653</guid>
		<description><![CDATA[Eine weibliche Stimme: „Hppodcraft.com“ Ein stilisierte Schrei, weißes Rauschen und ein „klick“ „Welcome to hppodcraft, the H.P. Lovecraft literary podcast. I am Chris Lackey&#8230;“ „I&#8217;m Chad Fifer.“ „..and we are here to talk about the works, the very specific works &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/interview-chris-lackey-und-chad-fifer/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Eine weibliche Stimme: „Hppodcraft.com“<br />
Ein stilisierte Schrei, weißes Rauschen und ein „klick“<br />
„Welcome to hppodcraft, the H.P. Lovecraft literary podcast. I am Chris Lackey&#8230;“<br />
„I&#8217;m Chad Fifer.“<br />
„..and we are here to talk about the works, the very specific works of H.P. Lovecraft.“</p>
<p><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Bild03.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5656" title="Das neue Logo von Hppodcraft.com (Quelle http://www.facebook.com/hppodcraft)" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Bild03.jpg" alt="Das neue Logo von Hppodcraft.com (Quelle http://www.facebook.com/hppodcraft)" width="390" height="390" /></a></p>
<p>So beginnt die erste Folge vom 27. Juni 2009 auf <a href="http://www.hppodcraft.com" target="_blank">www.hppodcraft.com</a>. Jede Woche besprechen hier die beiden Filmemacher Chris Lackey und Chad Fifer auf erfrischende, unterhaltsame und informative Weise eine Erzählung von H. P. Lovecraft. Eingetleitet wird jede Episode durch ein stimmungsvolles Zitat aus der Erzählung selbst. Verschiedene Sprecher haben hier ihren Auftritt, meistens Andrew Leman (bekannt als Gründungsmitglied der H.P. Lovecraft Historical Society und natürlich als Regisseur der HPLHS Verfilmung von „The Call Of Cthulhu“), und auch Billy Flynn, Michael Holmes, Dennis Calero, Julie  Hoverson und viele andere sehr hörenswerte Leser.<br />
Chad und Chris betonen, keine akademischen Vorträge zu halten, sondern eine Show zu liefern, in der sich Fans über H.P. Lovecraft und seine Werke unterhalten. Dazu nutzen sie in der Regel zugängliches Material wie Wikipedia, die von S.T. Joshi annotierten Ausgaben der Erzählungen, Kenneth Hites Buch „Tour de Lovecraft“, „An H.P. Lovecraft Encyclopedia“ von S.T. Joshi und David E. Schultz sowie diverse Internetseiten. Auf diese Weise werden Quellen nachvollziehbar gehalten, denn selten zitieren Chad und Chris unzugängliches Sekundärmaterial.<br />
Gelegentlich werden sie von Gästen unterstützt und hier trifft man oft auf die großen Namen der H.P. Lovecraft Szene wie u.a. S.T. Joshi (Episode 45), Andrew Leman (Episode 9), Kenneth Hite (Episode 18), Robert M. Price (Episoden 66 und 65) und Stuart Gordon (Episoden 24 und 25)</p>
<p>Entdeckt habe ich den Podcast vor einiger Zeit eher zufällig bei der Recherche als Weblinks im englischsprachigen Wikipediaeintrag zu H.P. Lovecraft. Zu dieser Zeit war bereits die 41. Episode „Cool Air“ vom 5. Mai 2010 produziert und online. Obwohl ich von diesem Podcast schon früher mal gehört hatte, war er mir bisher entgangen. Als Fan von Podcasts wie System Matters und Yog-Radio war die Freude groß, einen weiteren Podcast entdeckt zu haben, der sich mit Themen befasst, die mich interessieren. Im Gegensatz zu den oben erwähnten Podcasts, beschäftigen sich Chad und Chris kaum mit dem Rollenspiel, sondern betonen die literarischen und auch biografischen Aspekte, wobei die populärkulturelle Bedeutung nicht zu kurz kommt, denn die beiden sind in der Filmbranche, haben auch an der Verfilmung von The Call Of Cthulhu aktiv mitgewirkt und beide haben auch einen Rollenspiel-Hintergrund.</p>
<p>Um den Einstieg zu finden, hörte ich mir unterwegs nach Köln die Episode 37 „The Shunned House“ an und war enttäuscht&#8230;&#8230;enttäuscht weil ich nur diese eine Folge dabei hatte und keine weiteren. Ich war sofort begeistert und innerhalb einer Woche hörte ich mich durch alle 42 bisher erschienen Episoden.</p>
<p>Aber nicht nur Stories werden besprochen, viel privates erfährt man von Chad und Chris. Lustige Details z.B. die Geschichte von Chads Micheal Jackson Thriller Jacke in Episode 21 „The Outsider“, dass Chris eine Beziehung zur Leserin Rachel Ford (Episode 4 „Polaris“) eingegangen ist, sondern auch dass Chris und Chad in ihrer Heimatstadt als Teenager den Friedhof unsicher gemacht haben und Dinge „gesehen“ haben (Episode 9 „The Statement of Randolph Carter“). Das eröffnet eine sehr persönliche Ebene und man hat das Gefühl, die beiden wirklich gut zu kennen.<br />
In den letzten Monaten wuchs die Fangemeinde mit jeder neuen Folge stetig an, was man auch an den Blog Kommentaren und den Einträgen im Hppodcraft Forum sehen kann.<br />
Dass die Jungs einem in gewisser Weise vertraut geworden sind und nahestehen, konnte man an den Reaktionen erkennen, als ein Trauerfall in Chads Familie geschah und im gleichen Monat Andrew Leman seine Mutter verlor (September 2010). Über 60 Kondolenzadressen auf dem Blog und jede Menge E-Mails für Chad und Andrew trafen ein, in denen Fans ihre Anteilnahme bekundeten und ihr Mitgefühl ausdrückten.<br />
In der nächsten Folge dann bedankte sich Chad und ließ uns wissen, dass der Podcast zu den wirklich wichtigen Dingen in seinem Leben geworden ist.</p>
<p>Chad und Chris hängen sich wirklich gewaltig ins Zeug, machen sich eine Menge Arbeit und liefern ein wirklich tolles Ergebnis. Grund genug, ihnen mal ein paar Fragen zu stellen. Die beiden sind zur Zeit schwer beschäftigt und um so mehr freue ich mich, dass sie sich die Zeit genommen haben, meine kleinen Fragen innerhalb weniger Stunden per Mail zu beantworten. Nochmals vielen Dank an dieser Stelle. Vielen Dank auch an Daniel fürs Editieren.</p>
<p><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Bild02.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5658" title="(Chris Lackey (links) und Chad Fifer (rechts) (Quelle: http://www.facebook.com/hppodcraft)" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Bild02.jpg" alt="(Chris Lackey (links) und Chad Fifer (rechts) (Quelle: http://www.facebook.com/hppodcraft)" width="604" height="453" /></a></p>
<p><span style="font-size: medium;">Das Interview</span></p>
<p><strong>First of all, a very very personal question to Chad: Do you still have that cool Micheal Jackson Thriller Jacket?</strong><br />
(Als Erstes eine sehr, sehr persönliche Frage an Chad: Hast du immer noch deine Michael Jackson Thriller Jacke?)</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Chad: </strong>Yes, I do still have it, and I can still squeeze into it. About eight or nine years ago I played zombie Jesus in a comedy revue and I wore the jacket over my holy robes.<br />
<span style="background-color: #ffffff;"><em>(Ja, ich habe sie immer noch und kann mich immer noch hineinquetschen. Vor ungefähr acht oder neun Jahren habe ich Zombie-Jesus in einer Comedy Revue gespielt und trug die Jacke über meinen heiligen Gewändern.)</em></span></p>
<p><strong>Would you guys be so kind to introduce yourselfs?</strong><br />
<em>(Würdet ihr euch netterweise bitte vorstellen?)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> I&#8217;m Chris Lackey an animator and filmmaker from Illinois who lived in Los Angeles for the last 16 years, but now lives in Yorkshire, UK<br />
<em>(Ich bin Chris Lackey, ein Trickfilmanimator und Filmemacher aus Illinois, der die letzten 16 Jahre in Los Angeles gelebt hat, aber jetzt in Yorkshire, UK lebt.)</em></p>
<p><strong>Chad:</strong> And I&#8217;m Chad Fifer &#8211; still living in LA &#8211; originally from Illinois. I&#8217;m a writer/actor/musician, run creative at an advertising agency, do this podcast and occasionally get the chance to do some theater and film.<br />
<em>(Und ich bin Chad Fifer &#8211; lebe immer noch in LA – ursprünglich aus Illinois. Ich bin Autor/Schauspieler/Musiker, Run Creative in einer Werbeagentur, mache diesen Podcast und bekomme gelegentlich die Möglichkeit, bei Theater- und Filmprojekten mitzuwirken.)</em></p>
<p><strong>When did you met each other?</strong><br />
<em>(Wann habt ihr euch kennengelernt?)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> Chad and I met in Junior High Jazz Band. I think I was 13 and he was 12. We didn&#8217;t really become good friends until we were in a high school musical together, Little Shop of Horrors. Chad was the Lead, Seymour, and I played the dentist. It&#8217;s pretty surreal to think about now.<br />
<em>(Chad und ich haben uns in der Junior High Jazz Band kennengelernt. Ich glaube, ich war 13 und er war 12. Wir waren damals noch keine Freunde, bis wir zusammen im High School Musical „Little Shop of Horrors“ aufgetreten sind. Chad spielte Seymour, die Hauptrolle, ich gab den Zahnarzt. Wenn ich heute daran denke, kommt mir das sehr surreal vor.)</em></p>
<p><strong>Chad:</strong> Yeah, we started hanging out all the time in high school &#8211; both of us were interested in horror and making movies.<br />
<em>(Yeah, von da  an haben wir angefangen, zusammen herumzuhängen – wir beide waren sehr an Horror und Filmemachen interessiert.)</em></p>
<p><strong>When do you discovered H.P.Lovecraft? What was first: the books or the roleplaying game?</strong><br />
<em>(Wann habt ihr H.P. Lovecraft entdeckt? Was kam zuerst: die Bücher oder das Rollenspiel?)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> I was a big Role-Player, Dungeons and Dragons and the like, and a friend of mine told me about this game called &#8216;The Call of Cthulhu.&#8221; I remember thinking it was strange but very intriguing. I started playing the game, not knowing that it was based on fiction. I didn&#8217;t really start reading his stuff until I was 15 or so. And that was one of the many anthology books.<br />
<em>(Ich war ein begeisteter Rollenspieler, Dungeons and Dragons und ähnliche Sachen. Ein Freund erzählte mir von einem Spiel, „The Call of Cthulhu“, und ich erinnere mich daran, dass es mir sehr merkwürdig, aber trotzdem faszinierend vorkam. Ich begann, das Spiel zu spielen, ohne zu wissen, dass es auf Erzählungen basierte. Ich habe seine Sachen erst mit ungefähr 15 angefangen zu lesen. Das war eine von vielen Anthologien.) </em></p>
<p><strong>Chad:</strong> My Uncle Bruce used to give me boxes of books he&#8217;d read when he was younger &#8211; lots of Edgar Rice Burroughs and Ray Bradbury. I dug out The Case of Charles Dexter Ward for a road trip and loved it. I went on to read a couple of his other stories in horror anthologies, but it wasn&#8217;t until a couple of years later that I really started digging in. That was because Chris introduced me to the RPG and also because I was playing with a rock band that was heavily influenced by Lovecraft&#8217;s work.<br />
<em>(Mein Onkel Bruce gab mir immer Kisten voller Bücher, die er gelesen hatte, als er jünger war – Viele Sachen von Edgar Rice Burroughs und Ray Bradbury. Ich habe eine Ausgabe von „The Case of Charles Dexter Ward“ ausgegraben, um sie auf einer Reise zu lesen und ich habe es sofort gemocht. Ich habe dann einige seiner anderen Geschichten in Horror-Anthologien gelesen, aber erst ein paar Jahre später habe ich mich wirklich darin vergraben. Das war als Chris mir das Rollenspiel gezeigt hatte und auch, weil ich in einer Rockband gespielt habe, die stark von Lovecrafts Werken beeinflusst war.)</em></p>
<p><strong>Chris, I heard something about Andrew Leman and a helicopter?</strong><br />
<em>(Chris, ich habe da was über Andrew Leman und einen Helicopter gehört?)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> I met Andrew Leman through playing a live-action version of the Role-playing game where folks dress in 1920&#8242;s clothes and have props and stuff. As strange as it sounds, it&#8217;s was very fun. Andrew and Sean Branney ran the biggest budget game I&#8217;ve ever heard participated in. In fact, I&#8217;ve never heard of one ever this big. It was set in modern day and the players were FBI agents. They rented a Helicopter to fly them out to the desert! It was AMAZING!<br />
<em>(Ich habe Andrew Leman durchs Live Rollenspiel kennengelernt, wobei Leute sich wie in den 1920ern kleiden, Requisiten und anderes Zeug benutzen. So merkwürdig es sich anhört, es war ein großer  Spaß. Andrew und Sean Branney hatten das größte Budget von dem ich jemals gehört habe in eine Live Rollenspiel investiert. In der Tat habe ich nie von einem höheren Budget für ein Spiel gehört. Die Handlung war in der Jetztzeit angesiedelt und die Spieler waren FBI Agenten. Andrew und Sean hatten einen Helicopter gemietet, der die Spieler in die Wüste geflogen hat. Es war FANTASTISCH.) </em></p>
<p><strong>So finally a network of Lovecraft enthusiasts grew. What Projects did you developed together?</strong><br />
<em>(Und so hat sich schließlich ein Netzwerk aus Lovecraft Fans entwickelt. Welche Projekte habt ihr dann zusammen gemacht?)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> Chad and I? We had a short lived animated series called &#8216;The Investigators.&#8221; that was on atomfilms.com back in the late 90&#8242;s. We&#8217;ve written a few screenplays but not much has come out those. We&#8217;re working on a Lovecraftian style comic book this year and hope to have it done soon.<br />
<em>(Chad und ich? Wir hatten eine kleine Animationsserie, genannt „The Investigators“, die in den späten 90ern auf atomfilms.com so sehen war. Wir hatten auch einige Drehbücher geschrieben, aber kaum was davon wurde realisiert. Zur Zeit arbeiten wir an einem Lovecraftian Style Comic und hoffen damit bald fertig zu sein.)</em></p>
<p><strong>Chad:</strong> We&#8217;ve pitched a million projects all over LA with limited degrees of success, from dramas to films to even reality shows. It&#8217;s tough to find money, but we continued to keep ourselves busy regardless, making short films, political animations, etc. Many of our projects were comedies, but quite a few were based on HPL as well.<br />
<em>(Wir haben Millionen Projekte in LA angefangen, aber mit mäßigem Erfolg. Das reicht vom Theaterstücken über Film bis hin zu Reality Shows. Es ist nicht einfach, Geldgeber zu finden, aber wir bleiben am Ball und sind immer mit etwas beschäftigt, machen Kurzfilme, politische Animationsfilme, etc. Viele unserer Projekte waren Comedy, aber einige basieren auch auf HPL.)</em></p>
<p><strong>You are both involved in various film projects. Can tell us about recent and comming projects? </strong><br />
<em>(Ihr seid beide an verschiedenen Filmprojekten beteiligt. Könnt ihr uns etwas über kommende Projekte erzählen?)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> Well Chad and I made The Chosen One a few years back, again, not much happened with it. We&#8217;ve done plenty of short films and are trying to get another off the ground. I mentioned the comic and Chad and I will have a few things in print this year. More details to follow.<br />
<em>(Nun, Chad und ich haben vor einigen Jahren den Animationsfilm „The Chosen One“ gemacht, aber damit ist nicht viel passiert. Wir haben inzwischen eine Menge Kurzfilme gemacht und versuchen, einen weiteren im größeren Stil zu vertreiben. Ich habe bereits  den Comic erwähnt und wir werden in diesem Jahr noch einige Sachen in Druck geben. Mehr dazu später.)</em></p>
<p><strong>Chad: </strong>Yeah &#8211; a very talented artist is working on a graphic novel with us. It&#8217;s based on a screenplay we circulated a few years ago &#8211; one executive called it &#8220;&#8216;Some Like it Hot,&#8217; but with zombies instead of cross-dressing.&#8221; We&#8217;re really looking forward to announcing it to the public shortly.<br />
We&#8217;ve both also recently contributed short stories to a Lovecraft anthology, and I will be self-publishing a novel later this year (although it&#8217;s doesn&#8217;t have anything to do with HPL). I&#8217;ve been writing for an Australian animated show called &#8216;God Squad&#8217; and am going to be writing and directing a show at Sacred Fools theater in L.A. called &#8216;Team Kurt Russell Force Extreme,&#8217; which is a little too crazy to sum up in a sentence or two. We&#8217;re still looking for financing on a horror film we wrote that Stuart Gordon is attached to direct, and I&#8217;ve got a slasher script set up with Rosetta Films in New York that&#8217;s in the same boat (looking for dough).<br />
Oh &#8211; and Chris and I wrote an intro article for Bizarre Magazine&#8217;s Lovecraft issue &#8211; due out in February!<br />
<em>(Yeah – ein sehr talentierter Künstler arbeitet mit uns zusammen an der Graphic Novel. Die Geschichte dazu basiert auf einem Drehbuch, das wir vor einigen Jahren rundschickten – ein Verantwortlicher nannte es „Some Like it Hot, aber mit Zombies statt Cross-Dressern“. Wir freuen uns darauf, es bald der Öffentlichkeit vorzustellen. In einer Lovecraft Anthology werden von uns beiden Erzählungen erscheinen und ich werde später in diesem Jahr noch einen Roman im Selbstverlag herausgeben (der allerdings nichts mit HPL zu tun hat). Ich habe für die australische Animationsserie „God Squad“ geschrieben und werde eine Show im Sacred Fools Theater in LA schreiben und inszenieren. Das Ganze wird „Team Kurt Russel Force Extreme“ heißen. Allerdings ist das alles zu abgedreht, um es in ein oder zwei Sätzen zusammenzufassen. Wir suchen auch immer noch Geldgeber für einen Horrorfilm, den wir geschrieben haben und für den Stuart Gordon die Regie übernehmen soll. Und wir haben noch ein Slasherfilm Drehbuch fertig, das mit Rosetta Films in New York gemacht werden soll, aber das gleiche Problem hat: wir brauchen Knete.  Oh, ja, noch was: Chris und ich haben einen Leitartikel für die Lovecraft Ausgabe des Bizzare Magazines geschrieben, die im Februar erscheinen wird.)</em></p>
<p><strong>So when came the idea up of making a podcast and why did you choose H.P. Lovecraft?</strong><br />
<em>(Wann hattet ihr die Idee zu dem Podcast und warum habt ihr H.P. Lovecraft gewählt?)</em></p>
<p><strong>Chris: </strong>I wanted to do a podcast and I wasn&#8217;t sure what to do it on. Chad wasn&#8217;t sold on the idea at first, but after bugging him for a while and he relented. We recorded our first episode in 2009 then promptly deleted it. It was terrible. We gave it another try and it wasn&#8217;t half bad. So we&#8217;ve been doing it ever since. Why? Just seemed like there wasn&#8217;t anybody out there doing the kinda show we wanted to hear. And we knew Lovecraft fans are crazy devoted and love to talk to each other and it would be a great group of folks to really connect with. Plus we just love Lovecraft.<br />
<em>(Ich wollte unbedingt einen Podcast machen, war mir aber nicht sicher, was für einen. Chad war zunächst nicht von der Idee begeistert, aber nachdem ich ihm eine Zeit auf die Nerven gegangen bin, hat er zugestimt. Wir haben unsere erste Episode 2009 aufgenommen und sofort wieder gelöscht. Das Ergebnis war schrecklich. Der zweite Versuch war nur halb so schlecht und so haben wir dann weitergemacht. Warum? Es sah so aus, als gebe es keinen der eine Show in der Art macht, wie wir sie gerne hören würden. Und wir wussten, dass es eine große Gruppe von Lovecraft Fans gibt, die vollkommen darauf abfahren würden und es sich gerne über Lovecraft unterhalten. Außerdem lieben wir Lovecraft.</em>)</p>
<p><strong>Chad: </strong>Yeah, I wasn&#8217;t that into it at first but I&#8217;m glad Lackey talked me into it. As it turns out, it&#8217;s the first thing I&#8217;ve done that trades on all my skills: I&#8217;ve got an English teaching degree, a background in music and audio production, and I like making jokes with Chris. It&#8217;s been very fulfilling.<br />
<em>(Yeah, ich hatte anfangs nicht wirklich Lust dazu, aber ich froh darüber, dass mich Lackey überredet hat. So wie es aussieht, ist es das erste Projekt für das ich all meine Fähigkeiten aufbringen kann: ich habe einen Abschluss als Englischlehrer, einen musikalischen Background und kenne mich mit Audioproduktionen aus, außerdem liebe ich es, mit Chris Witze zu machen. Das alles ist sehr erfüllend.</em>)</p>
<p><strong>What sources do you use? You often come back to Kenneth Hite&#8217;s book „Tour de Lovecraft“, of course divers of S.T. Joshi&#8217;s publications. What books do you use also?</strong><br />
<em>(Welche Quellen benutzt ihr? Ihr bezieht euch oft auf Kenneth Hites Buch „Tour de Lovecraft“, und natürlich auf diverse Werke von S.T. Joshi. Welche Bücher verwendet ihr außerdem?)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> That&#8217;s about it, really. I sometimes see what wikipedia has to say, but I don&#8217;t use it unless I corroborate it. Joshi has just done SO much work that it&#8217;s hard to find something that he hasn&#8217;t contributed to. He is the greatest Lovecraftian scholar to have ever lived. I mean, no one comes close.<br />
<em>(Das war es fast schon. Ich sehe mir manchmal an, was in der Wikipedia steht, benutze das Material aber erst, wenn ich es bestätigt finde. Joshi hat SO viel gemacht und es ist wirklich nicht einfach etwas zu finden, zudem er noch nichts geschrieben hat. Er ist der größte Lovecraftianer der jemals gelebt hat. Ich bin der Meinung, dass ihm niemand das Wasser reichen kann.)</em></p>
<p><strong>Chad: </strong>I lean on Chris for a lot of the research. I comb the web a bit for info and look at Joshi&#8217;s work, but I also try to limit my scope of info so I can approach the material the way any general reader would.<br />
<em>(Ich verlasse mich bei der Recherche da auf Chris. Ich durchkämme das Web nach Infos und schaue mir an, was Joshi geschrieben hat, aber ich versuche, die Infos so übersichtlich wie möglich zu halten, so dass ich mich den Texte wie ein normaler Leser annähern kann.)</em></p>
<p><strong>As you know, we are doing a podcast on Cthulhu.de as well and Daniel, who is our editor always tells about the hard work of completing the podcast. What can you tell us about it? What technical features you use?</strong><br />
<em>(Wir ihr wisst, machen wir auf Cthulhu.de auch einen Podcast und Daniel, unser Produzent, erzählt oft davon, wie schwierig es ist, eine solche Episode abzumischen und fertig zu stellen. Was könnt ihr dazu sagen? Welche Technik benutzt ihr?)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> We talk on skype (now that we live on opposite sides of the planet) and I edit with Garage Band. Then send it over to Chad and he ads in the music and does another editing pass. Sometimes we switch and I&#8217;ll edit the whole thing or Chad will. Chad does all the music.<br />
<em>(Wir reden über Skype (da wir jeder auf der anderen Seite der Welt wohnen) und ich bearbeite alles mit Garage Band. Dann schicke ich alles an Chad, der die Musik und andere Effekte hinzufügt. Manchmal wechseln wir und ich bearbeite alles oder Chad macht das. Chad ist verantwortlich für die Musik.)</em></p>
<p><strong>Chad:</strong> Yeah &#8211; that&#8217;s about it. I use Adobe Audition and I have a lot of music sitting around from old films I&#8217;ve scored and whatnot. When I create new music, I primarily use my Yamaha Motif and have a range of guitars and noisemakers as well. We try really hard to cut out any tangents in the &#8216;cast that aren&#8217;t interesting and to edit our speech so folks don&#8217;t have to listen to a lot of stammering. It takes a long time. For example, our two episodes on The Colour Out of Space (one hour of audio) took us close to 30 hours to produce, from researching, to recording the podcast, to recording the readings, then editing and producing the final show and posting.<br />
<em>(Yeah – das war es eigentlich auch schon. Ich verwende Adobe Audition und habe hier eine Menge Musik von alten Filmen, die darauf wartet, verwendet zu werden. Wenn ich neue Musik komponiere, benutze ich hauptsächlich mein Yamaha Motif, dazu habe ich noch eine Reihe von Gitarren und anderen Geräuschquellen. Wir sind sehr darum bemüht, uninteressante Ausschweifungen herauszuschneiden und unsere Texte zu bearbeiten, damit unsere Hörer nicht ständig einem Stottern zuhören müssen. Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, zum Beispiel haben die beiden Folgen von The Colour Out of Space (eine Stunde zusammen) fast 30 Stunden Arbeit gekostet, von der Recherche über die Aufnahme des Podcasts, der Aufnahme der vorgelesenen Textstellen bis hin zur Bearbeitung der vollständigen Show.)</em></p>
<p><strong>Meanwhile there are over 60 episodes. An awesome number, a lot of discipline. In episode #21 you said that the projects develops that it undergoes an evolution. I agree of course. It&#8217;s getting cooler. Do you recordnized that your view on the subject – Lovecraft – has changed?</strong><br />
<em>(Inzwischen gibt es mehr als 60 Folgen. Eine beeindruckende Zahl, viel Disziplin. In Folge #21 habt ihr gesagt, das Projekt entwickle sich und das es eine Evolution erfahren hat. Dem stimme ich natürlich zu, es wird immer cooler. Habt ihr feststellen können, dass sich eure Ansichten über Lovecraft in der Zeit geändert haben?</em>)</p>
<p><strong>Chris:</strong> I have a much greater appreciation and understanding of Lovecraft than ever. I thought I knew a lot, but after doing this show I realized I don&#8217;t know much at all. There is so much out there! Also re reading stories that I thought I knew well, has been very enlightening. His work is very, very nuanced.<br />
<em>(Ich habe eine viel größere Wertschätzung und ein tieferes Verständnis Lovecrafts als zuvor. Ich dachte immer, ich weiß eine Menge über ihn, aber seitdem ich die Show mache, wird mir zunehmend klar, dass ich doch nicht soviel weiß. Es gibt noch soviel zu entdecken. Auch das Wiederlesen der Erzählungen, von denen ich dachte, dass ich sie gut kenne, war sehr erhellend. Seine Arbeiten sind sehr, sehr ausgefeilt.)</em></p>
<p><strong>Chad:</strong> My appreciation of the man&#8217;s sheer imagination grows all the time. At the same time, I have weeks where I&#8217;m pretty sick of him &#8211; either the repetition of his ideas or the over-use of complicated monster/deity names that make me feel like I&#8217;m listening in on a science fiction convention. But overall it only gets more satisfying &#8211; I love it when we come to a story with a different setting or flavor, like the Old West of The Curse of Yig or the sci-fi fun of Colour.<br />
<em>(Meine Wertschätzung der Phantasie und Einbildungskraft dieses Mannes wächst stetig. Gleichzeitig habe ich Tage, in denen er mir auf die Nerven geht, sei es die Wiederholung seiner Ideen oder die übertriebene Verwendung komplizierter Namen von Monstern/Gottheiten, dabei fühle ich mich als wäre ich auf einer Science Fiction Convention. Aber trotzdem bleibt es befriedigend – Ich liebe es, wenn wir eine Erzählung besprechen die mal ein anderes Setting hat wie der Alte Wilde Westen in The Curse of Yig oder den Sci-Fi Spaß in Colour.</em>)</p>
<p><strong>I always have something to smile or to laugh about in the episodes, but I do not think that you are actually making fun out of Lovecraft or let him look like a jerk. A subject you often mention is his sense of humor.</strong><br />
<em>(Ich habe immer was zu grinsen oder zu lachen in den Folgen, aber  ich denke nicht, dass ihr euch Spaß auf seine Kosten macht oder ihn wie einen Trottel dastehen lasst. Eine Sache,die ihr oft ansprecht, ist sein Humor.)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> Some of Lovecraft&#8217;s stuff is silly. It just is. And we think it&#8217;s important to point out the silly stuff as well as the amazing. If we just loved everything he did, it would be a really boring show. And Lovecraft, for all his dark writings was a pretty funny guy. You see some of it in his stories, but his letters is where you really get a sense of it.<br />
<em>(Manche von Lovecrafts Sachen sind albern. Das ist einfach so. Wir denken, dass es wichtig ist, den albernen Kram hervorzuheben, genau wie wir es mit den großartigen Passagen machen. Würden wir alles einfach gut finden, was er gemacht hat, wäre es eine wirklich langweilige Show. Und trotz seiner finsteren Geschichten, war Lovecraft ein lustiger Kerl. Manches davon findet man in seinen Erzählungen, aber man bekommt das am besten in seinen Briefen mit.)</em></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Chad:</strong> I think HPL&#8217;s voice in American literature is WAY underrated, even today. Many of the most popular stories told in our culture through popular fiction, TV and movies can all be traced to the genres he developed. I wouldn&#8217;t make fun of him. That said, my appreciation of the material has always stemmed from an appreciation of the concepts and the laughability of some of the writing. Just the italicized endings of his stories always made me laugh more than they scared me. When you read &#8220;YOU FOOL! WARREN IS DEAD!&#8221; it comes off like a guy trying way too hard to tell you a ghost story at camp. He jumps up and waves his hands in your face to give you an extra scare, but he looks ludicrous doing it and it&#8217;s just funny instead of scary. But, you know, I love that guy more than anybody else at the campfire &#8211; because he went for it.<br />
<em>(Ich bin der Meinung, dass Lovecrafts Stimme in der amerikanischen Literatur VÖLLIG unterbewertet ist, bis heute. Viele seiner bekanntesten Erzählungen sind Bestandteil der Popkultur, im Fernsehen und in Filmen können wir Spuren der Stoffe entdecken, die er erfunden hat. Ich würde nie Spaß auf seine Kosten machen. Das bedeutet, dass ich in meiner Wertschätzung für das Material immer eine Brücke zwischen den Konzepten und der Lächerlichkeit mancher seiner Erzählungen schlagen musste. Zum Beispiel die kursiv gedruckten Enden bringen mich mehr zum lachen als das sie  mir Angst einjagen. Wenn man liest „DU NARR! WARREN IST TOT!“, kommt man sich vor wie einer, der zuhören muss wie jemand auf Teufel komm raus eine Geistergeschichte am Lagerfeuer erzählen will. Er springt auf, wedelt mit seinen Händen durch dein Gesicht um dir einen Extraschauer zu verpassen, aber er sieht einfach nur lächerlich aus und das Ganze ist eher lustig als gruselig. Aber ich mag den  Typen lieber als jeden anderen am Lagerfeuer – denn er hat sich ins Zeug gelegt.</em>)<br />
<strong><br />
I don&#8217;t think Lovecraft was a pulp writer to the core. What is your opinion?</strong><br />
(Ich denke nicht, dass Lovecraft ein reiner Pulp Autor war. Was ist eure Meinung?)</p>
<p><strong>Chris:</strong> Was Lovecraft pulp? I think he just really wrote what interested him. I don&#8217;t think he did anything half-assed, but the only people that seemed interested were people that publish pulp stuff. I always associate pulp with fun, but cheap writing. I don&#8217;t think there was anything cheap about Lovecraft&#8217;s work.<br />
<em>(War Lovecraft ein Pulp Autor? Ich glaube, er hat geschrieben wofür er sich interessert hat. Ich glaube nicht, dass er halbe Sachen gemacht hat, aber die einzigen Leute, die sich für seine Sachen interessierten, waren die Leute, die Pulp Fiction herausgegeben haben. Ich assoziiere Pulp immer mit lustigen, aber billig geschriebenen Sachen. Ich glaube nicht, dass Lovecrafts Werke in irgendeiner Weise billig waren.)</em></p>
<p><strong>Chad: </strong>I think he gets classed with pulp writers, but he&#8217;s not a writer of &#8220;two-fisted tales.&#8221; Most of the elements aren&#8217;t there. Protagonists aren&#8217;t tough, there aren&#8217;t any harlots with hearts of gold (or love interests at all), and the forces of evil are unknowable rather than traditionally sinister. HPL himself tried to emulate the 18th century writers he loved and was much more interested in creating an effect in the mind of the reader than he was in producing plot for beach reading. I think of his work as being more closely related to art in the traditional sense &#8211; it embraces and then breaks our expectations in order to provoke thoughts or feelings. Some people reading HPL go in expecting to have a scary experience in the vein of King or Barker and then are disappointed. But those who come back do so because the work provoked some kind of excitement in their thoughts and concepts about the universe and our place in it, and not many stories can do that.<br />
<em>(Ich glaube, dass er in die Klasse der Pulp Autoren gehört, aber er schrieb nicht diese „knallharten Stories“. Die meisten Motive fehlen bei ihm. Die Protagonisten sind nicht hart, Huren mit einem Herz aus Gold (oder irgendeinem Interesse an der Liebe), und die Mächte des Bösen sind unbekannt und unfassbar, eben nicht traditionell böse. HPL selbst hat versucht, die von ihm so geliebten Schriftsteller des 18. Jahrhunderts nachzuahmen. Er war mehr daran interessiert, einen künstlerischen Effekt  im Geist des Lesers zu erwirken als einen herkömmlichen Plot für eine Strandlektüre zu entwickeln. Ich denke seine Arbeiten sind näher an traditioneller Erzählkunst ausgerichtet – man nimmt bereitwillig an, was erzählt wird und dann zerstört er unsere Erwartungen oder provoziert bestimmte Gedanken oder Gefühle. Manche Leser HPLs erwarten eine gruselige Erfahrung in der Art wie man sie bei King oder Barker hat und sind dann enttäuscht. Aber diejenigen, die wieder eine Lovecraft Geschichte lesen, verspüren den Reiz, anders über das Universum und unseren Platz darin zu denken. Wenige Geschichte können das auslösen.)</em><br />
<strong><br />
What can we expect after you did all the Lovecraft stories? Will you guide us through the letters? No, I guess not, but what are your plans for the future?</strong><br />
<em>(Was können wir von euch erwarten, nachdem ihr alle Lovecraft Geschichten durch haben werdet? Werdet ihr uns durch die Briefe führen? Ich glaube mal, das wird nicht der Fall sein, aber was sind eure Pläne für die Zukunft?)</em></p>
<p><strong>Chris: </strong>This is a tough question. We just don&#8217;t know yet. There are some essays I want to talk about, for sure. And maybe a few of his poems. But after Lovecraft&#8230; we&#8217;re still trying to figure that out.<br />
<em>(Das ist eine schwierige Frage. Wir wissen es noch nicht. Es gibt da noch einige Essays über die ich gern reden möchte. Vielleicht auch über ein paar Gedichte. Aber nach Lovecraft&#8230;wir versuchen immer noch, das herauszufinden.)</em></p>
<p><strong>Chad: </strong>We have no idea, and I think we&#8217;re enjoying not thinking about it right now. As we come to a close with Lovecraft&#8217;s fiction, we&#8217;ll probably start to ramp up for what&#8217;s next. It&#8217;d be nice if we could figure out how to make a living with it so we can produce even more!<br />
<em>(Wir haben keine Ahnung, und es macht keinen  Spaß, darüber jetzt nachzudenken. Wenn wir zu einem Ende mit Lovecrafts Erzählungen kommen, werden wir sehen, was als nächstes kommt. Es wäre schön etwas zu finden, von dem wir leben könnten und womit wir mehr produzieren könnten.)</em></p>
<p><strong>Thank you very much for your answers and I would like to end with the famous ending line of the story synopsis at hppodcraft:</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>Now, that&#8217;s the end of the story.<br />
Did you like it?<br />
Yes, man, I did!<br />
</strong></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Bild01.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5659" title="Chris Lackey (links) und Chad Fifer (rechts) (Quelle  http://www.facebook.com/hppodcraft)" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Bild01.jpg" alt="Chris Lackey (links) und Chad Fifer (rechts) (Quelle  http://www.facebook.com/hppodcraft)" width="604" height="406" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Es sollte auch erwähnt werden, dass man Chads Musik auch erwerben kann und zwar über den Donate Button auf der Homepage. Anklicken und bei einer Spende von über 10 Dollar gibt es den Download für den neuen Sampler der Musik von Hppodcraft. Bei 15 Dollar bekommt ihr den Download für beide Sampler.<br />
Übrigens gibt es einen solchen Donate Button auch hier auf Cthulhu.de, gleich rechts von Euch aus gesehen.<br />
<em>- Mirko Stauch für www.cthulhu.de</em></p>
<p style="text-align: left;"><span style="text-decoration: underline;"><strong>Links zum Artikel</strong></span><em> </em></p>
<ul>
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</ul>
<p><em>(alle Abbildungen mit freundlicher Genehmigung von Chris Lackey. All pictures with kind permission of Chris Lackey)</em></p>
<p><span style="color: #333333;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: x-small;"> </span></span></span></p>
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		<title>Merry Christmas, Mr. Lovecraft</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 22:01:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magister Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Lovecraft]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>

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		<description><![CDATA[On Christmas Eve we softly sink to rest (H.P. Lovecraft: Old Christmas) Lovecraft war ein Materialist durch und durch, das ist nichts neues. Er war naturwissenschaftlich gebildet und ein Atheist. Oft trifft man bei ihm eine zu seinen übrigen Ansichten &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/merry-christmas-mr-lovecraft/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>On Christmas Eve we softly sink to rest<br />
(H.P. Lovecraft: Old Christmas)</em></p>
<p>Lovecraft war ein Materialist durch und durch, das ist nichts neues. Er war naturwissenschaftlich gebildet und ein Atheist. Oft trifft man bei ihm eine zu seinen übrigen Ansichten entgegengesetzte Haltung an, die überraschend ist. Dazu zählt auch sein Verhältnis zu einem der wichtigsten Feste des Christentums: Weihnachten. Wie kann es sein, dass ein Mann wie Lovecraft das Weihnachtsfest sehr schätzte, es sogar, wie es bisweilen scheint, vielleicht sogar liebte?</p>
<p>Die Frage lässt sich vielleicht unter zwei Aspekten beantworten. Zum einen war Lovecraft ein der Tradition verpflichteter Mensch. Das führt zum zweiten Aspekt, dem Umgang mit der eigenen Vergangenheit. Beides vermischt sich hier. Weihnachten bedeutete für ihn wohl mehr als nur das Verteilen und Empfangen von Geschenken oder das Beisammensein mit Freunden, was er allerdings sehr mochte, wie man in einem Brief aus dem Dezember 1925 an Lillian Clark lesen kann, in dem er eine Weihnachtsfeier mit seinen Freunden in George W. Kirks Buchladen beschreibt. Es bedeutete für ihn auch das Bewahren einer für ihn sehr wichtigen Erinnerung, die an seine Kindheit, seinem Goldenen Zeitalter. Man kann es vielleicht mit einem Zitat aus Axel Hackes neuem Buch „Alle Jahre schon wieder“ auf den Punkt bringen: „Ich liebe diese Zeit, auch wenn sie noch so anstrengend sein mag. Weihnachten ist für mich das Fest der Sehnsucht nach der Kindheit: nach dem kindlichen Glauben, dass die Welt eigentlich schön ist und heil. Es ist der Versuch der Erwachsenen, sie wenigstens für einen Abend oder für zwei, drei Tage noch einmal schön und heil zu machen.“</p>
<p>Ohne Zweifel hätte Lovecraft, wenn auch unter gewissen  Vorbehalten, dem Kern dieser Aussage zugestimmt. So erinnert sich sein Freund W. Paul Cook in seinen Erinnerungen an Lovecraft (in: In Memoriam Howard Phillips Lovecraft, 1941) an den „Gefühlsausbruch“ („his outburst“) als sie gemeinsam am alten Anwesen der Familie Angell Street 454 vorbei gingen. Lovecraft, so Paul Cook weiter, träumte davon, eines Tages dieses Haus zurückzukaufen, ebenso wie die Bücher, die aus der Familienbibliothek wegen der angespannten finanziellen Situation veräußert werden mussten. Auch Sonia H. Davies berichtet in ihren Erinnerungen an Lovecraft (The Private Life of H. P. Lovecraft, 1948 bzw. vollständig erstmalig 1985), wie sehr er den Verkauf des alten Anwesens  beklagte. Er sei anfangs oft dorthin gegangen und habe sich auf die Stufen der Veranda gesetzt, denn „Das war sein Zuhause!“ („THAT was is home!“).<br />
Lovecraft muss oft an die Zeit gedacht haben, denn er genoss hier alle Freiheiten, die ein phantasievoller und intelligenter Junge hätte haben können. Selbst trotz des im Hintergrund dräuenden Schattens der Erkrankung seines Vaters, konnte der junge Lovecraft alles tun und lassen, wonach ihm der Sinn stand und was seine Mutter zuließ. Sein geliebter Großvater Whipple Van Buren Phillips unterstützte die Grillen seines Enkelsohns, förderte seine Talente und gestattete ihm die Benutzung der Familienbibliothek. Der junge Lovecraft durchstreifte den Dachboden des Anwesens und entdeckte dort im Jahr 1902 das Buch „Geography of the Heavens“, ein Astronomiebuch seiner Großmutter, erschienen etwa Mitte des 19. Jahrhunderts. Dieses Buch, so wird er später sagen, hat seine lebenslange Faszination für die Astronomie mitbegründet und letztlich war es diese Faszination, durch die Lovecraft auch zu dem Schriftsteller geworden ist, den wir heute schätzen.</p>
<p>Es ist bekannt, wie sehr Lovecraft an der (virtuellen) Vergangenheit hing, insbesondere die des 18 Jahrhunderts, die er idealisierte. Wie nun auch verständlich ist, war seine persönliche Vergangenheit immer ein weiteres virtuelles Rückzugsgebiet, das er sich bewahren wollte. Man neigt besonders  in der Weihnachtszeit zu einer gewissen Nostalgie und auch Lovecraft war nicht frei davon. Er erzählte seiner Frau Sonia H. Davies von den Weihnachtsabenden in der Angell Street 454. Man versammelte sich zusammen mit den Dienstboten im Wohnzimmer und sang gemeinsam Weihnachtslieder. Danach übergab Whipple Phillips jedem von ihnen als Weihnachtsgeschenk einen Umschlag mit einem Scheck. Er wünschte jedem persönlich frohe Weihnachten. Für den jungen Lovecraft ein Paradies. Er hatte diese Familienfeiern geliebt („How happy I used to be at these family gatherings!“). Man kann es sich geradezu vorstellen, wie die Familie Phillips den Weihnachtsabend verbrachte. Der Großvater im Sessel, den Enkel bei sich. Er erzählt ihm eine Geschichte, draußen ist es kalt. Nebenan wird das Essen aufgetragen. Dann geht es zu Bett und Young Lovecraft denkt an seine Geschenke. Wer weiß das schon, aber mir persönlich gefällt die Vorstellung.</p>
<p>Wie Lovecraft nun seine Weihnachtsfeste verbracht hat, können wir kaum sagen. Ich kann nur auf drei Zeugnisse zurückgreifen. Es ist außerordentlich schwierig, an Informationen zu kommen, insbesondere an Informationen aus erster Hand. Die Editionslage der Briefe ist nicht zuletzt aufgrund ihrer Masse sehr schwierig. Zu den bekannten Ausgaben der Selected Letters des Arkham House Verlags, kommen die zahlreichen Zitatstellen aus verschiedenen Monografien, Essays und Erinnerungen. S. T. Joshis monumentale Biografie ist an erster Stelle zu nennen, dicht gefolgt von dem inhaltlich eher fragwürdigen Werk von Lyon Sprague de Camp. Beide haben in der John Hay Bibliothek der Brown Universität die Handschriften und Briefmanuskripte einsehen und studieren dürfen. Im Gegensatz zu Joshis Werk taugt de Camps Biografie vor allem als Lieferant für Zitate.</p>
<p>Ferner gibt es lohnende Ausgaben aus dem Verlag Hippocampus Press (Letters to Alfred Galpin; Letters to Rheinhart Kleiner), eine repräsentative Ausgabe der Briefe aus New York bei Nightshade Books, sowie die autobiografischen Briefe in der Sammlung „Lord of a Visible World“. Ferner gibt es eine Ausgabe des Briefwechsels mit Robert E. Howard und dessen mit August Derleth. Diese Bücher sind allerdings nur zu ziemlich absurden Preisen zu haben. Von der Sammlung der Selected Letters taucht gelegentlich ein exemplar auf und bisher kann ich hier nur auf Nummer I und III zurückgreifen. Diese Ausgaben, gemeint sind Selected Letters I -V, geben auch nur einen Querschnitt wieder, wie es alle mir bekannten Briefsammlungen Lovecrafts tun (können).</p>
<p>So berichtet Lovecraft in dem bereits erwähnten Brief an seine Tante Lillian Clark vom 26. Dezember 1925 aus New York, dass er und seine Freunde sich in George W. Kirks Chelsea Bookshop am 23.12.1925 abends getroffen haben. Die Mitglieder des KALEM Clubs hielten dort eine kleine private Weihnachtsfeier ab, bei der James F. Morton den Weihnachtsmann spielte und jedem ein kleines Geschenk aus einem 10 Cent Store zusammen mit einem kleinen Gedicht überreichte. Lovecraft bekam eine Schneekugel, die er in seinem Brief sogar gezeichnet hat. In der Kugel befand sich die Miniatur eines verfallenen Schlosses, das seine Dunsanianische Fantasie anregte. Das kleine Geschenk hat ihn sehr begeistert, denn er beschreibt es ausführlich und lobt Mortons Volltreffer. Ferner lobt er Kirks Kaffee, der unter den KALEMs geradezu legendär war.</p>
<p>Gegen 2 Uhr morgens endete das Treffen und Lovecraft arbeitete in dieser Nacht bis 3.30 Uhr. Man stelle sich eine kalte Nacht in Brooklyn vor, das Licht in der Clinton Street 169 ist noch an und Lovecraft schreibt noch etwas, sieht nach draußen und vielleicht fällt leichter Schnee, zumindest in der kleinen Kugel, deren Gebäude für ihn eher ein Überbleibsel des  alten Atlantis darstellt.</p>
<p>Am nächsten Tag, dem 24.12.1925 kam ein Paket seiner Frau Sonia an, darin enthalten einige Hemden und eine „exquisite“ Krawatte. Der Nachmittag des nächsten Tages gehörte einer kleinen Weihnachtsfeier unter Freunden im Hause Frank „Sonny“ Belknap Long, wo er auch Everett McNeil und Samuel Loveman traf. Es wurden Geschenke überreicht und die Festtafel war reich gedeckt. Nach dem Essen, zum Nachtisch wurde ganz traditionell Plum-Pudding und Minzkuchen aufgetragen, gab es noch einige Überraschungsgeschenke aus einer gewaltigen Socke, aus der sich jeder Gast neun Kleinigkeiten (nicht Ringe) nehmen durfte. Lovecraft „zog“ unter anderem Rasierseife, eine Nagelfeile und ein Maßband heraus, was ihn zu einem kleinen Witz veranlasste. Wäre er, so bereichtet er Tante Lillian, unterwegs verhaftet worden, so hätte die Polizei mit Sicherheit geglaubt, er habe ein Woolworth oder Kresge Warenhaus ausgeraubt.</p>
<p>Man traf sich noch einmal im Weihnachtszimmer und spielte ein kleines Spiel, dessen Preis eine Box mit Schokolade war. Es ging hier um das Erraten bekannter Werbung aus beliebten und populären Magazinen. 25 Werbeanzeigen wurden gezeigt und zu Lovecrafts nicht geringem Erstaunen, kannte er die meisten, obwohl er kein Leser solcher Magazine war. Eigentlich hatte er nicht an dem spiel teilnehmen wollen, wurde aber überzeugt und gewann. Großzügig wie immer bot Lovecraft der Gesellschaft von seiner gewonnenen Schokolade an, wurde aber von Mrs. Long davon überzeugt, seinen Preis für sich zu behalten, da eine große Schale mit Schokolade auf dem Tisch stand. Nach diesem kleinen Spiel ging die ganze Gesellschaft ins Kino. Es gab zwei Westernfilme, deren Titel Lovecraft leider nicht nennt.</p>
<p>Nach einem gemeinsamen Abendessen verabschiedete man sich gegen 23.30 Uhr. Lovecraft blieb in dieser Nacht noch bis um 4 Uhr morgens wach und naschte bei seiner Schreibtischarbeit von der exquisiten Schokolade.</p>
<p>Einem anderen Brief aus dem Dezember 1929 an James F. Morton entnehmen wir, dass Lovecraft, bereits wieder in Providence wohnend,  seine Tante Annie Gamwell zu einem traditionellen Weihnachtsessen nach Downtown Providence ausführte. Viel ist in diesem Brief leider nicht mehr zu erfahren, aber Neffe und Tante zeigten sich schockiert über die baulichen Veränderungen, die man an der Altstadt von Providence vornahm.</p>
<p>Der Literaturwissenschaftler R. Alain Everts zitiert in seinem Aufsatz „Der Tod eines Gentleman: die letzten Tage Howard Phillips Lovecrafts“ (In: „Der Einsiedler von Providence“, Suhrkamp 1992) aus einem Brief von Annie Gamwell an August Derleth aus dem Jahr 1937) wie sehr Lovecraft diese frohe Stimmung dieser Zeit geliebt hatte.Er habe es sich im Dezember 1936 trotz schwerer Krankheit nicht nehmen lassen, das Haus weihnachtlich zu schmücken, wie er es all die Jahre vorher gemacht habe. Auch Hazel Heald berichtet August Derleth 1937, dass Lovecraft ihr in allen Einzelheiten den Baum und den gesamten Weihnachtsschmuck im Hause beschrieben habe.</p>
<p>Sein besondere Wertschätzung für das Weihnachtsfest findet auch ihren literarischen Nachschlag. So ist sein längstes einzelnes Gedicht ein Weihnachtsgedicht, das im Dezember 1918 im Tryout erschien: „Old Christmas“, ein 332 Zeilen langes Gedicht im Stil des 17. Jahrhunderts, der Epoche von Königin Anne II. Lovecraft beschwört hier einen Weihnachtsabend in England in entsprechender Diktion der damaligen Zeit. Lovcraft gelingt es hier ein dichtes atmosphärische dichtes Bild zu zeichnen. Es vereinen sich hier die Motive der Sehnsucht auf zweierlei Weise. Zum einen wieder einmal die Sehnsucht nach einer (idealisierten) Vergangenheit, zum anderen das mit allen  Sinnen erlebbare Fest, welches er mit allen poetischen Mitteln zu beschreiben sucht, getreu seinem Diktum, eine unheimliche Geschichte habe Atmosphäre zu erzeugen und im Leser ein Gefühl zu erwecken. Nicht ohne Nostalgie gedenkt Lovecraft hier wohl auch seiner eigenen Vergangenheit in der Angell Street 454. (Es wäre schön, hier mittels eines Links das gesamte Gedicht zu präsentieren, damit man Lovecrafts gelungenes Gedicht auf sich wirken lassen könnte, denn nach Meinung einiger Kritiker ist es, bei aller leicht übertriebenen Treue zu alter Diktion und Versmaß, ein wirklich anspruchsvolles und sorgsam konstruiertes Gedicht. Doch leider existiert kein Link dazu, der Text ist meines Wissens nach nicht verfügbar. Falls jemand dennoch einen Link findet, möge er darauf hinweisen und sich meines Danks sicher fühlen.)</p>
<p>In späteren Jahren schrieb Lovecraft seinen Freunden und Verwandten immer wieder sehr persönliche kleine Weihnachtsgedichte. In der Sammlung „The Ancient Track – The Complete Poetical Works Of H. P. Lovecraft“ finden sich 112 verschiedene Weihnachtsgedichte an Freunde und Verwandte. Da es sich hier nur um die überlieferten Texte handelt, mag es sein, dass er wesentlich mehr geschrieben hat. Jedes kleine Gedicht, meist Vierzeiler in Paarreimen, ist sehr persönlich. Sie sind sehr herzlich, geradezu „herzenswarm“ wie S.T. Joshi sagt und oft mit einer Reminiszens an gemeinsame Erlebnisse oder Interessen. Es sind schöne, persönliche Gelegenheitsgedichte, um dem Empfänger eine Freude zu machen. Gewiss sind nicht alle dieser kleinen Gedichte von hohem literarischen Anspruch, aber sie zeigen wieder die Bedeutung, die das Weihnachtsfest auch in literarischer Sicht für Lovecraft hatte. Er nutzt die Gelegenheit eines Briefes oder einer Grußkarte, um ein kleines persönliches Geschenk in Form eines Gedichts zu überbringen.</p>
<p>Aus quasi auch berufbedingten Gründen möchte ich eins dieser kleinen Gedichte hier zitieren. Es ist an George Kirk adressiert, dem Besitzer des Chelsea Bookshops (s.o.).</p>
<p>Since Chelsea is old SANTA&#8217;S very home,<br />
I trust he&#8217;ll call before he starts to roam,<br />
And find in KIRK a worthy youth to crown<br />
With all the fame that MOORE of old laid down!</p>
<p>Das vielleicht schönste Weihnachtsgedicht schrieb Lovecraft um 1920. Es erschien ebenfalls im Tryout. Es spricht ganz und gar für sich:</p>
<p><strong>Christmas</strong></p>
<p><strong>The cottage hearth beams warm an bright,<br />
The candles gaily glow;<br />
The stars emit a kinder light<br />
Above the drifted snow.</strong></p>
<p><strong>Down from the sky a magic steals<br />
To glad the passing year,<br />
And belfries shake with joyous peals<br />
For Christmastide is here!</strong></p>
<p>Zum Schluss möchte ich ein Zitat aus oben dem erwähnten Aufsatz von R. Alain Everts vorstellen, das Lovecrafts ganz eigenes Verhältnis zum Weihnachtsfest beschreibt. Es stammt von seiner Tante Annie Gamwell, der letzten lebenden Verwandten Lovecrafts und der letzten Überlebenden der Familie aus dem Jahr 1939. Es findet sich in dem erwähnten Suhrkampband auf Seite 187 und reicht als Schlussbemerkung aus.</p>
<p>„Howard liebte die Weihnachtsfestlichkeiten &amp; er &amp; ich waren zusammen so fröhlich &amp; festlich gestimmt. Er wollte immer einen Baum haben &amp; war ein echter Weihnachtsmann &amp; kümmerte sich um den  ganzen Schmuck. Er sagte zu mir, ich solle schlafengehen &amp; überraschte mich am Morgen mit der ganzen Schönheit des Baumes &amp; den Geschenken. Jeden Abend saß er lange im Kerzenschein des Baumes &amp; erzählte von den glücklichen Zeiten – bis schließlich der Baum weggeworfen werden musste.“</p>
<p>Frohe Weihnachten.</p>
<p>Mirko Stauch, für das Team von Cthulhus Ruf</p>
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