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	<title>Cthulhus Ruf &#187; Interviews</title>
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	<description>Searchers after horror haunt strange, far places. - H. P. Lovecraft</description>
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		<title>Interview mit Heiko Gill</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Aug 2011 08:15:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Pegasus News]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Pegasus-Page gibt es ein Interview mit dem neuen Cthulhu-Chefredakteur Heiko Gill: Zum 1. Dezember wird der bisherige Chefredakteur der Rollenspielreihe bei Pegasus Spiele, Frank Heller, seine Position aufgeben, um sich stärker seinen beruflichen Verpflichtungen widmen zu können. Mit &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/interview-mit-heiko-gill/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der <a href="http://www.pegasus.de/137+M5b0378fecde.html" target="_blank">Pegasus-Page</a> gibt es ein Interview mit dem neuen Cthulhu-Chefredakteur Heiko Gill:</p>
<blockquote><p>Zum 1. Dezember wird der bisherige Chefredakteur der Rollenspielreihe bei Pegasus Spiele, Frank Heller, seine Position aufgeben, um sich stärker seinen beruflichen Verpflichtungen widmen zu können. Mit Heiko Gill wurde zudem nicht nur ein Nachfolger gefunden, sondern ebenfalls ein Cthulhu Besessener der ersten Stunde in das Amt des Chefredakteurs berufen. Zum 1. Dezember wird er das Amt übernehmen. Seit Mitte der 80er Jahre leitet Gill seine eigene Cthulhu-Spielrunde. Zum Wechsel hat Frank Heller seinen Nachfolger im hier anschließenden Interview ins &#8220;Gebet&#8221; genommen.</p></blockquote>
<p>Ganz besonders interessant:</p>
<blockquote><p>Wie geht es mit dem Cthulhu-Rollenspiel in Deiner Amtszeit ab Dezember 2011 weiter &#8211; was wird beispielsweise 2012 erscheinen, und kannst Du schon Highlights absehen, die für 2013 oder später in der Pipeline sind?</p>
<p>Für 2012 sind bisher drei Veröffentlichungen geplant und in Angriff genommen worden. Das bereits erwähnte Dunwich; ein Hintergrundband über Ägypten und Die Janus-Gesellschaft, in welchem den Spielern eine okkulte Gesellschaft als „Heimat“ geboten wird.<br />
Als künftiges Highlight könnte ich mir beispielsweise eine deutsche Veröffentlichung zu Gaslight vorstellen.</p></blockquote>
<p>Der Gaslicht-Band wirft also offiziell seinen Schatten voraus. Ich denke wir warten ab was Chaosium mit der Neuauflage auf die Beine gestellt hat und gucken dann wie wir das noch verbessern können :-]</p>
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		<title>Interview – Andrew Leman</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 06:53:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magister Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[Der merkwürdige Onkel, der gelegentlich vom Dachboden des Hauses herunter kommt. So beschreibt sich Andrew Leman selbst in einer Episode von Hppodcraft. Kaum jemand, der sich auch nur marginal mit Lovecraft als Literaten oder mit Call of Cthulhu als Rollenspiel &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/interview-andrew-leman/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der merkwürdige Onkel, der gelegentlich vom Dachboden des Hauses herunter kommt. So beschreibt sich Andrew Leman selbst in einer Episode von Hppodcraft. Kaum jemand, der sich auch nur marginal mit Lovecraft als Literaten oder mit Call of Cthulhu als Rollenspiel beschäftigt, ist Andrew Leman nicht begegnet. Er ist Live Rollenspieler und hat gewaltige Settings und Kampagnen aufgestellt. In einer wurden die Charaktere mit einem Helikopter transportiert, auch die Campus Polizei in Boulder, Colorado, hat schon von Andrew Leman und seiner Truppe, der H.P. Lovecraft Historical Society (HPLHS), gehört.</p>
<p><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman01.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5766" title="Andrew Leman" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman01.jpg" alt="" width="381" height="570" /></a><br />
2005 kam der Film „The Call of Cthulhu“ bei dem Andrew Leman Regie führte. Über den Film ist an anderer Stelle bereits geschrieben worden. 1987 bereits drehte Andrew Leman seinen ersten Film, „The Tesimony of Randolph Carter“, eine Adaption der Story „The Statement of Randolph Carter“. Zusammen mit Mitgliedern der HPLHS verwirklichte er als „Dark Adventure Radio Theatre“ einige Hörspiel Produktionen von Lovecraft Stories. Hierbei handelt es sich nicht nur um CDs, sondern um ein besonderes Paket mit CD und liebevoll gestalteten Probs.<br />
Auch musikalisch ist einiges von Andrew Leman und der HPLHS zu hören, wie z.B. „A Very Scary Solstice“, eine cthuloide Parodie auf bekannte Weihnachslieder u.a. oder das Musical „A Shoggot on the Roof“.<br />
Andrew Leman hat seinen Master of Fine Arts Abschluss an der Universität von Illinois gemacht, als Schauspieler gearbeitet. Seine Requisiten erscheinen nicht nur in Filmen der HPLHS, sondern auch z.B. in „Scream 3“ oder „Galaxy Quest“ und vielen anderen. Als Grafiker arbeitet Andrew Leman in vielen Bereichen. Er gestaltet Hand-outs für Rollenspiele, Dokumente als Requisiten für Filme und er gestaltet Schrifttypen.<br />
Auch als Vorleser der Lovecraft Zitate bei Hppodcraft.com ist Andrew Leman inzwischen bekannt, zwei Stories hat er für den Podcast bereits eingesprochen.<br />
Das neueste Projekt, auf das die Lovecraft Fangemeinde schon seit längerem wartet, ist die Verfilmung der Lovecraft Geschichte „The Whisperer in Darkness“.</p>
<p><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman02.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5765" title="(Voller Einsatz für das Film-Projekt „The Whisperer in Darkness“)" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman02.jpg" alt="" width="550" height="412" /></a></p>
<p><strong>You are known to Lovecraft Fans all over the world as a lovcraftian filmmaker, writer, roleplayer, reader, genius. When did you first get in touch with Lovecraft&#8217;s works? Were it the stories or the roleplaying game?</strong><br />
<em>(Du bist den Lovecraft Fans weltweit als Lovecraftscher Filmemacher, Autor, Rollenspieler, Vorleser und Genie bekannt. Wann hattest du den ersten Kontakt mit Lovecraft und seinem Werk? Waren es zuerst die Stories oder das Rollenspiel?)</em></p>
<p><strong>Andrew:</strong> I was first introduced to Lovecraft when Sean Branney invited me over to his house to play Call of Cthulhu when we were both in high school. The first game we played was &#8220;The Fungi from Yuggoth&#8221; by Keith Herber, and I thought it was the funnest game I had ever played. I quickly got hooked on the game and started reading Lovecraft&#8217;s stories after that.<br />
<em>(Ich habe Lovecraft kennengelernt, als mich Sean Branney zu sich nach Hause eingeladen hat, um dort Call of Cthulhu zu spielen, da gingen wir beide noch zur High School. Das erste Spiel, das wir gespielt haben, war „The Fungi from Yuggoth“ von Keith Herber und ich dachte, das war das lustigste Spiel, das ich jemals gespielt habe. Ich war schnell fasziniert von diesem Spiel und habe danach angefangen, Lovecrafts Erzählungen zu lesen.)</em></p>
<p><strong>You are really into Lovecraft and his world. Can we say you live in Lovecraft Country?</strong><br />
<em>(Du beschäftigst wirklich viel mit Lovecraft und seiner Welt. Kann man sagen, dass du in Lovecraft Country lebst?)</em></p>
<p>I try not to actually live in Lovecraft Country, but I&#8217;m happy to commute there daily to go to work.<br />
<em>(Ich versuche wirklich, nicht in Lovecraft Country zu leben, aber ich pendle dort täglich zur Arbeit hin.)</em></p>
<p><strong>What are your favourite stories and which ones are not?</strong><br />
<em>(Welche sind deine Lieblingserzählungen und welche magst du gar nicht?)</em></p>
<p>My favorite stories have always been The Call of Cthulhu, The Colour Out of Space, The Shadow Over Innsmouth and The Whisperer in Darkness. Being an occasional guest and a loyal listener to Chris and Chad&#8217;s podcast I have gained new appreciation for more of them, however.<br />
<em>(Meine Lieblingserzählungen waren schon immer The  Call of Cthulhu, The Shadow Over Innsmouth und The Whisperer in Darkness. Als gelegentlichher Gast und treuer Hörer von Chris&#8217; und Chads Podcast hat sich meine Wertschätzung für einige andere Erzählungen jedoch gesteigert.)<br />
</em></p>
<p><strong>Your first movie was &#8220;The Testimony of Randolph Carter&#8221; from 1987 and you shot it on VHS and edited it with a twin deck. That was quite an experience, I guess. Conditions of production have of course changed. I shot a shortfilm just 3 years ago and for 30 minutes we nearly had 250 hrs postproduction. What kind of technical features do you use?</strong><br />
<em>(Dein erster Film war „The Testimony of Randolph Carter“ von 1987 und ihr habt es mit einer VHS-Kamera aufgenommen und auf einem Doppeldeck geschnitten. (Diese Geschichte kann man auf Hppodcraft.com in der Episode 9, The Statement of Randolph Carter, nachhören.)Das war, wie ich annehme, eine gewisse Erfahrung. Die Produktionsbedingungen haben sich natürlich verändert. Als ich vor drei Jahren einen Kurzfilm von 30 Minuten gedreht habe, steckten wir über 250 Stunden in die Nachbearbeitung. Welche Technik benutzt ihr?)</em></p>
<p>Filmmaking technology, like all technology, develops at an ever-increasing pace, and the stuff we used on The Call of Cthulhu was already obsolete when we started making The Whisperer in Darkness. The stuff we used for Whisperer is probably obsolete already. We shot Whisperer in high resolution on a Sony F-900, which is the same camera that George Lucas used on the three latter-day Star Wars movies. The HD footage was digitized and edited digitally using FinalCut Pro. Our cinematographer/editor, David Robertson, did a lot of the compositing himself in either FinalCut or Motion, and a CGI company here in Hollywood called Dilated Pixels did some digital animation for us. A few other shots were enhanced with digital animation by artists Dan Novy and Bernhard Eichholz. Troy Sterling Nies composed the score and performed it digitally, and the complete soundtrack was mixed by Erin Rettig on a stage at 20th Century Fox.<br />
<em>(Die Filmtechnik, wie Technik überhaupt, entwickelt sich mit einem immer schnellerem Tempo und die Technik, die wir bei The Call of Cthulhu verwendet haben, war bereits veraltet, als wir mit The Whisperer in Darkness angefangen haben und diese Technik dürfte bereits ebenfalls schon veraltet sein. Wir haben Whisperer mit einer hochauflösenden Sony F-900 gedreht, eben der gleichen  Kamera, die Georg Lucas für die letzten drei Star Wars Filme verwendet hat. Das HD Material wurde vollständig digitalisiert und auch digital mit FinalCut Pro bearbeitet. Unser  Kameramann und Cutter David Robertson hat sich in die Arbeit mit Final Cut oder Motion eingearbeitet und Dilated Pixels, eine CGI (Computer-Generated Imagery) Firma hier in Hollywood, hat einige digitale Animationen für uns erstellt. Ein paar andere Aufnahmen mit digitaler Animation wurden von den Künstlern Dan Novy und Bernhard Eichholz verbessert. Troy Sterling Nies hat die Filmmusik geschrieben und digital eingespielt. Der vollständige Soundtrack wurde dann von Erin Retting in den 20th Century Fox Studios abgemischt.</em></p>
<p><strong>You are the most frequent reader at Hppodcraft.com and personally I associate your voice with Lovecraft&#8217;s stories. You already did one full reading of &#8220;The Haunter of the Dark&#8221;, but can we expect something else?</strong><br />
<em>(Du bist der häufigste Vorleser bei Hppodcraft.com und ich persönlich assoziiere deine Stimme bereits mir Lovecrafts Erzählungen. Du hast bereits eine vollständige Lesung von „The Haunter of the Dark“ gemacht, aber können wir weiteres erwarten?)</em></p>
<p>Chad is I think even now putting the finishing touches on a complete reading of &#8220;The Picture in the House,&#8221; and it should be ready soon.<br />
<em>(Soweit ich weiß, macht Chad die letzten Handgriffe an der vollständigen Lesung von „The Picture in the House“ und das sollte bald online sein.)</em></p>
<p>Nachtrag: Die Lesung von „The Picture in the House“ ging am 23. März bei Hppodcraft.com online.</p>
<p><strong>A Lovecraft fan starts with a certain knowledge about him. There are many legends and myths around Lovecraft and his life, we all have a certain picture of him, but it changes. What were significant changes in your view on Lovecraft?</strong><br />
<em>(Ein Lovecraft Fan beginnt mit einem gewissen Hintergrundwissen über ihn. Es gibt viele Legenden und Mythen über Lovecarft und sein Leben und wir alle haben ein bestimmtes Bild von ihm, aber das ändert sich immer. Was waren die stärksten Änderungen in deinem Bild, das du von ihm hattest?)</em></p>
<p>I think Lovecraft fans should read his letters, because his sense of humor is revealed there, his nerdiness, and the fact that he seems to have been a pretty good friend to his friends. Most people who know only his fiction must think of him as being very strange, and people who know only a little about his personal life usually have heard that he was a terrible racist. That may well have been true, and I&#8217;m certainly not apologizing for it, but he seems also to have been a pretty decent guy. Not only do our views of Lovecraft change, but Lovecraft&#8217;s own thoughts and feelings about things change over his lifetime, and reading his letters is a good way of discovering some of that.<br />
<em>(Ich denke, Lovecraft Fans sollten seine Briefe lesen, denn darin tritt sein Sinn für Humor zutage, sowie seine Verrücktheiten, aber auch die Tatsache, dass er seinen Freunden wohl ein wirklich guter Freund gewesen ist. Viele Leute, die nur seine Erzählungen kennen, denken, dass er ein seltsamer Mensch gewesen sein muss. Leute, die ihn nur ein wenig mehr von seinem privaten Leben wissen, haben meistens nur gehört, dass er ein furchtbarer Rassist gewesen sein soll. Das stimmt wohl auch und ich entschuldige das auch nicht, aber es sieht so aus als sei er auch ein recht anständiger Kerl gewesen. Nicht nur unsere Ansichten über Lovecraft ändern sich, auch Lovecrafts eigene Ansichten und Gefühle haben sichin seinem Leben hin und wieder geändert. Um das zu entdecken und zu verstehen, sollte man die Briefe lesen.)</em></p>
<p><strong>There are many lovecraftian movies out there. There is a Lovecraft Film Festival and a huge community in the USA. How is this community connected?</strong><br />
<em>(Es gibt viele Lovecraftsche Filme. Es gibt auch eine Lovecraft Film Festival und eine große Fan-Gemeinde in den USA. Wie ist diese Gemeinde verbunden.)</em></p>
<p>It&#8217;s connected through mysterious tentacles that reach through multiple dimensions of time and space. Like the internet, twitter, facebook, and various festivals and events that people attend in person in various cities all over the country. I&#8217;m going to New York City next weekend, for example, to see two different plays based on Lovecraft&#8217;s work.<br />
<em>(Die Gemeinschaft ist durch mysteriöse Tentakel verbunden, die sich durch die Dimensionen von Zeit und Raum winden. Wie das Internet bei Twitter, Facebook und bei Festivals und Events an denen Menschen in verschiedenen Städten in Land teilnehmen. Ich werde am Wochenende nach New York reisen, um mir zwei Theaterstücke anzusehen, die auf Lovecraft Erzählungen basieren.)</em></p>
<p><strong>Lovecraft himself attached importance on atmosphere and a movie needs action and visual impression. Many of Lovecraft&#8217;s stories have a really good movie setting. We have information that he often went to the cinemas and that he might have worked at a cinema in Providence. Do you think he was much influenced by the movies of his time?</strong><br />
<em>(Lovecraft hat sehr viel Wert auf Atmosphäre gelegt, ein Film braucht Action und visuelle Eindrücke. Viele von Lovecrafts Geschichten haben eine gutes Film Setting. Wir wissen, dass er oft ins Kino ging und dass er auch wohl mal in einem Kino in Providence für kurze Zeit gearbeitet hat. Wie sehr, denkst du, haben die Filme seiner Zeit ihn beeinflusst?)</em></p>
<p>We know for a fact from some of his letters that he found Phantom of the Opera (1925) quite impressive, and was inspired by a movie called Berkeley Square (1933). On the other hand, he walked out of Dracula and didn&#8217;t think much of Frankenstein. Although he got a kick out of Charlie Chaplin, it seems pretty clear that, with a few specific exceptions, Lovecraft didn&#8217;t attach a lot of importance to movies.<br />
<em>(Wir wissen aus einigen Briefen, dass er Phantom of the Opera (1925) ziemlich beeindruckend fand, von einem Film namens Berkeley Square (1933) inspiriert wurde. Auf der anderen Seite aber ging er vorzeitig aus der Vorstellung von Dracula und hielt nicht viel von Frankenstein. Obwohl ihm Charlie Chaplin gefallen hat und er einen „kick“ daraus gezogen hat, scheint es ziemlich klar zu sein, dass Lovecraft, mit einigen Ausnahmen, Filme nicht als besonders wichtige Inspirationsquelle ansah.)</em></p>
<p><strong>How do you start your work on movies or on Live RPGs? And concerning Lovecraft adaptions, I have read that you worked hard on the drafts for Whisperer. How close do you stay to the text?</strong><br />
<em>(Wie beginnst du deine Arbeit an Filmen oder einem LARP? Und was Lovecraft Adaptionen angeht, so habe ich gelesen, wie hart die Arbeit am Whisperer-Projekt war. Wie nah bleibst du am Originaltext?)</em></p>
<p>Our live RPGs have all been original stories, and have been inspired by great locations, great character ideas, or specific scenarios. Our movies have been adaptations of specific HPL stories, so those begin differently. We have great respect for the text and try to preserve it as well as we can, but a movie is a fundamentally different thing from a short story or a novel, and it would be a terrible idea to try to make a movie version of a Lovecraft story without making the changes needed for a dramatic motion picture presentation. Lovecraft can afford not to care about the human characters in his story, but as filmmakers you have to care about the humans or the resulting movie will be boring and abstract. Cinema is a dramatic medium, depending on relationships and character growth. We try to use all the parts of Lovecraft&#8217;s text that work in a dramatic context, and amplify some of the rest. Someone on the internet wondered why we had added so many characters to &#8220;The Whisperer in Darkness.&#8221; We didn&#8217;t really add all that many, we just increased the size of the parts of many characters who are already in Lovecraft&#8217;s story. Charles Fort is in Lovecraft&#8217;s story: we just gave him more to do in the movie version, for example. Walter Brown, Mr. Noyes, George Akeley, even Masterson (although in Lovecraft&#8217;s original story you never learn his name), are all characters from the story. We know that Wilmarth has friends and colleagues from Lovecraft&#8217;s story: in the movie version we fleshed them out and gave them identities because movies work better when they have characters who can talk to each other.</p>
<p><em>(Unsere LARPs basieren auf Originalgeschichten und wurden durch tolle Locations, großartige Charakterideen und bestimmte Szenarien inspiriert. Unsere Filme waren Adaption bestimmter originaler HPL Geschichten, somit beginnen sie anders. Wir haben großen Respekt vor den Originaltexten und versuchen so nah wie möglich dranzubleiben. Aber ein Film ist grundsätzlich etwas anderes als eine Kurzgeschichte oder ein Roman und es wäre eine schlechte Idee, wenn man eine Story ohne die notwendigen Veränderungen und Modifikationen in einem Film umsetzen wollte. Lovecraft hat in seinen Stories die Gelegenheit spezifischer auf den Charakter einer Figur einzugehen, aber als Filmemacher muss man ans Publikumdenken oder der entstandene Film wird langweilig und abstrakt. Das Kino ist ein dramatisches Medium, das von Beziehungen lebt und die Veränderungen des Charakters beachten muss. Wir versuchen alle Teile eines Lovcraft-Texts, die dramaturgischen Inhalt haben, zu verwenden und den Rest einfach zu verstärken. Manche Leute im Internet haben sich darüber gewundert, warum wir so viele Personen zu „The Whisperer in the Darkness“ hinzugefügt haben. Dabei haben wir gar nicht so viele hinzugefügt, sondern die ganzen Personen, die in der Story vorkommen etwas mehr in den Vordergrund gehoben. Zum Beispiel ist Charles Fort in Lovecrafts Geschichte, aber im Film bekommt er etwas mehr zu tun.  Walter Brown, Mr. Noyes, George Akeley, selbst Masterson (obwohl man seinen Namen in Lovecrafts Originalgeschichte nicht erfährt) sind Figuren aus der Geschichte. Wir erfahren aus der Story, dass Wilmarth Freunde und Kollegen hat. Im Film haben wir sie etwas deutlicher und lebendiger dargestellt, denn Filme funktionieren besser, wenn die Figuren miteinander sprechen und handeln können.)</em></p>
<p><strong>When I shot my first movie, I smoked thousands of cigarettes and had much coffee. When you are shooting, do you have some special &#8220;habits&#8221;?</strong><br />
<em>(Als ich meinen ersten Film gemacht habe, habe ich tausende von Zigaretten geraucht und literweise Kaffee getrunken. Hast du auch spezielle Angewohnheiten während des Drehs?)</em></p>
<p>I&#8217;m not a smoker, but I do drink plenty of coffee.<br />
<em>(Ich bin kein Raucher, aber ich trinke eine Menge Kaffe)</em></p>
<p><strong>The HPLHS website is great! There is so much stuff to discover. Could you please tell us ab bit about the HPLHS?</strong><br />
<em>(Die HPLHS Webseite ist großartig. Es gibt dort soviel zu entdecken. Könntest du uns bitte wetwas über die HPLHS erzählen?)</em></p>
<p>Oy. The HPLHS got its start when Sean and I and our friends Darrell Tutchton and Phil Bell were all in college. Sean and Phil were running a Cthulhu Lives! LARP on the campus of the University of Colorado at Boulder, which involved ninja characters dropping out of the trees and attacking the players. Some mundane passers-by saw the ninjas and got scared, so they called the campus police. When the police arrived to bust up the game, Sean quickly improvised the explanation that they were a student group called the H. P. Lovecraft Historical Society, and that they were doing a historical re-enactment. It seemed just plausible yet confusing enough that the police bought it, and gave Sean a warning not to do such things on the campus in the future. The name stuck, obviously, and we formally created the group some time later, and began publishing a monthly newsletter called Strange Eons which lasted for over two years. Shortly after Sean and Phil and I all went separate ways to graduate school, it became too hard to keep up monthly newsletter publication, and the group&#8217;s efforts lost focus. Then the internet came along, and by creating a website we got some of our focus back. We haven&#8217;t done much LARPing in recent years, devoting our energies to making movies and radio plays and other kinds of stuff.</p>
<p><em>(Klar. Die HPLHS wurde gegründet, als Sean und ich zusammen mit unseren Freunden Darell Tutchton und Phil Bell auf dem College waren. Sean und Phil organisierten Cthulhu Lives! LARPs auf dem Campus der Universität von Colorado in Boulder, bei denen die Spieler von Ninjas angegriffen wurden, die von den Bäumen sprangen. Einige Passanten sahen die Ninjas und bekamen einen Schreck, woraufhin sie die Campus Polizei riefen, die auch eintraf, um das Spiel zu stoppen und uns hochzunehmen. Sean improvisierte die Erklärung, dass wir eine Studentengruppe seien, die H.P. Lovecraft Historical Society, und dass wir wir eine historische Nachstellung machten. Das war zwar verwirrend, aber für die Polizei plausibel genug, so dass sie es schluckten. Aber sie verwarnten uns und sagten, wir sollten künftig solche Aktionen auf dem Campus nicht mehr bringen. Der Name blieb bestehen, offensichtlich, und wir haben die Gruppe einige Zeit später dann offiziell gegründet und damit begonnen, einen monatlichen Newsletter zu veröffentlichen, den wir Strange Eons nannten und den es über zwei Jahre gab. Nach unserem Abschluss gingen Sean, Phil und ich getrennte Wege. Es wurde auch ziemlich schwierig, jeden Monat einen Newsletter zu veröffentlichem und die Anstrengungen der Gruppe gerieten aus dem Fokus. Dann kam das Internet und durch den Aufbau der Webseite kamen wir wieder in Kontakt und konzentrierten uns wieder auf unsere Projekte. In den letzten Jahren haben wir nicht viel in Sachen LARP gemacht, denn wir stecken unsere Energien in Filme und Radiohörspiele und ähnliche Dinge.)</em></p>
<p><strong>You are so many things doing, there are so many projects going on. Do you find the time to actually &#8220;play&#8221;?</strong><br />
<em>(Du machst so viele Dinge, es gibt viele Projekte. Findest du eigentlich noch Zeit, richtig zu „spielen“?)</em></p>
<p>I try to. My partner Glenn is very supportive, but he&#8217;s not really a Lovecraft fan himself, and I try to separate work from home life and pursue completely other interests some of the time. I ride my bike almost every day. Sean and his wife Leslie also run a theatre company called Theatre Banshee, which I am a member of. When we&#8217;re not doing Lovecraft stuff we&#8217;re often in the middle of producing a play. That&#8217;s kind of like work too, but at least it&#8217;s a completely different kind of work.</p>
<p><em>(Ich versuche es. Mein Freund Glenn unterstützt mich da sehr, aber er ist nicht wirklich ein Lovecraft Fan. Ich versuche auch, meine Arbeit vom Privatleben zu trennen und mich einige Zeit mit ganz anderen Dingen zu beschäftigen. Ich fahre jeden Tag mit dem Rad. Sean und seine Frau Leslie betreiben eine Theatergruppe namens Theatre Banshee, bei der ich Mitglied bin. Wenn wir keine Lovecraft Projekte verfolgen, dann befinden wir uns meist mitten in einem Theaterprojekt. Das ist auch eine Arbeit, die ich gern mache, aber eben komplett andere.)<br />
</em></p>
<p><em><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman03.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5764" title="(Bei der Arbeit an der Kulisse)" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman03.jpg" alt="" width="500" height="667" /></a><br />
</em></p>
<p><strong>And now, everyone was waiting for information about &#8220;The Whisprer in Darkness&#8221;. You have a huge infoblog, but what is new? People here in germany just can&#8217;t await the release.</strong><br />
<em>(Und jetzt; alle warten auf neue Informationen zu „The Whisperer in Darkness“. Ihr habt einen großen Infoteil auf der HPLHS Webseite, aber was gibt es Neues? Die Leute hier in Deutschland können die Veröffentlichung gar nicht mehr abwarten.)</em></p>
<p>The film had its world premiere last weekend at the SFF-Rated film festival in Athens, Greece, and audiences seemed to really enjoy it. There are several other international festivals where it will screen in the next couple of months, in Belfast, Rotterdam, and Copenhagen. We&#8217;re trying to finalize details for screenings in New York City in June and in Los Angeles in May. The official US Premiere is at the H. P. Lovecraft Film Festival here in California in September. We&#8217;re hoping to have a big red-carpet event with cast and crew attending, and some of the props and miniatures on display. It should be a fun time. It&#8217;s hard to say when the DVD/BluRay disc will be available. Having a completed movie is just the first step of having a DVD: there are also special features, menus, subtitles in numerous languages, and other things that have to be taken care of and it&#8217;s a lot of work. We hope to have the DVD ready by this fall. We&#8217;re also trying to find the best partner to help us bring it to the widest possible audience. We&#8217;re trying to make it all happen as quickly as we can. We&#8217;re just as eager to show it to people as they are to see it.<br />
<em>(Der Film hatte seine Weltpremiere Mitte März auf dem SFF-Rated Film Festival in Athen, Griechenland und das Publikum mochte ihn wohl. In den nächsten Monaten wird der Film auch auf anderen Festivals gezeigt werden, z.B. in Belfast, Rotterdam und Kopenhagen. Wir arbeiten noch an Aufführungen in New York City im Juni und in Los Angeles im Mai. Die offizielle US Premiere wird auf dem H.P. Lovecraft Film Festival hier in Kalifornien im September stattfinden. Wir hoffen sehr, die Sache groß mit rotem Teppich aufziehen zu können, wobei auch die Schauspieler und die Crew zugegen sein werden und Requisiten und Miniaturen aus dem Film ausgestellt werden können. Das wird eine lustige Zeit. Ist ist allerdings sehr schwer zu sagen, wann der Film auf DVD/ BluRay zu bekommen sein wird. Einen Film fertig zu haben ist nur der erste Schritt, ihn auch auf DVD zu veröffentlichen. Wir müssen uns auch noch die Special Features, Menüs. Untertitel in vielen Sprachen und andere Dinge kümmern und das ist eine Menge Arbeit. Wir hoffen, die DVD im Herbst dieses Jahres fertig zu haben. Wir suchen auch noch einen geeigneten Vertriebspartner, der uns hilft, das größtmögliche Publikum zu erreichen. Dabei versuchen wir, das alles so schnell wie möglich hinzukriegen. Wir sind genauso begierig darauf, den Film zu zeigen, wie die Leute, die ihn sehen wollen.</em></p>
<p><em><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman04.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5763" title="Andrew Leman" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman04.jpg" alt="" width="334" height="408" /></a><br />
</em></p>
<p>Ich möchte Andrew Leman dafür danken, dass er sich die Zeit genommen hat, meine Fragen zu beantworten und auch vielen Dank an Daniel fürs Formatieren.<br />
Mirko Stauch für Cthulhu.de</p>
<p><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman051.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5762" title="(Kulisse)" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Leman051.jpg" alt="" width="550" height="412" /></a></p>
<p><strong>Links zum Artikel</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.ahleman.com/">Die Homepage von Andrew Leman</a></li>
<li><a href="http://www.cthulhulives.org/">Cthulhulives.org</a></li>
<li><a href="http://www.cthulhulives.org/Whisperer/twid-blog.html">Der Whisperer Blog</a> zum Film „The Whisperer in Darkness“ auf Cthulhulives.org mit Bildern, Produktionstagebuch und Trailern</li>
<li><a href="http://www.cthulhulives.org/Bios/bioAHL.html">Andrew Leman auf Cthulhulives.org</a></li>
<li><a href="http://www.hplfilmfestival.com/2010/portland/guests/andrew-leman">Biografie Andrew Lemans auf der Homepage des H.P. Lovecraft Film Festivals:</a></li>
<li><a href="http://new.myfonts.com/person/Andrew_Leman/">Von Andrew Lemans gestaltete Schrifttypen bei Myfonts</a></li>
<li><a href="http://www.cthulhulives.org/cocmovie/index.html">Informationen zu „The Call of Cthulhu“ auf Cthulhulives.org</a></li>
<li>Auf <a href="http://hppodcraft.com/">Hppodcraft.com</a> finden sich viele Episoden, bei denen Andrew Leman Auszüge aus den Stories vorliest und die beiden Lesungen „The Haunter of the Dark“ und „The Picture in the House“ von Andrew Leman zum Download.</li>
<li>Folgen von Hppodcraft.com in denen Andrew Leman als Gastkommentator zu hören ist:
<ul>
<li>Episode 9: The Statement of Randolph Carter (wo wir mehr über Andrews ersten Film erfahren)</li>
<li>Episoden 35 und 36: Under The Pyramids</li>
<li>Episoden 42, 43 und 44: The Call of Cthulhu</li>
</ul>
</li>
<li><a href="http://www.theatrebanshee.org/">Die Theatre Banshee Homepage:</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Interview &#8211; Chris Lackey und Chad Fifer</title>
		<link>http://www.cthulhu.de/artikel/interview-chris-lackey-und-chad-fifer/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Feb 2011 10:20:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magister Mirko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine weibliche Stimme: „Hppodcraft.com“ Ein stilisierte Schrei, weißes Rauschen und ein „klick“ „Welcome to hppodcraft, the H.P. Lovecraft literary podcast. I am Chris Lackey&#8230;“ „I&#8217;m Chad Fifer.“ „..and we are here to talk about the works, the very specific works &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/interview-chris-lackey-und-chad-fifer/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Eine weibliche Stimme: „Hppodcraft.com“<br />
Ein stilisierte Schrei, weißes Rauschen und ein „klick“<br />
„Welcome to hppodcraft, the H.P. Lovecraft literary podcast. I am Chris Lackey&#8230;“<br />
„I&#8217;m Chad Fifer.“<br />
„..and we are here to talk about the works, the very specific works of H.P. Lovecraft.“</p>
<p><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Bild03.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5656" title="Das neue Logo von Hppodcraft.com (Quelle http://www.facebook.com/hppodcraft)" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Bild03.jpg" alt="Das neue Logo von Hppodcraft.com (Quelle http://www.facebook.com/hppodcraft)" width="390" height="390" /></a></p>
<p>So beginnt die erste Folge vom 27. Juni 2009 auf <a href="http://www.hppodcraft.com" target="_blank">www.hppodcraft.com</a>. Jede Woche besprechen hier die beiden Filmemacher Chris Lackey und Chad Fifer auf erfrischende, unterhaltsame und informative Weise eine Erzählung von H. P. Lovecraft. Eingetleitet wird jede Episode durch ein stimmungsvolles Zitat aus der Erzählung selbst. Verschiedene Sprecher haben hier ihren Auftritt, meistens Andrew Leman (bekannt als Gründungsmitglied der H.P. Lovecraft Historical Society und natürlich als Regisseur der HPLHS Verfilmung von „The Call Of Cthulhu“), und auch Billy Flynn, Michael Holmes, Dennis Calero, Julie  Hoverson und viele andere sehr hörenswerte Leser.<br />
Chad und Chris betonen, keine akademischen Vorträge zu halten, sondern eine Show zu liefern, in der sich Fans über H.P. Lovecraft und seine Werke unterhalten. Dazu nutzen sie in der Regel zugängliches Material wie Wikipedia, die von S.T. Joshi annotierten Ausgaben der Erzählungen, Kenneth Hites Buch „Tour de Lovecraft“, „An H.P. Lovecraft Encyclopedia“ von S.T. Joshi und David E. Schultz sowie diverse Internetseiten. Auf diese Weise werden Quellen nachvollziehbar gehalten, denn selten zitieren Chad und Chris unzugängliches Sekundärmaterial.<br />
Gelegentlich werden sie von Gästen unterstützt und hier trifft man oft auf die großen Namen der H.P. Lovecraft Szene wie u.a. S.T. Joshi (Episode 45), Andrew Leman (Episode 9), Kenneth Hite (Episode 18), Robert M. Price (Episoden 66 und 65) und Stuart Gordon (Episoden 24 und 25)</p>
<p>Entdeckt habe ich den Podcast vor einiger Zeit eher zufällig bei der Recherche als Weblinks im englischsprachigen Wikipediaeintrag zu H.P. Lovecraft. Zu dieser Zeit war bereits die 41. Episode „Cool Air“ vom 5. Mai 2010 produziert und online. Obwohl ich von diesem Podcast schon früher mal gehört hatte, war er mir bisher entgangen. Als Fan von Podcasts wie System Matters und Yog-Radio war die Freude groß, einen weiteren Podcast entdeckt zu haben, der sich mit Themen befasst, die mich interessieren. Im Gegensatz zu den oben erwähnten Podcasts, beschäftigen sich Chad und Chris kaum mit dem Rollenspiel, sondern betonen die literarischen und auch biografischen Aspekte, wobei die populärkulturelle Bedeutung nicht zu kurz kommt, denn die beiden sind in der Filmbranche, haben auch an der Verfilmung von The Call Of Cthulhu aktiv mitgewirkt und beide haben auch einen Rollenspiel-Hintergrund.</p>
<p>Um den Einstieg zu finden, hörte ich mir unterwegs nach Köln die Episode 37 „The Shunned House“ an und war enttäuscht&#8230;&#8230;enttäuscht weil ich nur diese eine Folge dabei hatte und keine weiteren. Ich war sofort begeistert und innerhalb einer Woche hörte ich mich durch alle 42 bisher erschienen Episoden.</p>
<p>Aber nicht nur Stories werden besprochen, viel privates erfährt man von Chad und Chris. Lustige Details z.B. die Geschichte von Chads Micheal Jackson Thriller Jacke in Episode 21 „The Outsider“, dass Chris eine Beziehung zur Leserin Rachel Ford (Episode 4 „Polaris“) eingegangen ist, sondern auch dass Chris und Chad in ihrer Heimatstadt als Teenager den Friedhof unsicher gemacht haben und Dinge „gesehen“ haben (Episode 9 „The Statement of Randolph Carter“). Das eröffnet eine sehr persönliche Ebene und man hat das Gefühl, die beiden wirklich gut zu kennen.<br />
In den letzten Monaten wuchs die Fangemeinde mit jeder neuen Folge stetig an, was man auch an den Blog Kommentaren und den Einträgen im Hppodcraft Forum sehen kann.<br />
Dass die Jungs einem in gewisser Weise vertraut geworden sind und nahestehen, konnte man an den Reaktionen erkennen, als ein Trauerfall in Chads Familie geschah und im gleichen Monat Andrew Leman seine Mutter verlor (September 2010). Über 60 Kondolenzadressen auf dem Blog und jede Menge E-Mails für Chad und Andrew trafen ein, in denen Fans ihre Anteilnahme bekundeten und ihr Mitgefühl ausdrückten.<br />
In der nächsten Folge dann bedankte sich Chad und ließ uns wissen, dass der Podcast zu den wirklich wichtigen Dingen in seinem Leben geworden ist.</p>
<p>Chad und Chris hängen sich wirklich gewaltig ins Zeug, machen sich eine Menge Arbeit und liefern ein wirklich tolles Ergebnis. Grund genug, ihnen mal ein paar Fragen zu stellen. Die beiden sind zur Zeit schwer beschäftigt und um so mehr freue ich mich, dass sie sich die Zeit genommen haben, meine kleinen Fragen innerhalb weniger Stunden per Mail zu beantworten. Nochmals vielen Dank an dieser Stelle. Vielen Dank auch an Daniel fürs Editieren.</p>
<p><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Bild02.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5658" title="(Chris Lackey (links) und Chad Fifer (rechts) (Quelle: http://www.facebook.com/hppodcraft)" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Bild02.jpg" alt="(Chris Lackey (links) und Chad Fifer (rechts) (Quelle: http://www.facebook.com/hppodcraft)" width="604" height="453" /></a></p>
<p><span style="font-size: medium;">Das Interview</span></p>
<p><strong>First of all, a very very personal question to Chad: Do you still have that cool Micheal Jackson Thriller Jacket?</strong><br />
(Als Erstes eine sehr, sehr persönliche Frage an Chad: Hast du immer noch deine Michael Jackson Thriller Jacke?)</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Chad: </strong>Yes, I do still have it, and I can still squeeze into it. About eight or nine years ago I played zombie Jesus in a comedy revue and I wore the jacket over my holy robes.<br />
<span style="background-color: #ffffff;"><em>(Ja, ich habe sie immer noch und kann mich immer noch hineinquetschen. Vor ungefähr acht oder neun Jahren habe ich Zombie-Jesus in einer Comedy Revue gespielt und trug die Jacke über meinen heiligen Gewändern.)</em></span></p>
<p><strong>Would you guys be so kind to introduce yourselfs?</strong><br />
<em>(Würdet ihr euch netterweise bitte vorstellen?)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> I&#8217;m Chris Lackey an animator and filmmaker from Illinois who lived in Los Angeles for the last 16 years, but now lives in Yorkshire, UK<br />
<em>(Ich bin Chris Lackey, ein Trickfilmanimator und Filmemacher aus Illinois, der die letzten 16 Jahre in Los Angeles gelebt hat, aber jetzt in Yorkshire, UK lebt.)</em></p>
<p><strong>Chad:</strong> And I&#8217;m Chad Fifer &#8211; still living in LA &#8211; originally from Illinois. I&#8217;m a writer/actor/musician, run creative at an advertising agency, do this podcast and occasionally get the chance to do some theater and film.<br />
<em>(Und ich bin Chad Fifer &#8211; lebe immer noch in LA – ursprünglich aus Illinois. Ich bin Autor/Schauspieler/Musiker, Run Creative in einer Werbeagentur, mache diesen Podcast und bekomme gelegentlich die Möglichkeit, bei Theater- und Filmprojekten mitzuwirken.)</em></p>
<p><strong>When did you met each other?</strong><br />
<em>(Wann habt ihr euch kennengelernt?)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> Chad and I met in Junior High Jazz Band. I think I was 13 and he was 12. We didn&#8217;t really become good friends until we were in a high school musical together, Little Shop of Horrors. Chad was the Lead, Seymour, and I played the dentist. It&#8217;s pretty surreal to think about now.<br />
<em>(Chad und ich haben uns in der Junior High Jazz Band kennengelernt. Ich glaube, ich war 13 und er war 12. Wir waren damals noch keine Freunde, bis wir zusammen im High School Musical „Little Shop of Horrors“ aufgetreten sind. Chad spielte Seymour, die Hauptrolle, ich gab den Zahnarzt. Wenn ich heute daran denke, kommt mir das sehr surreal vor.)</em></p>
<p><strong>Chad:</strong> Yeah, we started hanging out all the time in high school &#8211; both of us were interested in horror and making movies.<br />
<em>(Yeah, von da  an haben wir angefangen, zusammen herumzuhängen – wir beide waren sehr an Horror und Filmemachen interessiert.)</em></p>
<p><strong>When do you discovered H.P.Lovecraft? What was first: the books or the roleplaying game?</strong><br />
<em>(Wann habt ihr H.P. Lovecraft entdeckt? Was kam zuerst: die Bücher oder das Rollenspiel?)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> I was a big Role-Player, Dungeons and Dragons and the like, and a friend of mine told me about this game called &#8216;The Call of Cthulhu.&#8221; I remember thinking it was strange but very intriguing. I started playing the game, not knowing that it was based on fiction. I didn&#8217;t really start reading his stuff until I was 15 or so. And that was one of the many anthology books.<br />
<em>(Ich war ein begeisteter Rollenspieler, Dungeons and Dragons und ähnliche Sachen. Ein Freund erzählte mir von einem Spiel, „The Call of Cthulhu“, und ich erinnere mich daran, dass es mir sehr merkwürdig, aber trotzdem faszinierend vorkam. Ich begann, das Spiel zu spielen, ohne zu wissen, dass es auf Erzählungen basierte. Ich habe seine Sachen erst mit ungefähr 15 angefangen zu lesen. Das war eine von vielen Anthologien.) </em></p>
<p><strong>Chad:</strong> My Uncle Bruce used to give me boxes of books he&#8217;d read when he was younger &#8211; lots of Edgar Rice Burroughs and Ray Bradbury. I dug out The Case of Charles Dexter Ward for a road trip and loved it. I went on to read a couple of his other stories in horror anthologies, but it wasn&#8217;t until a couple of years later that I really started digging in. That was because Chris introduced me to the RPG and also because I was playing with a rock band that was heavily influenced by Lovecraft&#8217;s work.<br />
<em>(Mein Onkel Bruce gab mir immer Kisten voller Bücher, die er gelesen hatte, als er jünger war – Viele Sachen von Edgar Rice Burroughs und Ray Bradbury. Ich habe eine Ausgabe von „The Case of Charles Dexter Ward“ ausgegraben, um sie auf einer Reise zu lesen und ich habe es sofort gemocht. Ich habe dann einige seiner anderen Geschichten in Horror-Anthologien gelesen, aber erst ein paar Jahre später habe ich mich wirklich darin vergraben. Das war als Chris mir das Rollenspiel gezeigt hatte und auch, weil ich in einer Rockband gespielt habe, die stark von Lovecrafts Werken beeinflusst war.)</em></p>
<p><strong>Chris, I heard something about Andrew Leman and a helicopter?</strong><br />
<em>(Chris, ich habe da was über Andrew Leman und einen Helicopter gehört?)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> I met Andrew Leman through playing a live-action version of the Role-playing game where folks dress in 1920&#8242;s clothes and have props and stuff. As strange as it sounds, it&#8217;s was very fun. Andrew and Sean Branney ran the biggest budget game I&#8217;ve ever heard participated in. In fact, I&#8217;ve never heard of one ever this big. It was set in modern day and the players were FBI agents. They rented a Helicopter to fly them out to the desert! It was AMAZING!<br />
<em>(Ich habe Andrew Leman durchs Live Rollenspiel kennengelernt, wobei Leute sich wie in den 1920ern kleiden, Requisiten und anderes Zeug benutzen. So merkwürdig es sich anhört, es war ein großer  Spaß. Andrew und Sean Branney hatten das größte Budget von dem ich jemals gehört habe in eine Live Rollenspiel investiert. In der Tat habe ich nie von einem höheren Budget für ein Spiel gehört. Die Handlung war in der Jetztzeit angesiedelt und die Spieler waren FBI Agenten. Andrew und Sean hatten einen Helicopter gemietet, der die Spieler in die Wüste geflogen hat. Es war FANTASTISCH.) </em></p>
<p><strong>So finally a network of Lovecraft enthusiasts grew. What Projects did you developed together?</strong><br />
<em>(Und so hat sich schließlich ein Netzwerk aus Lovecraft Fans entwickelt. Welche Projekte habt ihr dann zusammen gemacht?)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> Chad and I? We had a short lived animated series called &#8216;The Investigators.&#8221; that was on atomfilms.com back in the late 90&#8242;s. We&#8217;ve written a few screenplays but not much has come out those. We&#8217;re working on a Lovecraftian style comic book this year and hope to have it done soon.<br />
<em>(Chad und ich? Wir hatten eine kleine Animationsserie, genannt „The Investigators“, die in den späten 90ern auf atomfilms.com so sehen war. Wir hatten auch einige Drehbücher geschrieben, aber kaum was davon wurde realisiert. Zur Zeit arbeiten wir an einem Lovecraftian Style Comic und hoffen damit bald fertig zu sein.)</em></p>
<p><strong>Chad:</strong> We&#8217;ve pitched a million projects all over LA with limited degrees of success, from dramas to films to even reality shows. It&#8217;s tough to find money, but we continued to keep ourselves busy regardless, making short films, political animations, etc. Many of our projects were comedies, but quite a few were based on HPL as well.<br />
<em>(Wir haben Millionen Projekte in LA angefangen, aber mit mäßigem Erfolg. Das reicht vom Theaterstücken über Film bis hin zu Reality Shows. Es ist nicht einfach, Geldgeber zu finden, aber wir bleiben am Ball und sind immer mit etwas beschäftigt, machen Kurzfilme, politische Animationsfilme, etc. Viele unserer Projekte waren Comedy, aber einige basieren auch auf HPL.)</em></p>
<p><strong>You are both involved in various film projects. Can tell us about recent and comming projects? </strong><br />
<em>(Ihr seid beide an verschiedenen Filmprojekten beteiligt. Könnt ihr uns etwas über kommende Projekte erzählen?)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> Well Chad and I made The Chosen One a few years back, again, not much happened with it. We&#8217;ve done plenty of short films and are trying to get another off the ground. I mentioned the comic and Chad and I will have a few things in print this year. More details to follow.<br />
<em>(Nun, Chad und ich haben vor einigen Jahren den Animationsfilm „The Chosen One“ gemacht, aber damit ist nicht viel passiert. Wir haben inzwischen eine Menge Kurzfilme gemacht und versuchen, einen weiteren im größeren Stil zu vertreiben. Ich habe bereits  den Comic erwähnt und wir werden in diesem Jahr noch einige Sachen in Druck geben. Mehr dazu später.)</em></p>
<p><strong>Chad: </strong>Yeah &#8211; a very talented artist is working on a graphic novel with us. It&#8217;s based on a screenplay we circulated a few years ago &#8211; one executive called it &#8220;&#8216;Some Like it Hot,&#8217; but with zombies instead of cross-dressing.&#8221; We&#8217;re really looking forward to announcing it to the public shortly.<br />
We&#8217;ve both also recently contributed short stories to a Lovecraft anthology, and I will be self-publishing a novel later this year (although it&#8217;s doesn&#8217;t have anything to do with HPL). I&#8217;ve been writing for an Australian animated show called &#8216;God Squad&#8217; and am going to be writing and directing a show at Sacred Fools theater in L.A. called &#8216;Team Kurt Russell Force Extreme,&#8217; which is a little too crazy to sum up in a sentence or two. We&#8217;re still looking for financing on a horror film we wrote that Stuart Gordon is attached to direct, and I&#8217;ve got a slasher script set up with Rosetta Films in New York that&#8217;s in the same boat (looking for dough).<br />
Oh &#8211; and Chris and I wrote an intro article for Bizarre Magazine&#8217;s Lovecraft issue &#8211; due out in February!<br />
<em>(Yeah – ein sehr talentierter Künstler arbeitet mit uns zusammen an der Graphic Novel. Die Geschichte dazu basiert auf einem Drehbuch, das wir vor einigen Jahren rundschickten – ein Verantwortlicher nannte es „Some Like it Hot, aber mit Zombies statt Cross-Dressern“. Wir freuen uns darauf, es bald der Öffentlichkeit vorzustellen. In einer Lovecraft Anthology werden von uns beiden Erzählungen erscheinen und ich werde später in diesem Jahr noch einen Roman im Selbstverlag herausgeben (der allerdings nichts mit HPL zu tun hat). Ich habe für die australische Animationsserie „God Squad“ geschrieben und werde eine Show im Sacred Fools Theater in LA schreiben und inszenieren. Das Ganze wird „Team Kurt Russel Force Extreme“ heißen. Allerdings ist das alles zu abgedreht, um es in ein oder zwei Sätzen zusammenzufassen. Wir suchen auch immer noch Geldgeber für einen Horrorfilm, den wir geschrieben haben und für den Stuart Gordon die Regie übernehmen soll. Und wir haben noch ein Slasherfilm Drehbuch fertig, das mit Rosetta Films in New York gemacht werden soll, aber das gleiche Problem hat: wir brauchen Knete.  Oh, ja, noch was: Chris und ich haben einen Leitartikel für die Lovecraft Ausgabe des Bizzare Magazines geschrieben, die im Februar erscheinen wird.)</em></p>
<p><strong>So when came the idea up of making a podcast and why did you choose H.P. Lovecraft?</strong><br />
<em>(Wann hattet ihr die Idee zu dem Podcast und warum habt ihr H.P. Lovecraft gewählt?)</em></p>
<p><strong>Chris: </strong>I wanted to do a podcast and I wasn&#8217;t sure what to do it on. Chad wasn&#8217;t sold on the idea at first, but after bugging him for a while and he relented. We recorded our first episode in 2009 then promptly deleted it. It was terrible. We gave it another try and it wasn&#8217;t half bad. So we&#8217;ve been doing it ever since. Why? Just seemed like there wasn&#8217;t anybody out there doing the kinda show we wanted to hear. And we knew Lovecraft fans are crazy devoted and love to talk to each other and it would be a great group of folks to really connect with. Plus we just love Lovecraft.<br />
<em>(Ich wollte unbedingt einen Podcast machen, war mir aber nicht sicher, was für einen. Chad war zunächst nicht von der Idee begeistert, aber nachdem ich ihm eine Zeit auf die Nerven gegangen bin, hat er zugestimt. Wir haben unsere erste Episode 2009 aufgenommen und sofort wieder gelöscht. Das Ergebnis war schrecklich. Der zweite Versuch war nur halb so schlecht und so haben wir dann weitergemacht. Warum? Es sah so aus, als gebe es keinen der eine Show in der Art macht, wie wir sie gerne hören würden. Und wir wussten, dass es eine große Gruppe von Lovecraft Fans gibt, die vollkommen darauf abfahren würden und es sich gerne über Lovecraft unterhalten. Außerdem lieben wir Lovecraft.</em>)</p>
<p><strong>Chad: </strong>Yeah, I wasn&#8217;t that into it at first but I&#8217;m glad Lackey talked me into it. As it turns out, it&#8217;s the first thing I&#8217;ve done that trades on all my skills: I&#8217;ve got an English teaching degree, a background in music and audio production, and I like making jokes with Chris. It&#8217;s been very fulfilling.<br />
<em>(Yeah, ich hatte anfangs nicht wirklich Lust dazu, aber ich froh darüber, dass mich Lackey überredet hat. So wie es aussieht, ist es das erste Projekt für das ich all meine Fähigkeiten aufbringen kann: ich habe einen Abschluss als Englischlehrer, einen musikalischen Background und kenne mich mit Audioproduktionen aus, außerdem liebe ich es, mit Chris Witze zu machen. Das alles ist sehr erfüllend.</em>)</p>
<p><strong>What sources do you use? You often come back to Kenneth Hite&#8217;s book „Tour de Lovecraft“, of course divers of S.T. Joshi&#8217;s publications. What books do you use also?</strong><br />
<em>(Welche Quellen benutzt ihr? Ihr bezieht euch oft auf Kenneth Hites Buch „Tour de Lovecraft“, und natürlich auf diverse Werke von S.T. Joshi. Welche Bücher verwendet ihr außerdem?)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> That&#8217;s about it, really. I sometimes see what wikipedia has to say, but I don&#8217;t use it unless I corroborate it. Joshi has just done SO much work that it&#8217;s hard to find something that he hasn&#8217;t contributed to. He is the greatest Lovecraftian scholar to have ever lived. I mean, no one comes close.<br />
<em>(Das war es fast schon. Ich sehe mir manchmal an, was in der Wikipedia steht, benutze das Material aber erst, wenn ich es bestätigt finde. Joshi hat SO viel gemacht und es ist wirklich nicht einfach etwas zu finden, zudem er noch nichts geschrieben hat. Er ist der größte Lovecraftianer der jemals gelebt hat. Ich bin der Meinung, dass ihm niemand das Wasser reichen kann.)</em></p>
<p><strong>Chad: </strong>I lean on Chris for a lot of the research. I comb the web a bit for info and look at Joshi&#8217;s work, but I also try to limit my scope of info so I can approach the material the way any general reader would.<br />
<em>(Ich verlasse mich bei der Recherche da auf Chris. Ich durchkämme das Web nach Infos und schaue mir an, was Joshi geschrieben hat, aber ich versuche, die Infos so übersichtlich wie möglich zu halten, so dass ich mich den Texte wie ein normaler Leser annähern kann.)</em></p>
<p><strong>As you know, we are doing a podcast on Cthulhu.de as well and Daniel, who is our editor always tells about the hard work of completing the podcast. What can you tell us about it? What technical features you use?</strong><br />
<em>(Wir ihr wisst, machen wir auf Cthulhu.de auch einen Podcast und Daniel, unser Produzent, erzählt oft davon, wie schwierig es ist, eine solche Episode abzumischen und fertig zu stellen. Was könnt ihr dazu sagen? Welche Technik benutzt ihr?)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> We talk on skype (now that we live on opposite sides of the planet) and I edit with Garage Band. Then send it over to Chad and he ads in the music and does another editing pass. Sometimes we switch and I&#8217;ll edit the whole thing or Chad will. Chad does all the music.<br />
<em>(Wir reden über Skype (da wir jeder auf der anderen Seite der Welt wohnen) und ich bearbeite alles mit Garage Band. Dann schicke ich alles an Chad, der die Musik und andere Effekte hinzufügt. Manchmal wechseln wir und ich bearbeite alles oder Chad macht das. Chad ist verantwortlich für die Musik.)</em></p>
<p><strong>Chad:</strong> Yeah &#8211; that&#8217;s about it. I use Adobe Audition and I have a lot of music sitting around from old films I&#8217;ve scored and whatnot. When I create new music, I primarily use my Yamaha Motif and have a range of guitars and noisemakers as well. We try really hard to cut out any tangents in the &#8216;cast that aren&#8217;t interesting and to edit our speech so folks don&#8217;t have to listen to a lot of stammering. It takes a long time. For example, our two episodes on The Colour Out of Space (one hour of audio) took us close to 30 hours to produce, from researching, to recording the podcast, to recording the readings, then editing and producing the final show and posting.<br />
<em>(Yeah – das war es eigentlich auch schon. Ich verwende Adobe Audition und habe hier eine Menge Musik von alten Filmen, die darauf wartet, verwendet zu werden. Wenn ich neue Musik komponiere, benutze ich hauptsächlich mein Yamaha Motif, dazu habe ich noch eine Reihe von Gitarren und anderen Geräuschquellen. Wir sind sehr darum bemüht, uninteressante Ausschweifungen herauszuschneiden und unsere Texte zu bearbeiten, damit unsere Hörer nicht ständig einem Stottern zuhören müssen. Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, zum Beispiel haben die beiden Folgen von The Colour Out of Space (eine Stunde zusammen) fast 30 Stunden Arbeit gekostet, von der Recherche über die Aufnahme des Podcasts, der Aufnahme der vorgelesenen Textstellen bis hin zur Bearbeitung der vollständigen Show.)</em></p>
<p><strong>Meanwhile there are over 60 episodes. An awesome number, a lot of discipline. In episode #21 you said that the projects develops that it undergoes an evolution. I agree of course. It&#8217;s getting cooler. Do you recordnized that your view on the subject – Lovecraft – has changed?</strong><br />
<em>(Inzwischen gibt es mehr als 60 Folgen. Eine beeindruckende Zahl, viel Disziplin. In Folge #21 habt ihr gesagt, das Projekt entwickle sich und das es eine Evolution erfahren hat. Dem stimme ich natürlich zu, es wird immer cooler. Habt ihr feststellen können, dass sich eure Ansichten über Lovecraft in der Zeit geändert haben?</em>)</p>
<p><strong>Chris:</strong> I have a much greater appreciation and understanding of Lovecraft than ever. I thought I knew a lot, but after doing this show I realized I don&#8217;t know much at all. There is so much out there! Also re reading stories that I thought I knew well, has been very enlightening. His work is very, very nuanced.<br />
<em>(Ich habe eine viel größere Wertschätzung und ein tieferes Verständnis Lovecrafts als zuvor. Ich dachte immer, ich weiß eine Menge über ihn, aber seitdem ich die Show mache, wird mir zunehmend klar, dass ich doch nicht soviel weiß. Es gibt noch soviel zu entdecken. Auch das Wiederlesen der Erzählungen, von denen ich dachte, dass ich sie gut kenne, war sehr erhellend. Seine Arbeiten sind sehr, sehr ausgefeilt.)</em></p>
<p><strong>Chad:</strong> My appreciation of the man&#8217;s sheer imagination grows all the time. At the same time, I have weeks where I&#8217;m pretty sick of him &#8211; either the repetition of his ideas or the over-use of complicated monster/deity names that make me feel like I&#8217;m listening in on a science fiction convention. But overall it only gets more satisfying &#8211; I love it when we come to a story with a different setting or flavor, like the Old West of The Curse of Yig or the sci-fi fun of Colour.<br />
<em>(Meine Wertschätzung der Phantasie und Einbildungskraft dieses Mannes wächst stetig. Gleichzeitig habe ich Tage, in denen er mir auf die Nerven geht, sei es die Wiederholung seiner Ideen oder die übertriebene Verwendung komplizierter Namen von Monstern/Gottheiten, dabei fühle ich mich als wäre ich auf einer Science Fiction Convention. Aber trotzdem bleibt es befriedigend – Ich liebe es, wenn wir eine Erzählung besprechen die mal ein anderes Setting hat wie der Alte Wilde Westen in The Curse of Yig oder den Sci-Fi Spaß in Colour.</em>)</p>
<p><strong>I always have something to smile or to laugh about in the episodes, but I do not think that you are actually making fun out of Lovecraft or let him look like a jerk. A subject you often mention is his sense of humor.</strong><br />
<em>(Ich habe immer was zu grinsen oder zu lachen in den Folgen, aber  ich denke nicht, dass ihr euch Spaß auf seine Kosten macht oder ihn wie einen Trottel dastehen lasst. Eine Sache,die ihr oft ansprecht, ist sein Humor.)</em></p>
<p><strong>Chris:</strong> Some of Lovecraft&#8217;s stuff is silly. It just is. And we think it&#8217;s important to point out the silly stuff as well as the amazing. If we just loved everything he did, it would be a really boring show. And Lovecraft, for all his dark writings was a pretty funny guy. You see some of it in his stories, but his letters is where you really get a sense of it.<br />
<em>(Manche von Lovecrafts Sachen sind albern. Das ist einfach so. Wir denken, dass es wichtig ist, den albernen Kram hervorzuheben, genau wie wir es mit den großartigen Passagen machen. Würden wir alles einfach gut finden, was er gemacht hat, wäre es eine wirklich langweilige Show. Und trotz seiner finsteren Geschichten, war Lovecraft ein lustiger Kerl. Manches davon findet man in seinen Erzählungen, aber man bekommt das am besten in seinen Briefen mit.)</em></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Chad:</strong> I think HPL&#8217;s voice in American literature is WAY underrated, even today. Many of the most popular stories told in our culture through popular fiction, TV and movies can all be traced to the genres he developed. I wouldn&#8217;t make fun of him. That said, my appreciation of the material has always stemmed from an appreciation of the concepts and the laughability of some of the writing. Just the italicized endings of his stories always made me laugh more than they scared me. When you read &#8220;YOU FOOL! WARREN IS DEAD!&#8221; it comes off like a guy trying way too hard to tell you a ghost story at camp. He jumps up and waves his hands in your face to give you an extra scare, but he looks ludicrous doing it and it&#8217;s just funny instead of scary. But, you know, I love that guy more than anybody else at the campfire &#8211; because he went for it.<br />
<em>(Ich bin der Meinung, dass Lovecrafts Stimme in der amerikanischen Literatur VÖLLIG unterbewertet ist, bis heute. Viele seiner bekanntesten Erzählungen sind Bestandteil der Popkultur, im Fernsehen und in Filmen können wir Spuren der Stoffe entdecken, die er erfunden hat. Ich würde nie Spaß auf seine Kosten machen. Das bedeutet, dass ich in meiner Wertschätzung für das Material immer eine Brücke zwischen den Konzepten und der Lächerlichkeit mancher seiner Erzählungen schlagen musste. Zum Beispiel die kursiv gedruckten Enden bringen mich mehr zum lachen als das sie  mir Angst einjagen. Wenn man liest „DU NARR! WARREN IST TOT!“, kommt man sich vor wie einer, der zuhören muss wie jemand auf Teufel komm raus eine Geistergeschichte am Lagerfeuer erzählen will. Er springt auf, wedelt mit seinen Händen durch dein Gesicht um dir einen Extraschauer zu verpassen, aber er sieht einfach nur lächerlich aus und das Ganze ist eher lustig als gruselig. Aber ich mag den  Typen lieber als jeden anderen am Lagerfeuer – denn er hat sich ins Zeug gelegt.</em>)<br />
<strong><br />
I don&#8217;t think Lovecraft was a pulp writer to the core. What is your opinion?</strong><br />
(Ich denke nicht, dass Lovecraft ein reiner Pulp Autor war. Was ist eure Meinung?)</p>
<p><strong>Chris:</strong> Was Lovecraft pulp? I think he just really wrote what interested him. I don&#8217;t think he did anything half-assed, but the only people that seemed interested were people that publish pulp stuff. I always associate pulp with fun, but cheap writing. I don&#8217;t think there was anything cheap about Lovecraft&#8217;s work.<br />
<em>(War Lovecraft ein Pulp Autor? Ich glaube, er hat geschrieben wofür er sich interessert hat. Ich glaube nicht, dass er halbe Sachen gemacht hat, aber die einzigen Leute, die sich für seine Sachen interessierten, waren die Leute, die Pulp Fiction herausgegeben haben. Ich assoziiere Pulp immer mit lustigen, aber billig geschriebenen Sachen. Ich glaube nicht, dass Lovecrafts Werke in irgendeiner Weise billig waren.)</em></p>
<p><strong>Chad: </strong>I think he gets classed with pulp writers, but he&#8217;s not a writer of &#8220;two-fisted tales.&#8221; Most of the elements aren&#8217;t there. Protagonists aren&#8217;t tough, there aren&#8217;t any harlots with hearts of gold (or love interests at all), and the forces of evil are unknowable rather than traditionally sinister. HPL himself tried to emulate the 18th century writers he loved and was much more interested in creating an effect in the mind of the reader than he was in producing plot for beach reading. I think of his work as being more closely related to art in the traditional sense &#8211; it embraces and then breaks our expectations in order to provoke thoughts or feelings. Some people reading HPL go in expecting to have a scary experience in the vein of King or Barker and then are disappointed. But those who come back do so because the work provoked some kind of excitement in their thoughts and concepts about the universe and our place in it, and not many stories can do that.<br />
<em>(Ich glaube, dass er in die Klasse der Pulp Autoren gehört, aber er schrieb nicht diese „knallharten Stories“. Die meisten Motive fehlen bei ihm. Die Protagonisten sind nicht hart, Huren mit einem Herz aus Gold (oder irgendeinem Interesse an der Liebe), und die Mächte des Bösen sind unbekannt und unfassbar, eben nicht traditionell böse. HPL selbst hat versucht, die von ihm so geliebten Schriftsteller des 18. Jahrhunderts nachzuahmen. Er war mehr daran interessiert, einen künstlerischen Effekt  im Geist des Lesers zu erwirken als einen herkömmlichen Plot für eine Strandlektüre zu entwickeln. Ich denke seine Arbeiten sind näher an traditioneller Erzählkunst ausgerichtet – man nimmt bereitwillig an, was erzählt wird und dann zerstört er unsere Erwartungen oder provoziert bestimmte Gedanken oder Gefühle. Manche Leser HPLs erwarten eine gruselige Erfahrung in der Art wie man sie bei King oder Barker hat und sind dann enttäuscht. Aber diejenigen, die wieder eine Lovecraft Geschichte lesen, verspüren den Reiz, anders über das Universum und unseren Platz darin zu denken. Wenige Geschichte können das auslösen.)</em><br />
<strong><br />
What can we expect after you did all the Lovecraft stories? Will you guide us through the letters? No, I guess not, but what are your plans for the future?</strong><br />
<em>(Was können wir von euch erwarten, nachdem ihr alle Lovecraft Geschichten durch haben werdet? Werdet ihr uns durch die Briefe führen? Ich glaube mal, das wird nicht der Fall sein, aber was sind eure Pläne für die Zukunft?)</em></p>
<p><strong>Chris: </strong>This is a tough question. We just don&#8217;t know yet. There are some essays I want to talk about, for sure. And maybe a few of his poems. But after Lovecraft&#8230; we&#8217;re still trying to figure that out.<br />
<em>(Das ist eine schwierige Frage. Wir wissen es noch nicht. Es gibt da noch einige Essays über die ich gern reden möchte. Vielleicht auch über ein paar Gedichte. Aber nach Lovecraft&#8230;wir versuchen immer noch, das herauszufinden.)</em></p>
<p><strong>Chad: </strong>We have no idea, and I think we&#8217;re enjoying not thinking about it right now. As we come to a close with Lovecraft&#8217;s fiction, we&#8217;ll probably start to ramp up for what&#8217;s next. It&#8217;d be nice if we could figure out how to make a living with it so we can produce even more!<br />
<em>(Wir haben keine Ahnung, und es macht keinen  Spaß, darüber jetzt nachzudenken. Wenn wir zu einem Ende mit Lovecrafts Erzählungen kommen, werden wir sehen, was als nächstes kommt. Es wäre schön etwas zu finden, von dem wir leben könnten und womit wir mehr produzieren könnten.)</em></p>
<p><strong>Thank you very much for your answers and I would like to end with the famous ending line of the story synopsis at hppodcraft:</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>Now, that&#8217;s the end of the story.<br />
Did you like it?<br />
Yes, man, I did!<br />
</strong></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Bild01.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5659" title="Chris Lackey (links) und Chad Fifer (rechts) (Quelle  http://www.facebook.com/hppodcraft)" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/Bild01.jpg" alt="Chris Lackey (links) und Chad Fifer (rechts) (Quelle  http://www.facebook.com/hppodcraft)" width="604" height="406" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Es sollte auch erwähnt werden, dass man Chads Musik auch erwerben kann und zwar über den Donate Button auf der Homepage. Anklicken und bei einer Spende von über 10 Dollar gibt es den Download für den neuen Sampler der Musik von Hppodcraft. Bei 15 Dollar bekommt ihr den Download für beide Sampler.<br />
Übrigens gibt es einen solchen Donate Button auch hier auf Cthulhu.de, gleich rechts von Euch aus gesehen.<br />
<em>- Mirko Stauch für www.cthulhu.de</em></p>
<p style="text-align: left;"><span style="text-decoration: underline;"><strong>Links zum Artikel</strong></span><em> </em></p>
<ul>
<li>Also reinhören, Kommentar hinterlassen und im Forum anmelden bei:<a href="http://hppodcraft.com/"> http://hppodcraft.com/</a></li>
<li>Die Facebook Seite von Hppodcraft.com:<a href="http://www.facebook.com/hppodcraft"> http://www.facebook.com/hppodcraft</a></li>
<li>Chris Lackeys Homepage:<a href="http://www.chrislackey.co.uk/"> http://www.chrislackey.co.uk/</a></li>
<li>Chads Blog:<a href="http://chadfifer.blogspot.com/"> http://chadfifer.blogspot.com/</a></li>
<li>Homepage zu „The Chosen One“: <a href="http://www.thechosenonemovie.com/">http://www.thechosenonemovie.com/</a></li>
<li>Chad Fifer is old Hollywood on Youtube: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=dSDt9LqwNuk" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=dSDt9LqwNuk</a></li>
<li>Zu Andrew Leman:<a href="http://www.cthulhulives.org/"> http://www.cthulhulives.org/</a> &amp;<a href="http://www.ahleman.com/"> http://www.ahleman.com/</a></li>
<li>Zu Billy Flynn:<a href="http://www.geekradiodaily.com/"> http://www.geekradiodaily.com/</a></li>
<li>Zu Micheal Holmes:<a href="http://www.duckncovershow.com/"> http://www.duckncovershow.com/</a></li>
<li>Zu Dennis Calero:<a href="http://www.denniscalero.com/"> http://www.denniscalero.com/</a></li>
<li>Zu Julie Hoverson:<a href="http://www.19nocturneboulevard.net/"> http://www.19nocturneboulevard.net/</a></li>
<li>Kenneth Hite: Tour de Lovecraft: <a href="http://atomicovermind.com/blog/?page_id=121">http://atomicovermind.com/blog/?page_id=121</a></li>
<li>Zu Robert M. Price:<a href="http://www.robertmprice.mindvendor.com/"> http://www.robertmprice.mindvendor.com/</a></li>
<li>Zu Stuart Gordon:<a href="http://www.imdb.com/name/nm0002340/"> http://www.imdb.com/name/nm0002340/</a></li>
</ul>
<p><em>(alle Abbildungen mit freundlicher Genehmigung von Chris Lackey. All pictures with kind permission of Chris Lackey)</em></p>
<p><span style="color: #333333;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: x-small;"> </span></span></span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>DORP-TV &#8211; Pegasus auf der RPC 2009</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Apr 2009 16:22:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[DORP]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Pegasus News]]></category>
		<category><![CDATA[RPC]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Jungs von DORP-TV waren natürlich auch in diesem Jahr wieder fleißig und haben einen Haufen Videos von der RPC mitgebracht. Wie immer sind die Videos exzellent gelungen und das reinschauen lohnt sich definitv. Im folgenden nun das Interview mit &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/dorp-tv-pegasus-auf-der-rpc-2009/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Die Jungs von <a href="http://dorptv.wordpress.com/" target="_blank">DORP-TV</a> waren natürlich auch in diesem Jahr wieder fleißig und haben einen Haufen Videos von der RPC mitgebracht. Wie immer sind die Videos exzellent gelungen und das reinschauen lohnt sich definitv. Im folgenden nun das Interview mit Jan-Christoph Steines von Pegasus:</p>
<p style="text-align: center;">[youtube B12TDEC7omo]</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Yog Radio #34 &#8211; Keith Herber im Interview</title>
		<link>http://www.cthulhu.de/artikel/yog-radio-34-keith-herber-im-interview/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Feb 2009 08:38:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Webfundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Keith Herber]]></category>
		<category><![CDATA[Yog-Sothoth]]></category>

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		<description><![CDATA[Die neue Ausgabe des cthuloiden Podcasts Yog Radio ist online. In der 34. Episode steht Keith Herber in einem Interview Rede und Antwort, Die Sterne stehen richtig werden vorgestellt und es gibt noch mehr laut www.yog-sothoth.com: Yog Radio #34 sees &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/yog-radio-34-keith-herber-im-interview/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die neue Ausgabe des cthuloiden Podcasts <a href="http://www.yog-sothoth.com/modules.php?name=News&amp;file=article&amp;sid=535" target="_blank">Yog Radio</a> ist online. In der 34. Episode steht <strong>Keith Herber</strong> in einem Interview Rede und Antwort, Die Sterne stehen richtig werden vorgestellt und es gibt noch mehr laut <a href="http://www.yog-sothoth.com/index.php" target="_blank">www.yog-sothoth.com</a>:</p>
<blockquote><p>Yog Radio #34 sees us into 2009 and is perhaps our most ensemble show to date, with Markus Widmer covering Die Sterne Stehen Richtig in The Paradroid Papers, Jabonko discussing a Gaslight scenario idea &#8211; The Eternity Engine in The Keeper&#8217;s Cupboard #6 and Pookie reviewing New Tales of the Miskatonic Valley from Miskatonic River Press.</p>
<p>Add to all this an interview with Keith Herber of MRP, various outtakes from the Bradford Players and the Yoggie Hosts with their usual banter and you&#8217;ve got another two hour show crawling forth from the depths of YSDC&#8230;</p></blockquote>
<p>Ach ich hoffe irgendwann haben wir auch einen deutschen Cthulhu-Podcast&#8230; <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Artikel &amp; Interview mit Frank Heller</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Jan 2009 14:27:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Webfundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Heller]]></category>
		<category><![CDATA[Rollenspiel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hab es zuerst bei der Greifenklaue gelesen und mich dann weitergeklickt. Der Cthulhu Chefredakteur Frank Heller hat für die letzte Ausgabe des Envoyer einen Artikel mit dem Titel Pen &#38; Paper- Rollenspiel am Ende? geschrieben, der inzwischen bei den &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/artikel-interview-mit-frank-heller/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Ich hab es zuerst bei der <a href="http://greifenklaue.wordpress.com/2009/01/06/dreizehn-fragen-an-frank-heller/" target="_blank">Greifenklaue</a> gelesen und mich dann weitergeklickt. Der Cthulhu Chefredakteur <strong>Frank Heller</strong> hat für die letzte Ausgabe des Envoyer einen Artikel mit dem Titel <em>Pen &amp; Paper- Rollenspiel am Ende? </em>geschrieben, der inzwischen bei den <a href="http://www.blutschwerter.de/f562-der-loewenclub/t41920-pen-paper-rollenspiel-am-ende-von-frank-heller.html" target="_blank">Blutschwertern</a> erschienen ist. Zudem gibt es noch ein Interview bei <a href="http://www.lorp.de/magazin/artikel.asp?id=187" target="_blank">LORP.de</a> mit <em>13 Fragen an Frank Heller</em>.</p>
<p style="text-align: left;">
]]></content:encoded>
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		<title>Interview mit Lars Peter Lueg &amp; David Nathan</title>
		<link>http://www.cthulhu.de/artikel/interview-mit-lars-peter-lueg-david-nathan/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Sep 2008 13:51:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hörbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[LPL Records]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein sehr schönes Interview zum Thema Hörbücher mit dem Gründer von LPL-Records Lars Peter Lueg und dem bekannten Synchronsprecher David Nathan (bekannt als Johnny Depp und Christian Bale). Wie wird ein Hörbuch gemacht, wie lange dauert es alles zu sprechen, &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/interview-mit-lars-peter-lueg-david-nathan/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein sehr schönes Interview zum Thema Hörbücher mit dem Gründer von <a href="http://www.lpl.de/index.php" target="_blank">LPL-Records</a> <strong>Lars Peter Lueg</strong> und dem bekannten Synchronsprecher <strong>David Nathan</strong> (bekannt als Johnny Depp und Christian Bale). Wie wird ein Hörbuch gemacht, wie lange dauert es alles zu sprechen, wie wird nachberabeitet und viele andere Fragen werden hier beantwortet. Ein schöner Linktipp aus dem <a href="http://www.horror-forum.net/wbb3/h%C3%B6rb%C3%BCcher-h%C3%B6rspiele/h%C3%B6rb%C3%BCcher/3711-youtube-inteview-mit-david-nathan-lars-peter-lueg/?s=cdd71af4384f7bf88fe97cb29d63c8c1291f0669" target="_blank">Horror-Forum</a>!</p>
<p>[youtube nuXo5rHL42o]</p>
<p>[youtube BvzAj3TtEjY]</p>
<p>[youtube hkBNm4ST208]</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Sommerinterviews 2008 &#8211; Jens Christian Seele</title>
		<link>http://www.cthulhu.de/artikel/die-sommerinterviews-2008-jens-christian-seele/</link>
		<comments>http://www.cthulhu.de/artikel/die-sommerinterviews-2008-jens-christian-seele/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Aug 2008 06:17:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[Herzlich willkommen zu unserem letzten Sommerinterview in diesem Jahr! Unser Partner ist Jens Christian Seele, der mit Kinderstimmen auf sich aufmerksam machte und der zudem am NOW-Band Verschlusssache und am kürzlich erschienen Terra Cthulhiana mitgearbeitet hat. Cthulhu.de-Team: Hallo Jens, schön &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/die-sommerinterviews-2008-jens-christian-seele/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Herzlich willkommen zu unserem letzten Sommerinterview in diesem Jahr! Unser Partner ist Jens Christian Seele, der mit Kinderstimmen auf sich aufmerksam machte und der zudem am NOW-Band Verschlusssache und am kürzlich erschienen Terra Cthulhiana mitgearbeitet hat.</em></p>
<p><strong>Cthulhu.de-Team: Hallo Jens, schön das du für das Interview Zeit hast. Wir starten wie üblich mit einer kurzen Vorstellung und danach geht es auch gleich los!</strong></p>
<div id="attachment_731" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><a href="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/jcseele.jpg"><img class="size-full wp-image-731" title="jcseele" src="http://www.cthulhu.de/wp-content/uploads/jcseele.jpg" alt="Jens Christian Seele" width="400" height="301" /></a><p class="wp-caption-text">Jens Christian Seele</p></div>
<p>Jens-Christian Seele: Moin, Daniel. Tjo, ich bin Jens-Christian Seele, 26 Jahre alt und hauptberuflich Student der Philosophie und Informatik. Kennen tut man mich vielleicht wegen „Kinderstimmen&#8221;, das war ein Abenteuer, das Ende letzten Jahres im Band „Todesangst&#8221; für Cthulhu Now raus gekommen ist. An ein paar anderen Sachen für Cthulhu hab ich auch mitgearbeitet. Hobbys: Schreiben, Computerspiele (originelle), Filme glotzen und Musik (Rap) machen.</p>
<p><strong>CT: Originelle Computerspiele, da werde ich hellhörig. Welche PC-Spiele stehen denn bei dir im Schrank?</strong></p>
<p>JCS: Hauptsächlich, aber nicht nur spiele ich gerne alte Klassiker, z. B. frühe Sachen von LucasArts oder id, sowie Independent-Spiele. „Defcon&#8221; von Introversion is super, weil man die Welt mit Nuklearraketen auslöschen darf und das Spiel mit null Grafik-Pomp um sich schmeißt. Die haben auch „Uplink&#8221; gemacht, genau so ein Kracher. Momentan hab ich „Space Hulk 2&#8243; raus gekramt und spiele nebenbei „Die Versuchung&#8221;, so einen interaktiven Film aus den Neunzigern mit John Hurt. Wahrscheinlich DER interaktive Film, das ist eigentlich ein einziger psychologischer Test und zum Schluss bekommt man eine detaillierte Psychoanalyse über sich selbst ausgehändigt. Und da ich gestern „Requiem: Avenging Angel&#8221; wiederbekommen habe, wird das auch bald wieder gezockt. Jetzt sind ja Semesterferien, da darf ich das.</p>
<p><span id="more-716"></span></p>
<p><strong>CT: Zurück von der digitalen Welt zum klassischen Pen&amp;Paper: Wie bist du denn in Cthulhus Fänge geraten?</strong></p>
<p>JCS: Auf ganz verschlungenen Pfaden. Irgendwie war mir Lovecraft immer ein Begriff, weil ich schon als kleines Kind angefangen hab, Horror- und Splatterfilme zu gucken. Da waren auch so Sachen wie „From Beyond&#8221; und „Army of Darkness&#8221; dabei. Bin übrigens kein Amokläufer davon geworden&#8230; Dadurch und durch H. R. Giger bin ich auf das „Necronomicon&#8221; aufmerksam geworden und hab mir dann diese durchaus schnieke Fake-Version gekauft, die ich, ich geb&#8217;s zu, tatsächlich zunächst als echt angesehen habe. Jugendlicher Blödsinn. Durch das „Necronomicon&#8221; bin ich auf Lovecrafts Geschichten gekommen und hab die verschlungen. Als ich dann mal nach Lovecraft und Necronomicon und so gegoogelt hab, hab ich herausgefunden, dass das Necronomion eben ein Fake is und dass es ein Rollenspiel gibt. So kam eins zum andern.</p>
<p><strong>CT: Du hast ja auch schon an verschiedenen Publikationen mitgearbeitet, wie kam es denn dazu?</strong></p>
<p>JCS: Einige Jahre, nachdem ich heraus gefunden hatte, dass es ein Rollenspiel gibt, fiel mir das mal wieder irgendwann ein und ich bin auf die Seite von Chaosium gelangt, wo ich mir die Einsteigerregeln runter geladen und dieses kleine, beiliegende Miniabenteuer um das Haus mit dem Untoten im Keller mit meiner Rollenspielrunde gezockt hab. Wir waren bis dahin eigentlich nur langjährige D&amp;D-Spieler gewesen. Dann hab ich mein erstes eigenes Abenteuer für den privaten Cthulhu-Gebrauch geschrieben und bin bei Recherchen nach Quellenmaterial auf der Seite von Pegasus gelandet, wo gerade ein Abenteuerwettbewerb zu Cthulhu Now ausgeschrieben war. Der lief noch ein paar Tage und ich dachte mir: Yo, da mach ich mit. Hat funktioniert, hab den dritten Platz belegt mit einem Abenteuer namens „Blackout&#8221;. Das war, glaube ich, 2005. Dann bin ich per Email mit Frank Heller ins Gespräch gekommen und er meinte, ich solle doch mal ein weiteres Abenteuer für Now schreiben. Daraus wurde dann „Kinderstimmen&#8221;.</p>
<p><strong>CT: Und woran arbeitest du gerade?</strong></p>
<p>JCS: Nachdem meine Arbeit am Verschlusssache-Band bis zum Lektorat abgeschlossen ist, arbeite ich momentan tatsächlich an nix offiziellem für Pegasus, das kann sich aber schnell wieder ändern, wenn ein neuer Band geplant wird. Dann klinke ich mich wieder ein und mache hoffentlich mit, falls mir das Thema gefällt und Platz für mich ist. Außerdem arbeite ich zusammen mit Erdenstern, Nils Bross und Holger Göttmann an einem Blogprojekt. Erdenstern wird dafür Musik beisteuern und das ganze auch anderweitig multimedial aufpeppen, mit Flashanimationen zum Beispiel. Wir drei Autoren werden die Texte für den Blog schreiben. Die Idee ist sehr cool, es werden fiktive Postkarten und kurze Briefe auf der Seite erscheinen, dazu mulmige Musik von Erdenstern. Das ganze wird zwar nicht im Cthulhu-Universum spielen, aber trotzdem eine starke Horrornote haben. Außerdem schreibe ich mal hier und da privat an Abenteuern für Cthulhu, mal schauen, ob davon was veröffentlicht wird. Nebenbei baue ich mir gerade ein eigenes, kleines Rollenspiel zusammen, das natürlich voll der Hammer wird. Ich werde aber nichts davon verraten, damit keiner meine Idee klaut <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  . Einen längeren Science Fiction Roman schreibe ich auch gerade, finde aber momentan wenig Zeit dafür. Hab eh noch keinen Verleger für das Ding.</p>
<p><strong>CT: Wie gehst du denn beim arbeiten vor, was inspiriert dich?</strong></p>
<p>JCS: Das ist total unterschiedlich und hängt vom Genre ab. Bei Cthulhu suche ich vor allem nach alltäglichem, persönlichem Schrecken. So wie in „Kinderstimmen&#8221;, wo es um eine Neubausiedlung mit Kindern geht &#8211; die Idee kam mir, als um das Haus, in dem ich aufgewachsen bin, eine Neubausiedlung gebaut wurde, und ganz viele Kinder zuzogen. Neben unserem Haus ist ein Spielplatz und die Kinder haben tierischen Lärm gemacht. Persönlicher Schrecken halt&#8230; Ich alter Spießer&#8230; Ein Abenteuer, an dem ich momentan privat schreibe basiert hingegen auf einem Albtraum von mir &#8211; wird ein ziemlich spezielles Abenteuer, ziemlich sick. Ein Oneshot für nur einen Spielercharakter. Mal schauen, wann es fertig wird. Für Cthulhu reicht es manchmal, sich nachts Dokumentationen auf Phoenix an zu gucken, wo irgendwer irgendeine alte Höhle entdeckt hat, oder ein Experiment durchführt, dass die Erde vernichten könnte, wie das am CERN momentan. Nachrichten gucken funktioniert auch immer gut. Man sieht irgendeinen Bericht und denkt sich: Da kann man eine gute Geschichte draus entwickeln. Bei Kinderstimmen kam hinzu, dass ich irgendwann heraus gefunden hatte, dass diejenigen Familien, die nach außen hin so perfekt wie möglich erscheinen, in Wahrheit die tiefsten Abgründe verbergen. Und dass so gut wie alle Familien Abgründe verbergen. Solche Erkenntnisse können sehr inspirierend sein.</p>
<p><strong>CT: Wie sieht es mit Recherche für Artikel oder Szenarios aus? Bibliothek oder doch eher Wikipedia?</strong></p>
<p>JCS: Ich geb&#8217;s zu, hauptsächlich Wikipedia. Und andere Webquellen. Aber immer mehrere, um zu verifizieren, mit der Hoffnung, dass die nicht voneinander abschreiben. Für den Verschlusssache-Band hab ich unter anderem auch über&#8217;s Hacken recherchiert. Dann guckt man mal in düsteren Foren, wo sich Leute darüber unterhalten wie genau und wie schnell sie Netzwerke knacken. Sehr lehrreich. In die Bibliothek bin ich aber auch schon gegangen, für  „Terra Cthulhiana&#8221; zum Beispiel, für den ich ein paar Artikel geschrieben hab. Bei dem Artikel über Templer und Assassinen  kam ich nicht umhin, auch mal in ein paar Geschichtsbücher zu gucken. Hat aber auch Spaß gemacht. Wie gesagt, bieten Fernsehdokumentationen und -berichte auch reichlich Stoff. Man muss halt nur die Augen offen halten.</p>
<p><strong>CT: Und wie lange schreibst du an einem Szenario? Wie lange an einem Artikel?</strong></p>
<p>JCS: Absolut unterschiedlich. Häufig ist es so, dass ich die Idee früh ausformuliert habe und dann bis auf den letzten Drücker warte, bis ich in die Tasten hacke. Dann hab ich eine Arbeit meistens innerhalb weniger Tage fertig. Super war der Wostok-Artikel für „Terra Cthulhiana&#8221;. Da wurden wir kurzfristig gefragt, ob wir nicht noch ein paar Sachen für den Band übernehmen können, ich hab mir den Wostok raus gepickt, obwohl ich vorher noch nie was davon gehört hatte und dann innerhalb einer Woche recherchiert und geschrieben. Den Artikel mag ich besonders, der hat richtig viel Spaß gemacht. Manchmal ist es aber auch so, dass ich erst was schreibe, dann wieder bei Seite lege, wieder hervor krame, weiter schreibe usw. Wie ich vorgehe, hängt aber auch mit der Zeit zusammen, die mir mein Studium zum Schreiben lässt.</p>
<p><strong>CT: Ok, ich hab auch noch nie was von Wostok gehört, was ist das? <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </strong></p>
<p>JCS: Der Wostok ist so ein unterirdischer See in der Antarktis, der seit zig Millionen Jahren von einer Eisdecke bedeckt ist, die inzwischen vier Kilometer dick ist. Da drin schwimmen Lebensformen, die sich wahrscheinlich seit Urzeiten nicht verändert haben. Man vermutet, dass die Lebensbedingungen im Wostok ähnlich sind, wie auf dem Jupitermond Europa, wo man ja auch Leben vermutet. Der Wostok ist klasse für Cthulhu, bei meinen Recherchen bin ich darauf gestoßen, dass aus irgendwelchen mysteriösen Gründen eine Forschungsstation, die da Bohrungen gemacht hat, mal von der Army in aller Eile geräumt wurde. Was die wohl gefährliches aus dem Bohreis geholt haben? <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>CT: Gibt es ansonsten Themen die du unbedingt mal bearbeitet möchtest, die vielleicht auch bisher noch nicht abgedeckt sind?</strong></p>
<p>JCS: Science Fiction. Cthulhu in der Zukunft, das brennt mir unter den Nägeln. Aus dem Forum weiß ich, dass da irgendwas kommen soll irgendwann. Sobald die Gerüchte sich verfestigen, werde ich sofort versuchen, mich da ein zu klinken und mit zu machen. Mir hat auch „Cthulhu Rising&#8221; sehr gefallen, obwohl ich bislang noch nicht dazu kam, das mal zu spielen. „Alien&#8221; ist einer meiner Lieblingsfilme und ich glaube, man kann in der Zukunft sehr gut cthuloiden Horror unterbringen. In einer hochtechnisierten Zukunft, wo die Menschen das Universum bereisen, werden die sehr schockiert sein, wenn sie raus finden, dass all ihr Technik-Schnick-Schnack nix wert ist. Kann man viel draus machen. Mittelalter wird aber bestimmt auch cool, weil die Menschen da ähnlich hochnäsig sind und so gottesfürchtig. Mit Cthulhu kann man sowas immer toll attackieren.</p>
<p><strong>CT: Es gibt ja CthulhuTech und es gab auch mal ein GURPS Cyberpunk-Cthulhu-Setting. Wie sieht denn deine SciFi-Cthulhu-Welt aus? Sollte es mehr in den Straßenschluchten der technokratischen Großstädte spielen oder an Bord von Raumschiffen und fremden Planeten?</strong></p>
<p>JCS: Hauptsächlich in Raumschiffen und auf fremden Planeten. So ein „Truckers in Space&#8221;-Szenario vielleicht in einer unperfekten Zukunft, in der der Mensch zwar den Weltraum bereisen kann, aber immer noch nicht fundamentale Fragen des Lebens beantwortet hat. Also mehr Firefly als StarTrek. Mehr rauchende Colts als Laserkanonen. Was rauhbeiniges, düsteres. Man könnte schön das Thema Weltraumkoller thematisieren und einen Fokus darauf legen, wie Menschen in der unendlichen Weite des Weltraums oder der kargen Ödnis eines einsamen Planeten langsam wahnsinnig werden. Also irgendwie ein klaustrophobisches Kammerspiel. Irgendwie wäre mein Cthulhu in der Zukunft ein Spagat zwischen „2001 &#8211; Odysee im Weltraum&#8221; und „Alien&#8221;.</p>
<p><strong>CT: Da es ja noch kein SciFi Setting gibt: Hast du eine Vorliebe für eine bestimmte Epoche?</strong></p>
<p>JCS: Definitiv Cthulhu Now.</p>
<p><strong>CT: Daran schließt sich natürlich gleich die nächste Frage an, warum gerade Now?</strong></p>
<p>JCS: Now ist am griffigsten. Ich hab so die typischen Argumente: Man weiß einfach sofort, wie man sich das vorzustellen hat, wie teuer eine Taxifahrt von hier nach Hamburg ist, wie die gesellschaftliche Situation ist, usw. Außerdem haben die 20er immer etwas abenteuerliches. Man reist eher nach Ägypten und gräbt im Sand &#8211; das ist auch cool, aber Now bietet die Möglichkeit, ein Mehrfamilienhaus zu nehmen, in eine der Wohnungen ein paar Kultisten zu stecken und niemand kriegt mit, dass die da Babys opfern oder so. Im Anschluss an so ein Abenteuer käme dann ein Artikel aus der Bild, worin beschrieben wird, dass wieder ein Kind von seiner Mutter getötet wurde. Man kann schön der tatsächlichen Gegenwart einen verzerrten Spiegel vorhalten. Jeder hat heutzutage so seine eigenen Ängste und Paranoia, um die eigene Existenz zum Beispiel, oder seine Individualität. Die kann man super in Now ausnutzen und verwenden, um Horror zu erzeugen, der absolut unmittelbar ist. Deswegen Now.</p>
<p><strong>CT: Was fasziniert dich denn allgemein an Cthulhu?</strong></p>
<p>JCS: Da muss ich weit ausholen. Ich hab mal ein paar Semester Literaturwissenschaften studiert und in einem Seminar haben wir auch Lovecraft dran genommen, zusammen mit anderen Sachen, wie Aphex Twin und Chris Cunningham. Da haben wir auch „The Thing&#8221; geguckt und in Bezug auf Lovecraft analysiert, ebenso wie „Alien&#8221;. Bei dem Seminar wurde mir klar, was ich schon immer an Lovecraft faszinierend fand. Und zwar, dass er Bilder erzeugt, die keine sind. Der beschreibt Dinge, die unvorstellbar sind und zwingt uns dazu, die uns doch vorzustellen. Das ist ganz schön gemein und genauso raffiniert. Im Prinzip setzt der damit seine Philosophie literarisch um, dass es Dinge gibt, die sich dem Verständnis entziehen und dass man sie nur verleugnen oder wahnsinnig werden kann, wenn man sie dann doch erfährt. Das macht der dann auch gerne mit Wortneuschöpfungen oder Kombinationen von Begriffen, die nicht kombiniert werden können, so wie „tropfender Horror&#8221; zum Beispiel. Im Prinzip sind Stories von Lovecraft ein bisschen wie Bilder von Giger. Naja, und das Rollenspiel verwendet halt seine Ideen. Und da ich immer schon begeisterter Rollenspieler war, ist das der Overkill. In Cthulhu kannst du als Spielleiter einfach was beschreiben, was total absurd und unlogisch ist. Aber innerhalb des Rollenspiels bleibt es merkwürdigerweise glaubhaft, weil es darum geht, dass die Welt nicht so funktioniert, wie wir uns das denken. In einem dieser Aufsätze, die hinten in den Suhrkampbüchern drin sind stand mal, dass Grusel ist, wenn ich im Regen stehe aber nicht nass werde. Das Gefühl kann man in Cthulhu erzeugen.</p>
<p><strong>CT: Das ist eine tolle Beschreibung für Grusel! Ich nehme an du hast Lovecraft dann auch gelesen?</strong></p>
<p>JCS: Jau, fast alles von ihm. Charles Dexter Ward fehlt mir noch. Aber ich hab die Verfilmung von Dan O&#8217;Bannon gesehen. Ansonsten hab ich eigentlich alles gelesen. Auch andere Mythos-Sachen von Howard und Smith, aber nicht so viel wie vom Meister selbst. Die „Traumsuche nach dem unbekannten Kadath&#8221; ist eine meiner absoluten Lieblingsgeschichten. Die lese ich eigentlich mindestens ein mal pro Jahr. Ganz große Materie.</p>
<p><strong>CT: Bist du denn auch für anderen Horror offen?</strong></p>
<p>JCS: Klar. Allerdings hab ich in der Literatur wenig gefunden, das mich wirklich beeindruckt hat. Stephen King zum Beispiel finde ich extrem langweilig und blöd. Da kapituliere ich nach wenigen Seiten, weil mir der Stil nicht gefällt. Der Typ schwafelt, genau wie Tolkien, einfach nur rum. Das geht mir bei Filmen aber auch so. Nen Kumpel meinte kürzlich mal zu mir, und ich bin da gleicher Meinung, dass ihn seit „Der Exorzist&#8221; (im originalen Schnitt) eigentlich kein Horrorfilm mehr richtig geschockt hat. Es gibt wenig wirklich gutes, aber ich bin immer dran interessiert und offen für neues.</p>
<p><strong>CT: Was gefällt dir denn? Eher die Hardcore-Horror-Fraktion oder doch lieber der Softcore-Grusel-Fan?</strong></p>
<p>JCS: Hardcore Horror. Wenn schon, denn schon. Das muss aber nicht heißen, dass es immer Gore und Splatter sein muss, es kann auch ruhig psychologisch oder surrealistisch abgehen, wie bei Lynch oder eine Mischung aus Splatter und Psycho wie beim frühen bis mittleren Cronenberg. Aber bitte immer auf die harte Tour. Horror ist schließlich kein Kindergeburtstag. Da muss man sich erschrecken und den Schrecken irgendwie über den Konsum des Buchs, des Films oder des Computerspiels mit hinaus nehmen. Vielleicht bin ich auch einfach schon zu abgehärtet. Richtig guter Horror ist zum Beispiel das Remake von „Die Fliege&#8221; von Cronenberg. Dreckig, ekelig, raffiniert und voll in die Fresse. Als ich den als kleiner Dötz gesehen hatte, hatte ich danach richtig Probleme, einzuschlafen. So muss Horror sein.</p>
<p><strong>CT: Was sollte eine gute Horrorgeschichte oder ein gutes Horrorszenario haben?</strong></p>
<p>JCS: Zu aller erst eine gute Idee. Bitte kein Abklatsch von Sachen, die man schon tausend Mal gelesen oder erfahren hat. Es sei denn, man macht ne Hommage daraus oder gibt dem ganzen einen wirklich neuen Aspekt. Zombie- oder Vampirgeschichten sind ein gutes Beispiel. „Shaun of the Dead&#8221; war eine humoristische Hommage und das war gut so, hat funktioniert. „28 Days later&#8221; hat die Zombies auf einmal verdammt schnell und gefährlich gemacht, das war neu. Aber es gibt auch ganz viele plumpe Neuaufgüsse. Beim Rollenspiel und einem Szenario dafür ist es wichtig, dass das ganze einen Twist, eine gute Wendung bekommt. Wenn ich von Anfang an konkret ahne, worum es geht, kann kein Horror entstehen, weil Horror immer mit den Erwartungen spielt. Allerdings muss der Spieler/Leser/Zuschauer auch immer eine gewisse unkonkrete Ahnung haben, weil sonst keine Suspense entsteht &#8211; ist also eine Gratwanderung. Richtig guter Horror geht über kurze Schockmomente hinaus, das muss man irgendwie einfangen bzw. hinkriegen. Am Ende, und das gilt vor allem für Cthulhu, muss immer irgendeine fundamentale Anschauung der Charaktere in Frage gestellt werden und sie auf ihrer Leiter nach unten wieder eine Sprosse weiter gerutscht sein. Außerdem finde ich, dass Geschichten immer durch ihre Figuren definiert werden. Wenn es nur darum geht, auf ein Finale hin zu arbeiten, bei dem irgendein ekliges Monster auftaucht und alle platt macht, erzeugt man keinen guten Horror. Man muss gute Figuren etablieren und bei den Eiern packen, die so richtig psychologisch durch die Mangel nehmen und Ängste ansprechen, welche tief in denen schlummern. Einfaches Abschlachten reicht nie aus, sofern man über gewöhnlichen Splatter hinaus will. Das ist meine Idealvorstellung. Das in einem Rollenspiel umzusetzen ist recht schwierig, das gebe ich zu, weil du da die Spieler am Spieltisch bei den Eiern packen musst und die ihren eigenen Kopf haben. Ich will gar nicht behaupten, dass ich selbst das so super hinkriege. Ein Film oder Buch, in dem Charaktere vollständig dirigiert werden, muss das aber unbedingt leisten, um gut zu sein.</p>
<p><strong>CT: Du hast die Ängste angesprochen: Was macht dir selbst Angst?</strong></p>
<p>JCS: Ich mir selbst manchmal. Das soll jetzt nicht spleenig klingen. Aber am meisten schockieren einen doch die eigenen Abgründe. Ich hab mal aus Spaß eine Horrorversion meines Lebens geschrieben, da war ich Bankangestellter. Das war für mich echt gruselig. Sowieso,  heraus zu finden, dass man selbst nicht der ist, der man glaubt zu sein kann verdammt schockig sein. Die Gratwanderung der eigenen Persönlichkeit zwischen Verstand und Wahnsinn oder Normalität und Perversion ist, was mir am meisten Angst macht. Wenn mich irgendeine Sache zu einer Killermaschine oder einem anders gearteten Monster werden ließe, würde mir diese Sache Angst einjagen. Und zwar extreme Angst. Nicht so sehr Verletzungen oder Tod, sondern etwas, was mich so fundamental ändert, dass ich mir nachher im Spiegel nicht mehr gefalle. Ich glaube, es gibt diverse, sogar alltägliche Dinge, die das schaffen können. Eifersucht zum Beispiel kann einen zerfressen oder Stolz. Solche Sachen sind wesentlich Furcht einflößender, als ein Monster, das im Dunkeln lauert.</p>
<p><strong>CT: Wenn man von diesen Ängsten ausgeht, wie schafft man es so was in einem Rollenspielszenario einzusetzen. Wie schon gesagt, in einem Roman machen die Figuren ja was man will, aber Spieler sind unberechenbar und wenn man sie leitet, dann ist das Railroading, was also tun?</strong></p>
<p>JCS: Eigentlich funktioniert das am besten, wenn der Horror, den man erzeugen will, gar nicht direkt im Abenteuer stattfindet. Da stößt man auf irgendwelche Tiefen Wesen oder so und erlebt lovecraftschen, cthuloiden Horror. Aber man sollte gleichzeitig über eine Kampagne hinaus Metaplots aufbauen, welche sich nur mit den Charakteren beschäftigen. Man formuliert die besser aus, zusammen mit den Spielern, die sie spielen. Wenn man weiß, wie ein Charakter tickt, kann man den persönlich angehen. Dann am besten durch die Hintertür. Meine oben genannte Angst könnte man z.B. ausspielen, indem man die Frau eines Charakters sagen lässt, dass er sich sehr verändert hätte, gruselig geworden ist oder so. Man kann dann gezielt auf die Charaktere designte Paranoia samt Halluzinationen bringen, die durch den Stabilitätsverlust legitimiert sind und diese Spleens dann wieder verwenden, um neue Abenteuer zu konstruieren oder den Abenteuern zumindest mehr Würze zu geben. Meiner Meinung nach geht es eh immer um die Spieler und ihre Charaktere, nie primär um die Geschichte oder das Szenario. Das ist nur der Aufhänger, die Bühne, auf der die Spieler agieren. Wahnsinnig werden die immer ganz von alleine. Fördern kann man das natürlich noch im Abenteuer. Durch Selbstreflexion zum Beispiel. Wenn ich ein Abenteuer schreiben würde, in dem Egoisten zu haarigen Monstern würden, wäre dies wahrscheinlich am gruseligsten für Egoisten. Blödes Beispiel&#8230;</p>
<p><strong>CT: Liegen Horrorromane auf deinem Nachttisch oder hast du in letzter Zeit einen guten Horrorfilm gesehen?</strong></p>
<p>JCS: Momentan lese ich kein Horrorbuch, ich lese gerade „Die Kompanie der Oger&#8221; von A. Lee Martinez, so ein Comedy-Fantasy-Ding. Macht Spaß. Danach lese ich wahrscheinlich endlich mal wieder die Dune-Reihe weiter. Hab in letzter Zeit auch keinen wirklich guten Horrorfilm gesehen. Das einzige, was denen ja momentan einfällt, ist, Remakes von japanischen Streifen oder alten Streifen zu produzieren. Es soll ja sogar ne Neuverfilmung von Freddy ohne Robert Englund kommen. Das finde ich langweilig und überflüssig. Ich warte auf „Cthulhu&#8221;, über den sich die Geister bei imdb ja scheiden. Solange guck ich mir noch ein paar mal „Die Mächte des Wahnsinns&#8221; oder „The Thing&#8221; an, um die Wartezeit zu verkürzen.</p>
<p><strong>CT: Beides schöne Klassiker von John Carpenter, kann man nix mit falsch machen. Mächte des Wahnsinns ist schon sehr cthuloid oder?</strong></p>
<p>JCS: Nicht so cthuloid wie Gülcan, aber fast. Meiner Meinung nach der cthuloideste Film, den es gibt. Oder zumindest, den ich kenne. Der hat alles, das ist eigentlich eine kleine, cineastische Lovecraft-Fibel. Nicht nur, weil er Monster und Abnormitäten zeigt und in der Klapse anfängt. Die ganze Struktur des Films ist surrealistisch und durch geklatscht. Der Film fängt irgendwann an, völlig durch zu drehen und eine Szene nach der anderen zu bringen, in der irgendeine kranke Scheiße passiert. Darin unser Protagonist, vollkommen auf sich allein gestellt, kommt einfach nicht aus der Stadt raus, wird immer wahnsinniger. Das ist super.</p>
<p><strong>CT: Wo wir schon bei Carpenter sind: Eine letzte Sache noch, so kurz vor dem Schlusswort. Ich habe neulich einen Beitrag gesehen, ein Interview mit John Carpenter in dem er kurz zwei Arten von Horror zusammenfasst. </strong></p>
<p><strong>Man stelle sich einen Schamamen und seinem Stamm vor. Das Lagerfeuer lodert und alle Stammesangehörigen sitzen um die Flammen herum und lauschen der Geschichte des Schamanen. Er erzählt von dem Schrecken der dort draußen lauert. Der andere Stamm, das Ungeheuer im Wald, die finstere Höhle in der das Grauen wartet und die man nicht betreten sollte. Das ist die eine Art von Horror &#8211; Er kommt von außen.</strong></p>
<p><strong>Und dann könnte der Schamane noch eine andere Geschichte erzählen. Eine Geschichte bei der es um das Grauen in uns selbst geht. Wir sind das Böse. Es kommt aus uns, es lauert in unserem Herzen &#8211; Das ist der Horror von innen. Was meinst du dazu?</strong></p>
<p>JCS: Ja, das würde ich so unterschreiben. Ich weiß noch, dass ich (ich weiß gar nicht mehr von wem genau oder wodurch) bei den ersten Sachen, die ich für Pegasus gemacht habe, Anweisung bekommen habe, möglichst neben äußerem auch inneren Horror anzuwenden. Beides funktioniert irgendwie, beides gruselt. Ich persönlich finde inneren Horror stärker. Das ist genau dieses Mein-eigener-Abgrund-Ding, worüber wir vorher schon gesprochen haben. Vielleicht könnte man sogar soweit gehen, zu sagen, dass äußerer Horror oft vom inneren Horror bestimmt wird. Denn wenn ich in die dunkle Höhle gehe, werde ich herausfinden, dass es nur eine dunkle Höhle ist. Besuche ich den bösen Stamm, werde ich herausfinden, dass es nur Menschen sind.  Es sei denn, das sind wirklich fiese Kerle oder da hockt ein Monster in der Höhle. Dann greifen unsere Überlebenstriebe, unsere natürliche, angeborene und gesunde Angst. Innerer Horror is da schon sicker, schwerer greifbarer und erklär- bzw. bekämpfbarer.</p>
<p><strong>CT: Das war unser letztes Sommerinterview in diesem Jahr! Danke Jens für die Zeit, die dieses Interview verschlungen hat und wie immer gehören unseren Interviewpartnern die letzten Worte. Jens, du hast das Wort!</strong></p>
<p>JCS: Tja, wat soll man da sajen? Ich hoffe, ich hab nicht zu viel geschwafelt, das mach ich nämlich gerne und&#8230; spielt Cthulhu! Sofort! Und sowieso: Nicht so viel „World of Warcraft&#8221;, mehr Pen&amp;Paper, gefälligst!</p>
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		<title>Die Sommerinterviews 2008 – Andreas Melhorn</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Aug 2008 08:03:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[Super 8, Tage des Mondes, Spielleiterbeiträge für den Hexer von Salem und Dementophobia, all das und noch zahllose Rezensionen für all die Cthulhu-Produkte hat unser heutiger Interviewpartner geschrieben, Andreas Melhorn! Cthulhu.de-Team: Herzlichen Dank für das Interview Andreas und ohne weiteres &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/die-sommerinterviews-2008-andreas-melhorn/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Super 8, Tage des Mondes, Spielleiterbeiträge für den Hexer von Salem und Dementophobia, all das und noch zahllose Rezensionen für all die Cthulhu-Produkte hat unser heutiger Interviewpartner geschrieben, <strong>Andreas Melhorn</strong>!</p>
<p><strong>Cthulhu.de-Team: Herzlichen Dank für das Interview Andreas und ohne weiteres Blabla, fangen wir gleich am besten mit einer kurzen Vorstellung von dir an:</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Andreas Melhorn:</strong> Ich bin Jahrgang 1972, Apotheker und seit Ewigkeiten Rollenspieler. Wenn es meine Freizeit hergibt (und manchmal auch, wenn sie es nicht tut), schreibe ich für verschiedene Rollenspielverlage Artikel, Abenteuer und was sonst so anfällt – das meiste für Cthulhu. Mein letztes Projekt war ein Soloabenteuer, eine spannende aber anstrengende Erfahrung.</p>
<p>Meine erste Veröffentlichung für Cthulhu war übrigens die Kurzgeschichte „Die Substanz“, die in der Cthuloiden Welten 1 erschienen ist.</p>
<p><strong>CT: Soloabenteuer… Ach das waren noch Zeiten. Was hast du denn da auf die Beine gestellt und wo liegt die Schwierigkeit bei den Soloabenteuern?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Im Cthulhu-Newsletter wurde ja bereits ein Ermittlerhandbuch für Cthulhu Now mit dem Titel „Verschlusssache“ angekündigt. Das Buch richtet sich hauptsächlich an Spieler (für den Spielleiter sind aber auch diverse Tipps enthalten, die auch ich besteuern werde) und enthält ein Soloabenteuer. Über den Inhalt möchte ich nichts verraten, nur dass eine Sekte und eine leere Disco eine wichtige Rolle spielen.</p>
<p>Die Schwierigkeiten lagen hauptsächlich in der Tatsache, dass es mein erstes Solo war <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Ich habe, glaube ich, alle Methoden der Organisation ausprobiert, die es so gibt. Ich habe die Abschnitte in ein Notizbuch gekritzelt, was aber irgendwann unübersichtlich wurde, habe Karteikarten auf dem Fußboden ausgebreitet und bin schließlich beim Mind-Mapping-Programm FreeMind gelandet und dabei geblieben. Schlussendlich gelten in einem Solo natürlich andere Regeln als in einer Geschichte oder einem Gruppenabenteuer, die man sich erst einmal erarbeiten muss.</p>
<p><span id="more-568"></span></p>
<p>Als ich nur zwei Wochen vor der Deadline den zweiten Akt komplett neu machen musste, weil ich beim Durchgehen des Textes feststellte, dass meine bisherige Version Mist war, hätte ich am liebsten alles hingeschmissen. Aber das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach sehen lassen.</p>
<p><strong>CT: Und wie bist du zum Rollenspiel gekommen?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Wie jeder zweite Rollenspieler in Deutschland über D&amp;D. Im Herbst 1986 las ich in der Zeitschrift „Spielbox“ über D&amp;D und Weihnachten bekam ich dann die rote D&amp;D-Box geschenkt – Ostern die blaue. Am Anfang war das Spiel noch nicht so toll – wir waren ein Spielleiter und ein Spieler, der sechs Figuren übernahm – aber irgendwann fand ich dann eine „richtige“ Gruppe und die Dinge nahmen ihren Lauf.</p>
<p><strong>CT: Was steht denn bei dir alles im Schrank an Rollenspielbüchern?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Zu viel <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Ich habe diverse Regelwerke im Schrank stehen, die ich alle gern mal spielen würde, aber nie die Zeit finde. Große Spiele sind da genauso dabei wie Indie-Spiele. Die Cthulhubücher von Pegasus habe ich alle, von den Chaosium-Veröffentlichung zumindest die meisten. Einzig DSA und D&amp;D findet man bei mir kaum; ich mag bei beiden die aufgedunsenen Regeln nicht. Meine derzeitigen Favoriten sind Unknown Armies, Savage Worlds und natürlich der Dauerbrenner Cthulhu.</p>
<p><strong>CT: Bist du mehr Sammler oder Spieler?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Leider mehr Sammler. Ich wünschte, ich hätte neben dem Schreiben und dem richtigen Leben mehr Zeit zu spielen.</p>
<p><strong>CT: Und wo wir gerade beim spielen sind, lieber Spieler oder Spielleiter?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel: </strong>Spielleiter, absolut. Ich bin auch ab und zu gern Spieler, ertappe mich aber dabei immer wieder, wie ich mich leicht ablenken lasse oder darüber nachdenke, wie ich die gerade laufende Situation selbst gehandhabt hätte. Als SL bin ich hingegen konstant gefordert und spiele viele verschiedene Figuren. Außerdem finde ich es total spannend, zu sehen, ob eine Situation so gelingt wie sie geplant war.</p>
<p><strong>CT: Dann gehen wir mal langsam in Richtung Cthulhu: Wie zog es dich denn in die tentakligen Fänge des kosmischen Grauens?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Ich glaube, in der 12. Klasse war es, als ich einen Artikel über Cthulhu las. Ich fand das Prinzip – Horror war ja zu der Zeit noch völlig neu – und die Monster total cool. Unsere Spielversuche waren allerdings zunächst eine Katastrophe. Weil ich nur Fantasy kannte, verstand ich noch nicht so recht, was ein Horrorspiel ausmacht. „Die Anstalt“, eine Sammlung, die bis auf ein oder zwei nur schlechte Abenteuer enthielt, half auch nicht gerade. Erst sehr viel später habe ich Cthulhu „begriffen“ und von da an auch erfolgreiche Abenteuer geschrieben und geleitet.</p>
<p><strong>CT: Nachdem du den Dreh raus hattest, was faszinierte dich da an Cthulhu?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel: </strong>Damals war es die „Größe“ der Geschichten und die Monster. Tentakelmassen und protoplasmatische Haufen mit Augen und Mäulern waren ganz neu für mich und faszinierten mich unheimlich.</p>
<p>Mit der „Größe“ meine ich die Dimensionen: Dass etwas viele Millionen Jahre alt war oder so groß wie ein Planet, übte zusammen mit den neuartigen Monstern die gleiche Anziehung auf mich aus wie wahrscheinlich auf jeden 16-jährigen Cthulhu-Fan.</p>
<p>Die Sache mit der „Größe“ finde ich auch heute noch faszinierend, doch inzwischen sind natürlich viele andere Dinge dazu gekommen. Teilweise sind es die 20er, die als Epoche großartig für Rollenspiele geeignet sind, aber es sind auch die generellen Möglichkeiten eines Horrorspiels.</p>
<p>Cthulhu ist für mich aus verschiedenen Gründen das beste Rollenspieldesign der Welt. Nicht weil die Regeln so toll wären (sie sind ja doch etwas altbacken), sondern weil sie genau das tun, was sie tun sollen und nicht im Wege herumstehen. Das Regelwerk ist nicht umsonst seit 25 Jahren fast unverändert. Jeder Neuling kapiert mit einem ausgefüllten Charakterbogen in der Hand innerhalb von zwei Minuten, worum es geht, die Welt ist leicht zugänglich und selbst totale Rollenspielanfänger finden sich sofort zurecht. Das Konzept ist fokussiert genug, dass jeder Spieler gleich weiß, was von ihm erwartet wird, aber frei genug, um viele Möglichkeiten zu bieten. Das Gesamtkonzept aus Zugänglichkeit, einfachen Regeln und stimmungsvoller Welt funktioniert.</p>
<p>Cthulhu hat aber natürlich auch eine Menge Grenzen, z. B. führt der starke Fokus, der das Konzept eigentlich so gut macht, relativ schnell dazu, dass man glaubt, alles schon gesehen zu haben. Je länger ich dabei bin, desto stärker muss ich kämpfen, um diese Grenzen zu umgehen.</p>
<p><strong>CT:  Wie gelingt dir der Kampf?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Ich suche nach Themen, die mich faszinieren oder denen ich noch nicht so häufig über den Weg gelaufen bin. Aus diesem Grund schreibe ich gern für Cthulhu Now und den Hexer von Salem, denn in beiden Settings gibt es noch viele offene Möglichkeiten. Außerdem suche ich nach neuen Abenteuerstrukturen; Indie-Rollenspiele und Rollenspieltheorie helfen mir, diese zu verstehen. Mein neustes Abenteuer „Girnwood Manor“ (es erscheint wahrscheinlich in der nächsten CW) arbeitet beispielsweise intensiv mit Personennetzen und „Bangs“ – ich bezweifle aber, dass der unvoreingenommene Leser das bemerkt.</p>
<p><strong>CT: Wie sieht es mit Lovecraft aus, hast du seine Geschichten gelesen?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Ja, klar, aber das ist lange her. Stephen King soll mal gesagt haben, dass Lovecraft jemand ist, den man mit 14 liest und als Erwachsener hinter sich lässt. Ich kann das gewissermaßen nachvollziehen. Die Gefahr, dass der Mythos sein eigenes Klischee wird, ist recht groß – auch wenn ich Lovecraft literarisch immer noch für ausgezeichnet halte.</p>
<p><strong>CT: Trotz der Klischees, welche Geschichten haben dir am meisten gefallen?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> „Herbert West“ – ich liebe das Zombiethema – und bei „Träume im Hexenhaus“ habe ich mich damals ziemlich gegruselt. „Cthulhus Ruf“ und „At the Mountains of Madness“ haben mich eher gelangweilt, aber die ganzen anderen Klassiker wie „Schatten über Innsmouth“ fand ich natürlich großartig.</p>
<p>Mein Lieblingsmythosbuch ist übrigens nicht von Lovecraft selbst, sondern „Cold Print“ von Ramsey Campbell. Das sollte sich kein Mythosfan entgehen lassen, der eine Chance es noch irgendwo zu bekommen.</p>
<p><strong>CT: Oh, jetzt du einen wunden Punkt erwischt, das kenne ich gar nicht, worum geht’s und wo ist das Buch zu finden?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> „Cold Print“ sammelt alle oder zumindest die meisten Mythosgeschichten von Ramsey Campbell. Als er 17 Jahre alt war, hat er ein Buch mit Mythosgeschichten veröffentlicht und damit wegen seines Alters ziemlich Furore gemacht. In „Cold Print“ hat er die vier Schlechtesten rausgeworfen und seine neueren Mythos-Storys hinzugefügt. Ich hatte das Glück das Buch bei einem Neuseelandaufenthalt auf diversen Grabbeltischen für zwei NZ-Dollar zu bekommen. In Deutschland wird es schwierig. Über Amazon findet man noch ein paar Händler.</p>
<p><strong>CT: Zurück zum Rollenspiel: Welcher Epoche bist du am meisten zugetan?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Gespielt habe ich bisher nur in den 20ern und der Gegenwart (und einmal auf einem Con im alten China). Die 1890er – speziell die Abenteuersammlung „Sacraments of Evil“ – mag ich aber auch sehr. Ich möchte mich auf keine einzelne Epoche festlegen, denn für mich ist Abwechslung wichtiger als eine bestimmte Stimmung.</p>
<p><strong>CT: Was unterscheidet diese Epochen von den anderen?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Sie haben alle Vor- und Nachteile. ‚Now’ ist leicht zugänglich und bietet viele Möglichkeiten. Durch die vielen Horrorfilme, die es gibt, ist es aber so mit Klischees durchsetzt, dass der Spielleiter nur schwer alle vermeiden kann. Außerdem gehört für mich zu Chulhu dazu, dass es ein wenig „angestaubt“ ist. Die 20er Jahre passen da besser, sind aber als Epoche bereits etwas überstrapaziert. „Gaslight“ bietet zwar eine tolle Stimmung, es ist aber schwieriger sich in diese Zeit hineinzuversetzen, weil sie weiter weg ist.</p>
<p><strong>CT: Gibt es Szenarios die du ganz besonders gelungen findest?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Eine ganze Menge. Ich mag besonders die, die auf Horror und weniger auf Detektivarbeit ausgelegt sind. Je älter ich werde und je mehr Verpflichtungen ich habe, desto weniger Zeit und Lust bleiben mir, mich erst aufwendig in eine Geschichte hineinarbeiten zu müssen – egal ob als Spieler oder Spielleiter. Ich mag besonders die intensiven Abenteuer, die mit einem Knall losgehen.</p>
<p>Einen ganz besonderen Platz in meinem Rollenspielerherz – trotz des großen Detektivanteils – hat „Die Froschkönig-Fragmente“. Es ist nicht nur ein generell großartig designtes Abenteuer, es liefert für mich auch eine tolle Kulisse, ich bin nämlich in Seesen (also dem Sehusen des Abenteuers) aufgewachsen und alle lokalen Legenden und wichtigen Örtlichkeiten finden im Abenteuer Erwähnung.</p>
<p>„Unter Druck“ von Pagan Publishing habe ich fünfmal geleitet (wir haben das ganze Programm mit besonderer Beleuchtung und Hintergrundgeräuschen und sogar den im Abenteuer vorgeschlagenen Walkie-Talkies gefahren), das war jedesmal ein ganz großer Spaß. Von den deutschen gefallen mir „Gestohlene Leben“ und „Vom Winde verwest“ sehr gut, aber das hat einfach den Grund, dass ich diese beiden als Spieler mit jeweils sehr guten Spielleitern und großartigen Gruppen gespielt habe. Es gibt noch andere hervorragende deutsche Szenarien.</p>
<p><strong>CT: Welches Szenario eignet sich denn am besten um Neulinge auf den Geschmack zu bringen?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> „Unter Druck“. Das Abenteuer macht einfach großen Eindruck, wenn die Spieler in einem dunklen Raum sitzen, mit leisem Echolot-Ping im Hintergrund und ausschließlich blauer und grüner Beleuchtung. Der Plot ist sofort spannend und zieht selbst den schüchternsten Neuling in seinen Bann. (Zur Erklärung: In „Unter Druck“ spielen die Spieler Forscher in einem modernen U-Boot auf einer Forschungsreise 500 m unter dem Meeresspiegel. Da sich die Gruppe höchstwahrscheinlich im Laufe der Geschichte mehrmals trennt, wird das Abenteuer mit zwei Spielleitern gespielt, die Gruppen dann auch räumlich getrennt und Funkkontakte mit echten Sprechgeräten ausgeführt. Das Abenteuer gibt viele Tipps zur Stimmung und Beleuchtung, die unbedingt eingehalten werden sollten.)</p>
<p>Eigentlich sind aber all die Abenteuer gut geeignet, die ich ohnehin bevorzuge – es sollte gleich „richtig losgehen“ und Nachforschungen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Neulinge sind schnell gelangweilt, wenn sie zu lange von Hinweis zu Hinweis pilgern müssen.</p>
<p><strong>CT: Wie sieht es mit Kampagnen aus? Hast du schon mal eine gespielt?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Nein, noch keine Ganze. Wir sind gerade im Orient-Express, kommen aber aus Zeitgründen nur sehr langsam voran.</p>
<p>Theoretisch finde ich Kampagnen toll, aber ich brauche dann doch meist recht schnell Abwechslung.</p>
<p>Die einzige Ausnahme war vielleicht „Froschkönig-Fragmente“. Als wir das spielten hat einfach alles gestimmt – und wir waren 22 Spielabende beschäftigt.</p>
<p><strong>CT: Trotz der 22 Spielabende bei den Froschkönig-Fragmenten klingt es so, als seiest du One-Shots ganz und gar nicht abgeneigt, richtig?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Richtig <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Ich spiele sehr gern One-Shots, weil man mit ihnen so schön experimentieren kann. Meiner Erfahrung nach laufen außerdem Abenteuer besonders gut, die genau drei Spielabende lang sind, denn sie durchlaufen ganz natürlich das 3-Akt-Modell wie es z. B. in Serien angewendet wird. Zeitmangel verbietet mir längere Abenteuer ohnehin.</p>
<p><strong>CT: Du schreibst auch Kurzgeschichten und erst neulich war eine zu finden in der Sammlung „Disturbania“. Wie kam es dazu?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Zu der Geschichte in „Disturbania“? David Grashof kannte mich (oder besser: hatte von mir gehört), weil wir beide für den Envoyer schreiben. Als er Leute für die Anthologie suchte, fragte er auch mich und ich sah endlich mal wieder eine Chance, mich um eine Kurzgeschichte zu kümmern.</p>
<p><strong>CT: Eine Kurzgeschichte zu schreiben ist ja etwas völlig anderes als ein Rollenspielszenario. Ist es einfacher oder schwerer eine Geschichte zu entwerfen?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Ich vermute das kommt ein bisschen darauf an, woher man kommt. Ich komme aus dem Rollenspiel und damit fällt mir ein Abenteuer sehr viel leichter. Ich benötige Unmengen an Energie, mich durch eine Geschichte zu beißen.</p>
<p>Man benötigt für Geschichten außerdem wesentlich mehr Übung und Talent. Als  mittelmäßiger Autor kann man gute, ja sogar hervorragende Abenteuer schreiben, für eine Geschichte reicht „mittelmäßig“ häufig nicht aus (ich will jetzt nicht mutmaßen ob meine Bemühungen in „Disturbania“ ausgereicht haben).<br />
<strong><br />
CT: Planst du auch weitere Kurzgeschichten, vielleicht gar eine Novelle oder einen Roman?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Ich würde gern weiter in diese Richtung gehen, ob aber Energie und Zeit dafür ausreichen, wird sich erst noch zeigen. Eine Novelle könnte in den Bereich des Möglichen rutschen, aber ein Roman für sehr lange Zeit nicht.</p>
<p><strong>CT: Und jetzt das Wichtigste: Ratschläge für angehende Autoren. Was kannst du einem Neuling in dem Bereich raten, egal ob Rollenspiel oder Prosa?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel: </strong>Seid zuverlässig und nehmt euch selbst nicht so ernst. Das ist ein Tipp, den man ruhig in allen Lebenslagen beherzigen sollte <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Zuverlässigkeit und Kritikfähigkeit sind das A und O. Ohne sie läuft gar nichts.</p>
<p>Am Anfang ist es immer schwierig. Man sollte sich realistische Ziele setzen und dann einfach schreiben. Die besten Pläne für die tollste Riesenkampagne nützen nichts, wenn man nicht die Zeit und Energie hat, sie aufzuschreiben. Klein anzufangen ist wichtig, vielleicht zuerst ein paar Rezensionen, Kurzabenteuer oder kleinere Artikel – oder natürlich Kurzgeschichten. Durch diese kleinen Projekte muss man sich dann durchbeißen, auch wenn es mal nicht so gut läuft.</p>
<p><strong>CT: Als letztes Thema haben wir noch Blogs. Du hast ja auch ein eigenes Blog, zu finden unter<a href="www.amel.tk" target="_blank"> www.amel.tk</a>. Hast du ein bestimmtes Thema über das du schreibst?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Angefangen hat es als klassische Homepage mit dem Thema „Cthulhu abseits“, wo ich Settings, Regeln und Ideen für das Cthulhu-Rollenspiel verlinken, beschreiben und darstellen wollte, die nichts mit den drei klassischen Settings oder den BRP-Regeln zu tun haben. Meine ganzen Rezensionen, die ich für Envoyer, Ringbote und X-Zine geschrieben hatte, kamen dort hin. Die Pflege der Seite wurde mir irgendwann aber zu aufwendig und die Seite selbst zu unübersichtlich, also wechselte ich auf das Kategorien-Management von WordPress.</p>
<p>Ich mache den Blog hauptsächlich für mich, d. h. inzwischen kommt da alles drauf, was mich im Bereich Phantastik und Rollenspiel interessiert. Links zu Indie- und Retro-Klon-Rollenspielen, kleinere Artikel zu verschiedenen Rollenspielthemen, Rezensionen (seit kurzer Zeit auch zu einigen Filmen und Büchern, die mir aus irgendeinem Grund gut gefallen haben), News zu Cthulhu und anderen meiner Meinung nach erwähnenswerten Dingen usw.</p>
<p>Das einzige echte „Projekt“ sind die „Kurzschocker“, die ich mit Dominik von Rollenspiel-Almanach.de zusammen mache. Ich betreue die Texte, er Grafik und Layout. Die „Kurzschocker“ sind kleine Abenteuer auf genau zwei Seiten – jetzt durchlesen und in 10 min spielen. Sie sind speziell dafür gemacht, ein neues System auszuprobieren oder um eine Lücke in einer Kampagne zu füllen, wenn man mal keine Zeit hatte etwas vorzubereiten. Sie sollen ein Support von Fanseite für verschiedene Regelwerke sein. Wir hoffen, damit Leute zu animieren, auch mal etwas anderes zu spielen, als ihr Lieblingssystem.</p>
<p><strong>CT: Wie viel Zeit investierst du in das Blog?</strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Keine Ahnung. Ich poste, wenn ich gerade Lust und ein wenig Zeit habe oder wenn ich mal wieder eine Rezension für irgendwen fertig gemacht habe, der mir erlaubt hat, sie auch bei mir zu veröffentlichen. Bei 10 bis 20 Posts im Monat kommt da schon ein bisschen Zeit zusammen, aber ich könnte keine genaueren Angaben machen.</p>
<p><strong>CT: Ein Blog ist ja eine recht neue Form des Internetauftritts, was sind für dich die Stärken eines Blogs?</strong></p>
<p><strong></strong><strong>Amel:</strong> Er ist praktisch. Es sind keine HTML-Kenntnisse erforderlich, und man kann Posts jetzt schreiben und später automatisch veröffentlichen lassen. Eine Suche ist eingebaut und mithilfe von Kategorien und Tags kann man sogar ein wenig Ordnung halten. WordPress bietet sogar Seiten an, die immer im Menü verlinkt werden. Mit diesem Format kann ich loswerden, was ich loswerden will und muss mich nicht um den langweiligen administrativen Kram kümmern.</p>
<p>Kommentare sind bestimmt auch ganz praktisch, aber mein Feedback ist sehr gering. (Danke an Tom, der die Feedback-Fahne immer hochhält!)</p>
<p><strong>CT: Was zeichnet ein gutes Blog aus?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Mindestens einen halbwegs interessanten Post pro Woche. Wenn sich einen Monat gar nichts tut, gucke ich normalerweise auch nicht mehr drauf.</p>
<p><strong>CT: Bekommst du viel Resonanz?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Amel:</strong> Ja, von Tom <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Aber außer ihm und zwei oder drei anderen Leuten, die ich persönlich kenne, kommt nur sehr wenig Feedback. Aber ich rechne auch nicht mit viel Resonanz, freue mich aber um so mehr über jeden Kommentar.</p>
<p><strong>CT: Also, dann schaut doch mal bei www.amel.tk rein <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Ich glaube jetzt wurdest du auch lange genug mit Fragen gequält: Wir kommen zum Schluss und die letzten Worte gehören natürlich dir und danke nochmals für das Interview!</strong></p>
<p><strong></strong><strong>Amel:</strong> Ich danke auch. Das hat mir großen Spaß gemacht. Viel Spaß an alle mit Cthulhu und wollen wir hoffen, dass es sich konstant weiterentwickelt und uns noch lange erhalten bleibt.</p>
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		<title>Die Sommerinterviews 2008 &#8211; Tobias Bachmann</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Aug 2008 07:17:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Tobias Bachmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit Tobias Bachmann haben wir heute den Autor von Das Spiel der Ornamente als Interviewpartner. Gemeinsam mit Markus K. Korb schrieb er im letzten Jahr den Episodenroman Das Arkham-Sanatorium, der in Lovecrafts hexenverfluchten Stadt am Miskatonic spielt. Tobias Bachmann ist &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/die-sommerinterviews-2008-tobias-bachmann/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit <a href="http://www.tobias-bachmann.de/" target="_blank"><strong>Tobias Bachmann</strong></a> haben wir heute den Autor von <em>Das Spiel der Ornamente</em> als Interviewpartner. Gemeinsam mit <strong>Markus K. Korb</strong> schrieb er im letzten Jahr den Episodenroman <em>Das Arkham-Sanatorium</em>, der in Lovecrafts hexenverfluchten Stadt am Miskatonic spielt. Tobias Bachmann ist außerdem Übersetzer, hat Kurzgeschichten zu unterschiedlichen Anthologien beigesteuert (<em>Die Legende von Eden</em>, <em>Liberate me</em>, <em>Disturbania</em>) und ist nicht zuletzt Autor der Bücher <em>Kaleidoskop der Seele</em>, <em>Novalis&#8217; Traum</em> und <em>Auspizien</em>.</p>
<p><strong>Cthulhu.de-Team: Erst einmal vielen Dank für das Interview! Bevor wir mit den einzelnen Fragen starten, wäre es toll wenn du dich kurz vorstellen würdest, Tobias.</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Tobias Bachmann:</strong> Dass die schwierigsten Fragen auch immer zuerst kommen müssen&#8230; Nun gut: Ich wurde 1977 in Erlangen geboren, wo ich noch immer lebe und arbeite. Ich habe eine kleine Tochter, die leider nicht bei mir lebt, und bin fest liiert. Man bezeichnet mich gerne als kreativen Chaoten; ich bin ein sportlicher Genussmensch, ein friedlicher Rebell, fischessender Vegetarier&#8230;, eben ein Mensch der Gegensätze in sich vereint. Neben meiner Berufung, der Schriftstellerei, habe ich auch noch einen Beruf, der die verwirrende Bezeichnung Heilerziehungspfleger trägt. Bis vor kurzem verdiente ich mein Geld noch in einem Wohnheim für Erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung. Seit kurzem habe ich jedoch in die Tagesstätten gewechselt, wo ich es nun mit Kindern zu tun habe. Wenn ich ausnahmsweise mal keine Geschichten ersinne oder irgendwelche Menschen betreue, dann mache ich ab und an auch ein wenig Musik. Viele Jahre war ich aktiver Rockmusiker, habe auf der Bühne in die Tasten gehauen und dabei meine Haare geschüttelt. Seit sich jedoch mein letztes musikalisches Projekt in Wohlgefallen aufgelöst hat, komme ich kaum noch zum Musik machen. Ich schreibe vermehrt, übersetze auch ab und an mal für verschiedene Verlage, und manchmal kommt es sogar vor, dass ich Zeit zum Schlafen finde.</p>
<p><span id="more-493"></span></p>
<p><strong>CT: Seit wann schreibst du?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB: </strong>Ich war 16 Jahre alt, als ich mit zwei Schulkameraden für einen Monat Großbritannien bereiste, via Interrail-Ticket, und mit Tramperdaumen. Der Urlaub gestaltete sich eher exzessiv und abenteuerreich, und ich ging voll und ganz in der Atmosphäre auf, die auf dieser großen Insel vorherrscht: Alte Gemäuer in London, ein uralter Friedhof in Wales, steinerne Keltengräber in Irland, gut erhaltene, aber dennoch düster dreinblickende Burgen in Schottland, ein vermoderter Fischerhafen in Norwich&#8230; Stefan (auch heute noch einer meiner wichtigsten Testleser) und ich erzählten uns abends immer Gruselgeschichten, die wir uns spontan erdachten, und Stefan drängte mich regelrecht dazu, diese aufzuschreiben. Also kauften wir uns dort vor Ort jeder ein Notizbuch, und los ging‘s. Meine erste richtige Geschichte habe ich 1993 geschrieben. Sie war grottenschlecht und erschien in einer Schülerzeitung. Ich habe nicht mal ein Belegexemplar. Aber ein Lehrer wurde dadurch auf mich aufmerksam, und gab mir einige Tipps, die ich beherzigte. Und ich bemerkte, dass das Schreiben mir Spaß machte, dass es mich befreite, dass es mir quasi half, meine inneren Dämonen zu bändigen. Zunächst war ich damit beschäftigt, all die Ideen aus den England-Impressionen aufzuschreiben &#8211; das schlimme war nur: zu jeder Geschichte, die ich schrieb, fielen mir gleich zwei neue Ideen ein. Ich habe eine Notizbuchsammlung hier, die fast ausschließlich aus Ideen bestehen. Wenn ich die alle in literarischer Form niederschreiben würde, dann müsste ich mehrere Hundert Jahre alt werden&#8230; und täglich kommen neue hinzu. 1998 erschien mein erstes Buch, Steine, bei Jörg Kleudgens leider nicht mehr existierendem Verlag Goblin Press, was mich dermaßen bestärkte, dass ich wie ein Besessener weiter schrieb, an meinem Stil feilte, und nach und nach merkte, dass das Schreiben mehr ist, als nur ein Hobby. Meine Ideen wurden im Laufe der Zeit umfangreicher, manche passten zueinander, und indem ich mehrere Ideen zusammenwürfelte, entstand mein erster Roman, Die Ruhe nach dem Tod.<br />
<strong><br />
CT: Und wie hat alles angefangen? Hast du dir schon als Kind Geschichten ausgedacht und zu Papier gebracht?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Ich kann mich daran erinnern, dass ich als Kind bereits so Sachen machte, etwa eine Art Zeitung zu schreiben. Meine Schwester besitzt noch heute ein Comic, das ich ihr mal zum Geburtstag gemalt habe, und einmal startete ich gar den Versuch einen Roman zu schreiben, einen James Bond Roman, in dem es darum gehen sollte, dass 007 einen Doppelgänger hat, den er jagen muss. Ich kam nie über die erste Seite hinaus. In der Schule dann, bekam ich einmal Ärger, weil mein Erlebnisaufsatz zu fantasiereich war. Soweit ich mich erinnere mussten meine Eltern damals in die Schulsprechstunde und fortan hatte ich unter meine Aufsätze zu schreiben: &#8220;Dies ist ein reiner Fantasieaufsatz.&#8221; Einer meiner letzten Aufsätze (später schreibt man laut Lehrplan ja keine mehr, sondern nur noch Erörterungen und so Sachen) schrieb ich auf dem Gymnasium, und hatte zum Thema: Als die Straßen aus Gummi waren &#8211; also auch bereits Phantastik im weitesten Sinne.</p>
<p><strong>CT: Schriftsteller, das lese ich immer wieder, sollen ja viel lesen. Was liegt denn gerade auf deinem Nachttisch?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Aktuell lese ich Ramsey Campbells <em>Hungriger Mond</em>, das mir bislang sehr gut gefällt. Ich mag Campbells Stil, der am hervorragendsten ist, wenn er den Verfall der Städte beschreibt. Ich lese in der Tat sehr viel und gerne, muss jedoch eingestehen, dass ich zunehmend weniger Zeit dafür finde. Leider kaufe ich dennoch wie ein Wahnsinniger ein Buch nach dem anderen, so dass mein SUB (Stapel ungelesener Bücher) wächst und wächst.</p>
<p><strong>CT: Oh, ein Phänomen das mir nicht unbekannt ist. Hast du es schon mal mit Hörbüchern versucht?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Habe ich, in der Tat. Begeistert hat mich die Hörbuchadaption von Umberto Ecos <em>Das foucaultsche Pendel</em>, sowie die Umsetzung von Barkers <em>Die Bücher des Blutes</em>, die ich für gelungen erachte, da sie einfach gut gelesen sind. Das Problem, das ich mit Hörbüchern habe: Ich bin nicht multitaskingfähig. Sprich: Entweder ich höre zu, oder ich mach irgendwas anderes. Von daher genieße ich ein Hörbuch gerne mal in der Badewanne, oder aber zum Einschlafen (wobei ich dann nicht wirklich viel von mitbekomme&#8230;); was schlussendlich der Grund ist, dass ich mich mit diesem Medium nicht wirklich auseinandersetze. Ab und an bekommt man mal eines geschenkt, die höre ich mir dann an; sofern ich dazu komme. Aber für nebenher ist das bei mir nichts. Es ist genauso, wie mit Filmen. Einen Fernseher besitze ich nicht, da ich Gefahr laufe, mir dann von morgens bis abends jeden Schrott anzusehen, der auch nur am Hirnrand irgendwie interessant sein könnte, lediglich deshalb, da es bewegte Bilder sind. Was ich aber gerne tue, ist, mir DVDs anzusehen (am Computer), oder aber natürlich ins Kino zu gehen. Ich bin ein Mensch, der sich voll und ganz auf Geschichten einlässt, sei es als Hörbuch, als Film oder eben als Buch. Anders kann ich damit nicht umgehen.</p>
<p><strong>CT: Zurück zum Gedruckten: Wer sind deine Favoriten wenn es um aktuellen (nationalen wie internationalen) Horror geht? Welche Autoren bereiten dir eine Gänsehaut?</strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Mein All-Time-Fave war, ist und bleibt eindeutig Clive Barker. Ich halte ihn für einen großartigen Visionär, mit einer gewaltigen Wortgewandtheit, und einer Fantasie, die seinesgleichen sucht. Er ist der einzige Autor, der es bei mir erreicht hat, einen Sammlertick auszulösen, den man schon beinahe als krankhaft bezeichnen kann. Ansonsten muss ich gestehen, gibt es international zur Zeit nur wenig Lebendiges, das dem Genre zuzuordnen ist und mich begeistert: Dan Simmons auf jeden Fall; auf Cambell bin ich ja schon eingegangen; gelegentlich greife ich zu einem James Herbert; und Stephen King hat halt auch seine Höhen und Tiefen. Nationale Autoren der Gegenwart beschäftigen mich mittlerweile mehr, da ich es wichtig finde, seine Kollegen zu kennen, mit denen man sich ab und an mal trifft. Hier Namen zu nennen, würde den Rahmen sprengen. Um ein paar Empfehlungen komme ich dennoch nicht herum; so sind zum Beispiel die Kurzgeschichten von Malte S. Sembten von beeindruckender Qualität, und im Bereich der Romane kommt man nur schwer an Andreas Gruber vorbei, auch wenn er sich zunehmend in Richtung Thriller orientiert. Da ich kein Freund von Serien oder Romanreihen bin, würde ich mir von Uwe Voehl wünschen, dass er mehr eigenständige Werke veröffentlicht, da seine literarischen Qualitäten mich immer wieder nicht nur überzeugen, sondern wahrlich vom Hocker hauen. Hast du <em>Totenmeer</em> gelesen? Das Buch ist der Wahnsinn!!!</p>
<p><strong>CT: Leider nicht! War leider schon vergriffen… Für all die Unwissenden, kannst du kurz umschreiben worum es geht?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> <em>Totenmeer</em> erzählt die Geschichte von Dennis Sturm, einem ehemaligen Kampfschwimmer und Sohn einer Nazilegende. Er zieht in das Haus seines Vaters am Rande der Ostseeküste ein, ein Haus, namens Namenlos. Durch ein Fenster im Dachgeschoss kann man auf ein fremdes Meer blicken. Von außen ist das Fenster nicht zu sehen. Die Dorfbewohner, die sich in Form einer Sekte zusammengetan haben, haben Schwimmhäute zwischen den Fingern, und wollen, dass Sturm das Haus verlässt&#8230; Es ist eine ganz eigene Atmosphäre, die Uwe hier heraufbeschworen hat. Hundert Seiten sind nicht viel, doch sie reichen ihm aus, den Leser für ein paar Stunden dermaßen in seinen Bann zu ziehen, dass ich gestehen muss, leichte Komplexe und Schweißausbrüche zu bekommen, wenn ich daran denke, dass von mir der Nachfolgeband stammen wird. Andererseits: Mein Roman wird gänzlich anders sein, was Vergleiche schwer machen wird. Von daher bin ich eigentlich auch schon wieder beruhigt.</p>
<p><strong>CT: Wie sieht es denn allgemein aus mit den deutschen Autoren, müssen die sich vor ihren US-Kollegen verstecken?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB: </strong>Durchaus nicht. In anderen phantastischen Genren haben wir ja derzeit eine ganz schöne Bandbreite deutscher Autoren, die in der Buchhandlung neben den internationalen zu finden sind: Christoph Marzi, Kai Meyer, Andreas Eschbach, Michael Marrak, um nur einige zu nennen; und zunehmend brechen die etablierten Autoren der gegenwärtigen Kleinverlagsszene in die großen Verlagshäuser aus. Auffallend ist jedoch die Genrefrage. Trotz Phantastik bewegen wir uns hier im Bereich der Fantasy, des Historischen Romans, der Science-Fiction. Horror aus Deutschland suchen wir in den großen Verlagshäusern bislang vergebens. Dabei gibt es durchaus großartige Autoren, auch im Kleinverlagsbereich, die sich qualitativ auf internationalem Niveau bewegen. Nur leider ist es ein Genre, dass &#8211; zumindest auf dem großen Buchmarkt &#8211; derzeit nicht sonderlich gefragt zu sein scheint. Wäre es anders, hätten die großen Verlagshäuser schon längst bei dem einen oder anderen Autor zugeschlagen.</p>
<p><strong>CT: Und wenn wir uns die Phantastik in Deutschland insgesamt anschauen?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Ich bezeichne den derzeitigen Zustand als durchwegs positiv. Die Phantastik im allgemeinen ist auf dem Vormarsch. Die Erfolge von Harry Potter, sowie der Herr der Ringe Verfilmungen haben gerade im Bereich Jugendbuch und Fantasy ein Tor geöffnet, das lange Zeit verschlossen war. In einer fantasielosen, grauen Welt, in der es hauptsächlich um Geld und Macht zu gehen scheint, dürstet es den Menschen nach Fantasie, nach Farbe, nach Ablenkung, nach der Flucht in andere Welten, egal ob diese sich im Elbenreich, im Weltraum oder im Hirn eines gemeinen Schlächters befinden. In der Phantastik ist alles möglich, weswegen ich ihr noch einen langen, stetig breiter werdenden Weg prophezeie.</p>
<p><strong>CT: Und wie schätzt du die Zukunft ein? Wird Horror abseits von Stephen King und Dean Koontz nur noch in Kleinverlagen existieren?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Meiner Meinung nach ist es nur noch eine Frage der Zeit. So böse es klingt, aber letztlich gehören gerade die international bekanntesten Genrevertreter quasi zum alten Eisen. Frischfleisch ist gefragt, und dieses wird derzeit in den Kleinverlagen bei mäßiger Hitze nach und nach schön durchgebraten. Es wird der Zeitpunkt kommen, da das Fleisch gar ist, der Duft sich verbreitet und die Menschen Hunger bekommen.</p>
<p><strong>CT: Schauen wir etwas tiefer ins Bücherregal hinein, welche Altmeister des Horrors sollte man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Auf der deutschsprachigen Seite Franz Kafka und Gustav Meyrink, auf der englischen Edgar Allan Poe und Howard Phillips Lovecraft, und wenn es doch etwas moderner sein soll, Autoren wie Robert Bloch und Ray Bradburry.</p>
<p><strong>CT: Warum gerade diese?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Sie alle bilden meinem Empfinden nach die Eckpfeiler auf denen die gegenwärtige Phantastik gebaut ist. Kafkas surreale, traumgleiche Grotesken, Meyrink mit seinem okkulten Geheimwissen, das er in seinen Werken verarbeitet hat, Poe dessen Schauergeschichten vor Romantik förmlich knistern, Lovecraft mit seiner unglaublich dichten Atmosphäre, Bloch und Bradburry die das ganze in moderne, saftige Sprache verwandelt haben. Erst nachdem man sich mit diesen Autoren beschäftigt hat, weiß man, wo die gegenwärtigen Größen des Genres gelernt haben. Mal sehen, wie es weitergeht. Die nächste Generation klopft bereits an die Tür.</p>
<p><strong>CT: Hast du für jeden Autoren noch einen besonderen Lesetipp?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Es ist prinzipiell egal, was man von besagten Autoren liest. Einzig Meyrink und Kafka mögen bei manchem Leser ein wenig auf Unverständnis stoßen, da es keine Übersetzungen gibt, und somit auch keine verschiedenen Stilformen, sondern man sie eigentlich nur im Original lesen kann. Empfehlen würde ich tatsächlich die Standards, etwa Kafkas <em>Das Schloss</em> oder <em>Der Prozess</em>, bzw. von Meyrink <em>Der Golem</em>. Von Poe existieren, von den <em>Denkwürdigen Erlebnissen des Arthur Gordon Pym</em> einmal abgesehen (was er ja nie vollendet hat, und später von keinem geringeren als Jules Verne unter dem Titel <em>Das Eismeer</em> vervollständigt wurde), ja keine Romane &#8211; und bei Erzählungen fallen mir Empfehlungen immer etwas schwer, da sie alle zu unterschiedlich sind. Da kann man sich getrost einfach mal einen beliebigen Band mit Erzählungen hernehmen. Meine Lieblingsgeschichten von ihm sind <em>Grube und Pendel</em>, sowie <em>Lebendig begraben</em>. Bloch ist bekannt für seinen <em>Psycho</em>, der auch wahrlich äußerst gelungen ist. Ich halte das Buch sogar für besser als die Hitchcock-Verfilmung, auch wenn die selbstredend großartig ist. Davon abgesehen hat Bloch hervorragende Kurzgeschichten verfasst, sowie einen der ersten Serienmörderromane aus der Sicht des Mörders: <em>Der seidene Schal</em>. Bei Bradburry empfehle ich immer gerne sein zurecht bekanntestes Werk <em>Fahrenheit 451</em> sowie etliche seiner Kurzgeschichten. Zuletzt gelesen habe ich das Buch <em>Vom Staub kehrst du wieder</em>, das mir sehr gut gefallen hat.<br />
<strong><br />
CT: Kommen wir zu H.P. Lovecraft: Was verbindet dich mit Lovecraft und den Großen Alten?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Eigentlich arbeite ich seit Jahren daran, mich von Lovecraft zu lösen; eigenständiger zu werden. Meine eigenen Universen und Mythologien existieren bereits; in meinem Kopf, in meinen Notizbüchern, manches auch schon auf Papier gebannt. Dennoch scheint mein Werk mit dem Lovecrafts immer wieder verknüpft zu sein. Meine erste Buchveröffentlichung, Steine, beschäftigt sich mit dem Mythos. Gemeinsam mit Markus K. Korb habe ich Das Arkham-Sanatorium geschrieben; und zur Zeit arbeite ich an dem zweiten Roman der Edition Arkham, die beim Basilisk Verlag erscheint. Es ist wahr, das mich Lovecrafts Geschichten und seine erfundene Mythologie um die Großen Alten faszinieren, mich inspirierten, und zum Teil sicherlich den Grundstein legten, selbst aktiver zu schreiben. Und selbst in meinem, bei Eloy Edictions erschienenen Horrorkrimi Das Spiel der Ornamente tauchen zumindest einige Anspielungen auf. Lovecrafts Werk ist ein Kuriosum. Gemeinhin sagt man, er habe einen schlechten Stil &#8211; und würde man seine Texte heutzutage einem Verlag anbieten, würden sie vermutlich nur die üblichen Standardabsagen bekommen. Er verstößt gegen sämtliche gängigen Schreibregeln. Zu viele Adjektive, blabla&#8230; die Argumente der Kritiker sind kein Geheimnis. Um so faszinierender ist es doch, dass gerade sein vermeintlich schlechter Stil die Leser in seinen Bann zieht. Die Atmosphäre ist es, die mich bei der Lektüre Lovecrafts am meisten begeistert. Eine Atmosphäre, die man nur mit einer Unzahl Adjektive erreichen kann. Jeder Verlag lehnt das ab. Zumindest das habe ich von ihm gelernt.</p>
<p><strong>CT: Wie bist du auf HPL aufmerksam geworden?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB: </strong>Als ich 14 Jahre alt war, galt es in meiner Altersklasse, bei Klassenkameraden als mutig, Stephen King zu lesen. Ich hatte in dem Alter bereits etliche Kings durch, entdeckte gerade Barkers Bücher des Blutes für mich, und &#8211; ich glaube, es war in Ramsey Campbells Vorwort zu jener Buchreihe &#8211; immer wieder tauchte der Name Lovecraft auf. Ich ging in die Buchhandlung, und kaufte mir spontan Der Flüsterer im Dunkeln. Noch heute ist es mein Lieblingsbuch aus Lovecrafts Feder.</p>
<p><strong>CT: Es ist auch sehr gut <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Und neben dem Flüsterer im Dunklen? Was sind für dich weitere starke Geschichten?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Nach meinem persönlichen Einstieg in Lovecrafts Werk kaufte ich mir nach und nach sämtliche, bei Suhrkamp verlegte Bände, die ich finden konnte. Meine Favoriten sind: Der leuchtende Trapezoeder, Die Musik des Erich Zann, Die Aussage des Randolph Carter, Die Traumsuche nach dem unbekannten Kadath, und Dagon. Zu letzterem wird es in meinem Edition Arkham Roman einige, für den Lovecraft-Kenner interessante Anspielungen geben.<br />
<strong><br />
CT: Auf Lovecrafts Stil bist du ja schon eingegangen. Als nicht ganz ernst gemeinte Frage kommt mir da nur in den Sinn: Wenn du Lovecraft treffen würdest, welche Tipps würdest du ihm für sein Schreiben geben?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Ich glaube, Lovecraft würde eher mir Schreibtipps geben. Vermutlich würde er meine Texte in der Luft zerreißen, sich einige Themen oder Ideen herauspicken, diese komplett umschreiben, mir zurückgeben, und mich dazu zwingen, das ganze unter meinem eigenen Namen zu veröffentlichen, da er selbst zu bescheiden gewesen sein soll. Ich habe letztens erst irgendwo gelesen, dass er mehr Texte anderer Autoren überarbeitet und umgeschrieben haben soll, als er selbst angeblich verfasst hat. Den einzigen Tipp, den ich ihm geben würde, wäre es, ihn zu einer gesünderen Lebensweise zu animieren. Ich persönlich halte Tageslicht für sehr gesund.</p>
<p><strong>CT: Bleiben wir beim Thema Schreiben. Wie gehst Du vor, wenn sich eine Idee für eine Geschichte im Hinterkopf festgesetzt hat? Konstruierst du eine Mindmap (oder ähnliches) oder beginnst du einfach mit dem Schreiben und schaust wo du endest?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB: </strong>Meine Herangehensweise ist eher untypisch: Ich habe eine Idee, die mir so unter den Nägeln brennt, dass ich es nicht erwarten kann, damit anzufangen. Also schiebe ich alles beiseite und kümmere mich um die Idee. Erst während ich die ersten Seiten schreibe, formen sich in meinem Kopf die weiteren Handlungsschritte, die ich mir stichpunktartig notiere. Ist die Handlung auf diese Weise komplett, unterbreche ich die Arbeit, und schreibe an dem eigentlichen Projekt weiter, mit dem ich ursprünglich beschäftigt war. Diese Herangehensweise hat dafür gesorgt, dass sich auf meinem Computer über zehn angefangene Romane tümmeln und weiß der Kuckuck, wie viele Erzählungen. Mein Bestreben ist es, nach und nach alles abzuarbeiten, weswegen ich eine Prioritätenliste erstellt habe, in welcher Reihenfolge ich das tue. Diese Liste wird halbjährlich ergänzt und umstrukturiert, da es noch immer so ist, dass sich während des Schreibens die Ideen für andere Geschichten bei mir überschlagen. Eine Story gebiert zwei neue. Ein unerträglicher Zustand, mit dem ich gelernt habe, zu leben.</p>
<p><strong>CT: Hast du eigentlich irgendwelche Schreibkurse besucht, Ratgeber gelesen oder hast du einfach angefangen Geschichten zu Papier zu bringen?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Ich bin Autodidakt, habe einfach angefangen. Die Wahrheit ist, dass ich schreiben muss; denn wenn es die Ideen in meinem Kopf nicht schaffen, zu Papier zu kommen, dann sammeln sich zu viele an, und ich habe Angst davor, das mein Kopf dann explodieren könnte. Folglich muss ich schreiben; mir bleibt gar nichts anderes übrig. Einen Schreibkurs habe ich noch nie besucht, und Schreibratgeber zu lesen halte ich für Zeitverschwendung. Einige wenige habe ich mal gekauft, sie aber nur überflogen. Was ich aber immerzu beherzigt habe, war konstruktive Kritik. Das Feedback der Leser, sowie selbst viel zu lesen &#8211; das sind die lehrhaftesten Schreibhilfen, die es meiner Meinung nach gibt.</p>
<p><strong>CT: Wenn die Geschichte für dich fertig ist, von wem gibt es die erste Kritik?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Vorhin habe ich ihn bereits erwähnt: Stefan Wagner, bester Freund und Kritiker in einer Person. Und auch sonst gibt es einige Testleser, wobei diese selten die selben sind. Ein Testleser muss nämlich auch die Zeit zum Lesen haben, und mit zunehmender Dicke meiner Manuskripte gestaltet sich das immer schwieriger. Ich melde mich bei den Leuten, wo ich weiß, die haben die Fähigkeit, konstruktive Kritik zu geben: „Hey, ich habe hier mal eben 350 Seiten. Schaffst du das bis Montag?“ &#8211; „Was? Montag? Heute ist doch schon Sonntag!“ &#8211; „Ich weiß, aber Dienstag ist Deadline.“ Ich bin ein Autor, der stets erst auf den letzten Drücker fertig wird; zum einen, weil ich mir immer zu viele Aufträge einheimse, zum anderen, da ich wohl den Zeitdruck brauche, um diszipliniert an einem Text arbeiten zu können.</p>
<p><strong>CT: Gerade wenn man bis kurz vor Schluss wartet (ist mir auch nicht unbekannt *hust*), wie sieht es da mit der Überarbeitung aus. Ist es schwer und wie gehst du da vor?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Ich erzähle vom Idealfall, der leider nur selten ist, da die Zeit meist gegen einen ist: Im Idealfall also lasse ich das Manuskript erst mal ruhen. In der Zeit liegt die Würze, sagt man. Und wie gesagt kommt es leider häufig vor, dass kaum Zeit bleibt. Wie auch immer &#8211; man braucht einen gewissen Abstand zum Text. Dann hoffe ich auf das Durchhaltevermögen meines Druckers, und drucke mir das komplette Manuskript aus, denn am Bildschirm zu lesen macht mir einfach keinen Spaß. Ich verwende drei Stiftfarben, mit denen ich das Manuskript handschriftlich bearbeite: Rot für Rechtschreib- und Grammatikfehler (ja, man braucht manchmal einen Duden), Grün für Satzbau- und Formfehler, Blau für inhaltliche Änderungen. Anschließend übertrage ich das ganze in die entsprechende Datei. Erst danach kommen die Testleser an die Reihe, und dann &#8211; nachdem ich mich mit deren Feedback auseinandergesetzt habe &#8211; geht das Prozedere von vorne los. Wieder mit drei verschiedenfarbigen Stiften. Neben dem Duden ist meine wichtigste Hilfe ein Synonymwörterbuch. Erst dann geht es an den Verlag. Im Idealfall gibt es ausreichend Zeit, um Druckfahnen noch einmal auf Fehler zu prüfen, und dann &#8211; nachdem das Buch endlich erschienen ist &#8211; entdeckt man erst die eigentlichen Fehler und ärgert sich, den Stiftfarben entsprechend: rot, grün und blau (meist auch in dieser Reihenfolge).</p>
<p><strong>CT: Was kannst du angehenden Autoren raten, die ihr Schreiben verbessern wollen?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Ich tue mich mit solchen Tipps immer schwer. Ich bin kein wandelnder Schreibratgeber, und weiß, dass selbst die etabliertesten Autoren nach wie vor Fehler machen. Man muss sich dessen bewusst sein, dass es keine Perfektion gibt. Ansonsten glaube ich, dass jeder Autor im Laufe seines Schaffens, sein eigenes Konzept entwickelt, seine eigene Methode, mit der er am besten zurecht kommt. Ein eigenes Konzept ist wichtig, gleich was Schreibratgeber empfehlen. Es gibt Autoren, die benutzen spezielle Programme zur Charakterentwicklung. Andere führen fiktive Interviews mit ihren Protagonisten, wieder andere erstellen ihren Plot mit Hilfe von Karteikarten, andere sollen Tafeln oder Flipcharts in ihrem Arbeitszimmer aufgestellt haben. Ich selbst benutze Notizbücher, Papier, Zettel, kritzle in Bücher hinein, und zelebriere ein kreatives Chaos. Keine Putzfrau dürfte mein Arbeitszimmer betreten &#8211; mir langen meine zwei Katzen, die manchmal alles durcheinander bringen. Die einzigen wirklichen Tipps, die ich geben kann: 1. viel lesen; 2. viel schreiben; 3. mit offenen Augen durch die Welt gehen, denn im realen Leben liegt der Stoff, aus dem gute Geschichten gemacht sind.</p>
<p><strong>CT: Was macht man eigentlich mit einer fertigen Kurzgeschichte? Die meisten Verlage suchen doch meist nur Romane, oder nicht?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Das ewige, leidvolle Thema. Generell bin ich der Meinung, dass Kurzgeschichten ihre Berechtigung neben Romanen haben. Leider existiert ein Vorurteil, dass Kurzgeschichten sich nicht verkaufen würden. Angeblich würden sich sogar Stephen Kings Kurzgeschichten nicht so gut verkaufen, wie seine Romane. Ob das wirklich so ist oder nicht, mag mal dahingestellt sein. Es ist doch so, dass sich Kurzgeschichten nur deshalb kaum verkaufen, da es im Vergleich zum Roman kaum Bände mit Kurzgeschichten gibt. Ich lese sie sehr gerne. Ich schreibe sie auch sehr gerne. Auffallend ist, dass viele Verlage diese These unterstützen, wobei mir die Feststellung interessant erscheint, dass dies desto häufiger der Fall ist, je größer ein Verlag ist. Welche Möglichkeiten gibt es also? Es gibt Zeitschriften und Anthologien, die Teilweise Ausschreibungen machen, an denen man sich beteiligen kann. Es gibt einen kreativen Weg, den ich selbst bereits zwei mal gegangen bin (bei <em>Auspizien</em> und <em>Das Arkham-Sanatorium</em>), und zwar, die Kurzgeschichten in eine Rahmenhandlung einzubetten, wodurch eine Art Episodenroman entsteht. Das ganze ist gar nicht so einfach, wie es klingt. Generell abraten kann ich hingegen davon, auf entsprechende Angebote einzugehen, bei denen man für eine Veröffentlichung bezahlen soll, oder &#8211; versteckter weise &#8211; eine bestimmte Anzahl Bücher zum Selbstkostenpreis erwerben soll. Diese Taktik, auf die leider immer noch viele angehende Autoren hereinfallen, ist einfach hässlich, ausbeuterisch und hat mit der geläufigen Praxis des Literaturbetriebes in etwa so viel zu tun, wie Bier mit Apfelstrudel: nämlich gar nichts, und es schmeckt auch nicht, gemeinsam genossen.</p>
<p><strong>CT: Und woran arbeitest du momentan?</strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Soeben habe ich die Korrekturfahnen vom Kaleidoskop der Seele durchgesehen. Das Buch wird vermutlich bereits erschienen sein, wenn dieses Interview veröffentlicht wird. Es ist ein sehr persönliches Buch, da es mein Leben lange Zeit begleitet hat, und einen Rückblick bietet, auf 15 Jahre meines Schaffens. Von daher ist es auch ein sehr wichtiges Buch, das mir sehr am Herzen liegt, und ich bin davon überzeugt, dass sich die Leser darauf freuen können. Aktuell liege ich mit der Übersetzung von Winds Of Change von Jason Brannon in den letzten Zügen, das im Herbst bei Basilisk erscheinen soll, wo auch kurz darauf der bereits erwähnte zweite Band der Edition Arkham erscheinen wird, an dem ich zeitgleich schreibe. In petto sind des weiteren zwei Gemeinschaftsarbeiten mit anderen Autoren, einige Beiträge für Anthologien, sowie ein neuer Roman, der wohl ein wenig dicker werden wird, als meine bisherigen Bücher. Außerdem verfolge ich mit dem Zeichner Timo Kümmel noch eine Sache, die zwar sicherlich noch etwas dauern wird, die jedoch jetzt bereits &#8211; da wir erst die Vorgespräche dazu führen &#8211; so vielversprechend klingt, dass ich es kaum erwarten kann, mit der Arbeit daran anzufangen.</p>
<p><strong>CT: Du hast die Edition Arkham ja schon erwähnt. Kannst du darüber etwas mehr verraten?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Nun, die Bücher der Edition Arkham sind streng limitiert, und somit wird auch mein Roman leider nur ganzen 99 Lesern zur Verfügung stehen. Doch für diese lege ich mich mächtig ins Zeug. Der gegenwärtige Arbeitstitel lautet Dagons Erben, und es wird um Musik gehen, um ein kryptisches Rätsel und um eine versunkene Insel, von der sich einige Leute im Buch erhoffen, dass diese bald wieder aus den Tiefen des Meeres auftaucht. Vom Umfang her wird das Buch in etwa ähnlich dem Vorgängerband vom Uwe Voehl sein, und es wird &#8211; selbstredend &#8211; inhaltlich und thematisch ganz anders sein, als dieser. Die Leser dürfen gespannt sein.</p>
<p><strong>CT: Klingt spannend! Wie lange arbeitest du schon daran und war es eine „Auftragsarbeit“ oder eine eigene cthuloide Idee?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB: </strong>Patrick habe ich bereits mit Exposés bombardiert, da war sein Verlag noch relativ frisch. Aus den verschiedensten Gründen heraus, kam es jedoch nie zu einer Zusammenarbeit. Ich erinnere mich an eine Nachricht von ihm, wo er sich mehrmals dafür entschuldigte, mir absagen zu müssen. Im Frühjahr diesen Jahres ergab sich jedoch der Übersetzungsauftrag für Winds Of Change, und die Tatsache, dass der zweite Reiseführerband (Dunwich &#8211; Ein Reiseführer) aus verschiedenen Gründen verschoben werden musste. Von daher bin ich eigentlich bloß ein Lückenfüller. Dennoch war es Patricks Idee, von mir einen Roman für die Buchreihe beizusteuern. Ein grobes Konzept dafür hatte ich zufällig in der Schublade liegen, und ich schickte es ihm. Ich bin froh, dass es seinen Geschmack getroffen hat, und es zu diesem Projekt nun gekommen ist, denn ich halte die Edition Arkham auch als Leser für eine hervorragende Buchreihe, und bin stolz darauf, meinen Beitrag dafür beisteuern zu dürfen.</p>
<p><strong>CT: Wir sind gleich am Ende, aber noch bevor du das letzte Wort hast, noch eine Frage: Wenn du von deinen Büchern eines empfehlen müsstest, welches sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen?</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TB:</strong> Ich halte das Kaleidoskop der Seele für mein bis dato wichtigstes Buch &#8211; zumindest aber für mein persönlichstes. Natürlich empfehle ich es auch gerade deshalb, weil es gerade erst neu veröffentlicht wurde. Es ist eine Retrospektive von Kurzgeschichten, die die Jahre von 1993, da ich meine erste, ernsthafte Geschichte schrieb, bis zum Jahre 2007 abdecken. In dem Buch befinden sich also 15 Jahre meines Lebens, und der Titel ist Programm. Ich denke, das für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte. Interessant dürfte es sein, dass es mir möglich war, darin mein Erstlingswerk, Steine, in überarbeiteter Form, dem Leser wieder zugänglich zu machen. Im Zusammenhang mit dem Kaleidoskop der Seele möchte ich noch auf eine Anthologie verweisen, auch wenn sie erst Anfang 2009 bei Eloy Edictions erscheinen wird: Zwielicht, herausgegeben von Michael Schmidt. Zu Kaleidoskop der Seele existiert eine Titelstory, die es aus verschiedenen Gründen nicht in das gleichnamige Buch geschafft hat. Dort wird sie erscheinen, und wird für Leser des Bandes interessant sein, da es einige Anspielungen auf Geschichten im gleichnamigen Buch gibt.</p>
<p><strong>CT: Da kommt also noch einiges auf uns zu, würde ich sagen! Und gratuliere, du hast den Fragenmarathon überstanden <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Die letzten Worte gehören dir, danke noch mal für die Zeit, die dieses Interview unweigerlich verschlungen hat!</strong></p>
<p><strong></strong><strong>TB:</strong> Dafür, und natürlich auch für das Interview, bedanke ich mich ganz herzlich. Schriftsteller lieben es nämlich, das letzte Wort zu haben. Insbesondere das letzte Wort, das sie unter eine Geschichte, beziehungsweise am Schluss eines Romans setzen, lieben sie. Denn dann ist wieder einmal ein Projekt erfolgreich zum Abschluss gebracht worden, was einen mit Stolz erfüllt. Dieses letzte Wort lautet schlicht und ergreifend: ENDE <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Die Sommerinterviews 2008 &#8211; Christian &#8220;starwarschef&#8221; Schaller</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Aug 2008 04:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[Cthulhu.de-Team: Auf den Rücken der Supporter wird das kosmische Grauen durch ganz Deutschland getragen. Zeit sich einmal diese besondere Spezies der Kultisten näher anzuschauen. Ich habe hier zufällig gerade jemanden greifbar: Christian, stell dich doch mal kurz vor! Christian „starwarschef“ &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/die-sommerinterviews-2008-christian-starwarschef-schaller/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Cthulhu.de-Team: Auf den Rücken der Supporter wird das kosmische Grauen durch ganz Deutschland getragen. Zeit sich einmal diese besondere Spezies der Kultisten näher anzuschauen. Ich habe hier zufällig gerade jemanden greifbar: Christian, stell dich doch mal kurz vor!</strong></p>
<p><strong>Christian „starwarschef“ Schaller:</strong> Welche Ehre&#8230;</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img src="http://www.cthulhu-mythos.de/fotos/swc.jpg" alt="Christian Starwarschef Schaller" width="400" height="602" /><p class="wp-caption-text">Christian &quot;Starwarschef&quot; Schaller</p></div>
<p><strong>CT: Ehre wem Ehre gebührt!</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Zu mir, mein Name ist Christian Schaller, aber geläufiger dürfte mein Nickname in diversen Foren sein: Starwarschef. Mittlerweile habe ich die dreißig schon ein wenig überschritten und verdiene meinen Lebensunterhalt als Sozialfuzzi und Hobbypastor (was soll man nach einem abgeschlossenen Studium der Theologie und der Erziehungswissenschaften auch anderes machen).</p>
<p><strong>CT: Wie bist du denn in diesen Strudel aus Horror und Wahnsinn geraten, den wir allgemein als unser Hobby bezeichnen?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Auf das Hobby Rollenspiel bin ich Mitte der Achtziger gestoßen, als die Fighting Fantasy-Bücher von Penguin-Books damals noch vom Thienemann-Verlag auf den deutschen Markt kamen. Zwangsläufig stieß ich dann auf Das Schwarze Auge, spielte ein wenig D&amp;D und war von der ersten deutschen MERS-Ausgabe begeistert.<br />
Leider war es mir schon damals selten vergönnt selber als Spieler teilzunehmen, so dass ich immer der Spielleiter sein durfte. So oblag es dann auch mir, die Abenteuer und die Settings auszuwählen.<br />
Der Bereich der Fantasy war mir irgendwann dann auch zu langweilig, es gab nicht viel Neues, so dass ich mich dann mehr an stärker in die Richtung der Science Fiction (bzw. Space Fantasy und Science Fantasy plus Cyberpunk) bewegte (Star Wars und Shadowrun).<br />
Cthulhu kam dann als Zweitrollenspiel für gruselige Abende dazu.</p>
<p><strong>CT: Wie bist du denn auf Cthulhu aufmerksam geworden?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Anfang der 1990er stieß ich auf die günstige Cthulhu-Ausgabe von Hobby Products, kurz bevor Laurin seine Cthulhu-Sachen veröffentlichte und so nahm das Schicksal dann seinen Lauf. Zumal ich damals irgendwie der Fantasy überdrüssig geworden war, weil sich die Abenteuer immer mehr ähnelten und es wenig neue Sachen zu entdecken gab. Am Anfang war es aber eher ein Sekundärrollenspiel für mich und ich habe mit den Spielern viel ausprobiert, bis die Stimmung für mein Cthulhuspiel gefunden habe; von Indykopien über Gangsterepisoden bis hin zu Splatterabenteuern.</p>
<p><strong>CT: Und welche anderen Rollenspiele hast du noch gespielt oder spielst du noch?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Oje, fangen wir mal bei A an, AD&amp;D habe ich schon geleitet und gespielt, das und D&amp;D erwähnte ich bereits, MERS, Paranoia, Rifts, Shadowrun, Star Wars (daher auch der Nick), Torg (ein äußerst unterschätztes Rollenspiel von West End Games), Traveller und sogar die WoD habe ich mal besucht (wenn auch nur kurz). Und dann noch diverse andere Exoten wie Tales of the Floating Vagabound, Machoweiber mit dicken Kanonen,&#8230;</p>
<p><strong>CT: Stattliche Auswahl! Was sind deine derzeitigen Favoriten?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Mittlerweile spiele ich fast nur noch Cthulhu und Star Wars (in dieser Reihenfolge), Shadowrun ist als Drittrollenspiel noch dabei Und durchs Püppchenschieben und D&amp;D-Demorunden inspiriert schaue ich mir auch gerade ein wenig die Iron Kingdoms an.</p>
<p><strong>CT: Zurück zu den Großen Alten: Cthulhu ist ja schon etwas Besonderes. Was begeistert dich daran?</strong></p>
<p><strong>Swc: </strong>Der Reiz von Cthulhu liegt für mich im Wahnsinn und im Alltäglichen. Es macht mir (als Spieler) Spaß quasi-realistische Figuren zu verkörpern und keine Söhne (oder Töchter) des großen Gottes BLAH, die mit 97 Feats ausgestattet, auf Stufe 13 rumlaufen und nur noch das letzte Schwert von XY suchen. Aber das gibt es ja mittlerweile online (habe ich gehört).<br />
Bereits im Bereich des Fantasy-Rollenspiel war ich (als Spielleiter) irgendwann diese „Tür auf- Monster tot- Abenteuer“ leid (obwohl mir Munchkin sehr gut gefällt), so dass ich dann irgendwann eher NSC-betonte und auch detektivische Abenteuer geleitet habe.</p>
<p><strong>CT: Und was ist deine Lieblingsepoche bei Cthulhu?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Vor allem mag ich die 1920er, sowohl in den USA als auch in Deutschland</p>
<p><strong>CT: Was haben die 20er was die anderen Epochen nicht haben?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Nun ja, es ist sowohl in den USA als auch in Deutschland eine politisch sehr interessante Zeit, es gibt eine Menge neuer Technologien (für die damaligen Menschen) und das Ganze hat eine gewisse Grundstimmung, die mehr ist als die Prügel- und Schießorgien anderer Rollenspiele in der Neuzeit und Gegenwart. Und wer wollte nicht mal Al Capone oder Indy begegnen?!</p>
<p><strong>CT: Tja, und welche Epoche kann dir gestohlen bleiben und warum?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Da gibt es eigentlich keine, wieso auch?!<br />
Okay, das Mittelalter hat mich bisher am wenigsten interessiert, aber das liegt vielleicht auch einfach daran, dass es von vielen zu fantasy-like angegangen wird. So fragte mich in einer Demorunde mal jemand, wo auf seinem 1000 A.D.-Bogen die Zaubersprüche stünden, da es ja im Mittelalter Magier gegeben hätte&#8230;</p>
<p><strong>CT: Äh, das war sicherlich eine sehr interessante und vor allem auch bleibende Begegnung, zu diesen und ähnlichen Erfahrungen kommen wir ja gleich noch. Kurz noch zu Cthulhu: Unabhängig von der Epoche, was ist dein Lieblingsszenario?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Hmm, im Nachklang der CthulhuCon 2007 darf ich da ja nur eines nennen:<br />
Devil´s Children von Pagan Publishing, ein Abenteuer, das ich schon mehr als ein Dutzend Mal geleitet habe.<br />
<strong><br />
CT: Ja, ein schönes Abenteuer. Ganz kurz für alle die es nicht kennen, worum geht’s</strong>?</p>
<p><strong>Swc:</strong> Nun ja, das Abenteuer beginnt mit den Hexenprozessen von Salem und die Spieler schlüpfen in die Rollen von vier gottesfürchtigen, puritanischen Mädchen&#8230; und es endet dann in der Gegenwart. Ich will da nicht zuviel verraten, da gerade dieses Abenteuer von einigen Überraschungsmomenten lebt. Aber ich kann es nur empfehlen und wen es interessiert, der findet es mittlerweile bei <a href="http://www.yog-sothoth.com/modules.php?name=Downloads&amp;d_op=viewdownloaddetails&amp;lid=265&amp;ttitle=Devils_Children" target="_blank">Yog-Sothoth</a> zum Download. (Anm CT: Link hinzugefügt)</p>
<p><strong>CT: Schreibst du eigentlich auch selbst Szenarios?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> In meiner Cthulhu-Anfangszeit eigentlich nur, vor allem wegen fehlender Abenteuer. Mittlerweile haben die deutschen Cthulhu-Publikationen in meinen Augen aber ein Niveau erreicht, dass sie nur schwer zu ignorieren sind, so dass 90% der von mir geleiteten Abenteuer nicht aus meiner Hand stammen. Dabei muss ich an der Stelle aber auch gestehen, dass ich noch nie ein Abenteuer komplett aus dem Buch übernommen habe, sondern es immer irgendwie der jeweiligen Kampagne oder den Spielern angepasst habe.</p>
<p><strong>CT: Wie sieht es mit Artikeln aus? Ich erinnere mich an ein Projekt über den Alltag in den 20er Jahren. Was hat es damit auf sich?</strong></p>
<p><strong>Swc: </strong>Manchmal stößt du während deiner Spielrunde auf Sachen wie die Frage, ob es 1920 schon Tesafilm gab und dann fängst du halt an zu recherchieren. Da sich vor einiger Zeit ein paar Leute im Cthulhu-Forum zusammengerauft haben, um sich genau solchen Fragen bzw. den Antworten darauf zu widmen, entstand da die Idee, solche Sachen mal zusammenzutragen. Ich arbeite nun gerade an der Apotheke in den 1902er und hoffe das bis Ende Juli endlich mal zusammengeschrieben zu haben; leider fehlt es mir dann doch oft an der Zeit, besonders wenn ich noch für angehende Cthulhu-Autoren Abenteuer in Luxushotels probespielen soll.</p>
<p><strong>CT: *husthust*</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Ach ja und das Tesafilm erst wurde 1935 unter dem Namen „Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm“ auf den Markt gebracht.</p>
<p><strong>CT: Eine Überleitung vom Kautschuk-Klebefilm zum Support schaffe ich nicht, darum versuche ich es auch gar nicht. Also ganz ohne Umschweife, jetzt das Thema Pegasus-Support: Wie bist du denn da hineingeraten?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong>Tja, das war so eine Sache. Nachdem ich dem Rollenspiel beruflich bedingt einige Zeit abstinent geworden war (bis auf meine StarWars Gruppe), habe ich mich vor zweieinhalb Jahren mal im Netz bezüglich der Rollenspielsituation in Deutschland kundig gemacht und stieß auf der Pegasus-Seite auf das Supportbewerberformular. Und nach einiger Zeit des Supports für Munchkin, Chez Geek usw., habe ich dann vor zwei Jahren auf der Feencon mit dem Supporten von Cthulhu angefangen. Und nach einigen Cons und diversen Ladendemos macht es mir immer noch Spaß.</p>
<p><strong>CT: Sind die Cthulhu-Runden denn gut besucht?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Auf Cons eigentlich immer, bei Ladendemos ist das so ein Sache. Mein erstes Demorundenangebot habe ich im Sommer 2006 gemacht, aber es hat schließlich ein halbes Jahr gedauert, bis ich eine Runde gespielt habe. Was aber auch daran liegt, dass ich gerne mal spontan eine halbe Stunde Munchkin spielen kann, aber mir drei bis vier Stunden Zeit für ein Rollenspiel zu nehmen, gerade wenn ich diese Spielform nicht kenne, ist schon etwas anderes. Aber mittlerweile läuft es in meinem Support-Laden (dem Dragonlord Games in Dillingen/ Saar) recht gut, da ich mich mit dem Shopkeeper Andy und einigen Rollenspielern aus dem Laden auf regelmäßige Rollenspieldemos verständigen konnte.<br />
Nach langer Zeit Shadowrun am Montagabend, ein wenig Ars Magica und D&amp;D sowie zahlreichen Cthulhu-Demorunden spielen wir derzeit mal ein wenig Star Wars. Für Cthulhu bietet sich was Ladenrunden anbelangt vor allem die dunkle Jahreszeit an.</p>
<p><strong>CT: Und wie funktioniert das Supportgeschäft? Harte Arbeit oder unendlicher Spaß?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Prinzipiell ist das immer eine Einstellungssache, damit meine ich, dass es darauf ankommt wie du die Sache betrachtest. Die zu animierenden Spieler sollten also schon das Gefühl haben, dass du dich bei Cthulhu auskennst (Regel, Mythos, Zeit, usw.), was unter Umständen auch schon einer gewissen Vorbereitung bedarf.<br />
Bei einer Supportrunde weißt du vorher selten, was dich erwartet (an Spieler, Situationen usw.), so dass du dir schon mal über alle möglichen Eventualitäten Gedanken gemacht haben musst. Aber andererseits ist das Rollenspiel ein Hobby von mir und ob ich das nun zuhause mit Freunden oder als Demo in einem Laden mache, stellt für mich nicht unbedingt einen Unterschied dar.<br />
Natürlich kann es auch mal passieren, dass du Spieler vor dir hast, die nur aus Langeweile da sitzen, um die Mitspieler oder den SL zur Weißglut oder in den Wahnsinn zu treiben, aber so ist das dann halt. Es gab noch keine Runde, bei der ich mich wirklich geärgert habe und so ist es, auch wenn es manchmal harte Arbeit ist doch immer jede Menge Spaß (auch wenn mir dieses Attribut gerade bei Cthulhu immer ein wenig fehl am Platz erscheint).</p>
<p><strong>CT: Was hast du denn für Abenteuer parat?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Jetzt sofort zum Leiten?? Was willste denn spielen??<br />
Ernsthaft, zu meinen Standardsupportabenteuern gehören vor allem OneShots wie Last Men Standing und Projekt Pi (die sehr actionhaltig und pulpig sind), Paul Wegener und Kati S. habe ich für NOW parat sowie Das entsetzlich einsam gelegene Haus oder Feuer und Asche für die 1920er. Einige der genannten Abenteuer sind zwar etwas schienenlastig, aber gerade für Supportrunden bietet sich ein gewisses railroading an, da ja nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung steht.</p>
<p><strong>CT: Gutes Stichwort: Railroading. Das wird ja oft kritisiert und diese Kritik wird regelrecht zelebriert, wie siehst du das? Du bist ja recht aktiv als Supporter, spielst in den unterschiedlichsten Gruppenzusammenstellungen und mit den verschiedensten Leuten. Was für Erfahrungen hast du gemacht mit dem roten Tuch Railroading?</strong></p>
<p><strong>Swc: </strong>Okay, das ist ein diskutables Thema, aber ich sage es mal so: Es gibt bestimmt eine Menge Abenteuer, die so veranlagt sind, dass die Spieler nur auf einem Weg in der richtigen Reihenfolge von A nach B und schließlich zum Ziel C gelangen können und dann wenig Ausweichmöglichkeiten haben. Aber erstens kann ich diesen Weg als guter SL auch öffnen, muss mir dann nur unter Umständen ein alternatives Ende bzw. Zwischenstationen ausdenken und zweitens kommt es auch auf die Stimmung und das Tempo an.<br />
Z. B. Hatte ich auf der FeenCon eine Runde, bei dir mir ein begeisterter Spieler im Anschluss sagte, dass das Abenteuer ein schienenlastig war, aber trotzdem fand er es gut und meinte: „Ich sage das jetzt nur, weil du Kritik hören wolltest.“</p>
<p>Ich glaube auch, dass manche Diskussion im Rollenspielbereich scheinbar zelebriert werden müssen, sei es die Goldene Regel, das Abenteuer Rollenspiel, das Schummeln des SL beim Würfeln, der scherzhafte Erzähler usw. usf.<br />
Da diskutier ich gerne drüber, weil es einfach so sinnentleert teilweise auch  Sinn entleerend ist. Ehrlich gesagt hatte ich da noch nie ein Problem, entweder habe ich mit meiner Gruppe darüber diskutiert oder entsprechende Stellen im Abenteuer, die mir nicht nachvollziehbar erschienen abgewandelt. Und komischerweise finden sich immer noch Leute, die mit mir als SL spielen wollen, trotz des Outings als scherzhafter Erzähler.<br />
Das ist ein Thema, da könnte ich jetzt stundenlang was zu sagen, aber ja, es gibt Menschen, die halten Railroading prinzipiell für schlecht, auch wenn ich mit ein zwei simplen Handgriffen aus einem Railroadingabenteuer eines ohne machen kann. Zumal die meisten Spieler sowieso den Weg gehen, den das Railroading des Abenteuers voraussetzt.</p>
<p><strong>CT: Und von welchen schrecklichen Con-Begegbenheiten kannst du erzählen?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Was Schreckliches ist mir auf Cons eigentlich noch nie passiert, Conrunden laufen zwar nie wie geplant, aber daran liegt doch der Reiz?!</p>
<p><strong>CT: Gut, als Erziehungswissenschaftler kannst du mit Härtefällen umgehen und als Theologe bleibt dir der Glaube als Anker, aber Du hast wirklich noch nie das Gefühl gehabt den Verstand bei einer Runde zu verlieren?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Doch, ständig&#8230;<br />
Gerade wenn meine Spieler anfangen Selbstgespräche zu führen oder am Spieltisch mit Messern hantieren, weil ihr SC einen Messerfetisch hat. Das gibt mir dann schon zu denken.<br />
Ernsthaft, gerade als SL sollte ich doch den Unterschied zwischen Spielgeschehen und Spielwelt wahrnehmen und so immer wissen, was ist real und was Teil des Spiels.<br />
Und deswegen kann ich hier auch ganz ohne Problem „Hastur, Hatsur, Hastur!“ sagen.</p>
<p><strong>CT: Und vergessen wir auch nicht den Magier des Mittelalters von oben… Wenn aber wirklich nichts allzu Schlechtes passiert, gibt es vielleicht etwas Gutes zu berichten?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Da gibt es einiges, aber was mir gerade einfällt sind die zwei Cthulhu-Runden auf der FeenCon. Die Spielerzusammensetzung war contypisch, ein paar Neulinge, unerfahrene Spieler sowie „alte Hasen“. Und während die Neulinge darum bemüht waren, das Abenteuer zu bewältigen und zu überleben, gingen die älteren stärker auf ihren Charakter ein und taten dann auch Dingen von denen sie aufgrund ihrer Erfahrung wussten, dass dies niemals funktionieren würde. Dank an der Stelle noch mal an Hypnos den Illusionisten aus dem Hotel Arcadia, es war mir eine Freude mit dir zu spielen. Gerade diese Kombination aus Neulingen, jüngeren Spieler und erfahrenen Rollenspieler macht für mich eine Menge aus, da habe ich als SL dann auch was von und mache nicht nur den Moderator des Abenteuers.</p>
<p><strong>CT: Gehen wir zum Thema Lovecraft: Hast du die Geschichten gelesen?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Ja, aber ich glaube nicht alle.</p>
<p><strong>CT: Welche fehlen noch? Bei mir sind es beispielsweise die Traumlande und ein paar Kooperationen aus dem Suhrkampband „Das Grauen im Museum“…</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Kann ich so gar nicht beantworten, da ich viele der Geschichten bereits in den 1990er gelesen habe, in den wunderbaren Suhrkamp-Ausgaben und mittlerweile nur noch aus Recherche-Zwecken in die Bände reinschaue.</p>
<p><strong>CT: Was hältst du von Lovecraft als Autor?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Nun ja, ich würde ihn weniger zu den Klasse A-Autoren zählen und sein Schreibstil ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem hat gerade dieser Erzählerstil etwas für sich und gibt dadurch auch ein gewisses Gefühl dafür, wie bedeutungslos der einzelne Mensch sein kann.<br />
Lovecraft schreibt über relativ normale Menschen, denen relativ abnormale Dinge geschehen. Seine Protagonisten sind für mich, Menschen wie du und ich, so dass es einem relativ einfach fällt, sich in diese Leute hinein zu versetzen und den Schrecken den diese Menschen erfahren zu erahnen. So werden die abstrusen Ereignisse „nachvollziehbar“ und das Interessante ist für mich dann weniger das Ereignis sondern das Verhalten und die Psychologie des Erzählers. Und gerade dieses Grauen, das von innen heraus kommt, bedeutet für mich mehr Horror als cineastische Splatterorgien oder Torture-Porns.</p>
<p><strong>CT: Gibt es Geschichten die für dich herausstechen?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Zu meinen Lieblingsgeschichten gehören „Der Flüsterer im Dunkeln“ und „Herbert West“. Erstere wegen der MiGo und letztere, weil sie eine der ersten Lovecraftgeschichten war, die mich wirklich gepackt hat (und mir dabei aufgefallen ist, dass z. B. King sehr viel bei HPL abgeschrieben hat, so ist einiges davon in Friedhof der Kuscheltiere verarbeitet).<br />
Und „Kühle Luft“ gefällt mir auch sehr gut. Dies war übrigens die erste Cthulhu-Geschichte, die ich als „Hörbuch“ hatte; damals noch live aus dem Radio mitgeschnitten.</p>
<p><strong>CT: Bei Stephen King sieht man wirklich deutliche Inspirationen und er hat ja auch einige Mythosgeschichten verfasst (Briefe aus Jerusalem z.B.). Abseits des Mythos, liest du auch andere Horrorgeschichten?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Früher sehr viel Stephen King, aber mittlerweile weniger. Die letzte Horrorgeschichte war aus einem Sammelband von Frank Turner, „Der Mann mit dem Horn“ weil ich über Delta Green auf diesen Avatar Nyarlathoteps gestoßen bin.</p>
<p><strong>CT: Wieder zurück zum Einsiedler aus Providence: Glaubst es ist nötig Lovecraft gelesen zu haben, um das cthuloide Gefühl rüberbringen zu können?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Unbedingt musst du Lovecraft nicht gelesen haben, um Cthulhu zu spielen, aber als Spielleiter solltest du vielleicht die eine oder andere Geschichte des Mythos kennen.<br />
Ich glaube auch, dass dieses „cthulhoide Gefühl“ äußerst unterschiedlich verfasst sein kann (was das Rollenspiel anbelangt).</p>
<p><strong>CT: Was ist für dich denn cthluhoid?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> In den Geschichten, dass der Erzähler aufgrund der Geschehnisse wahnsinnig wir und/ oder stirbt. So oder so, das Grauen des Mythos bringt ihn um.<br />
Im Rollenspiel bedeutet es für mich dann, dass die Spieler es mit etwas aufnehmen, von dem sie wissen, dass sie es eigentlich gar nicht besiegen können, aber sie tun es trotzdem, aus verzweifelter Hoffnung. Und lassen sich auf Sachen ein, von denen die Spieler wissen und die Charaktere ahnen, dass es unmöglich ist zu „gewinnen“; zumindest langfristig nicht, auch wenn sich im Abenteuer selbst ein Erfolg einstellt.</p>
<p><strong>CT: Lovecraft hat ja andere Autoren dazu ermutigt den Mythos weiterzuspinnen, hast du da bestimmte Vorlieben?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Weniger, wobei ich in meiner Cthulhu-Anfangszeit irgendwann auf den Hexer und Holbein gestoßen bin. Und das hat mir damals sehr geholfen, ein cthulhoides Gefühl zu finden und so den Nihilismus, den der Mythos in sich birgt für das Rollenspiel umzusetzen und nicht einfach die Spieler sterben oder wahnsinnig werden zu lassen. Dieses Prinzip der verzweifelten Hoffnung, was ich eben erwähnte. Es lohnt sich schon den Hexer mal in der Hand gehabt zu haben, auch wenn der Mythos dort etwas anders aussieht.</p>
<p><strong>CT: Hast du dir auch mal das Hexer-Setting angeschaut?</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Ja, aber ich kenne nur das Grundregelwerk. Kann ich übrigens nur empfehlen, gerade wenn es ein wenig pulpiger zugehen und mal was anderes aber trotzdem in der klassischen Zeit gespielt werden soll. Die Überlebenschancen sind beim Hexer um einiges größer!</p>
<p><strong>CT: Wie lang so ein Interview werden kann… Also Christian, es war mir eine besondere Ehre, ich danke für das Interview und die letzten Worte gehören natürlich dir!</strong></p>
<p><strong>Swc:</strong> Was soll ich sagen? Bevor ein Roman aus dem Interview und meinen letzten Worten wird: Besucht den Chat und rettet ihn vor den Römern!!!</p>
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		<title>Die Sommerinterviews 2008</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Aug 2008 00:20:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cthulhu Team</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionsnews]]></category>

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		<description><![CDATA[Sommerzeit – Interviewzeit. Wir sind zwar nicht das ZDF, haben auch nicht den Bundespräsidenten oder die Bundeskanzlerin als Interviewpartner und reisen ebenfalls nicht mit einem „Sommerinterviewbus“ durch Deutschland um unsere Interviewpartner aufzuspüren. Trotzdem bieten wir auch in diesem Jahr einige &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/die-sommerinterviews-2008/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sommerzeit – Interviewzeit. Wir sind zwar nicht das ZDF, haben auch nicht den Bundespräsidenten oder die Bundeskanzlerin als Interviewpartner und reisen ebenfalls nicht mit einem „Sommerinterviewbus“ durch Deutschland um unsere Interviewpartner aufzuspüren. Trotzdem bieten wir auch in diesem Jahr einige Sommerinterviews rund um das Thema Cthulhu und Lovecraft an, gerade weil die Resonanz im letzten Jahr doch ausgesprochen positiv war. Wir hoffen, dass euch die Beiträge gefallen, die demnächst starten werden und wünschen allen Lesern einen schönen Sommer!</p>
<p><em>Euer Cthulhu.de-Team</em></p>
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		<title>Yog Radio mit S.T. Joshi</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jun 2008 09:14:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Lovecraft]]></category>
		<category><![CDATA[Podcasts]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Yog-Sothoth Podcast hat dieses Mal einen ganz besonderen Gast, nämlich den Lovecraft Fachmann schlechthin: S.T. Joshi &#8211; anhören lohnt sich!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der <a href="http://www.yog-sothoth.com/modules.php?name=News&amp;file=article&amp;sid=464" target="_blank">Yog-Sothoth Podcast</a> hat dieses Mal einen ganz besonderen Gast, nämlich den Lovecraft Fachmann schlechthin: <strong>S.T. Joshi</strong> &#8211; anhören lohnt sich!</p>
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		<title>Das Winterinterview &#8211; Tom &amp; Daniel</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Mar 2008 12:36:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cthulhu Team</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionsnews]]></category>

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		<description><![CDATA[Erinnert ihr euch noch? Wir hatten mal eine kleine Interviewreihe im Sommer 2007 und als Abschluß konnte man den Blogmachern ein paar Fragen stellen. Nun Sommer haben wir zwar nicht mehr, aber wir haben es endlich geschafft die Fragen mehr &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/das-winterinterview-tom-daniel/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erinnert ihr euch noch? Wir hatten mal eine kleine Interviewreihe im Sommer 2007 und als Abschluß konnte man den Blogmachern ein paar Fragen stellen. Nun Sommer haben wir zwar nicht mehr, aber wir haben es endlich geschafft die Fragen mehr oder weniger zu beantworten <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Bevor wir starten habe ich mir erlaubt alle Fragen in gewisse Kategorien zu ordnen und den Fragensteller immer zu Beginn zu nennen, damit niemand sagen kann wir hätten ihn und seine Frage vergessen. Gleichzeitig hoffen Tom und ich natürlich, dass euch das Interview noch immer interessiert, es war ja nun wirklich sehr lange „in der Mache“.</p>
<p><strong> </strong></p>
<h1><strong>Über uns</strong></h1>
<p><strong> </strong><strong>B.B.: Wer seid ihr eigentlich und seit wann spielt ihr Cthulhu?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong><img title="Great Old One" src="http://www.cthulhu.de/fotos/foto_tom.jpg" alt="Great Old One" align="right" />Tom:</strong> Ich zitiere mich selbst aus einem alten Blogeintrag: Cthulhu Fanboy und freier Mitarbeiter bei Pegasus. Admin im Cthulhu Forum, die gute Seele der Cthulhu Community. Fanatischer Sammler von Cthulhiana mit einer fast vollständigen Sammlung von Material welches jemals für Call of Cthulhu erschienen ist. Lovecraftkenner und so ganz nebenbei hab ich Cthulhu Live nach Deutschland gebracht und veranstalte seit 1989 regelmäßig 2-3 Liverollenspiele im Jahr nach den Motiven von H. P. Lovecraft.</p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Tja, ich kann mich leider nicht selbst zitieren, also fang ich einfach mal an. Mein Name ist Daniel, ich bin am 08. Oktober 1982 geboren und wohne im Ruhrpott. Ich studiere Sozialwissenschaften, mit Ausrichtung auf Politikwissenschaft und weiß selbst nicht so genau was man damit am Ende anfangen kann. Neben dem Blog nutze ich meine Freizeit um zu lesen, Rollenspiele zu spielen, Filme zu gucken und dergleichen mehr. Cthulhu spiele ich schätzungsweise seit 3 Jahren, aber ich bin nicht ganz sicher. Ja, richtig gelesen ich bin noch gar nicht so lange dabei <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong> </strong><strong>Oliver: Welchen Wert hat das Material auf Tom´s Dachboden?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Darüber hab ich mir eigentlich nie Gedanken gemacht. Es sind viele alte und seltene Dinge darunter, Bücher, Probs, Spiele. Ein ganzer Dachboden voll mit Regalen und Kisten.</p>
<p><strong> </strong><strong>Black Aleph: Welchen Wert hat das Material in Tom’s Keller I und II?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> siehe die vorherige Antwort.</p>
<p><strong> </strong><strong>Anonymus der sich als Kostja herausstellte: Welchen Wert hat das Material in Tom’s Familiengruft?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Tom: </strong>Ich muss dich enttäuschen, so was wie eine Familiengruft hab ich nicht.</p>
<p><strong> </strong><strong>Anonymus der sich als Kostja herausstellte: Was hat er im Bahnhofsschließfach und was liegt im Schweizer Schließfach?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Tom: </strong>Pssst. <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong> </strong><strong>Starwarschef:</strong> Woher kennt ihr euch?</p>
<p><strong> </strong><strong><img title="Daniel" src="http://www.cthulhu.de/fotos/Daniel.jpg" alt="Daniel" align="left" />Daniel:</strong> Tatsächlich kennen wir uns nur über ICQ, Mail, Chat und das Forum, richtig getroffen haben wir uns nie und bis vor kurzem wussten wir auch nicht wie der andere aussieht, aber in dem Artikel wurden ja Bilder verlangt. Der eigentliche Kontakt kam dann über mein Blog „Azathoths Hof“. Ich hab irgendwann im letzten Jahr angefangen damit mal zu experimentieren und habe (unter anderem) eine Sammlung „unheimlicher Adjektive“ gemacht, die man im Spiel einsetzen kann, um Situationen zu beschreiben und Tom konnte die Liste für sein Blog brauchen. Die hat er dann auch bekommen und als sein Blog abstürzte hat er die Liste von mir ein zweites Mal erhalten und ich wurde sogar verlinkt! In der Zwischenzeit hab ich ein wenig bei mir gebloggt und Tom schreib dann einen der wenigen Kommentare: „Also wenn Du willst kannst Du auch für Cthulhu.de schreiben. Man könnte quasi ein Gemeinschaftsblog oder so draus machen. <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  Servus Tom.“ Tja und so führte dann eins zum anderen und mein erster Eintrag für cthulhu.de war glaub ich die News zum Marokko-Band. Vorher hatte ich Tom mal in einem D20-Forum getroffen in dem ich unterwegs war, aber der eigentliche Kontakt kam wohl über Chat und eben das Blog. Azathoths Hof war damit natürlich gestorben, aber Cthulhu.de hat eh die bessere Adresse und das läuft hier ja auch ganz gut denke ich <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Ja mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Außer das wir inzwischen einander persönlich kennen.</p>
<p><strong> </strong><strong>Starwarschef: Wer ist Frodo, wer ist Sam?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Ich bin wohl eher der Sam-Typ und trag Herrn Tom rauf bis zum Schicksalsberg <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' />  Damit bleiben dir nicht viele andere Rollen übrig Tom!</p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Gut dann schlüpf ich in die Rolle des Frodo. Wobei der auch ohne seinen getreuen Sam nie so weit gekommen wäre. Daher gibt es keinen Frodo und Sam bei uns im Blog, nur gleichwertige Partner die Spass an Cthulhu haben.</p>
<p><strong> </strong><strong>B.B.: Gibt es auch Bilder von euch zu sehen?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Ja.</p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Um Gotteswillen, wer will den das die Leser dieses Blogs beim Anblick meiner nicht-euklidisch gemusterten Hemden wahnsinnig werden.</p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Sie haben es ja nicht anders gewollt!</p>
<p><strong> </strong><strong>DrStrangelove: Womit verdient ihr euer Geld, um neue Cthulhusachen kaufen zu können?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Noch bin ich arm. Bettelstudent nennt man das wohl und ich arbeite auf meine ganz große Karriere als Sozial- bzw. Politikwissenschaftler hin *hust hust*. Wenn ich das geschafft hab, kann ich auch endlich meinen Pförtnerposten im Altenheim an den Nagel hängen, den ich derzeit allerdings mit Hingabe ausfülle. Ich beantworte Telefonate, lese Bücher und sitze herum. Ich weiß, harter Job aber irgendjemand muss ihn ja machen.</p>
<p><strong> </strong><strong>Tom: </strong>Du verstehst sicher das ich nicht darüber reden kann.</p>
<p><strong> </strong><strong>DrStrangelove: Stehen die Sterne günstig?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Das müsste ich mal im Auge behalten, aber sollten sie günstig stehen, werden wir es ganz sicher merken!</p>
<p><strong> </strong><strong>Tom: </strong>Glaubst Du an Horoskope? Ich schon, wenn sie günstig für mich sind. <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong> </strong><strong>Macthulhu: Hat Euer Tag mehr Stunden als meiner?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Nein, leider nicht. Es wäre wirklich schön, wenn ich irgendwie mehr Zeit hätte, aber leider bin auch ich an die 24 Stunden gebunden <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Ich hab vor einiger Zeit die <a title="25. Stunde" href="http://www.unknown-armies.net/artikel/die-25-stunde/" target="_blank">25. Stunde</a> entdeckt. Daher kann ich die Frage mit einem eindeutigen Jahr beantworten.</p>
<p><strong> </strong><strong>Macthulhu: Und was sind Eure Lieblingsfarben?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Hmm, schwarz wie der Himmel in einer mondlosen Nacht vielleicht? Na, wer erkennt das Zitat? <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> eindeutig Blau.</p>
<p><strong> </strong></p>
<h1><strong>Das Blog</strong></h1>
<p><strong> </strong><strong>Oliver:</strong> <strong>Wie viel Zeit investiert Ihr in den Blog?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel: </strong>Das ist eine gute Frage und ich weiß gar nicht ob ich sie beantworten kann. Ich habe da wirklich keinen Überblick drüber und es ist auch nicht so, dass ich mich einmal pro Tag eine Stunde lang hinsetze und etwas für das Blog schreibe. Ich habe in der ersten Zeit sehr viele Ideen für Artikel gesammelt und die habe ich je nach Lust und Laune einfach geschrieben und dann veröffentlicht. Heute habe ich schon fast alle Ideen abgearbeitet und suche nun nach neuen Sachen, aber es ist immer noch so, dass ich je nach Lust und Laune schreibe. Glücklicherweise mache ich das Ganze ja nicht allein, wenn mir nichts einfällt springt Tom ein… gerade ist wieder so ein Moment, Tom, spring mal ein!</p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Es sind wohl mehrere Stunden in der Woche, zuviel zum Leidwesen meiner Lebensgefährtin. Während Daniel mehrheitlich die Artikel verfasst bin ich immer auf der Suche nach cthuloiden News oder halte den Blog technisch am laufen. Hier ein Plugin, dort eine kleine Änderung.</p>
<p><strong> </strong><strong>Greifenklaue: Wie findet ihr soviel News und vor allem teilweise verrückte Links zum Thema Cthulhu?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Ich durchstöbere die Foren und Blogs, manchmal auch Youtube oder ähnliches und dann hat man einfach Glück und findet was Obskures. Den Link für den Film über den „Terrible Old Man“ habe ich zum Beispiel im Forum von WhiteWolf gefunden. Die wirklich seltsamen Sachen zieht Tom ja auch oft an Land <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Über die Jahre hinweg hat sich ein Gespür dafür gebildet wann und wo ich in Foren, Blogs oder auch so meine Nase reinstecken sollte.</p>
<p><strong> </strong><strong>Black Aleph: Warum sind hier ständig Bots online, oder es doch eine außerirdische Intelligenz?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Es ist uns gelungen die Bots sichtbar zu machen. Es handelt sich um Mi-Go die regelmäßig den Blog hier besuchen um sich das Wissen der Besucher und Autoren anzueignen.</p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel: </strong>Und wenn es nicht die Mi-Go sind, dann sind es arme Seelen deren Gehirne in gewissen Zylindern stecken und verzweifelt versuchen mit uns Kontakt aufzunehmen.</p>
<p><strong> </strong><strong>Black Aleph: Bin ich real?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Nein Du bist die KI die den Blog hinter den Kulissen am laufen hält. <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Ja genau, du bist so eine Art „HAL 9000“ für das Blog :-}</p>
<p><strong> </strong></p>
<h1><strong>Das Rollenspiel</strong></h1>
<p><strong> </strong><strong>Oliver: Eure liebsten Abenteuer?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Meine liebsten Abenteuer sind wohl „Tod an Bord“ von Peer Kröger und Uwe Matthes (Geisterschiffe), „Der lachende Mann“ von Ingo Ahrens (Festival obscure) und „Das knarrende und windschiefe Haus“ von Mark Morrison (Kinder des Käfers). Tod an Bord war das Abenteuer mit dem ich den größten Erfolg an einem Spielabend überhaupt hatte. Es lief wirklich perfekt. Die Spieler waren gepackt, ich hatte mich sehr gut vorbereitet, die Musikuntermalung war exzellent und der Plot des Abenteuers ist 1-A. Die Geschichte ist gut konstruiert, mit wenig Mythos und vielen unerklärlichen Ereignissen und dann wartet das gesamte Szenario noch mit einem Twist auf – besser geht es kaum. „Der lachende Mann“ kommt direkt dahinter, auch hier ein sehr guter Spielabend und begeisterte Spieler und eine Geschichte, die ebenso unheimlich wie tragisch war. Ich kannte die Kurzgeschichten von Thomas Ligotti und konnte mir die Szenen wie in einem Film vorstellen, alles lief sehr gut, nur leider haben die Spieler das Szenario nicht lösen können. Als letztes kommt dann ein Klassiker: Ein richtiges Spukhaus bzw. „Das knarrende und windschiefe Haus“. Alles deutet auf Geister hin, die Hintergrundgeschichte des Hauses lässt jeden Spieler vermuten, dass es ein Geist ist, aber dann ist es dieses Ding. Ein großartiger Twist für ein Geisterhaus und überhaupt sind Geister und Spukhäuser meine Favoriten, solange sie immer noch irgendwie mit dem Mythos verknüpft sind. Es sieht aus wie ein Geist, ist aber kein Geist zieht bei mir immer!</p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> sind immer die eigenen. Der Orient Express hat es mir sehr angetan und meine damalige Gruppe musste sehr darunter leiden das ich ihn gnadenlos in einem Sommer durchgezogen hab. Sonst eigentlich jedes Abenteuer das sich in ein, höchstens 2 langen Abenden durchspielen lässt. Ein All-Time Favorit ist wohl Gestohlene Leben aus dem Kleine Völker Band.</p>
<p><strong> </strong><strong>Black Aleph: Zu wem würdet ihr beten wenn ihr Kultisten wärt? Kurzum: eure Lieblings-Götter und Wesen im Cthulhu-Mythos?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Ich mag den Winter, also wäre es wohl Ithaqua. Ansonsten finde ich Cthulhu und die Tiefen Wesen sehr ansprechend, auch wenn Cthulhu eigentlich selten in einem Abenteuer vorkommt und die Tiefen Wesen mittlerweile schon zu oft vorkamen. Aber ich mag den „Schatten über Innsmouth“ gern, wobei ich sehe, dass wir zu den Lieblingsgeschichten noch später kommen werden. Das Dho-Gezücht ist auch sehr schön, gibt es auch noch kein Abenteuer zu, sollte man vielleicht mal machen…</p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Welche Mythosgottheit steht für Herbst? Ganz klar ich bin ein großer Anhänger des Großen Alten Cthulhu. Ohne Wenn und Aber. Der Rest ist für mich schmückendes Beiwerk.</p>
<p><strong> </strong><strong>Bernd Wachsmann: Seit wann spielt Ihr Rollenspiele?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Ich glaube ich war 13 als ich die DSA-Box unter dem Weihnachtsbaum vorfand. Eigentlich wollte ich das Brettspiel haben mit den tollen Figuren, aber mein Onkel schenkte mir die Starterbox und „Al´Anfa und der Tiefe Süden“. Da ich nicht wusste was es war, hab ich dann gelesen und am ersten Weihnachtstag das Soloabenteuer gespielt. WOW! Da war ich hin weg. Weitere Soloabenteuer folgten, ich hab Trödelmärkte abgeklappert als ich alle Solos gekauft und gespielt hatte. Mein erstes Gruppenspiel kam durch einen Zufall zustande. Ein paar Schulfreunde spielten und ich hatte viel Material zu Hause, also hab ich mich als Spielleiter angeboten und das klappte auch. Ich leitete den „Zug durch das Nebelmoor“ und das lief ganz gut, aber am Ende brach die Gruppe nach dem Spielabend auseinander. Ich mochte das Spiel dennoch und deckte mich weiterhin mit Material ein, aber gespielt habe ich dann nur noch einmal und das war „Unter dem Nordlicht“. Es war eine kleinere Gruppe und das ganze war nicht besonders interessant. Dann war erst mal Funkstille mit Rollenspiel, bis ich dann irgendwann mit D&amp;D anfing, joah und so kam ich zum Rollenspiel.</p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Da gibt es ja die tolle Geschichte wie ich zum Rollenspiel kam die ich jedem erzähle, ob er sie hören will oder nicht. Irgendwann im Jahre 1982 war ich wieder unterwegs um neue Spiele für meine Atari Spielekonsole zu kaufen. In dem damals einzigen Laden in München der ein vernünftiges Angebot hatte stand dann im Keller eine Glaspyramide, von Scheinwerfern angeleuchtet und ein paar recht merkwürdige Bücher darin. Drumherum standen noch ein paar ältere Jungs die sich angeregt unterhielten. Die Bücher entpuppten sich als die 1st Ed von AD&amp;D und die älteren Jungs waren die ersten Rollenspieler mit denen ich Bekanntschaft gemacht habe. 2 Jahre später bin ich als SL auf Midgard umgesattelt, das war auch deutsch und ein wenig leichter verständlich.</p>
<p><strong> </strong><strong>Bernd Wachsman: Seit wann spielt Ihr Cthulhu?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Noch nicht so lange. Also mittlerweile sind es schon 3 Jahre, aber das ist ja nichts im Vergleich zu dem Großen Alten Tom. Trotzdem muss ich sagen, dass Cthulhu meine Sicht auf Rollenspiele verändert hat, so intensiv wie bei Cthulhu waren die wenigstens D&amp;D Runden.</p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> seit dem 25. Dezember 1984. Am Vortag die Box bekommen, noch in der Nacht durchgelesen und am Abend des 1. Weihnachtsfeiertages mit 3 Freunden losgelegt.</p>
<p><strong>Starwarschef: Wie sah euer cthulhoider Erstkontakt aus?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Ich weiß leider nicht mehr ob ich zuerst von einem Freund das Buch „Das Ding auf der Schwelle“ bekam oder ob wir doch zuerst „Mr. Corbitt“ aus der alten Regelausgabe spielten. Ich meine es war zuerst das Buch. Die Geschichten waren großartig und schlugen mich sofort in ihren Bann und umso neugieriger war ich auf das Rollenspiel. Ich war zuerst unglaublich skeptisch gegenüber Horror und dann auch noch in den 20er Jahren. Ich wusste nicht so recht was ich davon halten sollte, auch wenn mich die Geschichten sehr ansprachen. Als wir dann aber spielten (ich spielte einen Professor), war ich regelrecht begeistert. Dabei muss noch gesagt werden, dass wir eigentlich nur spielen konnten weil einer aus der D&amp;D-Gruppe keine Zeit hatte. Dies sollte nachträglich ein wahrer Glücksgriff sein. Beim nächsten Mal war ich schon der Spielleiter und ich präsentierte „Das knarrende und windschiefe Haus“ und was soll ich sagen – es lief fantastisch. Ich hätte nie gedacht, dass Horror so viel Spaß machen kann, denn ein sonderlicher Fan von Horrorfilmen war ich nie, aber ich glaube ich habe einfach immer nur das Falsche gesehen. Cthulhu war jedenfalls der Überraschungstreffer für mich und seitdem bin ich leidenschaftlicher Sammler, Spieler und auch beginnender Schreiberling, wirklich großartig und ich kann nur sagen: Danke Freunde das ihr mich zum spielen überredet habt! <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Im zarten Alter von… Nein an meinen Erstkontakt kann ich mich nur noch Dunkel erinnern. Es war eins der Rosa / Lila Taschenbücher aus dem Suhrkamp Verlag das mir meine Mutter mitgebracht hat. Ein paar Jahre später entdeckte ich dann im Kataloock meines Namensvetters (alte Rollenspieler erinnern sich noch an Thomas Loock) das es ein Rollenspiel zu den Geschichten von H. P. Lovecraft gibt. Und Weihnachten 1984 lag die schwarze Box dann unter dem Weihnachtsbaum.</p>
<p><strong> </strong><strong>Bernd Wachsman: Spielt Ihr noch andere Rollenspiele?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Nicht mehr. Ich habe früher D&amp;D in den Vergessenen Reichen (das beste Fantasy-Setting für mich) gespielt und ich würde es auch gerne wieder spielen, aber zeitlich ist es eine Katastrophe, ganz zu schweigen davon Spieler zu finden. Sonst habe ich noch eine Forenrunde All Flesh must be eaten (welche inzwischen beendet ist) und seit neustem habe ich auch großes Interesse an Changeling: The Lost (dazu noch Grimm und Vampire – Requiem for Rome), gespielt habe ich es aber noch nicht, dafür liest es sich exzellent!</p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Aus Zeitgründen leider fast kaum mehr. Ich versuche zwar immer noch mich mit Freunden 1x Monat zum Rollenspiel zu treffen, aber das sind dann meist One-Shots. Bevorzugt für Cyberpunk und Unknown Armies. Über die letzten 20 Jahre hinweg hab ich bestimmt 200 verschiedene Systeme gespielt, am längsten davon vermutlich Midgard, Ars Magica und Mage: the Ascension.</p>
<p><strong> </strong><strong>Bernd Wachsman: Warum spielt Ihr gerade Cthulhu?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Oh da will ich auf diesen wunderschönen <a title="Warum ich Cthulhu spiele" href="http://www.cthulhu.de/artikel/warum-ich-cthulhu-spiele/" target="_blank">Blogeintrag</a> von mir verweisen warum ich Cthulhu spiele.</p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Das ist gemein, ich kann nirgendwo verweisen, muss alles selbst schreiben <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':-D' class='wp-smiley' />  Also warum spiele ich gerade Cthulhu? Ich glaube Cthulhu ist für mich einfach das Intensivste Rollenspiel was ich bisher gespielt habe. Das liegt aber vor allem daran das ich auch nicht sooo viel gespielt habe. Gleichzeitig ist der Hintergrund von Cthulhu äußerst faszinierend und auch so flexibel. Das kosmische Grauen hat bisher nichts von seinem Charme verloren und es ist so vielseitig, dass man eigentlich viele Geschichten erzählen bzw. spielen kann. Man muss nur aufpassen, dass sie sich nicht alle gleichen.</p>
<p><strong> </strong><strong>Bernd Wachsman: Habt Ihr schon etwas für Cthulhu publiziert?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Ich bin noch recht neu in dem Bereich, aber ich habe zwei Artikel für die CW geschrieben, die aber noch nicht veröffentlicht sind. Das ist zum einen ein Szenariovorschlag für Cthulhu Now mit einem recht kuriosen „Feiertag“ und dann noch eine Autorenvorstellung von Howard Philips Lovecraft, indem ich mich neben seinem Leben auch mit dem Rassismus beschäftige. Wie gesagt beide Artikel werden wohl nächstes Jahr erscheinen. Dann habe ich noch einen anderen Artikel in Arbeit und zwei Abenteuer. Beide Abenteuer sind für die CW, eines spielt in Mexiko und das andere habe ich mit einem Freund konstruiert und wird in einem Hotel spielen. Ich wollte so etwas schon immer mal machen und ich hoffe, dass es nicht die beiden letzten Abenteuer und Artikel sein werden!</p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Ich publiziere nicht, ich visioniere. Spaß beiseite, das Schreiben liegt mir nicht sonderlich, dennoch hab ich ein wenig für Cthulhu gemacht, wie man <a title="About this Blog" href="http://www.cthulhu.de/about/" target="_blank">hier</a> nachlesen kann.</p>
<p><strong> </strong><strong>B.B.: Wie beurteilt ihr die Arbeit von Pegasus &amp; Chaosium bezogen auf das Cthulhu-Rollenspiel?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Chaosium darbt so vor sich hin und bringt nichts wirklich neues raus. Die ganzen Innovationen kommen von Seiten Pegasus. Fairer Weise muss man aber sagen das Frank Heller hier die treibende Kraft hinter allem ist. Also im großen und ganzen bin ich sehr zufrieden mit der Arbeit die Pegasus leistet.</p>
<p><strong> </strong><strong>Irgendwann wenn ich viel Zeit habe werde ich mir eine eigene Sub-Lizenz holen und dann gibt es Cthuloides made by Tom. <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Was soll man sagen, Pegasus bringt regelmäßig Material heraus und an Ideen scheint es auch nicht zu mangeln. Die Bücher sehen hervorragend aus, lesen sich ausgezeichnet und zeigen einfach das sich alle Mitarbeiter sichtlich Mühe geben. Ich lese ab und an immer wieder, dass viele Amerikaner bedauern im Deutschunterricht nicht aufgepasst zu haben, da sie die tollen Pegasus Bücher nur durchblättern können aber nicht lesen <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong> </strong><strong>B.B.: Welche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung hat Cthulhu in euren Augen?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Wohin soll es sich entwickeln? Ich alter Sack bin zufrieden so wie es ist. Vielleicht ein modernes Point-Buy-System und ein ausmisten der Fähigkeiten. Aber ich hab das Gefühl das ist nicht die Antwort auf deine Frage.</p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Gute Frage. Das System selbst ist ein wenig angestaubt, ich glaube da würde ich ansetzen. Vom Hintergrund her gibt es glaub ich noch viele Dinge die noch nicht abgegrast sind, wobei ich finde, dass OneShots durchaus den Horror intensivieren können, vor allem wenn die SCs ganz eng mit einem Abenteuerplot verknüpft sind.</p>
<p><strong> </strong><strong>Starwarschef: Was macht für euch das besondere bei Cthulhu aus (im Gegensatz zu anderen Rollenspielen)?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Ganz allgemein trägt Cthulhu eine besondere Atmosphäre mit sich, die ich nicht in jedem Rollenspiel sehe. Cthulhu setzt auf die Sterblichkeit der Charaktere, keine Super-Helden, keine Level 20 Paladine in Plattenpanzern die gegen Rote Drachen kämpfen (das mag ich aber auch!), es sind ganz normale Leute, die durch das Grauen zerrieben werden, was uns zum zweiten Punkt bringt: der Wahnsinn. Es gibt heute natürlich viele Rollenspiele in denen man Wahnsinnig werden kann, aber in keinem ist es schön wie in Cthulhu. Aufgrund des literarischen Hintergrundes, weiß man dass die meisten Abenteuer auf die lovecraftsche Art enden werden und das ist einfach sehr herausfordernd für Spieler und Spielleiter. Es ist nicht leicht einen Verrückten zu spielen oder den Wahnsinn zu beschreiben, aber wenn es gelingt, wenn man sich das formlose Gezücht da drüben an der Tür vorstellen kann und man merkt wie es nach dem Verstand greift, dann hat man wirklich ein intensives Rollenspiel gespielt und Cthulhu ist einfach wahnsinnig intensiv und das macht es so besonders! Natürlich hängt das alles von der Gruppe ab, aber wenn die Gruppe gut ist und es allen Spass macht, dann ist Cthulhu mit seinem Hintergrund einfach nicht zu schlagen. Ich habe nichts gegen die gotischen Horror wie er in der neuen World of Darkness Einzug findet, aber man kennt Werwölfe und Vampire einfach, aber einen Yog-Sothoth oder Azathoth hat noch nie jemand gesehen und wie Lovecraft schon sagte, die Angst geht vom Unbekannten aus.</p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Das dahinterstehende Setting. Als großer Freund und Bewunderer der Geschichten von H. P. Lovecraft ist es das was mich gefangen und nie mehr losgelassen hat.</p>
<p><strong> </strong><strong>Starwarschef: Genießt ihr den cthulhoiden Schrecken lieber in der klassischen Ära (1920er) oder weicht ihr auch auf andere Zeiten (Now, Gaslight, MA, SF) aus, falls ja welche???</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Ich bin ein großer Verfechter der Zwanziger Jahre. Daneben erlebe ich den Schrecken noch gerne in der Gaslicht Epoche. Einige wenige Ausflüge in das Delta Green Universum, dann hat es sich mit meiner Experimentierfreudigkeit.</p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Ich glaube ich kann fast jedem Setting etwas abgewinnen, bis auf Endzeit oder ausgedehnte Science-Fiction Kampagnen. Ich bevorzuge allerdings die 20er Jahre. NOW hat viel Potenzial denke ich, aber bisher ist der Funke noch nicht übergesprungen, was wohl an den Abenteuern liegt. Ich erwarte mit Spannung den Abenteuerband „Todesangst“, der sicherlich einige nette Sachen enthalten wird (Anmerkung: Der Band ist ja inzwischen erschienen *hust* Und ja, der Funke ist übergesprungen, aber die 20er bleiben mein Favorit!). Mittelalter gehört bei mir auch noch zu den Wackelkandidaten. Ich habe es nie gespielt, aber ich befürchte das es für mich zu nah an der Fantasy ist, aber wie gesagt, ich habe es noch nicht versucht.</p>
<p><strong> </strong><strong>DrStrangelove: Was ist an eurem miserabelsten Rollenspielabend alles schief gelaufen?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Solche Abende sind zum Glück bisher ganz selten vorgekommen und dann verdränge ich das auch immer ganz schnell. Wozu sich an schlechte Dinge erinnern, wenn das Leben voller positiver Ereignisse ist.</p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel: </strong>Gut aus der Affäre gezogen <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':-D' class='wp-smiley' />  Hmm, ich hatte schon einige Erlebnisse die nicht so gut liefen, aber nichts hat mich irgendwie dazu veranlasst zu denken „Hätte ich bloß was anderes gemacht an diesem Abend.“</p>
<p><strong> </strong></p>
<h1><strong>Lovecraft</strong></h1>
<p><strong> </strong><strong>Oliver: Was sind Eure Lieblingsgeschichten Lovecrafts?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Call of Cthulhu.</p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Das Ding auf der Schwelle, Die Ratten im Gemäuer, Die Farbe aus dem All, Der Schatten über Innsmouth, Die Berge des Wahnsinns, Das Grauen von Dunwich, Der Flüsterer im Dunklen, Der Ruf des Cthulhu, Pickmans Modell… hmm noch etwas vergessen? Oder sagen wir es mal so, wenn es nicht in den Traumlanden spielt, lese ich es gern <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong> </strong><strong>Greifenklaue: Was haltet ihr selbst von den Werken von H.P. Lovecraft?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Ein Bekannter hat mal gesagt, jedes Jahr seit 16 Jahren liest er im Dezember ausschließlich Lovecraft und nichts anderes. Ich halte es so ähnlich, bei mir ist der Oktober die bevorzugte Zeit. Für mich sind die Werke zeitlos und ich vertiefe mich immer wieder gern in die Welten Lovecrafts.</p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel: </strong>Das ist eine schöne Tradition. Ich höre abends oft ein Hörbuch von LPL-Records (derzeit ist es der Flüsterer im Dunkeln) und ab und an lese ich auch mal wieder eine Geschichte von Lovecraft. Er hat viele gute Geschichten geschrieben, aber auch einige schwächere. Ich finde aber dennoch, dass man Lovecraft noch heute sehr gut lesen kann und, dass er etwas in einem anspricht. Und nicht zuletzt hat er zahllose Autoren im Bereich der unheimlichen Phantastik bis heute beeinflusst.</p>
<p><strong> </strong><strong>Greifenklaue: Welches ist Euer Lieblings-Mythos-Autor neben Lovecraft?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Robert Bloch ist sehr gut und ich mag auch den Hintergrund, dass Lovecraft ihn zum Schreiben angeregt hat.</p>
<p><strong> </strong><strong>Tom: </strong>Algernon Blackwood und Arthur Machen sind neben Lovecraft quasi meine Lieblings-Mythos-Autoren obwohl sie nicht direkt etwas dazu beigesteuert haben. Daneben gefallen mir die Geschichten von Clark Ashton Smith noch besonders.</p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Blackwood hat mit seiner Geschichte „Die Weiden“ auf jeden Fall Lovecraft beeinflusst und man kann Blackwood einfach sehr gut lesen. William Hope Hodgeson ist auch toll, aber das hat nichts mit der Frage zu tun <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong> </strong><strong>DrStrangelove: Welche Lovecraft-Geschichte würdet ihr gerne verfilmt sehen, wer sollte diesen Film drehen und welche Rolle würdet ihr darin am liebsten spielen?</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Meine Lieblingsgeschichte ist von der HPL Historical Society bereits verfilmt worden. Hätte ich die Möglichkeit gehabt darin mitzuspielen, tja dann wäre ich wohl der Professor gewesen.</p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Der Schatten über Innsmouth wäre auf der Leinwand sicher beeindruckend und Guillermo del Toro wäre genau der Richtige. Sollte er im Übrigen tatsächlich die Berge des Wahnsinns verfilmen (was inzwischen ja sicher ist), dann könnte das ein regelrechtes Highlight für Fans des kosmischen Grauens werden. Aber bleiben wir mal beim Schatten über Innsmouth. Ich finde diese Geschichte hat fast alles, Horror, Action und ein überraschendes Ende. Was ich mir allerdings auch gut vorstellen könnte, wäre eine Verfilmung von „Die Farbe aus dem All“. Der dahinsiechende Bauernhof wäre eine tolle Kulisse. Nun, welche Rolle könnte ich da übernehmen? Beim Schatten über Innsmouth ist die Sache klar und einfach: Der Angestellte im Einkaufsladen. Und bei der Farbe aus dem All würde ich zu einem der Professoren tendieren. Ach, bevor jetzt jemand schreibt: Hey, Innsmouth wurde doch schon verfilmt, schau dir mal Dagon an“, dann kann ich nur entgegnen: „Ich würde gerne eine vernünftige Version sehen mit richtigen Schauspielern und Budget!“</p>
<p><strong> </strong><strong>Synascape: Schreibt doch mal so ein bisschen darüber, wie ihr die “Cthulhu-Szene” so erlebt habt in den langen Jahren (Tom ist ja schon nen Weilchen dabei wie ich mir sagen ließ) und vielleicht auch, wie sich diese aus Eurer Sicht entwickelt und verändert hat. Alleine in “good ol’ Germany” hat es ja diverse Herstellerwechsel gegeben und manche Person kennt ihr sicher persönlich. Sozusagen ein Plaudern aus dem Nähkästchen des 20jährigen Cthulhu-Spielertums!</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Daniel:</strong> Ich bin noch gar nicht so lange dabei um das beantworten zu können und auf der Cthulhu Con hab ich ja nur ganz wenige Leute kennen gelernt. Tom kann hier viel besser antworten als ich <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong> </strong><strong>Tom:</strong> Das ist eine Frage vor deren Beantwortung ich mich heute drücken möchte. Sie ist mir nicht unangenehm oder unwillkommen, vielmehr braucht es viel Muse und Zeit um sie entsprechend zu beantworten. Ich werde das aber zu gegebener Zeit binnen Jahresfrist nachholen. <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /><br />
<strong> </strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><strong> </strong></p>
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		<title>Markus K. Korb im Fernsehen</title>
		<link>http://www.cthulhu.de/artikel/markus-k-korb-im-fernsehen/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 Feb 2008 19:04:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Markus K. Korb]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer gern mal den &#8220;Grausame Städte-Autoren&#8221; Markus K. Korb im Fernsehen sehen möchte, der kann dies hier tun: Wer sich abends gerne im Halbdunkel gruselt, darf sich auf vier spannende Kurzgeschichten freuen. Grausame Städte heißt der Titel des Buches, in &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/markus-k-korb-im-fernsehen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer gern mal den &#8220;Grausame Städte-Autoren&#8221; Markus K. Korb im Fernsehen sehen möchte, der kann dies hier tun:</p>
<blockquote><p>Wer sich abends gerne im Halbdunkel gruselt, darf sich auf vier spannende Kurzgeschichten freuen. Grausame Städte heißt der Titel des Buches, in dem sie zusammengefasst sind. Bei einer Lesung in der Gemeindebibliothek von Röthlein, konnte man sich jetzt einen Eindruck vom Werk Korbs verschaffen. Korb ist bereits seit 26 Jahren im &#8220;Geschäft&#8221;. Er schafft Atmosphäre, beschreibt das Unfassbare, Grausame und Gruselige bis ins Detail. In Grausame Städte 2 spannt Korb, Mitglied der Schweinfurter Autorengruppe, einen interessanten Bogen von Paris und Prag in die Heimat, in dem hier auch Friedrich Rückert eine Rolle spielt.</p>
<p><a href="http://www.tvtouring.de/default.aspx?ID=3095&amp;showNews=189543" target="_blank">Link zum Video </a></p></blockquote>
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		<title>Videointerview mit Dennis Detwiller</title>
		<link>http://www.cthulhu.de/artikel/videointerview-mit-dennis-detwiller/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Jan 2008 11:43:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Delta Green]]></category>
		<category><![CDATA[Detwiller]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf Yog-Sothoth.com gibt es ein neues Video Interview mit Dennis Detwiller, dem Erfinder von Delta Green und der Mitbegründer von Pagan Publishing. A first for olde Yoggie, here we conduct a video chat-based interview with Dennis Detwiller of Arc Dream &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/videointerview-mit-dennis-detwiller/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://www.yog-sothoth.com/modules.php?name=News&amp;file=article&amp;sid=423" target="_blank">Yog-Sothoth.com</a> gibt es ein neues Video Interview mit Dennis Detwiller, dem Erfinder von Delta Green und der Mitbegründer von Pagan Publishing.</p>
<blockquote><p><em>A first for olde Yoggie, here we conduct a video chat-based interview with Dennis Detwiller of Arc Dream Publishing (Delta Green: Eyes Only).</em></p>
<p><em>Dennis talks about his introduction to Call of Cthulhu, Pagan Publishing, Delta Green, rumours of the DG:EO reprint, GODLIKE and what he&#8217;s working on now for Call of Cthulhu &#8211; plus a whole lot more.</em></p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Sommerinterviews &#8211; Patrick J. Grieser</title>
		<link>http://www.cthulhu.de/artikel/die-sommerinterviews-patrick-j-grieser/</link>
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		<pubDate>Mon, 24 Sep 2007 04:33:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cthulhu Team</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Abschluss des Sommers, aber noch vor dem Interview mit Tom &#38; Daniel (das sich leider ein wenig verzögert), haben wir hier das Gespräch mit Patrick J. Grieser, dem Gründer des Basilisk-Verlages. Wir hoffen das euch die Sommerinterviews gefallen haben &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/die-sommerinterviews-patrick-j-grieser/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img title="Patrick J. Grieser" src="http://www.cthulhu.de/image/basi06.jpg" alt="Patrick J. Grieser" align="right" />Zum Abschluss des Sommers, aber noch vor dem Interview mit Tom &amp; Daniel (das sich leider ein wenig verzögert), haben wir hier das Gespräch mit<strong> Patrick J. Grieser</strong>, dem Gründer des <a href="http://www.basilisk-verlag.de/index2.php" target="_blank">Basilisk-Verlages</a>. Wir hoffen das euch die Sommerinterviews gefallen haben und wünschen nun viel Spaß beim lesen!</p>
<p><strong>Cthulhu-Team: Patrick, schön, dass du dir Zeit für das Interview nimmst! Stell dich doch einmal kurz vor, bevor wir mit den richtigen Sachen starten <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </strong></p>
<p><strong>Patrick:</strong> Ich bin 28 Jahre jung und lebe in einem kleinen Dorf in der Nähe von Darmstadt. Zurzeit schreibe ich meine Diplomarbeit im Fach „Klinische Psychologie“ (Thema: Schmerzkonditionierung und motorisches Lernen). Parallel dazu betreibe ich den Basilisk Verlag und arbeite als Verleger, Übersetzer und Buchautor.</p>
<p><strong>CT: Du bist ja der Gründer des Basilisk Verlages, was hat dich dazu bewogen, einen eigenen Verlag zu gründen?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Mein Erstlingswerk „Der Hüter des Taermons“ sollte damals im Verlag Marxmühle erscheinen. Leider schloss der Verlag kurze Zeit später die Pforten, und mein Buch wurde dort nie gedruckt. Danach trat ein anderer Phantastik-Verlag an mich heran und zeigte Interesse an meinem Fantasy-Roman. Leider hat mir die Druckqualität der veröffentlichten Bücher aus dem Verlagshaus nicht gefallen, und so fasste ich den Entschluss einen eigenen Verlag zu gründen, um mein eigener Herr zu sein. Dies war die Geburtsstunde des Basilisk Verlags. Ursprünglich wollte ich nur das Taermon-Buch im Selbstverlag herausbringen. Das Buch verkaufte sich aber so gut, dass ich schließlich den Entschluss fasste, auch andere Autoren zu verlegen. Mittlerweile sind im Basilisk Verlag mehr als vierzig Bücher erschienen.</p>
<p><strong>CT: Ist es eigentlich schwer, seinen eigenen Verlag zu gründen?</strong></p>
<p><strong><img title="Basilisk Verlag Logo" src="http://www.cthulhu.de/image/basi01.gif" alt="Basilisk Verlag Logo" align="left" />P:</strong> Eine Verlagsgründung ist sehr einfach – das kann man binnen weniger Tage erledigen. Schwieriger ist es jedoch, den Verlag über einen langfristigen Zeitraum am Leben zu erhalten. Am Anfang kennt noch niemand deinen Verlag, und du bist auf jeden Kunden, Händler etc. angewiesen. Wenn du nicht über genügend finanzielle Mittel verfügst, geht dem Verlag sehr schnell die Puste aus. Je länger du im Geschäft bist, desto mehr Leute werden auf deinen Verlag aufmerksam. Ich betreibe den Basilisk Verlag nicht hauptberuflich; ich habe das Bücherverlegen ziemlich lange als eine Art Hobby angesehen. Mittlerweile ist die Verlagsarbeit ziemlich aufwändig geworden, und es vergeht kein Tag, an dem ich nichts für den Verlag mache.</p>
<p><strong>CT: Wie sieht deine tägliche Arbeit denn aus? Ich kann mir vorstellen neben der Diplomarbeit muss das doch ziemlich kräftezehrend sein oder?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Ich bin meistens bis 18:00 Uhr an der Uni und erhebe für meine experimentelle Studie Versuchspersonen oder schreibe an meiner Diplomarbeit. Danach geht es Richtung Heimat, wo die alltägliche Verlagsarbeit auf mich wartet. Bestellungen müssen bearbeitet, Emails beantwortet und die Korrekturarbeiten der Lektoren überprüft werden. Wenn ein Buch druckfrisch bei mir im Verlag eintrifft, nehme ich mir auch einmal eine Aushilfe, damit die Bücher rechtzeitig verschickt werden können.</p>
<p><strong>CT: Wie kommen denn die Kontakte mit den Autoren zustande?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Ich schreibe die Autoren entweder direkt an oder kontaktiere ihren Agenten. Bei John Norman und Paul Kearney kam der Kontakt über die Agentur zustande.</p>
<p><strong>CT: Mittlerweile gibt es ja doch mehrere Verlage im Phantastik-Bereich, könnte das ein Indiz für ein steigendes Phantastikinteresse in Deutschland sein?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Es gibt ein wachsendes Interesse an phantastischer Literatur. Zahllose Fantasy-Bücher werden zurzeit verfilmt, und das Bücherangebot auf diesem Sektor ist kaum noch zu überschauen. Der Markt ist in meinen Augen stark übersättigt. Erschwerend kommt hinzu, dass das Geld bei den Leuten nicht mehr so locker sitzt wie früher – man kann nicht mehr alle Bücher kaufen.</p>
<p><strong>CT: Horror ist ja nur ein Untergenre der Phantastik und wenn man mal in die Buchläden guckt, da stehen neben Stephen King, Dean Koontz und Richard Laymon eigentlich kaum andere Namen. Was ist los mit dem Horror-Genre?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Ich denke, dass es einfach zu wenig Nachwuchsschriftsteller gibt, die sich dem Horror-Genre annehmen. 90% der Manuskripteinsendungen, die wir bekommen, stammen aus den Bereichen Fantasy und Science-Fiction.</p>
<p><strong>CT: Vom Horror-Genre zurück zu dir, schreibst du eigentlich noch immer?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Zurzeit schreibe ich den zweiten Teil der Mantel der Finsternis-Serie. Vor kurzem habe ich für einen anderen Phantastik-Verlag eine Horror-Kurzgeschichte fertig gestellt und davor für das russische Kosmetikunternehmen RougeBunnyRouge phantastische Texte für ihre Produktpalette entworfen und übersetzt.</p>
<p><strong>CT: Das mit dem Kosmetikunternehmen klingt kurios, was waren denn das für phantastische Texte?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Der Kontakt kam durch einen alten Bekannten aus Chelsea zustande, der sich daran erinnerte, dass ich ja einen Phantastik-Verlag habe. RougeBunnyRouge hat eine neue Kosmetikkollektion herausgebracht und ihre Produkte in den Parfümerien weltweit mit einem sehr mystischen und phantastischen Konzept beworben. Die Produkte stammen aus dem sogenannten Verzauberten Garten, der von allerlei geheimnisvollen Kreaturen, wie z.B. Elfen, Feen usw. bewohnt wird, die für die Kreation der Produkte zuständig sind. Jedem Produkt liegt ein kurzer Text mit einer kleinen phantastischen Geschichte aus dem Verzauberten Garten bei.</p>
<p><strong>CT: Und worum geht es bei deiner Horror-Kurzgeschichte?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Die Geschichte dreht sich um einen Kinderschänder, der eine junge Anhalterin mitnimmt. Eine bitterböse Hinterwäldler-Geschichte, die im amerikanischen Niemandsland spielt <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>CT: Und jetzt die Frage für alle angehenden Jung-Autoren: Wie schaffe ich es, dass mein Manuskript bei dir verlegt wird?</strong></p>
<p><strong><img title="Dunwich Reiseführer" src="http://www.cthulhu.de/image/basi02.jpg" alt="Dunwich Reiseführer" align="right" />P:</strong> Gar nicht <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Ich arbeite nur noch mit einem festen Autorenteam zusammen bzw. lasse mir Bücher und Manuskripte von Agenturen schicken. Wenn mich etwas interessiert, gehe ich auf die Leute zu und frage einfach einmal unverbindlich an. Unverlangte Manuskripteinsendungen kann ich aus Zeitgründen leider nicht mehr prüfen. Vor ein paar Monaten habe ich zusammen mit Horror-Autor Uwe Voehl ein Schreibseminar für angehende Autoren angeboten. Einer der Teilnehmer hat den Sprung in unser Verlagshaus geschafft: Er wird mit einer eigenen Kurzgeschichte in der Lovecraft-Anthologie „Dunwich – Ein Reiseführer“ vertreten sein.</p>
<p><strong>CT: Schade! Was sollte ein angehender Autor deiner Meinung nach denn grundsätzlich beachten?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> In der Vergangenheit habe ich oftmals dem einen oder anderen hoffnungsvollen Nachwuchsautor angeboten, an der einen oder anderen Serie im Basilisk Verlag mitzuwirken. Meine Angebote wurden leider abgelehnt unter dem Hinweis, dass man lieber eigenes Material veröffentlichen wolle. Solche Absagen kann ich leider nicht so genau nachvollziehen, da ich ihnen immerhin eine Plattform zur Veröffentlichung in unserem Verlag angeboten hatte. Ein angehender Autor sollte für mich flexibel sein; er sollte sich in bereits bestehende Reihen einarbeiten und nach Exposés schreiben können. Ein angehender Autor sollte objektiv mit Kritik umgehen können und Fehler als Chance sehen, es zukünftig besser zu machen.</p>
<p><strong>CT: Kommen wir zum Altmeister des Horrors, was fasziniert dich an Lovecrafts Schöpfungen?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Die Ausweglosigkeit der Situation. Lovecrafts Protagonisten sind tragische Figuren, die oftmals dem Untergang geweiht sind. Ich habe ein Faible für tragische Figuren, die verzweifelt versuchen, ihrem Schicksal zu entgehen und dann am Ende doch scheitern und retrospektiv ihre Geschichte erzählen. Daneben fasziniert mich der unglaublich komplexe Kosmos, den Lovecraft geschaffen hat. Ich habe zu Hause einen Glossar, indem alle wichtigen Figuren, Kreaturen, Artefakte und Locations aus Lovecrafts Welten verzeichnet sind. Ich stöbere immer wieder gerne in dem Buch herum und entdecke immer wieder Neues. Daneben fasziniert mich noch Lovecrafts Menschenbild. Der Mensch, der nicht die Krone der Schöpfung ist und der nicht mehr als eine  kümmerliche Lebensform in den Weiten des Alls ist.</p>
<p><strong>CT: Wenn wir bei Lovecraft bleiben, welche Geschichten findest du sind am stärksten und erzeugen den greifbarsten Horror?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> „Der Flüsterer im Dunkeln“, „Schatten über Innsmouth“ und „Träume im Hexenhaus“.</p>
<p><strong>CT: Warum gerade diese?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Beim „Flüsterer im Dunkeln“ fand ich den Briefwechsel zwischen Akeley und dem Protagonisten unheimlich spannend. Mir bleibt vor allen Dingen in Erinnerung, wie der Protagonist zur Akeley-Farm reist und Lovecraft dabei geradezu plastisch das Hinterland beschreibt.<br />
„Schatten über Innsmouth“ war meine allererste Lovecraft-Geschichte gewesen, und ich war sofort von Lovecrafts Schreibstil begeistert, und die Beschreibung dieses gottverlassenen Dorfs an der Küste habe ich noch deutlich in Erinnerung.<br />
„Träume im Hexenhaus“ habe ich gelesen, als ich selbst noch am Anfang meines Studiums stand, und ich konnte mich sehr gut in die Rolle des Studenten Walter Gilman hineinversetzen.  Daneben ist Gilman eine tragische Figur, die dunklen Mächten zum Opfer fällt – das gefällt mir <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>CT: Und wenn wir uns seinen schwächsten Werken zuwenden, welche gefallen dir gar nicht?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Ich kann auf Anhieb keine nennen, die mich nicht auf die eine oder andere Weise fasziniert hat.</p>
<p><strong>CT: Der Mythos ist ja von weiteren Autoren immer wieder weitergesponnen worden, welche Autoren ragen denn da aus der Masse, deiner Meinung nach, besonders heraus?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Da fallen mir auf Anhieb Graham Mastertons „Die Opferung“, Michael Sheas „Die Farbe aus der Zeit“ und Michael Marraks „Imagon“ sowie einige Kurzgeschichten von August Derleth ein.</p>
<p><strong>CT: Was macht diese Autoren zu etwas Besonderem? Gerade Derleth ist ja auch durchaus umstritten wegen seiner Interpretation des Mythos.</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Graham Mastertons Schreibstil gefällt mir sehr gut. Er liest sich flüssig, und es entstehen sehr schnell Bilder vor meinem inneren Auge. Lediglich die in meinen Augen teilweise übertriebenen Sexszenen stören den nahezu perfekten Gesamteindruck. Ich beurteile Romane immer danach, ob mir bestimmte Szenen in Erinnerung geblieben sind, d.h. Bilder, die beim Lesen aufkommen und an die ich mich gerne zurück erinnere. Das war bei den o.g. Autoren durchaus der Fall. Gerade der unheimliche Stausee in „Die Farbe aus der Zeit“ ist mir da in bester Erinnerung geblieben.<br />
Nicht alle Geschichten bzw. Interpretationen von Derleth haben mir gefallen. Beim Cthulhu-Mythos ist es manchmal wie mit der Bibel: Die Leute mögen es nicht, wenn man zuviel hineininterpretiert oder bestimmte Aussagen bzw. Elemente in einem anderen Licht darstellt <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />   Ich persönlich finde, dass Derleths Geschichte mit den Ziegenmelkern zu den besten Kurzgeschichten gehört, die ich seit langer Zeit gelesen habe.</p>
<p><strong><img title="Arkham Reiseführer" src="http://www.cthulhu.de/image/basi04.jpg" alt="Arkham Reiseführer" align="left" />CT: Der Mythos wird ja auch im Basilisk Verlag weitergesponnen, unter anderem in dem Buch „Arkham – Ein Reiseführer“, der ja der Auftakt zu einer „Lovecraft-Country“ Reiseführerreihe ist. Wer hat sich denn alles daran beteiligt und wie kam das Buch bei den Lesern an?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Der Arkham-Band enthält Kurzgeschichten von Altmeister H.P. Lovecraft („Träume im Hexenhaus“) sowie Michael Marrak, Uwe Voehl, Markolf Hoffmann, Markus K. Korb, Christian von Aster, Andreas Gruber, Nicole Rensmann, Marc Alastor-E.E., Günter Suda, Rainer Innreiter, Sören Prescher, Martin Hoyer und Michael Siefener. Das Buch kam sehr gut bei unseren Lesern an und die Auflage von 800 Stück war binnen kürzester Zeit ausverkauft gewesen.</p>
<p><strong>CT: Der Dunwich-Band ist ja bereits in Planung, was erwartet uns denn danach: Innsmouth und Kingsport vielleicht?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> „Innsmouth“ wird voraussichtlich der dritte Reiseführer sein. Über weitere Bände habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.</p>
<p><strong>CT: Der Reiseführer für Dunwich ist ja auf 99 Exemplare limitiert, ist das nicht eine zu geringe Zahl für die vielen Mythosfans da draußen?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Die strenge Limitierung macht die Bücher zu etwas ganz Besonderem. Vor Kurzem gingen zwei Arkham-Reiseführer bei Ebay.de zwischen 60-70€ pro Buch weg. Die Basilisk-Bücher sind kleine Schmuckstücke für Sammler <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>CT: Was mache ich eigentlich wenn ich den Arkham-Band und den Dunwich-Band nicht bekommen habe, gibt es Chancen für einen Sammelband oder vielleicht eine 2. Auflage?</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Ein Sammelband oder eine zweite Auflage des Arkham- bzw. Dunwich-Bandes ist nicht geplant. Die strenge Limitierung macht die Bücher ja gerade so begehrenswert <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />   Ich empfehle bei der Ankündigung eines neuen Bandes aus der Edition Arkham sofort vorzubestellen oder sich ein Abo zu sichern. Allerdings wird die Zahl der Abonnenten immer größer, sodass es zukünftig vielleicht noch schwieriger sein kann, sich einen Band zu sichern.</p>
<p><strong>CT: Was erwartet uns denn als Leser demnächst vom Basilisk Verlag?</strong></p>
<p><strong><img title="Totenmeer" src="http://www.cthulhu.de/image/basi05.jpg" alt="Totenmeer" align="right" />P:</strong> „Totenmeer“ und „Dunwich“ sind die beiden Auftaktbände der Edition Arkham. Beide können nicht mehr vorbestellt werden, da alle Bestellplätze bereits weg sind. Neben „Totenmeer“ und „Dunwich“ wird demnächst noch die Horror-Novelle „Die Kirche der toten Zungen“ von Jason Brannon und James Newman erstmals als deutsche Erstveröffentlichung auf den Markt kommen. Das Buch erscheint in einer limitierten Sammlerauflage mit fünf b/w Illustrationen von Timo Kümmel.</p>
<p><strong>CT: Vielen Dank für das Interview Patrick, die letzten Worte gehören natürlich dir!</strong></p>
<p><strong>P:</strong> Vielen Dank für euer Interesse am Basilisk Verlag <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Die Sommerinterviews – Tom &amp; Daniel</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Aug 2007 09:17:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cthulhu Team</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Sommer neigt sich dem Ende zu und so auch unsere kleine Interviewreihe. Um dieser Reihe einen würdigen Abschluss zu verleihen, bleibt eigentlich nur eins übrig: Uns selbst zu interviewen! Aber bevor wir uns selbst beweihräuchern, wäre es natürlich viel &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/die-sommerinterviews-tom-daniel/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Sommer neigt sich dem Ende zu und so auch unsere kleine Interviewreihe. Um dieser Reihe einen würdigen Abschluss zu verleihen, bleibt eigentlich nur eins übrig: Uns selbst zu interviewen! Aber bevor wir uns selbst beweihräuchern, wäre es natürlich viel schöner Fragen von euch beantworten zu dürfen. Ja, richtig gelesen: Wir beantworten eure Fragen! Zu diesem Zweck sammeln wir alle Fragen einfach im Kommentarbereich und sobald wir einiges an Material haben, kann es losgehen. Wir hoffen auf rege Beteiligung <img src='http://www.cthulhu.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Die Sommerinterviews &#8211; Oliver Adam</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Aug 2007 16:46:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cthulhu Team</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[1. Weltkrieg]]></category>

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		<description><![CDATA[Oliver Adam ist dieses Mal unser geschätzter Interviewpartner. Oliver hat nicht nur an der Deutschland-Box mitgearbeitet, sondern gestaltet auch die Umfragen auf der Homepage der Cthuloiden Welten. Sein neustes Projekt ist ein längeres Abenteuer in dem bald erscheinenden Buch „Niemandsland &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/die-sommerinterviews-oliver-adam/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img title="Oliver Adam | Muscheln in Neuseeland" src="http://www.cthulhu.de/image/adam.jpg" alt="Oliver Adam | Muscheln in Neuseeland" align="left" />Oliver Adam</strong> ist dieses Mal unser geschätzter Interviewpartner. Oliver hat nicht nur an der Deutschland-Box mitgearbeitet, sondern gestaltet auch die Umfragen auf der <a href="http://www.cthuloide-welten.de/" target="_blank">Homepage</a> der <strong>Cthuloiden Welten</strong>. Sein neustes Projekt ist ein längeres Abenteuer in dem bald erscheinenden Buch „<em>Niemandsland – Grabenkrieg &amp; Heimatfront</em>“, was sich mit den Schrecken des Ersten Weltkrieges beschäftigen wird. Erste Hinweise worum es in dem Abenteuer gehen wird, könnt ihr hier bei uns im Interview lesen.</p>
<p><strong>Cthulhu-Team: Erstmal vielen Dank Oliver, dass Du dir die Zeit nimmst für das Interview und wir starten auch ganz harmlos: Stell auch Du dich einfach mal kurz vor!</strong></p>
<p><strong>Oliver Adam:</strong> Mein Name ist Oliver Adam, ich bin Jahrgang 1973 und wohne in Karlsruhe. Im „richtigen Leben“ arbeite ich als Marketing-Projektleiter eines großen internationalen Distanzhandelsunternehmens. Einen großen Teil meiner verbleibenden Freizeit verbringe ich mit Strategie- und Rollenspielen sowie Reisen in exotische Länder wie Vietnam, Thailand oder Indien. Dabei investiere ich viel Zeit in meine regelmäßigen Cthulhu-Spieleabende sowie – in letzter Zeit leider viel zu selten – in Autorentätigkeiten.</p>
<p><strong>CT: Wie bist Du denn auf das Rollenspiel Cthulhu aufmerksam geworden?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Angefangen hat alles im Alter von vielleicht 14 Jahren mit der roten Dungeons &amp; Dragons-Box. Damals sind wir mit an die Zähne bewaffneten sehr stereotypischen Heldencharakteren durch riesige Verliese gestapft und haben Erfahrungspunkte und Gold gesammelt. Am Anfang hat uns das auch sehr glücklich gemacht, aber nach einigen Jahren hat man sich dann doch auf dem Rollenspielmarkt umgesehen, und da traf ich auf das nahezu unaussprechliche Rollenspiel Cthulhu, das „ganz anders als alle anderen Spiele“ sein sollte. Mein erstes Abenteuer war dann auf dem Frankfurter Euro-Con (das könnte so um 1989 gewesen sein) „<em>Dead man stomp</em>“, das viele Jahre später als „<em>Blues für Marnie</em>“ ins Deutsche übersetzt wurde. Ich war sofort fasziniert von Cthulhu und diese Begeisterung hat bis heute nicht nachgelassen.</p>
<p><strong>CT: Das erste Abenteuer hat ja immer eine besondere Faszination, was hat dich denn bei „Blues für Marnie“ regelrecht umgehauen?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Die unvergleichliche Atmosphäre von Cthulhu hat mich sofort in den Bann gezogen.  Es ging hier nicht darum Schätze zu sammeln und einen strahlenden Helden darzustellen. Stattdessen spielte man einen verletzlichen „normalen“ Charakter, der in etwas hinein gezogen wird, das viel zu groß für ihn ist. Zudem war es keine abstrakte Fantasy-Welt sondern unvergleichlich unsere Welt – wenn auch in den Zwanziger Jahren &#8211; was den Schrecken viel direkter werden ließ. Als dann im Showdown von „<em>Blues für Marnie</em>“ tatsächlich die Trompete auf dem Friedhof erschallte und der Boden unter uns zu Beben begann, war ich sicher, endlich mein Lieblingsrollenspiel gefunden zu haben.</p>
<p><strong>CT: Hattest Du eigentlich schon vorher Erfahrung mit Horrorrollenspielen oder war Cthulhu der Einstieg in das gesamte Thema?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Ich hatte zuvor viele Erfahrungen mit Horror-Büchern und –Filmen gesammelt, aber ein richtiges Horror-Rollenspiel hatte ich zuvor noch nicht erlebt. Bei unseren Dungeons &amp; Dragons-Runden habe ich aber immer die Geschichten bevorzugt, die in Richtung Horror gingen.</p>
<p><strong>CT: Und wie kamst Du dazu für Cthulhu zu schreiben?<br />
</strong><br />
<strong>OA:</strong> Zum Schreiben für Cthulhu kam ich eher durch Zufall. Im<a href="http://www.cthulhu-forum.de/" target="_blank"> Cthulhu-Forum</a> hatte ich mich über eine Umfrage beschwert und mich darüber ausgelassen, was man alles besser machen könnte. Kurz darauf kam dann <strong>Frank Heller</strong> auf mich zu und bot mir an, die Umfragen auf der Cthuloide Welten-Homepage und auch im Magazin zu übernehmen.</p>
<p><strong>CT: An was hast Du denn schon alles mitgearbeitet?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Seitdem stammen die monatlichen Umfragen auf der CW-Homepage von mir, wobei sie in den letzten Jahren eine deutlich Wandlung von analytischen zu eher humoristischen Zügen genommen haben. In diesem Zusammenhang entstand auch die große Leserumfrage in der CW 7.  Meine ersten „richtigen“ Texte habe ich dann für die Deutschland-Box geschrieben, die wohl auch für viele „junge“ Autoren einen Einstiegszeitpunkt geboten hat. Am bedeutendsten sehe ich meine Mitarbeit am im Oktober erscheinenden Weltkriegs-Band. Hierfür habe ich einige Artikel zu Giftgasen und bedeutenden Persönlichkeiten verfasst sowie mit meinem langjährigen Freund <strong>Uwe Weingärtner</strong> das umfangreiche Abenteuer „<em>Ein Sommenachtsalptraum</em>“.</p>
<p><strong>CT: Kannst du uns etwas mehr zu „Ein Sommenachtsalptraum“ erzählen?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Das Abenteuer verschlägt die Spielercharaktere in den Wirren des Weltkriegs zur Schlacht an die Sommefront. Dort ergründen sie auf Befehl der Armeeführung außergewöhnliche Häufungen von Desertationen, psychischen Zusammenbrüchen und Selbstmorden an einem bestimmten Frontabschnitt. An der Front werden sie auf unbeschreibliches Grauen treffen &#8211; zuerst weltlicher, später auch sonderbarer Natur. Im Verlauf des Abenteuers, werden sie immer tiefer in den Strudel von Wahnsinn und Tod gezogen werden und in einem stürmischen Finale wird sich der Sommer an der Sommefront als schrecklicher Alptraum erweisen.</p>
<p><strong>CT: Und der Band wird pünktlich zur Spielemesse in Essen erscheinen?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Soweit ich informiert bin, gab es keine weiteren Verzögerungen.</p>
<p><strong>CT:</strong><strong> Wirst Du auch da sein und dein Abenteuer in Proberunden anbieten oder ist es dafür zu umfangreich?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Entsprechend meiner Planungen werde ich auf der Spielemesse anwesend sein. Das Abenteuer ist jedoch definitiv zu lang für die Spielemesse. Bei den Proberunden auf Cons kamen wir auf rund 8 Stunden Spielzeit &#8211; obwohl an einigen Stellen abgekürzt wurde &#8211;  und ich sehe keine Möglichkeit noch weitere Zeiteinsparungen zu machen, ohne den Spannungsbogen aufzugeben. Bei meiner regelmäßigen Spielgruppe haben wir 2 mal bis tief in die Nacht gespielt.</p>
<p><strong>CT: An was arbeitest Du denn im Moment?<br />
</strong><br />
<strong>OA:</strong> Aktuell schwirren mir einige Motive für Abenteuer durch den Kopf, die allerdings noch im Entstehungsstadium stecken. Schon seit einiger Zeit sammle ich Ideen für einen One-Shot, der das Weihnachtsfest zum Hintergrund hat und in dessen Mittelpunkt die Charaktere als Kinder stehen. Etwas weiter entwickelt ist bereits ein Cthulhu Now-Abenteuer mit dem Arbeitstitel „Naked shall you return“, das sehr provokativ die Themen Wiedergeburt, Abtreibung und die Suche nach dem perfekten Leben aufgreift und mit dem Hintergrund eines Charakters verknüpft.</p>
<p><strong>CT: One-Shots bieten sich für Cthulhu geradezu an, oder?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Definitiv ja. Mit One-Shots kann man hervorragend außergewöhnliche Hintergründe, Epochen und Plots aufgreifen und den Spielern näher bringen. Außerdem kann man dadurch sehr viel Abwechslung in die Spielgruppe bringen. Viele meiner besten Spieleabende waren One-Shots.</p>
<p><strong>CT: Kannst Du denn auch Kampagnen etwas abgewinnen?<br />
</strong><br />
<strong>OA:</strong> Von den großen Kampagnen habe ich bisher nur Orient Express gespielt und der kam bei meiner Gruppe sehr gut an. Allerdings habe ich den Eindruck, dass es bei den wirklich ausgiebigen Kampagnen schwierig ist, den Spannungsbogen dauerhaft aufrecht zu erhalten und die Charaktere immer wieder von neuem zu überraschen.<br />
Ich finde, für Cthulhu eignen sich Abenteuer am besten, die sich über 2-4 Spielabende erstrecken. Diese kann der Spielleiter dann inhaltlich und charakterbezogen verknüpfen.</p>
<p><strong>CT: Ist das Schreiben für Rollenspiele wirklich eine „brotlose Kunst“?<br />
</strong><br />
<strong>OA:</strong> Von der finanziellen Seite betrachtet, steht der Aufwand sicherlich in keinem Verhältnis zur Auszahlung. Aber darum geht es mir auch nicht. Stattdessen möchte ich dem Hobby, das mir zahllose schöne Stunden bereitet hat auch wieder etwas zurückgeben und an dessen Weiterentwicklung teilhaben.</p>
<p><strong>CT: Was sind denn deiner Meinung nach die besten Cthulhu-Szenarien überhaupt?<br />
</strong><br />
<strong>OA:</strong> Sich auf ein oder zwei „beste Abenteuer oder Szenarien“ festzulegen ist eine sehr schwierige Entscheidung. In englischer und deutscher Sprache gibt es viele vorzügliche Publikationen, die ich bei Weitem noch nicht alle als Spielleiter oder Spieler erleben durfte. Zudem kann die Zusammensetzung oder Tagesform einer Gruppe aus einem mittelmäßigen Szenario ein unvergessliches Erlebnis machen oder aus einem hervorragenden Abenteuer einen belanglosen Spielabend.<br />
Bei mir hat „<em>Die Froschkönig-Fragmente</em>“ von <strong>Steffen Schütte</strong> einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wohl auch weil es nach einer längeren Cthulhu-Abstinenz wieder das erste Abenteuer war. Auch mit „<em>Siegfriedslust</em>“ (aus<em> &#8220;Kleine Völker&#8221;</em>) hatte ich großen Spaß.  „<em>Der Nebel der Wahrheit</em>“ aus dem London-Band war für mich das bisher beste investigative Abenteuer, und mit dem Szenario „<em>Vom Winde verwest</em>“ aus „<em>Zeitlose Ängste</em>“ hatte ich viele spannende Support-Runden.</p>
<p><strong>CT: Ein Bunter Mix der Epochen: Von Gaslicht über die 20er bis in die 50er Jahre ist alles dabei, ist Dir prinzipiell jede Epoche recht, solange der Plot des Abenteuers stimmt?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Vollkommen. Eine große Stärke von Cthulhu ist die Flexibilität, Abenteuer in ganz unterschiedlichen Epochen und Regionen anzusiedeln. Für mich steht dabei immer der Plot im Mittelpunkt eines Abenteuers, und im Idealfall steht dieser im Einklang mit der Epoche in der er angesiedelt ist.</p>
<p><strong>CT: Wenn Du eines deiner Abenteuer empfehlen müsstest, welches wäre das denn?<br />
</strong><br />
<strong>OA:</strong> „<em>Ein Sommenachtsalptraum</em>“ aus dem Weltkriegsband. Zusammen mit Uwe Weingärtner habe ich viele Stunden und Tage an dem Plot, den Charakteren und der textlichen Gestaltung gearbeitet, so dass ich sehr stolz auf das Ergebnis bin. Ich hoffe, viele Cthulhu-Runden werden mit dem Abenteuer so viel Spaß haben wie wir in den Proberunden. Ein unvergessliches Erlebnis war, als wir auf einem Con mit zwei Spielleitern die Gruppe durch die Hölle der Somme-Front führten und die Dramatik von beiden Enden des Tisches steuern konnten.</p>
<p><strong>CT: Das macht jedenfalls sehr neugierig! Aber kommen wir mal zu den Ideen, genauer gesagt: Woher nimmst Du deine Ideen?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Ich lese sehr viel und das aus vollkommen unterschiedlichen Bereichen: Fantasy, Horror, Belletristik, Jugendliteratur (z.B. Tintenherz), usw. Viele meiner Ideen und Lokalitäten fügen sich zusammen bei der Lektüre eines Buches. Zumeist entwickelt sich der Grundgedanke noch stark weiter, so dass das Ergebnis schließlich kaum noch etwas mit der Grundidee gemein hat. Darüber hinaus gehe ich mit offenen Augen durch meine Umwelt und erhalte dadurch zahlreiche Inspirationen. Viele der NSCs in „Ein Sommenachtsalptraum“ erinnern beispielsweise entfernt an Freunde oder Bekannte.</p>
<p><strong>CT: Ist das einem deiner Freunde schon mal aufgefallen?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Bisher nur wenigen. Als bei einer Proberunde ein Nichtspielercharakter mit einer markanten Kriegsverletzung seinen Auftritt hatte war die Erheiterung groß, als einer der Spieler seinen ehemaligen Charakter erkannte. Die meisten Freunde haben allerdings den Text bisher noch nicht gelesen … ich sollte also nach der Spielemesse vielleicht vorsichtig sein, wenn ich Nachts alleine auf die Strasse gehe :-]</p>
<p><strong>CT: Ist es eigentlich sehr schwer, bei all diesen bereits veröffentlichten Szenarien noch etwas Innovatives abzuliefern?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Tatsächlich sind einige Entwürfe schrecklich überstrapaziert – zum Beispiel der Verwandte/Freund/Bekannte, der die Charaktere um Hilfe bittet – und wirken eher gezwungen. Auf der anderen Seite bieten aber diese abgetretenen Pfade auch Ansätze für Innovationen, in dem man sich kreativ mit Bestehendem auseinander setzt. Das gelingt meiner Meinung nach hervorragend dem Band „<em>Unfassbare Mächte</em>“, indem die NSCs immer wieder überraschen und die Plots durch abrupte Wendungen auffallen.<br />
Zudem bietet der Cthulhu-Mythos noch sehr viele „unbefleckte“ Möglichkeiten und Geschichten, die erst noch erzählt bzw. erlebt werden müssen. Ich bin sehr optimistisch, dass den Cthulhu-Autoren die innovativen Ideen so schnell nicht ausgehen werden.</p>
<p><strong>CT: Am besten ist es als Autor also, ein Klischee zu nehmen und so zu verdrehen, dass damit niemand rechnen würde?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Das ist zumindest eine Möglichkeit die Inspiration anzuregen und zu neuen Ansätzen zu gelangen. Meine Spieler waren beispielsweise vollkommen verblüfft, als sich ein aus einer verbarrikadierten Kirche befreiter Priester im Showdown plötzlich gegen die Gruppe gestellt und sich als Antagonist herausgestellt hat. Das war übrigens bei einem umgeschriebenen Abenteuer aus „<em>Blood Brothers</em>“.</p>
<p><strong>CT: Wie gehst Du vor, wenn du erstmal eine Idee hast?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Ich gehe sehr strukturiert vor. Am Anfang steht erst einmal eine Grundidee. Aufbauend auf dieser mache ich ein Brainstorming, bei dem ich alle Plot-, Charakter- und Locationideen zusammenschreibe. Dann versuche ich alles in ein logisches Gesamtgefüge zusammen zu bringen. Hierbei hilft mir in der Regel ein Mindmapping, bei dem alles noch sehr „weich“ und „offen“ ist. In diesem Prozess kommen immer mehr Elemente dazu bzw. unpassende fallen weg. Erst wenn ich mit dem Plot zufrieden bin, strukturiere ich das Abenteuer so durch, wie die Kapitel in der Textversion aufeinander aufbauen sollen. Beim tatsächlichen Schreiben erhält das Abenteuer dann seinen letzten Schliff und viele Bestandteile können sich noch ändern. Bei „Ein Sommenachtsalptraum“ hat sich beispielsweise der Showdown erst beim tatsächlichen Schreiben entfaltet. Beim Mindmapping waren Uwe und ich noch von einem weniger spektakulären Ende ausgegangen.</p>
<p><strong>CT: Welche Ratschläge würdest Du einem Anfänger-Autoren geben?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Es fällt mir schwer, hier fundierte Ratschläge zu geben, denn ich sehe mich selbst noch als Anfänger. Grundsätzlich sollte man aber zuerst einmal mit einem kleinen, überschaubaren Abenteuer oder einem übersichtlichen Artikel für die Cthuloide Welten Erfahrungen sammeln. Wenn man sich gleich zu Beginn an die ganz großen Sachen heranwagt, ist die Gefahr sehr groß, niemals über den Stand einer Idee hinauszukommen.<br />
Die Qualität eines Abenteuers beruht grundsätzlich – aus meiner Sicht – auf drei Grundpfeilern:</p>
<ul>
<li>Der Plot muss glaubwürdig, logisch und stringent sein und den Spielern immer genügend unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten verschaffen.</li>
<li>Die NSCs müssen glaubwürdig, einprägsam und deren Motivation im Abenteuer nachvollziehbar sein.</li>
<li>Den Charakteren muss eine bindende Motivation übermittelt werden.<br />
In der vorbereitenden Kreativphase sollte man sich versichern, dass das Abenteuer diese Kriterien erfüllt.</li>
</ul>
<p><strong>CT: Ein Abenteuer für Cthulhu zu schreiben ist ja etwas anderes als eine Kurzgeschichte zu Papier zu bringen. Wo siehst du denn die Vorteile des Rollenspiels gegenüber einer Kurzgeschichte oder einem Roman?<br />
</strong><br />
<strong>OA:</strong> Ganz klar in der Interaktion und der Flexibilität. Ein Rollenspiel lebt von Kommunikation, sozialem Austausch und gegenseitigen Impulsen. Dadurch kann sich ein Spielabend vollkommen anders entwickeln als erwartet. Wenn dann alle Spaß daran haben, einen Charakter darzustellen, miteinander interagieren und zudem noch einen spannenden Plot erleben, ist es ein perfekter Abend. Bei einem Roman dagegen ist alles fest gefügt und starr. Die Geschichte wird genau so ablaufen, wie es der Autor entschieden hat. Dadurch ist es viel aufwändiger, eine Rollenspiel-Geschichte zu erfinden, da hier die logischen Verknüpfungen immer vollkommen stimmig sein müssen und man als Autor stets den Filter „Was würden meine Spieler tun?“ vor Augen haben muss. Letztendlich geht es bei einem Roman darum, eine Geschichte zu erzählen, beim Rollenspiel wird sie in Abhängigkeit von den involvierten Charakteren und deren Handlungsweisen erlebt und kann demzufolge vollkommen anders ablaufen und enden.</p>
<p><strong>CT: Wechseln wir wieder das Gleis, hast Du dich auch mal an einer Kurzgeschichte oder einem Roman versucht?<br />
</strong><br />
<strong>OA:</strong> Bisher noch nicht. Ich schätze, meine Tendenz zu umfangreichen atmosphärischen Beschreibungen und aufwändigem Satzbau würden sicherlich auch in einer Kurzgeschichte funktionieren. Dazu hat mir übrigens meine Frau geraten, als sie die Texte für „<em>Ein Sommenachtsalptraum</em>“ Korrektur las. Mal sehen, vielleicht gibt es ja irgendwann eine Kurzgeschichte von mir.</p>
<p><strong>CT: Wie siehst du denn die Zukunft des Cthulhu-Rollenspiels in Deutschland?<br />
</strong><br />
<strong>OA:</strong> Ich bin sehr zuversichtlich, dass auch in Zukunft Rollenspiele eine starke Fanbasis haben werden. Zwar werden immer mehr Spiele gespielt, bei denen die soziale Interaktion kaum noch wichtig ist &#8211; wie PC-Spiele oder Online-Games &#8211; entgegen dieser individualisierten Spiele wird es jedoch eine Gegenbewegung geben, die wieder den sozialen interaktiven Community-Ansatz sucht. Schon heute sehe ich erste Ausläufer in den sehr erfolgreichen Krimi-Dinnern in Hotels (z.B. <a href="http://www.dinnerkrimi.de" target="_blank">http://www.dinnerkrimi.de</a>) oder als Brettspiel (z.B. <a href="http://www.moerderische-dinnerparty.de" target="_blank">http://www.moerderische-dinnerparty.de</a>). Mittlerweile sprechen mich sogar Kollegen, die niemals etwas mit Rollenspiel zu tun hatten, aufgrund einer Erfahrung mit diesen Medien, auf mein Hobby an. In sofern glaube ich nicht, dass das Rollenspiel aussterben, sondern stattdessen sogar breitere Schichten ansprechen wird. Das Cthulhu-Rollenspiel dagegen ist in seinen Motiven zu speziell, um jemals wirklich Massentauglich zu sein. Stattdessen wird es auch in Zukunft eine feste, anspruchsvolle Fangemeinde haben.</p>
<p><strong>CT: Was bedeutet Dir Lovecraft und sein Werk?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Lovecraft hat tolle Geschichten geschrieben und damit den Cthulhu-Mythos begründet. Zudem hat er viele weitere Autoren inspiriert und angeregt. In sofern hat er in seinem kurzen Leben einiges erreicht und geschaffen. Mir persönlich bedeutet Lovecraft aber nicht wirklich viel. Über seine Schriftstücke hinaus hat er mit seinem Leben nicht wirklich viel anfangen können.</p>
<p><strong>CT:</strong><strong> Wie bist du auf Lovecraft aufmerksam geworden?<br />
</strong><br />
<strong>OA:</strong> Über das Cthulhu-Rollenspiel. Als ich anfing, mich mit dem Rollenspiel zu beschäftigen, bin ich sehr schnell auf die ersten Geschichten von Lovecraft gestoßen.</p>
<p><strong>CT: Welche Geschichte würdest Du jemanden empfehlen, der noch nie etwas von Lovecraft gehört hat?<br />
</strong><br />
<strong>OA:</strong> „<em>Der Ruf des Cthulhu</em>“, „<em>Berge des Wahnsinns</em>“, „<em>Schatten über Innsmouth</em>“ und „<em>Das Ding auf der Schwelle</em>“.</p>
<p><strong>CT: Was macht die Geschichten zu einem guten Einstieg?<br />
</strong><br />
<strong>OA:</strong> Zuerst mal sind es sehr gute Geschichten. Zudem greifen sie typische Motive des Cthulhu-Mythos auf und geben so einen schönen ersten Einblick in die Thematik.</p>
<p><strong>CT: Welche Geschichten magst Du von HPL denn gar nicht?<br />
</strong><br />
<strong>OA:</strong> Es gibt eine handvoll Lovecraft-Geschichten, die vollkommen abgefahren sind und mich überhaupt nicht überzeugen konnten. An einen Titel kann ich mich im Moment allerdings nicht erinnern.</p>
<p><strong>CT: Und warum nicht?<br />
</strong><br />
<strong>OA:</strong> Die Geschichten waren vollkommen plotfrei und konnten mich überhaupt nicht abholen.</p>
<p><strong>CT: Wie schaut es jenseits von Cthulhu aus, was gefällt Dir da?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Ich habe ein sehr großes Bücherregal, und es ist randvoll gefüllt mit Regel-, Quellen- und Abenteuerbüchern. Im Horror-Bereich finde ich<em> All Flesh Must Be Eaten</em> für Survival-Horror sehr gelungen. Bei Fantasy-Abenteuern mag ich die düstere vollkommen unheldenhafte Tonality von Warhammer Fantasy Roleplay. Daneben bin ich immer auf der Suche nach abgefahrenen, innovativen Abenteuern, die mir Inspiration für meine Cthulhu-Gruppe und Abenteuer liefern.</p>
<p><strong>CT: Hast Du schon was gefunden, was man auch für Cthulhu nutzen kann? Beispielsweise eignet sich die neue World of Darkness ja durchaus auch für Cthulhu Now.</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Es gibt schon einige Ansätze, die ich aus anderen Quellen auf Cthulhu transportieren konnte. Als meine Gruppe nach einigen detektivischen Herausforderungen mal unmittelbaren Horror erleben wollten, habe ich von <em>All Flesh Must Be Eaten</em> die Abenteuer „<em>Coffee break of the living dead</em>“ und „Zombie Run“ übertragen, und wir hatten großen Spaß damit. Auch „<em>Das Monster aus der Spätvorstellung</em>“ könnte einige – eher humoristsiche – Ansätze für Cthulhu liefern, ebenso „<em>Private Eye</em>“ und – für Cthulhu Now – „<em>Unknown Armies</em>“. Mit der <em>World of Darkness</em> habe ich mich bisher kaum beschäftigt.</p>
<p><strong>CT: Kommen wir zur Literatur und damit auch gleich zum Ende unseres Interviews, welches Buch liest Du denn gerade?</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> In der Regel lese ich mehrere Bücher parallel. So kann ich immer auswählen, worauf ich gerade Lust habe. Da wären „<em>Tintenblut</em>“ von <strong>Cornelia Funke</strong>, „<em>1000 Places To See Before You Die</em>“ von <strong>Particia Schultz</strong> und „<em>Unfassbare Mächte</em>“ von <strong>Pegasus</strong>.</p>
<p><strong>CT: Und die besten Horrorfilme sind…?<br />
</strong><br />
<strong>OA:</strong> In letzter Zeit haben mir „<em>28 Days Later</em>“, „<em>Shaun of the Dead</em>“ und „<em>The Ring</em>“ sehr gut gefallen.</p>
<p><strong>CT: Damit sind wir dann auch wieder am Ende, vielen Dank Oliver für das Interview, die letzten Worte gehören natürlich Dir! Wir wünschen dir für alle weiteren Projekte noch viel Erfolg! :-]</strong></p>
<p><strong>OA:</strong> Ich bedanke mich für das tolle Interview und wünsche allen Lesern weiterhin viel Spaß mit Cthulhu. Es würde mich freuen, den einen oder anderen bei einem Con oder einer Autorenrunde zu treffen.</p>
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		<item>
		<title>Die Sommerinterviews – Christoph Maser</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Aug 2007 13:41:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cthulhu Team</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[In unserem neuen Interview sprechen wir mit Christoph Maser, dem Autoren des „Ikarus Projektes“ aus dem Band „Aus Äonen“ und dem bald erscheinenden Abenteuer „In Scherben“ aus dem Buch &#8220;Dementophobia&#8221;, über die Arbeit als Rollenspielautor, Lovecraft und über Christophs Vorliebe &#8230; <a href="http://www.cthulhu.de/artikel/die-sommerinterviews-christoph-maser/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img title="Christoph Maser" src="http://www.cthulhu.de/image/maser.jpg" alt="Christoph Maser" align="left" />In unserem neuen Interview sprechen wir mit <strong>Christoph Maser</strong>, dem Autoren des „<em>Ikarus Projektes</em>“ aus dem Band „<em>Aus Äonen</em>“ und dem bald erscheinenden Abenteuer „<em>In Scherben</em>“ aus dem Buch &#8220;<em>Dementophobia&#8221;</em>, über die Arbeit als Rollenspielautor, Lovecraft und über Christophs Vorliebe für One-Shots.</p>
<p><strong>Cthulhu-Team: Erstmal vielen Dank das Du dir die Zeit nimmst für das Interview und wir starten auch ganz harmlos: Stell Dich doch einfach mal kurz vor :-]</strong></p>
<p><strong>Christoph Maser:</strong> Mein Name ist Christoph Maser, ich bin Jahrgang 1980 (20. Mai für die Detailverliebten) und entstamme der wunderschönen Stadt München. Zumindest kommt mein Herz daher, mein Körper ist in den letzten Jahrzehnten etwa 12 Mal umgezogen. Ich studiere Evangelische Theologie (Ja, das mit dem Gott, der nicht tot ist, schon gar nicht schläft und mehr Liebe als Tentakel hat&#8230; aber das nur nebenbei!) mit Schwerpunkt auf Ethik. Wenn alles gut geht, kommt 2008 das Examen und dann schaue ich mal.</p>
<p><strong>CT: Wie bist Du auf das Rollenspiel Cthulhu aufmerksam geworden?</strong><br />
<strong><br />
CM:</strong> Durch einen Freund damals 1999 in unserem Kemptener Rollenspielverein. Matthias hat mir, nachdem ich bereits über Lovecrafts Bücher gestolpert war, das Regelwerk ausgeliehen. Da ich zu dieser Zeit ein eigenes Horrorrollenspiel gespielt habe, war ich sehr interessiert an anderen Ideen zu dieser Materie. Dazu kam, dass ich die 1920 und die 1890 für zwei unheimlich spannende Epochen halte.</p>
<p><strong>CT: Worum ging es denn bei deinem eigenen Spiel und konntest du Cthulhu irgendwie ausschlachten oder bist du gleich bei Cthulhu geblieben?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Nun ja, es war das dritte von vielen Spielen und Systemen, die ich bisher gemacht habe und lässt sich am Besten als eine  Mischung aus Cyberpunk, <em>Kult</em> und Sci-Fi beschreiben. Der Mars wurde besiedelt, große Makropolen beherbergen die Menschheit und alte Relikte einer geheimnisvollen außerirdischen Kraft lehren die Charaktere das Fürchten. Dazwischen gab es dann noch jede Menge Schießereien, Gemetzel und noch mehr Schießereien. Groß ausschlachten konnte ich Cthulhu nicht, dafür waren die beiden Spannungsansätze zu verschieden.</p>
<p><strong>CT: Und wie kamst Du dann dazu für Cthulhu zu schreiben?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Ich habe mich seit ´98 beim Onlinemagazin „<strong>Anduin</strong>“ engagiert. Mir hat es unheimlich Spaß gemacht und es war eine super Zeit damals, in der ich viel gelernt habe. Ich habe irgendwann ein Abenteuer geschrieben, das mehr oder weniger offensichtliche Anlehnungen an den Film „Event Horizon“ hatte. Dieses Abenteuer mit dem Namen „<em>Das Ikarus Projekt</em>“ habe ich <strong>Frank (Heller)</strong> angeboten und zusammen mit <strong>Matthias Oden</strong> publizierbar gemacht. Es wurde im Band „<em>Aus Äonen</em>“ veröffentlicht.</p>
<p><strong>CT: Und wie kam „Das Ikarus Projekt“ so an?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Ich glaube, gar nicht schlecht, was ich so von meinen Spielern und anderen Spielrunde  gehört habe. Hab aber auch Schelte bekommen, weil es doch gewisse Ähnlichkeiten mit „<em>Event Horizon</em>“ gab.</p>
<p><strong>CT: An was hast du denn danach alles mitgearbeitet?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> „<em>Das Ikarus Projekt</em>“ war mein Einstand. Dann kommt ein Abenteuer von mir namens „<em>In Scherben</em>“ (Deutschland, 1920, Oneshot) im Dementophobia Band. Einige Beiträge im Cthulhu-NOW Buch sind von mir. Und in der CW findet man mich auch, wenn auch nicht wirklich oft. Darüber hinaus habe ich mit Vera und Daniel Schrader und vielen Helfern 4 Jahre lang die Deutschen Cthulhu-Conventions organisiert habe. Eine super Zeit.<br />
Und ich habe auch Sachen für andere Systeme und Verlage gemacht.</p>
<p><strong>CT: Und an was arbeitest Du im Moment?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Derzeit arbeite ich am Amerikaband mit und stecke mitten in einem Abenteuer, das für den Expeditionenband: Mexiko gedacht ist. Außerdem habe ich eines meiner alten Abenteuer namens „<em>Die traurige Geschichte der Marie Claire</em>“ (Cthulhu NOW) aus Anduinzeiten ausgegraben, das komplett umgearbeitet und neu geplottet wird. Was damit geschieht, ist aber noch nicht klar. Darüber hinaus schlummert schon seit Ewigkeiten das ausgearbeitete Exposee eines weiteren Cthulhu NOW Abenteuers mit Namen „<em>Dioramen</em>“ auf meiner Festplatte.<br />
Und neben meinem Examen – kurze Schreckstarre – habe ich noch zwei Projekte für andere Verlage in der Pipeline, die aber schon fast abgegeben sind.</p>
<p><strong>CT: Erstmal viel Glück für dein bevorstehendes Examen! Nun ans Eingemachte: Wie viel kannst Du uns zu den Neuheiten erzählen und warum ist die Geschichte der Marie Claire so traurig, worum geht es?</strong></p>
<p>CM: Hm, Neuheiten&#8230; ich weiß noch nicht mal, ob ich das mit dem Mexikoabenteuer hätte ausplaudern dürfen. Sonst empfehle ich jedem, der sich für Neuigkeiten interessiert, den Newsletter zu abonnieren. Zum Abenteuer selber kann ich auch nicht viel sagen, weil ich nicht spoilern will. Die Geschichte ist aber wirklich, wirklich, wirklich traurig. :-] Die Charaktere sind alle Teilnehmer einer Psychologischen Fachtagung, auf der alles mit rechten Dingen zugeht. Schwerpunkt ist hier auch nicht die Investigation, sondern das Spielen der Charakterrollen&#8230; und die Geschichte entwickelt sich um und mit den Charakteren.</p>
<p><strong>CT: Okay, was ist denn mit den Dioramen, hat das irgendwas mit kleinen Szenerien aus Pappe zu tun?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Ja, indirekt. Diorama ist das Wort für Schaubild allgemein. Das Abenteuer – eigentlich wieder als Oneshot konzipiert, jedoch auch mit eigenen Charakteren zu spielen, die einige besondere Anknüpfungspunkte zum Abenteuer haben wie besondere Bekannte, etc – spielt in der deutschen Künstlerszene und wird die Charaktere in den großen deutschssprachigen Städten wie Berlin, München, Wien, Zürich, etc in Geschehnisse verwickeln, die den Begriff der Kunst entsprechend dehnen.  Aber auch hier verrate ich nichts, zumal bisher ja nicht mehr als ein Konzept steht, das ich aber noch niemandem gezeigt habe, geschweige denn gespielt.</p>
<p><strong>CT: Ist das Schreiben für Rollenspiele wirklich eine „brotlose Kunst“?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Leben kann man nicht davon. Dafür ist die Bezahlung zu schlecht, was sich aber aus dem Genre heraus erklärt. Zeichnen ernährt da schon eher – hier kann ich mich auch mal schnell über das Unverhältnis in der Vergütung von Autoren und Zeichner aufregen! Gerecht ist das nämlich nicht.<br />
Ich betrachte Schreiben aber als Hobby. Es macht Spaß und bringt darüber hinaus einige Skills für das normale Leben mit sich.</p>
<p><strong>CT: Was sind denn deiner Meinung nach die besten Cthulhu-Szenarien überhaupt?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Cthulhu ist für Kampagnen nicht geeignet! Das ist meine feste und seit Jahren unumstößliche Meinung. Nach einem einzigen erlebten Abenteuer und 2 Jahren im Sanatorium, nachdem ich mir wieder ein einigermaßen stabiles Weltbild etabliert habe und nicht mehr beim Anblick einer Walnuss, eines Kugeschreibers oder einer Wanduhr in Schreikrämpfe ausbreche, würde ich jede Erbschaft einfach prophylaktisch abfackeln, mysteriös verschwundene Freunde in meine Gebete einschließen aber sonst bedauernd mit den Schultern (und nervös mit dem restlichen Körper) zucken, keine Bücher lesen, die vor 1920 erschienen sind, jeden Fremden erschießen und verbrennen, der sich meiner Haustüre nähert und mein Leben damit verbringen, mich friedlich summend im Keller einzusperren. Ich würde niemals wieder freiwillig losziehen. Die einzigen Fragen, in meinem Leben, denen ich nachgehen würde, wären, wo ich den Dosenöffner und meine Medikamente hingelegt habe.<br />
Wenn einzelne Abenteuer logisch aneinander gereiht sind und den Spielercharakter zwingen, aktiv zu werden, dann kann ich mir eine Kampagne eventuell vorstellen, aber nur, wenn sich mein Charakter nicht irgendwie drücken kann – „Schon wieder Ferien auf den Inseln? Nein danke, aber kommt doch auf ein Bierchen in meinem Keller vorbei!“ – oder den eigenen Tod angenehmer empfindet als eine neue Konfrontation mit dem kosmischen Schrecken. Man kann natürlich auch den Mythos dosieren und über verschiedene Abenteuer eine Klimax erschaffen. Wenn ich erst am Ende von mehreren Abenteuern völlig bewusstseinszermalmt bin, dann ist eine Kampagne denkbar. Nur bieten die meisten erschienenen Abenteuer eine solche Klimax nicht – was ja auch nicht Sinn eines Kaufabenteuers ist.<br />
Das, was unter dem Schlagwort des „Personalisierten Schreckens“ rumgeistert, kommt mir aber sehr entgegen. Horror für den Charakter entsteht, wenn er unmittelbar betroffen ist, wenn es um ihn, seine Existenz, sein Wesen geht. Und wenn Horror für den Charakter entsteht, springt vielleicht auch der Funke für den Spieler über.<br />
Daher liebe ich Oneshots. Plot und Charaktere bilden eine Einheit, beziehen sich aufeinander, können nicht ohne das andere und versprechen ein dirchtes Spielerlebnis. Zu guter Letzt meine ich noch, dass man auf gar keinen Fall und niemals gegen den Mythos gewinnen kann. Man kann die Kultisten töten, das Ritual zerstören und die Welt mal wieder für ein paar Tage retten. Das mag ein Sieg sein, aber der Preis, den man zahlen muss, ist gigantisch. Das kann man in Oneshots erzählen – oder natürlich in Kampagnen mit Mythosklimax und entsprechend angepassten Charakteren,&#8230;<br />
„<em>Der Sänger von  Dhol</em>“ ist so ein Abenteuer mit viel Platz für die Charaktere.</p>
<p><strong>CT: Wenn Du eines deiner Abenteuer empfehlen müsstest, welches wäre das denn?</strong></p>
<p><strong>CM:</strong> „<em>In Scherben</em>“ aus dem Dementophobiaband. Ich halte das für mein bestes Abenteuer bisher, in dem ich hoffentlich näher bringen kann, was für mich Kontakt mit dem Mythos ist. Dummerweise ist es eher anstrengend zu leiten.</p>
<p><strong>CT: Kannst Du uns darüber schon etwas mehr verraten oder ist das noch „Top-Secret“?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Gerne. Das Abenteuer spielt in München im Jahr 1923 und bezieht das reale Leben soweit wie möglich mit ein. Die Charaktere spielen alle Ziehkinder eines reichen Industriellen namens Oskar Praider – der eine fiktive Person ist. Dieser, selbst kinderlos, hat ihnen vor Jahren eine Ausbildung finanziert hat. Nun wohnen und arbeiten sie als Pfarrer, Arzt, Jurist, Polizist und Krankenschwester in der Arbeitersiedlung, der sog. Praiderstadt. Hier müssen sie im Abenteuer mit ihrem Leben zurecht kommen, ihren Problemen und Hoffnungen, und die Zukunft planen, zumal ihr Ziehvater gerade in den letzten Zügen seines Lebens liegt. Die Erbschaft steht somit an. Der Mythos ist eher am Rande bemerkbar, thematischer Schwerpunkt des Abenteuers ist derselbe, den auch das Buch behandeln wird.</p>
<p><strong>CT: Kommen wir zu einer meiner Lieblingsfragen: Woher nimmst Du denn deine Ideen?</strong></p>
<p><strong>CM:</strong> Ich beobachte meine Umwelt und reihe dann für mich interessante oder grotesque Szenen, Charaktere und Bilder aneinander. Und ich mache mir Bilder im Kopf, wie Charaktere in einer Szene, mit einem NSC, in einer Lokation agieren könnten, welche Bilder und Ideen ich da dann spontan habe und welche ich spannend finde. Das ist mein Grundstock, um den herum oder über den ich ein Abenteuer konzipiere. Ich überlege mir, was ich selber gerne spielen, was mich überraschen würde oder ich orientiere mich an Tricks und Hilfsmitteln aus Drehbuch-Schreibhilfen. Was im Film oder Theater klappt, kann auch im Rollenspiel klappen – kann aber auch voll in die Hose gehen. Dann versuche ich – egal ob Oneshot oder nicht – das Abenteuer um die Charaktere zu bauen und diesen den größtmöglichsten Raum zu geben. Neben der eigentlichen Abenteuerhandlung zu spielen, finde ich selber unbefriedigend – auch wenn mir das auch nicht immer gelingt, zu bieten. Alternativ kann man natürlich für den Hausgebrauch komplett für die Charaktere plotten und somit viel erreichen, aus Filmen oder Büchern kopieren oder bewährte Muster korrumpieren und damit einen Überraschungseffekt erreichen. Und dann kommt das Schwerste, nämlich die Frage nach der Motivation für die Charaktere. Die muss für mich 100% stichfest und glaubwürdig sein, sonst habe ich Bauchschmerzen.</p>
<p><strong>CT: Was funktioniert denn für dich als Motivation absolut nicht?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Mit den Klassikern wie Ein Freund verschwindet oder Man erbt ein Haus tue ich mich schwer. Verschwindet jemand spurlos, so ist das Aufgabe der Polizei oder eines Profis. Ich als Lehrer, Professor, Journalist würde niemals nach ihm suchen. Dafür habe ich berufliche und private Verpflichtungen, dafür bin ich nicht ausgebildet, dafür ist es ein z.T unstemmbarer finanzieller Aufwand. Erbschaften finde ich z.B. auch schwer. Was will ich mit einem Haus auf dem Land? Verkaufen, d.h. ich lasse alles einen Anwalt regeln. Vielleicht nehme ich meine Freunde mit auf einen kleinen Urlaub, aber das klappt nur, wenn meine Mitspielercharaktere wirklich meine Freunde sind, d.h. alle müssen ein und derselben sozialen Schicht und dem selben Background entsprechen. Wer hat sich 1920 als Anwalt mit einem schwarzen Preisboxer, einer Femme Fatale, einem schusseligen Professor für Okkultismus mit zweifellos zweifelhaftem Ruf angefreundet? Und wenn, ist der Ruf und somit das Geschäft ruiniert. Bunte Gruppen ohne Rücksicht auf Soziales, Bildung und Herkunft klappen im Fantasyrollenspiel, nicht in einem am Realismus orientierten Spiel. Und ich reise übrigens sofort wieder ab, wenn der erste tot ist oder sabbert, er hätte ein Monster gesehen.<br />
Motivation muss meiner Meinung für die Charaktere und die Umwelt absolut nachvollziehbar sein. Es klappt dann, wenn die Charaktere handeln müssen, wenn die Konsequenzen des Nichtstuns größer sind als die des Tuns. Erpressung, Verpflichtung, Besserwisserei, Gier, Neid, etc können auch halbwegs glaubhafte Motoren für mich sein, wenn es in realistischen Rahmen läuft oder wenn die Charaktere gar keine Ahnung haben, dass sie in ihrem normalen Leben auf einmal mit dem Mythos konfrontiert werden. Die neueren Szenarien haben da meines Erachtens zum Teil wirklich nette und stimmungsvolle Abenteuereinstiege.</p>
<p><strong>CT: Ist es eigentlich sehr schwer, bei all diesen bereits veröffentlichten Szenarien noch etwas Innovatives abzuliefern?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Ja und nein. Viele Themen sind bereits verwendet worden und langsam läuft man Gefahr, Altes wiederzuverwerten. Ich merke an mir, dass einige meiner Ideen schon längst da waren oder eigentlich nur einen neuen Anstrich verpasst bekommen habe, was sie aber noch nicht zu etwas Neuem macht. Vielleicht sind in den letzten Jahren zu viele Abenteuer für Cthulhu produziert worden?<br />
Trotzdem ist es möglich, „Innovatives“ in Sinne von Neuem zu veröffentlichen. Zum einen stehen mit Cthulhu unendliche Szenarien offen. Klar, die 1920er sind das wohl meist bespielte Setting, aber es bleiben die 1890er (Ich liebe Gaslight und ich würde mich freuen, wenn Pegasus hier wie bei CoC-Now etwas wagen würde.), Cthulhu NOW (Ein schweres Setting, wenn man wirklich Cthulhu Now und nicht Moderner Horror haben will; aber gegen Modernen Horror spricht auch nichts, wenn man „Cthulhu“ `nur´ als Name für ein Horrorrollenspiel und nicht für eine Gattung von Horror ansieht.), das Piratensetting, Wildwest, etc. Und auch für die 1920 ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Man muss nur neue Wege gehen und nicht nur Strukturen der letzten Jahre kopieren. Es ist schwerer geworden. Und es bleibt aber eine Gradwanderung, inwiefern man Lovecraftschen Horror spielen kann und inwiefern Lovecraftscher Horror noch ergiebig ist.</p>
<p><strong>CT: Wo liegt denn für dich der Unterschied zwischen „Modernem Horror“ und „Cthulhu Now“?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Cthulhu ist für mich eine Gattungsbezeichnung im Horror, die mit bestimmten Elementen, Hintergründen und Motiven spielt. Moderner Horror kann Cthulhu sein, ist aber umfassender und allgemeiner, also eher ein Überbegriff für alles Mögliche. Zombiespiele wie <em>Afmbe</em>, die <em>WoD</em> (wenn als Horror verstanden), <em>UA</em> (wenn als Horror verstanden) uvm, das sind alles Spiele in der Moderne mit Horrorelementen. Zum Teil sind die Abenteuermotive austauschbar, Motive überschneiden sind. Das alles ist moderner Horror. Schaut man sich die Abenteuer im CoC-NOW Buch an, so kann man diese ohne mit der Wimper zu zucken sofort in ein anderes System bringen.<br />
Cthulhu Now ist dann Gattung, wenn bekannte Motive der 1920er in die Moderne gebracht werden, was für mich aber fast nicht geht, da unsere Zeit zwar die Motive – z.B. Isolation, Fremdheit, Unbekannte Gegenden, Unerforschbares,&#8230; – dem Namen nach bietet, die die Autoren vor bald 100 Jahren beschäftigt haben, diese aber vollkommen anders bearbeiten und sehen. Und die Vorstellungen eines Mythos erschreckt uns nicht mehr. Da sind wir als Gesellschaft weiter&#8230;. oder nicht weit genug, wie man es sehen will.</p>
<p><strong>CT: Schauen wir uns den Entstehungsprozess mal weiter an, wie gehst Du vor, wenn Du erstmal eine Idee hast?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Ich suche weitere Ideen. Denn ich finde, dass eine Idee noch kein Abenteuer macht. Ein super Einstieg ist ein super Einstieg, aber absolut noch kein Abenteuer, ein toller NSC ist ein toller NSC, aber noch kein Abenteuer,&#8230; Ich finde es immer schade, wenn solche zum Teil genialen Ideen – ob im Abenteuern, Büchern oder Filmen – verwendet werden, um eine Geschichte, die ich sonst eher nicht so spannend finde, drum herum zu weben.<br />
Sobald ich einige Ideen und Bilder habe, versuche ich die zu einem in sich logischen Strang zu verknoten. Das wird manchmal fast zu viel und zu wustig (konfus?). Dann gliedere ich mein Werk, mache mir Notizen zum Ablauf und versuche, es Probe zu spielen. Danach werfe ich meistens alles wieder über den Haufen, weil meine Ideen komplett an der Spielrealität vorbei geschossen sind. Sobald der Plot dann spielbar ist, muss er geschrieben werden, was meiner Meinung nach das größte und schwerste Stück Arbeit ist. Nachdem der Text dann steht, kommt die Postproduktion, d.h. erneutes Probespielen, den Text anderen Spielleitern überlassen, um zu sehen, wie die damit zurecht kommen, etc. Und irgendwann, wenn ich mein Werk nicht mehr sehen kann, ist es fertig.</p>
<p><strong>CT: Wie lang brauchst Du denn für ein Abenteuer, dass alles klingt sehr aufwändig?</strong></p>
<p>CM: Hängt von der Länge ab. Sind aber meist so um die 80 Stunden, bis es in den Druck gehen kann. Richtig lange oder komplizierte Teile schlucken schon 300h Arbeitszeit, wobei damit auch die Zeit gemeint ist, in der ich konzipiere. Das geschieht nebenher beim Aufräumen, Spazierengehen, Bahn fahren, etc. Quellentexte gehen deutlich schneller.</p>
<p><strong>CT: Welche Ratschläge würdest Du einem Anfänger-Autoren geben?</strong></p>
<p><strong>CM:</strong></p>
<ul>
<li>Schreibe, weil du Spaß daran hast. Alle anderen Motivationen funktionieren nicht.</li>
</ul>
<ul>
<li>Fang klein an, mit einem kleinen Abenteuer im kleinen Stil. Man muss nicht alles drucken. Und auch eine Veröffentlichung im Internet ist viel wert. Hier geht uns sowieso eine ganze Publikationkultur verloren.</li>
</ul>
<ul>
<li>Eine Idee macht noch kein Abenteuer.</li>
</ul>
<ul>
<li>Innere Logik ist wichtig. Glaubhafte NSCs sind wichtig. Bilder sind wichtig. Eine echte, logische, glaubhafte und verpflichtende Motivation für die SCs ist unabdingbar.</li>
</ul>
<ul>
<li>Wenn es keinen Spaß mehr macht, einfach aufhören. Vielleicht kommt der Spaß wieder.</li>
</ul>
<ul>
<li>Scheue dich nicht vor Kritik und nutze die Chance, was dazuzulernen.</li>
</ul>
<ul>
<li>Sorge stets für ausreichend Kaffee (Oder Entsprechendes).</li>
</ul>
<p><strong>CT: Sollte man also dem Internet mehr Aufmerksamkeit schenken, obwohl man so wenig Feedback bekommt?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Ich hab damals ´97 angefangen im Internet zu publizieren und dadurch viel gelernt. Überall gab es Fanwork, Abenteuer, Kartenmaterial, Fanzines, etc. Der Austausch war nicht überwältigend, aber da. Und die Leute, mit denen man gearbeitet hat, konnten helfen, kritisieren, nachbessern. Das, so scheint mir, ist irgendwie alles zum großen Teil gestorben, was wirklich sehr schade ist. Feedback und Dank bekommt man im Internet eben sehr wenig und somit ist die Motivation nicht die Beste. Dabei ist es die beste Möglichkeit, mit dem Schreiben anzufangen, sich Kritik und Hilfe zu holen – wenn man das Glück hat, die richtigen Leute zu finden –, zu experimentieren und sich ohne Scheu und Schaden auszuprobieren. Erst wer gelernt hat, ein gutes 15 Seiten Abenteuer zu schreiben, sollte sich trauen, große Projekte anzugehen.<br />
Da gibt es aber nach wie vor ein paar Projekte im Netz, die ich mit großem Interesse verfolge und über die ich mich freue.</p>
<p><strong>CT: Wo siehst du denn die Vorteile des Rollenspiels gegenüber einer Kurzgeschichte oder einem Roman?</strong></p>
<p><strong>CM:</strong> Der Faktor Spieler. Beim Schreiben ist es für mich der Faktor Spieler, an dem sich Plotlogik, Szenen und Gesamtstruktur messen müssen. Das ist eine echte Herausforderung, da man z.B. in Romanen seine Geschichte ohne Rücksicht auf den Konsumenten erzählen kann. Wenn ich bei einem Erzähltext will, dass etwas geschieht, dann geschieht es. Bei Rollenspielabenteuern kann man sich das nicht so einfach machen und muss immer einen Denkschritt dazwischen einlegen: „Was würden die Spieler tun?“<br />
Am Spieltisch ist es die Interaktivität. Ein Rollenspiel funktioniert nie alleine. Man verbringt eine mehr oder weniger gute Zeit miteinander. Ich bin ein Spieltischtyrann und lege viel Wert darauf, dass beim Rollenspiel gespielt wird. Outtime-Palaver kann outtime passieren. Somit erzählt man gemeinsam konzentriert eine Geschichte, gibt sich gegenseitig Impulse und Feedback für Szenen und Darstellungen, ist unmittelbarer an den Charakteren oder am Plot,  fordert sich heraus. Man lebt in einer Zweckgemeinschaft. Wenn diese Zweckgemeinschaft noch mit Sympathie und Vertrauen verbunden ist und alle Spaß daran haben, zu erzählen, darzustellen und zu interagieren, ist das ein fantastisches Gefühl.</p>
<p><strong>CT: Hast Du dich auch mal an einer Kurzgeschichte oder einem Roman versucht?</strong></p>
<p><strong>CM:</strong> Ja. „<em>Straßenrose</em>“ ist eine DSA-Kurzgeschichte, die im Band „<em>Unter Aves Schwingen</em>“ (Fanpro 2005) anlässlich des Jubiläums 25 Jahre DSA veröffentlicht wurde. Sonst finden sich in der Anduin und auch sonst im Internet die eine oder andere Kurzgeschichte von mir, die jedoch zum Teil sehr alt sind. Über das Thema Roman reden wir mal wann anders&#8230; zum Beispiel nach dem Examen. Lust hätte ich. Zeit nicht. Und Talent weiß ich nicht?</p>
<p><strong>CT: Wie siehst du denn die Zukunft des Cthulhu-Rollenspiels in Deutschland?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Ich sehe die Zukunft des Rollenspiels insgesamt eher etwas düster. Vielleicht ist die Zeit der Kommunikationsspiele vorbei und RPG wirklich etwas aus den 90ern. Die Technik nimmt zusammen mit den heutigen Kommunikationsmöglichkeiten diese Aufgabe für uns derzeit auf sich. Verabredete man sich früher am Spieltisch zum Orks kloppen, geht das heute viel entspannter, mit weitaus weniger (Vor-)Arbeit, sozial ohne großen Zwang und mindestens ebenso, wenn auch anders lustig vor der Konsole oder im Internet. Es fehlt an Nachwuchs und die früheren Stammspieler werden älter und Freizeit ist eben nicht mehr Spielzeit. Allerdings will ich nicht unken und von den guten alten Zeiten reden, denn es ist nicht alles schlecht heutzutage.<br />
Cthulhu wird weiterhin Bestandteil der Szene sein und neben den anderen RPG stehen, die man als „die Großen Systeme“ ansieht. Aber es wird sich meiner Meinung nach entwickeln müssen wie alle anderen Spiele auch.</p>
<p><strong>CT: Ich welche Richtung soll es denn gehen? Stellen wir uns einfach mal vor Du wärst der Chefredakteur und dürftest jetzt planen. Was sollte unbedingt erscheinen?</strong></p>
<p><strong>CM:</strong> Zuerst mal bin ich unheimlich dankbar, dass ich das nicht entscheiden muss. Da macht Frank seinen Job sehr gut. Und die  Nutzungsrechte aus Amerika erschweren die Umsetzung vieler Ideen. Aber ich phantasiere mal rum&#8230; Schwerpunkt wäre für mich das Regelsystem. BRP unterstützt meiner Ansicht nach nicht wirklich den Stil des Spiels. (Ob das „<em>Trial of Cthulhu</em>“ mit Schwerpunkt auf Investigation für mich die passende Alternative ist, ist fraglich). Hier könnte man Ballast abwerfen und Regelsystem und Spielstil synchronisieren. Vielleicht würde ich auch neue Settings nachhaltig fokussieren neben NOW und den 20ern. Das Hexersetting ist echt nett, ich mag Gaslight,&#8230; Auch die Zusammenarbeit mit PC-Spielen wie „<em>Das Erbe Cthulhus</em>“ finde ich einen guten Weg. Sprich, die machen das schon gut und sollten das auch weiterhin so machen, was im Rahmen  des Möglichen ist.</p>
<p><strong>CT: Kommen wir zum Schöpfer des Cthulhu-Mythos, was bedeutet Dir Lovecraft und sein Werk?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Persönlich nicht viel, wenn ich ehrlich bin. Das tut mir leid, aber ich finde Lovecraft nicht besonders toll. Es gibt meiner Meinung weitaus spannendere Autoren, die im Geiste seines Mythos schreiben, den ich wiederum sozialgeschichtlich und theologisch spannend, als Background für Horrorgeschichten jedoch nicht mehr zeitgemäß und auch nicht sonderlich interessant finde. Und persönlich tut mir der arme Kerl sogar leid. Das war kein wirklich schönes Leben, was er da hatte. Nichtsdestotrotz ist er eine Referenz der Horrorliteratur, diente als Inspiration für unzählige Künstler und hat so Anerkennung verdient.</p>
<p><strong>CT: Welch ein Frevel! :-] Was gefällt Dir denn an Lovecraft nicht?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Ich fand die Plotabläufe redundant mit immer den selben Motiven behaftet &#8211; Dunkle Magie, Lovecraft Country (War mal jemand im Winter in den kleinen Dörfern des Hochsauerlands? Da kann Arkham Country einpacken. *Schüttel*), verrückte „Geisteswissenschaftler“ (Das freut mich natürlich, dass wir Geisteswissenschaftler auch mal echt gefährliche Burschen sein durften. Danach waren es ja vor allem die Physiker (Raketen und Roboter), heutzutage die Chemiker und Biologen (Genzombies oder Viren)&#8230; ich frag mich, wann mal wieder ein verrückter Soziologe oder ein Professor für empirische Ethnologie die Welt an den Rande der Apokalypse bringen darf!), arme Soziopathen,&#8230; Auch halte ich die Mythoskreaturen – bis auf wenige Ausnahmen – für nicht wirklich gruselig, nur destruktiv geistlos. Das Fremde mag einmal fremd und damit unheimlich sein, und beim zweiten Mal ist es eben nur fremd? Das „kosmisch, unbegreifliche, namenlose Grauen“ ist nicht beschreibbar und somit für das Medium des Geschichtenspiels ungeeignet. Furcht und Grauen entsteht für mich weniger im Kontakt mit Fremden – da ist zu viel Faszination und Neugier dabei -, sondern, wenn ich mir überlege, was das für mich bedeutet.</p>
<p><strong>CT: Noch mal kurz zurück zu HPL: Wie bist du auf ihn aufmerksam geworden?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Er wurde mir anno dazumal empfohlen, als ich gerade die „Klassiker“ der „Szeneliteratur“ gelesen habe, bzw was ich mit 19 darunter verstand. Das war das Jahr, wo ich mich an Sterling, Gibbson, Lovecraft, Poe, etc angenähert habe und viel Zeit damit verbracht habe, die Stadtbibliothekarin mit meinen Buchwünschen zu entsetzen. Die erste Geschichte war Das Ding auf der Schwelle, was ich noch ganz nett fand. Besonders in Erinnerung ist mir diese Geschichte deshalb, weil ich mitten in der Nacht in einem Großraumwagen der Bahn saß und jedesmal, wenn ich von meinem Buch aufblickte, immer weniger Menschen im Wagon saßen. Das endete damit, dass ich mir die 60 Plätze nur noch mit einem schlafenden Pendler und einer strickenden, älteren Frau teilen musste, die mir zweimal aufmunternd zulächelte, weil ich offenbar sehr unglücklich aussah.<br />
Ruf des Cthulhu hat mich dann aber bereits etwas ermüdet. Die Musik des Erich Zann war die letzte selber gelesene Geschichte. Hab mir dann die anderen „Klassiker“ (Pickmans Modell, Schatten über I., etc) als Hörbuch zugelegt und beim Bügeln oder Putzen angehört. Vor zwei Jahren hab ich nochmal „<em>Call of Cthulhu</em>“ im Original gelesen und es hat mich irgendwie gar nicht abgeholt.</p>
<p><strong>CT: Welche Geschichte würdest Du jemanden empfehlen, der noch nie etwas von Lovecraft gehört hat?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> „<em>Das Ding auf der Schwelle</em>“, weil es die erste und daher spannenste Geschichte war. Allerdings wäre „<em>Call of Cthulhu</em>“ wohl meine erste Empfehlung, weil der Calamari persönlich darin mitspielt, der ja wohl das prominenteste Geschöpf des Lovecraftschen Mythos ist.</p>
<p><strong>CT: Welche Geschichten magst Du von HPL denn gar nicht?</strong><br />
<strong><br />
CM:</strong> Ähm,&#8230; siehe oben.</p>
<p><strong>CT: Gut, lassen wir den alten Lovecraft mal beiseite: Wie sieht es denn mit anderen Autoren aus dem Bereich Cthulhu-Horror aus, welcher Autor ist Dir denn da der Liebste?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Ich mag Neil Gaimann ganz gerne, auch wenn der natürlich nur sehr marginal als Autor aus dem Bereicht des Cthulhu-Mythos gelten kann. Dasselbe gilt für Pratchetts Kerkerdimensionen. Ich nenn&#8217; dann hier auch mal den Hastur-Mythos von Detwiller und Tynes, wie er in den DG-Bänden interpretiert wurde und eigentlich auch nicht zu dieser Frage passt. Brian Lumley habe ich noch gelesen, ebenso wie Frank Belknap Long (Ich liebe die Dogs of Tindalos.) August William Derleth finde ich interessant, wenn er versucht, seine christlichen Vorstellungen in seinen Büchern zu verarbeiten. Sonst lese ich recht wenig Horror, eher Fachliteratur, Kochbücher, gute Fantasy, Krimis, Thriller,&#8230; derzeit mag ich Reiseführer sehr gerne.</p>
<p><strong>CT: Wie schaut es jenseits des Cthulhu-Rollenspiels aus, was gefällt Dir da?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Ich bin da wirklich offen für alles. Ich habe viele Systeme angespielt, einige haben mich begeistert, andere konnten mich nicht überzeugen. Mein Bücherregal quillt über vor Grundregelwerken und Regelbüchern. Ich glaube, ich könnte meinen nichtexistenten Kindern ein Langzeitstudium finanzieren, wenn ich all diese Bücher wieder zu Geld machen würde. Außerdem habe ich in den letzten 15 Jahren Spielzeit knapp ein Dutzend eigene Systeme erfunden und mit mehr oder weniger großem Erfolg gespielt.<br />
Ich bin der Fantasy immer treu geblieben und spiele eher „Historische Fantasy“, wenn man das so nennen darf. Darüberhinaus liebe ich Weird-Settings, die ich selber erfinde und mit denen ich dann meine Spielrunden quäle. Historisch finde ich wie gesagt Gaslight spannend und in meinem Körper schlägt neben meinem Herz irgendwo noch eine Dampfmaschine. Steampunk und die anderen Punk-Settings (Dieselpunk, Atomic-Punk, Historic-Punk,&#8230;) finde ich ganz großartig und wirklich spannend.</p>
<p><strong>CT: Welches Buch liest Du denn gerade?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Derzeit lese ich für das Studium. Meine letzten „normalen“ Bücher waren aber Pratchetts &#8220;<em>Ein Hut voller Sterne</em>&#8221; und ein Buch über Mexiko.</p>
<p><strong>CT: Und die besten Horrorfilme sind…?<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Ich mag Horrorfilme, wobei der letzte echt gruselige einfach &#8220;<em>The Ring</em>&#8221; war. Seitdem habe ich mich meistens sehr gut amüsiert oder geärgert. &#8220;<em>Event Horizon</em>&#8221; ist super, &#8220;<em>Die Vögel</em>&#8221; auch – wenngleich nicht unbedingt als Horrorfilm zu betrachten, jedoch meisterhaft im Spannungsaufbau.</p>
<p><strong>CT: Vielen Dank Christoph für das Interview, die letzten Worte gehören natürlich Dir!<br />
</strong><br />
<strong>CM:</strong> Sorry, das wurde alles ein bißchen länger und dann nochmal länger.</p>
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