Hallo! Mein Name ist Guybrush Threepwood und ich will Pirat werden!
- The Secret of Monkey Island
Ahoi! Spätestens seit der Fluch der Karibik-Reihe sind Piraten wieder in. Nun hat die Filmreihe ja auch schon wieder einige Jahre auf dem Buckel (den ersten Film habe ich noch anno 2003 im Kino gesehen, der letzte Film lief 2007 über die Leinwand) und wäre ich nicht über Umwege (wieder mal die Monkey Island-Reihe gespielt und Sid Meiers Pirates! verfallen) über meine alten Aufzeichnungen zu einer Piraten-Minikampagne gestolpert, gäbe es diese kleine Artikelreihe wohl nicht.
Doch bevor wir starten braucht jeder Pirat natürlich seinen Kaperbrief in Form des Regelwerks: Das Cthulhu-Piraten-Setting von Frank Heller findet ihr auf der Homepage der Cthuloiden Welten. Und nun alle Mann an Bord, wir brechen auf in die Herzlande der Piraten – tief in die Karibik…
Inspirationen
Versunkene Schiffe, Feuergefechte und Degenduelle, zwielichtige Tavernen, die unruhige See und nicht zuletzt vergrabene Schätze sind die Eckpfeiler einer guten Piratengeschichte und es ist leicht hier das Entsetzen einzuflechten. Allein durch Cthulhu, seinen Gezüchten, Hydra, Dagon und die Wesen aus der Tiefe hat man schon eine Bandbreite an maritimen Schrecken (und das sind bei weitem nicht alle!) und Seemannsgarn. Mischt man dies noch zusammen mit den Geschichten von Geisterschiffen, verfluchten Seemännern, einsamen Inseln, Voodoo-Hexen und dämonischen Schätzen, dann erhält man ein spannendes und vor allem auch innovatives Horror-Setting. Nun fehlt es noch an Inspirationen für das eigene Szenario oder die Kampagne, darum sperrt eure Ohren auf, es gibt zwei Empfehlungen zu jeder Rubrik!
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…und ne Buddel voll Rum
Ein kräftiger Rum wird aus Melasse (seltener auch aus frischem Zuckerrohrsaft) gebrannt und hat seinen Namen wahrscheinlich von dem englischen rumbullion – Aufruhr. Neben Rum ist natürlich auch ein heißer Grog aus einer Piratenkneipe nicht wegzudenken. Er besteht aus heißem Wasser (nicht zu viel!), Rum und Zucker. Ein übles Getränk, das in einem bekannten Piraten-Adventure sogar Eisen zerfraß.
Romane
Schauen wir uns zuerst einmal die Romane an und damit meine ich nicht diese entsetzlichen Schundromane, in denen ein langhaariger, blonder Muskelpirat der nicht so sehr der Wirklichkeit gleicht, mit seiner üppig ausgestatteten Geliebten in wallenden Rüschenkleidern an Deck steht. Ich rede von richtigen Abenteuerromanen, wobei es sicher auch ein Abenteuer wäre diese „Wogen der Leidenschaften”-Hefte zu lesen…
Robert Louis Stevenson – Die Schatzinsel
Dann waren da drei Kreuze in roter Tinte, zwei im nördlichen Teil der Insel und eins im Südwesten, und bei diesen standen in kleinen sauberen Zügen, mit der gleichen roten Tinte geschrieben, die Worte: “Hauptmenge des Schatzes hier.” Der junge Engländer Jim Hawkins findet bei dem toten Käpt’n Bones eine geheimnisvolle Karte. Gemeinsam mit Doktor Livesey, Friedensrichter Trelawney und Kapitän Smollett macht er sich auf die Suche nach dem Schatz des legendären Piraten Flint…
Der Klassiker des Abenteuerromans von Robert Louis Stevenson. Unbedingt lesen! Es gibt sogar noch ein Prequel (Björn Larsson – Long John Silver) und ein Sequel (Francis Bryan – Jim Hawkins und der Fluch der Schatzinsel) zu dieser Geschichte, über deren Qualität ich aber nichts sagen kann.
Tim Powers – In fremderen Gezeiten
Im Jahre 1718 beherrscht und terrorisiert Schwarzbart, einer der letzten Piraten, die Karibik und fordert die Regierung König Georgs heraus. In dieser Lage segelt John Chandagnac, Buchhalter und Puppenspieler, nach Westindien, um eine Erbschaftsangelegenheit zu regeln. Auf den ersten Blick ist er nicht gerade ein Mensch, der etwas mit Piraterie oder den Machenschaften der Schwarzen Magie am Hut hat, aber sein Schiff wird vor Jamaika von Piraten geentert, und so nimmt das Schicksal seinen Lauf. Zum Dienst gepresst und von einem betrunkenen Piratenkapitän Jack Shandy getauft, erweist er sich als einer der größten Piraten von allen, gefürchtet und gesucht in der ganzen Neuen Welt, wobei ihm seine Kenntnisse als Puppenspieler hervorragend zugute kommen.
Ein verrückt-guter Roman von Tim Powers (eine sehr schöne deutsche Homepage zu Tim Powers findet der neugierige Freibeuter hier und weitere Infos zu In fremderen Gezeiten gibt es dort auch), der mit Fantasy und Horror jongliert und viele gute Ideen hat. Leider nur noch antiquarisch zu bekommen.
Sachbücher
Es gibt einige Sachbücher zum Thema Piraten (von den Anfängen der Piraterie bis heute) und ich kann nicht behaupten überhaupt nur einschätzen zu können, welche historisch fundiert sind und welche eher fragwürdig. Aber hier sind zumindest zwei Bücher die einen gelungenen Eindruck machen.
Andreas Kammler – Piraten! Das Handbuch der unbekannten Fakten und schönsten Anekdoten
Alles über die Gesetzlosen der See. Piraten – wilde und romantische Legenden ranken sich um sie. Aber wie waren solche Männer wie Störtebeker, Drake oder Teach wirklich? Wie lebten sie? Wie griffen sie an? Welches waren die berüchtigsten Freibeuter? Und wo befanden sich bevorzugte Jagdgründe? Solche und viele andere Fragen werden in Andreas Kammlers Handbuch auf unterhaltsame und gleichzeitig fundierte Weise beantwortet.
Gelungen ist das Buch vor allem durch seine kurzen Absätze und die präsentierten Fakten. Ich hab es noch nicht durch, aber man bekommt schöne Einblicke ins Piratenleben.
David Cordingly – Piraten. Furcht und Schrecken auf den Weltmeeren
Die Geschichte der Piraterie – von den Anfängen bis in die Gegenwart! Sie lieferten Stoff für unzählige Mythen und Romane und schenkten Hollywood so manche Vorlage für opulent ausgestattete Abenteuerfilme. Spätestens seit dem Kinoerfolg von Fluch der Karibik sind sie wieder in aller Munde! Sie verkörpern für viele noch immer den Mythos von Freiheit und Abenteuer und schaffen es zudem noch, auch die Herzen der Damenwelt höher schlagen zu lassen. Der Bildband PIRATEN dokumentiert die Geschichte der Piraterie und zeigt auch die wahren Geschichten hinter den Mythen, denen die Störtebekers und Drakes ihren Ruhm verdanken.
Hier entnehme ich einfach eine kleine Passage aus dem Vorwort der Piraten-Regeln von Frank Heller:
Und ein recht preisgünstiges, großformatiges Hardcoverbuch sei auch noch empfohlen: Piraten – Furcht und Schrecken auf den Weltmeeren aus dem Verlag vgs. Dieses Buch enthält derart gut aufbereitete und detaillierte Informationen über Piraten in allen Epochen der Weltgeschichte, daß es die Hintergrundberichte in den oben genannten Rollenspielpublikationen deutlich in den Schatten stellt. Wer mit dem unten präsentierten Regelsystem zufrieden ist, der kann mit dem genannten Buch ohne weiteres viele Abenteuer mit authentischem Hintergrund bestreiten.
Leider ist auch dieses Buch nur noch antiquarisch zu bekommen.
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Talk like a Pirate Day
Jedes Jahr am 19. September ist der Talk like a Pirate Day. Der Tag ist ein weltweiter „Feiertag” der sich an den inneren Piraten eines jeden wendet. Arrrr!
Filme
Mit Fluch der Karibik kamen die Zuschauer wieder auf den Geschmack, aber gibt es vielleicht noch mehr was der Piratenfan sehen sollte? Hier wären gute Tipps noch wünschenswert.
Fluch der Karibik
Blockbuster-Popcorn-Kino mit Geisterpiraten, Tintenfischpiraten und asiatischen Piraten (in der Reihenfolge). Der erste Film hat mir eigentlich gut gefallen, die nachfolgenden waren mir zu sehr auf Effekte und Action bedacht. Aber insgesamt ist es Unterhaltungskino mit viel Budget, Orlando – Legolas – Bloom und Johnny – viele, viele Tim Burton Filme – Depp.
Die Schatzinsel
Oft verfilmt (auch mit den Muppets) und doch gefällt mir die Walt Disney Version von 1950 mit Robert Newton als Long John Silver am besten.
Computerspiele
Aus dem Unterhaltungsbereich sind die PC- und Videospiele nicht mehr wegzudenken und die Piraten mischten schon in den Anfangstagen mit und haben bis heute ihren Charme behalten.
Die Monkey Island Reihe
DER Computerspielklassiker von LucasArts. Piraten, Humor, Voodoo, Geisterpiraten, 320er Auflösung, SCUMM, Beleidigungsduelle und Inseln tief in der Karibik. Genialer Soundtrack mit Karibik-Flair, tolle Story und noch heute ein MUST-HAVE für jede Spielesammlung, allein schon wegen dem ulkigen Dial-a-Pirate-Kopierschutz! Angefangen von den Klassikern 1&2 mit der charmanten Pixelgrafik der frühen Adventures, über den Zeichentrickstil des dritten Teils, bis hin zur 3D-Grafik in Teil 4, bietet Monkey Island jedem Piratenfan eine unglaubliche Fülle an Gags und Atmospähre.
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Tief in der Karibik… Der Monkey Island Soundtrack
Den grandiosen Soundtrack zu allen Monkey Island Teilen kann jeder Freibeuter bei MixnMojo abgreifen. Ganz legal!
Sid Meiers Pirates!
Der Vater von Civilization hat sich auch mit den Piraten der Karibik auseinandergesetzt und ein süchtig machendes Spielkonzept entwickelt. Plündern sie Schiffe, heiraten sie Gouverneurs-Töchter, verwalten sie ihre Flotte, finden sie Schätze und kreuzen sie durch die gesamte Karibik auf einer riesigen Karte. Die Neuauflage mit 3D-Grafik dürfte inzwischen schon auf den Budget-Pyramiden zu finden sein.
Das war der erste Teil unserer kleinen Cthulhu-Piratenreihe, doch es geht bald weiter. Ich will mit einem Zitat aus dem Rollenspiel-Film The Gamers 2 schließen, das eigntlich alles bezüglich Piraten zusammenfasst: Everthing is better with Pirates!

Boh, Information Overkill! Großartiger Rundumschlag, alte Erinnerungs-Synapsen springen wieder an. Außerdem sind die High Seas ja eigentlich auch ein perfekter Ort für cthulhoiden Horror, wie Daniel ja auch schon sagt.
Selbst wenn man im Bereich pre-WWII ca. 1914-1933 bleiben will, muss man nicht auf Piraten verzichten, es sei nur an den deutschen Kommandanten Felix Graf von Luckner erinnert, der zwischen 1916 und 1917 als Kaperfahrer im Atlantik sein Unwesen in der kriegs-/seerechtlichen Grauzone trieb, ziemlich ähnlich den “klassischen” Pirates of the Spanish Main. Muss mich da noch bisschen schlauer machen,
Iä!
Bernd
Ein umfassend informatives Buch über die Piraten und ihre Zeit ist eines aus der unverwüstlichen (und billigen) Reihe Beck.Wissen aus der Feder eines ausgewiesenen Piratologen, des Flensburger Professors Robert Bohn, “die Piraten”: http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=21536&toc=3364
Klar, langweiliger Link, aber dafür umso spannenderer (und beck.wissen-traditionell kurzer) Schmöker!
Ich schon wieder, danach halt ich aber auch die Klappe. Als Zusatz zu Daniels Angabe über Pre- und Sequel zur Schatzinsel kann ich sagen, dass ich Björn Larssons “Long John Silver” gelesen, nein, verschlungen hab. Es ist ein im besten Sinne barock anmutender Lebensbericht des besagten John Silver. Von Schmugglertätigkeiten irischer Outlaws über den ekelerregenden Dienst auf einem Sklaventransporter und Fahrten mit dem berüchtigen Edward England bis hin zu einem Lebensabend auf einem paradiesischen Eiland erzählt Old Long John hier selbst sein bewegtes Leben auf der Schattenlinie. Lesen!
Frank H.
Ich zähle schon die Tage (245!) bis zum Talk like a Pirate Day … sooo lange noch … Ahoi und ‘ne Buddel voll Rum!
Alex
Großartig! Die Monkey Island-Reihe zähle ich zu meinen Kindheitsbegleitern und Piraten sind spätestens seitdem eins meiner Steckenpferde. Schön dass hier diese Sparte (und auch die anderen von offizieller Seite etwas stiefmütterlich behandelten Nebensettings) ihre verdiente Aufmerksamkeit bekommt!
Stefan
Ein weiterer Filmtip ist “Piraten” von Roman Polanski mit Walther Watthau.
Und wer es humoresk mag, dem möchte ich unbedingt das Buch “The Pirates! In an adventure with Scientists” von Gideon Defoe empfehlen.
Wohl eher: The Secret of Fhtagn Island.^^