In Stille zu reisen
Auf einem langen gewundenem Pfad,
Den Pfeilen des Unheils zu trotzen
Und weder den Galgen noch das Feuer zu fürchten,
Das größte aller Spiele zu spielen
Und zu gewinnen, keine Kosten zu scheuen –
das bedeutet, dem Schicksal zu trotzen
und am Ende den Schlüssel in Händen zu halten,
welcher die neunte Pforte öffnet.
- Aristid Torchia
Das Buch der neun Pforten ins Reich der Schatten
Der Buchhändler Dean Corso (gespielt von Johnny Depp) ist ein skrupelloser und selbstsüchtiger Mann, aber eben auch Experte auf seinem Gebiet. Er erhält von einem reichen Sammler (gespielt von Frank Langella) ein okkultes Buch aus dem 17. Jahrhundert mit dem Auftrag, die zwei restlichen Ausgaben des Werkes aufzutreiben und miteinander zu vergleichen. Bei diesem Buch handelt es sich um das sagenhafte „Buch der neun Pforten“, in denen sich Hinweise verstecken sollen, die dem Leser den Weg in Luzifers Reich offenbaren sollen. Corso entdeckt einige Unregelmäßigkeiten innerhalb der drei Bücher, die vielleicht der Schlüssel sein können, doch sollte man wirklich die neunte Pforte durchschreiten?
Roman Polanskis Film (schaut euch auch Rosemarys Baby an, ein exzellenter Horrorfilm über den Teufel, der sich außergewöhnlich dicht an die Buchvorlage hält) gehört zu meinen absoluten Favoriten. Auf unheimliche Art und Weise schleicht er sich an den Zuschauer heran und umhüllt ihn mit einer ganz eigenen fantastischen Welt. Allein die uralten Bücher, die Bibliotheken und das Rascheln der Buchseiten strahlen eine ungeheuere Faszination für jeden Bibliophilen aus. Wer hätte nicht gerne eine Ausgabe der „Neun Pforten“ zu Hause stehen? Für Cthulhu-Kultisten fällt es zudem leicht die „Neun Pforten“ als ein Mythosbuch zu sehen, öffnet es doch am Ende ein Tor in ein Schattenreich (wo auch immer dies sein mag). Überhaupt schwebt über dem Film ein sehr cthuloider Flair, mit all seinen Büchern, Folianten und dem verbotenen Wissen das sich in ihnen befindet – ein klassisches lovecraftsches Thema.
Die Stärke des Films ist die Atmosphäre und sein charismatischer Kotzbrocken von Hauptdarsteller. Johnny Depp passt wie kein anderer in die Rolle des hassenswerten Corsos. Der Film beginnt schon damit, dass der gierige Buchhändler seine Kunden über den Tisch zieht und einen Konkurrenten gnadenlos aussticht. Im Laufe des Films baut man zu Corso allerdings eine Beziehung auf, man leidet sogar mit ihm und dabei ist er am Ende des Films noch viel schlimmer als zu Beginn. Doch nicht nur Depp ist gut besetzt, auch die geheimnisvolle Frau die Corso schützt und in die richtige Bahn lenkt, wird von Emmanuelle Seigner trefflich in Szene gesetzt. Immer wieder steht sie Corso bei oder taucht wie zufällig auf, ihre Rolle wird dabei erst zum Ende des Films klar.
Für die Neun Pforten kann ich nur eine klare Kaufempfehlung geben! Wer gerne 14,95ê ausgeben will, bekommt sogar eine Luxusedition mit zwei DVDs und einer Hülle im „Buch-Leder-Look“. Die Holzschnitte aus dem „Buch der neun Pforten“ liegen übrigens nicht nur auf DVD bei, sondern auch als kleines Heftchen in der DVD-Hülle. Sonst hat die DVD noch ein Making of, Audiokommentare von Roman Polanski, Interviews mit Polanski und die üblichen Dinge wie Trailer, Filmographien, TV Spots usw. zu bieten. Nichts wirklich beeindruckendes aber schön das es da ist. Der Film basiert übrigens auf dem Buch Der Club Dumas von Arturo Perez-Reverte, den ich zwar noch nicht gelesen habe, der aber wohl unter dem Weihnachtsbaum landen wird.
