Im Horror-Forum hat der Schriftsteller Markus K. Korb (Insel des Todes, Das Arkham Sanatorium [gemeinsam mit Tobias Bachmann], Grausame Städte, Wasserscheu) einen kleinen Beitrag über Edgar Allan Poe verfasst. Alle Leser von Korbs Kurzgeschichten wissen seine Hommage an den Meister des Grauens zu schätzen und so heißt es auch nicht umsonst in der Danksagung zu Grausame Städte 2:
Edgar Allan Poe für sein Lebenswerk tiefe Verehrung und Dank!
Aber hier nun der Beitrag aus dem Horror-Forum, welches übrigens eine der besten Anlaufstellen für unheimliche Phantastik ist, ganz egal ob Lovecraft oder Laymon
Hallo Freunde,
nun ist es also soweit – heute würde Edgar Allan Poe 200 Jahre alt werden. Leider hat er es in körperlicher Form nicht geschafft. Aber dafür in anderer Hinsicht umso mehr.
Da darf doch im Horror-Forum ein Birthday-Thread nicht fehlen.
Das soll aber kein langweiliger Rückschau-Essay werden. Ich dachte mir daher, dass ich meine persönlichen Erfahrungen mit Edgar Allan Poe schildere. Vielleicht mag sich der ein oder andere Forenbenutzer angesprochen fühlen und den Thread mit seiner Sicht auf Poe weiterschreiben.Ich entdeckte Poe zum ersten Mal bewusst mit ungefähr dreizehn Jahren. Vorher hatte ich mich viel mit SF und Fantasy beschäftigt, auch ein wenig Horror-Comics gelesen. Dazu kamen vermehrt die Spukgeschichten aus Klassik-Anthologien, garniert mit den Action-Abenteuern mir Horror-Einschlag im Stile eines John Sinclair.
Und dann geschah es.
Ich saß in der Bibliothek unseres Gymnasiums, musste wieder mal die Zeit bis zum Bus überbrücken, und nahm ein Werk in die Hand, das bei der Erwachsenen-Abteilung im Regal stand. Wie ich es gefunden habe, weiß ich nicht mehr so genau.
Ich schlug es auf und begann zu lesen: Poes “Das verräterische Herz”.
Und da war es um mich geschehen.
Wie Poe den Wahnsinnigen schilderte, fand (und finde) ich genial. Ich habe es dem Protagonisten sogar auf den ersten Seiten geglaubt, dass er unschuldig sei. Vielleicht lag ja tatsächlich ein Justizirrtum vor? So dachte ich jedenfalls kurzzeitig. Wenn es ein Autor schafft, den Leser für die Dauer der Lektüre gefangen zu nehmen, wenn der Leser ihm das Geschriebene in seiner Fiktionalität glaubt, dann funktioniert eine Geschichte. Das habe ich glaube ich damals unbewusst verstanden.In vielen meiner eigenen Storys finden sich kleine Anspielungen auf Poe. Sie sind bitte als Hommagen zu verstehen, eine Art “Hutziehen” vor dem Meister.
Ich möchte nicht Poe kopieren – das kann ich gar nicht, das kann niemand. Und das möchte ich auch nicht.@Edgar: Wenn du das hier irgendwo mitliest (und ich bin mir sicher, dass du das tust): DANKE FÜR ALLES!
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Auf bald,
Markus K. Korb