Jedes Wort in diesem Bericht ist wahr, mein Leben liegt offen vor Ihnen. Meine Hände sind leer, und ich hefte meinen ehrlichen Blick auf Sie. So habe ich gelebt, und doch wird nichts enthüllt.
Ich werde allein bis zum Ende gehen.
- aus dem Tagebuch von Alfred Borden
Das hier ist keine Rezension, sondern nur eine kurze Buchvorstellung zu einem wirklichen schönen Roman, der exzellent von Christopher Nolan verfilmt wurde. Wer sich die Filmrezension ansehen möchte, kann dies gerne hier tun, alle anderen können einfach weiter lesen und herausfinden ob sie sich für Christopher Priests Buch Prestige – Die Meister der Magie erwärmen können.
Was bringt es mir eigentlich einen Roman zu lesen, wenn ich den Film schon gesehen habe? Gut, der Roman ist meist umfangreicher, der Film kann eben nicht alle Szenen einfangen und oft sieht man ziemlich lausige Romanadaptionen auf der großen Leinwand. Aber was ist mit Prestige? Der Film hat einen Twist am Ende der einem doch das Lesen vergrätzt oder nicht? Nun um die Frage wenigstens teilweise zu beantworten, kann ich sagen der Roman ist anders. Der Film erzählt die Handlung wesentlich kompakter, konzentriert die Fehde der Magier Angier und Borden sozusagen auf das Wesentliche, ohne dabei etwas Falsch zu machen. Im Roman umspannt die Fehde jedoch nicht nur einige Monate sondern mehrere Generationen.
Das Buch erzählt daraufhin eine Geschichte in der Geschichte. Alles beginnt mit dem Journalisten Andrew Westley, der wohl irgendwie mit dieser Fehde der Zauberkünstler in Verbindung steht – Dies ist der moderne Überbau. Ein Tagebuch von Alfred Borden ist dann das nächste große Kapitel. Hier bekommt man die gesamte Geschichte also erstmal von Borden erzählt. Nun kommt Kate Angier zu Wort. Kate Angier? Ist das die Frau von Angier, wie wir sie auch im Film sahen? Nein. Es ist wieder ein Blick in die heutige Zeit. Kate Angier ist ein Nachkomme des berühmt berüchtigten Rupert Angier und sie erzählt von einem Streit und einem schrecklichen Zwischenfall zwischen einem gewissen Borden und ihrem Vater, zu einer Zeit als sie fünf Jahre alt war. Daran schließt sich der vierte Teil an, in dem der Leser Rupert Angiers Aufzeichnungen nun vor sich hat. Jetzt wird der Konflikt zwischen Borden und Angier aus einer völlig anderen Perspektive erzählt und Dinge die sich Borden nicht erklären konnte, werden von Angier in Worte gefasst. Das Ganze funktioniert sehr gut, lockt es den Leser doch immer wieder mit neuem und doch bekanntem. Ich will hier bewusst nicht zu sehr ins Detail gehen, das Lesen lohnt sich ganz sicher. Der letzte Teil des Buches zieht dann denn Bogen zurück ins Heute. Andrew Westley erfährt das letzte große Geheimnis – das Prestige…
Was noch anzumerken ist, ist das der Roman viele kurze Kapitel hat und so zu einem richtigen „Pageturner“ wird. Obwohl ich den Film kannte hat der Roman nichts von seiner Faszination verloren und ich würde beides, Film und Buch auf eine Stufe stellen, ich vermag nicht zu sagen was von beiden besser ist und das zeichnet doch eine gute Verfilmung aus oder?
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