Die Erde: von Viren verwüstet – Der Tod von Milliarden von Menschen wurde von den Kolonien im Orbit und im Deep Space beobachtet, die größtenteils nicht betroffen waren. Aus Furcht vor Ansteckung kam niemand den Opfern auf der Erde zu Hilfe. Dann kam die zweite Infektions-Welle, und damit begann der Horror erst richtig…
So beginnt das Rollenspiel “Yellow Dawn” von David J. Rodgers, dessen zweite Auflage (die erste war nur als
kostenloses PDF direkt beim Author erhältlich) im Januar über Print on Demand bei LuLu erschienen ist.
Die erste und zweite Virus-Welle löschen den Großteil der Menschheit aus. Nur ein kleiner Teil der Menschen ist immun, ein weiterer Teil wird verändert (im Buch die “Changed”) und besser an das Leben in einer rauhen Umwelt angepasst. Sie werden von den “Normalen” als “Orcs” bezeichnet und führen ein Dasein als Ausgestoßene, da natürlich viele “Normale” Vorbehalte und Ängste gegenüber den “Orcs” hegen.
Der größte Teil wird zu Zombies. Zum Glück halten sich die Zombies nicht gerne in der freien Natur auf, sondern bevorzugen die Städte.
Die meisten Leute glauben, dass die Viren durch einen Space Shuttle Unfall auf der Erde verbreitet wurden. Eigentlich steckt aber eine Beschwörung des “King in Yellow” dahinter, soviel sei schon einmal verraten. Daher auch der Untertitel des Spieles.
Von Zombies bevölkerte Städte heißen “Dead Cities”. Sie bieten sich für einfache “Shoot em Up”-Abenteuer an, für die sogar ein eigener Generator-Mechanismus im Buch enthalten ist. Städte, die es geschafft haben, sich an die veränderten Umgebungsbedingungen anzupassen, werden als “Living Cities” bezeichnet. Diese sind “Points of Light” in einer feindlichen Umwelt und haben nach wie vor moderne Technologie zur Verfügung. Die Fortentwicklung von Technik findet aber nur noch im Orbit und in den Deep Space Habitats statt. Dies sind die Orte, die sich für cyberpunk”ige” Kampagnen eignen.
Die Natur erobert sich die Landschaften wieder zurück und bietet sich somit für “Western” oder “New Frontier” Kampagnen an.
Der Hintergrund ist also eine Mischung aus Post Apokalypse, Survival, Horror (Lovecraft & Zombie), Cyberpunk, Western und noch ein paar andere Genres. Dies klingt auf den ersten Blick unpassend. Aber in diesem Fall funktioniert das Ganze sehr gut.
Das System ist eine Eigenentwicklung, die aber ihre Basis eindeutig in Call of Cthulhu bzw. Basic Roleplaying System hat. Zum Beispiel sind die Werte die gleichen, die Fähigkeiten basieren auf Prozentbasis etc. Aber es gibt auch deutliche Unterschiede, wie zum Beispiel:
- Ranks (eine Art “Level” System)
- Hero Boni (vergleichbar zu “Feats” von D&D)
- ein eigenes System zum Bau von Dingen. Dies kann alles Mögliche sein, von Ausrüstung bis zu kleineren Dörfern
Eine ausführliche Rezension folgt, sobald die Crew der Samstagsrunde die Gelegenheit zum ausführlichen Testspiel hatte. Die Möglichkeiten, die sich einem aufgrund des Hintergrundes bieten, sind extrem vielfältig. Sie reichen von klassischem Cyberpunk a la Cyberpunk 2020 über Survival Zombie Horror bis zu Deep Space Kampagnen.
Yellow Dawn ist keine offzielle Lizenz von Chaosium, hat aber trotzdem deutliche Mythos-Bezüge.
Der Author arbeitet auch schon an einem Buch in diesem Setting. Der Titel steht schon fest und lautet “Dog eat Dog”.
Insgesamt handelt es sich also um eine interessante Alternative zu “normalen” CoC Settings.
