Interviews sind In, alle wichtigen Leute werden interviewt oder schreiben Selbstdarstellungen. Nun ich hab beschlossen auch wichtig zu sein, daher hab ich mich mal für diesen Blog selbst interviewt. Leset das Ergebnis:
Rollenspieler im Profil: Thomas M. Weghofer
Cthulhianasammler. Lovecraftkenner & Begründer von “Cthulhu Live”
1) Unter welchem Namen soll dich die Welt kennen(lernen)?
Thomas M. Weghofer a.k.a. Tom und früher Sandman. Bei den Blutschwertern bin ich unter Cthulhu.de zu finden. Liegt daran das mein Nick schon vergeben war.
2) Was bist du/machst du innerhalb der Rollenspielgemeinschaft?
Cthulhu Fanboy und freier Mitarbeiter bei Pegasus. Admin im Cthulhu Forum, die gute Seele der Cthulhu Community. Fanatischer Sammler von Cthulhiana mit einer fast vollständigen Sammlung von Material welches jemals für Call of Cthulhu erschienen ist. Lovecraftkenner und so ganz nebenbei hab ich Cthulhu Live nach Deutschland gebracht und veranstalte seit 1989 regelmäßig 2-3 Liverollenspiele im Jahr nach den Motiven von H. P. Lovecraft.
3) Seit wann spielst du Rollenspiele? Wann und wie hat bei dir alles angefangen?
1982 hatte ich meine erste Begegnung mit AD&D. Das war in einem Laden für Konsolenspiele. In einer Ecke stand eine Glaspyramide und da war damals das englische AD&D Spielerhandbuch darin. Irgendwie hat mich das angesprochen und ich bin dann mit einem der Typen die da immer rumhängen ins Gespräch gekommen. Es hat sich schnell rausgestellt das er der SL war und noch einen Platz frei hatte in seiner Gruppe. Zwei Jahre später hab ich dann mit DSA meine ersten Erfahrungen als Meister gemacht und 1985 kam dann schon Cthulhu dazu.
4) Was war dein erster Charakter, und in welchem System? Existiert der Charakter noch?
Wie er hieß weiß ich nicht mehr, aber es war ein Krieger auf Greyhawk (AD&D). Leider existieren keine Unterlagen mehr über den Charakter.
5) Welches Rollenspiel ist mit Abstand über die Jahre hinweg dein Lieblingssystem? Und wieso?
Eindeutig Cthulhu. Das Spiel begleitet mich jetzt seit 22 Jahren. Anfangs als Drittsystem, später als Zweitrollenspiel und jetzt als einziges Setting das ich überhaupt noch regelmäßig als SL leite.
6) Welches System würdest du nur mit Handschuhen anfassen? Und weshalb?
Rolemaster. Tabellen waren mir schon immer ein Gräuel und dieses Rollenspiel treibt es einfach an die Spitze.
7) Dein absoluter Rollenspiel-Geheimtipp? Und warum?
Cthulhu. Was sonst? Ein sehr einfaches und eingängiges Regelsystem, kombiniert mit dem besten und interessantesten Hintergrund den ich kenne.
8) W20…W10…W4…?
W% ist mein Favorit. Aber ich hab mir extra einen ganzen Satz Würfel aus Jade angefertigt, gekauft. Da ist vom W4 bis zum W% alles vertreten. Die liegen auch schön in der Hand und machen optisch was her.
9) Deine beste Runde war als…?
Spielleiter bei Cthulhu. Die Stimmung war so dicht und förmlich mit den Händen greifbar das sich die Spieler nichtmal mehr getraut haben auf die Toilette zu geben. Mir wurde danach erzählt das sie sich auf dem Heimweg mehrmals umgeschaut haben und alle einen ziemlich schnellen Schritt drauf hatten. Dazu muss ich sagen das wir zu dieser Zeit noch bei uns im Jugendzentrum gespielt haben und das war quasi Das entsetzlich einsam gelegene Haus im Wald…
10) Deine schlimmste Runde war als…?
Zum Glück hatte ich noch nie so schlimme Runden und wenn dann hab ich das Ergebnis erfolgreich verdrängt. Schlechte Erfahrungen hab ich eigentlich nur bei Buffy, aber da hat mich das Setting nie angesprochen und der Spielleiter war eine absolute Niete.
11) Spieler oder Spielleiter?
Spielleiter. Nach all den Jahren macht mir das Geschichtenerzählen immer noch am meisten Spaß. Außerdem ist es sehr befriedigend zu sehen dass sich die Spieler mal wieder gegruselt haben. Als Spieler bin ich ein Method Actor, mitunter sehr zum Leidwesen meines jeweiligen SLs.
12) Regelfuchser oder Freistilspieler?
Vom Regelfuchser zum Freistilspieler. Genau das liebe ich an Cthulhu. Da gibt es ein Grundregelwerk und das war’s. Keine Companions, Zusatzbände und was der Markt nicht alles kennt. Ich bin kein Freund umfangreicher Regelwerke mit Unmengen von optionalem Krimskram. Die Zeiten sind schon lange vorbei. Mit dem Alter wird man ruhiger und sieht das alles viel gelassener. Die Geschichte ist es, die zählt, nicht das System.
13) Storyteller oder Würfelfetischist?
Eindeutig Storyteller. Je älter ich werde und je länger ich dabei bin desto öfter bleiben die Würfel liegen, zieren einfach nur den Tisch und haben gut auszusehen.
14) Spielen auf Conventions? Oder lieber die gemütliche Runde zu Hause?
Am liebsten zu Hause im eigenen Zimmer. Ansprechend dekoriert im bequemen Sessel leitend. Aber um Cthulhu unter das Volk zu bringen natürlich auch auf Cons, sofern es meine wenige Freizeit erlaubt.
15) Bier, Cola, Met, Wein? Chips, Pizza oder Kaviar? Was gehört zu einem Rollenspielabend dazu?
Ein Glas Absinth, Wein oder Whiskey, mehr ist dann als Spielleiter nicht drin. Beim Essen bin ich nicht so wählerisch, meist Pizzadienst oder Asiate. Ganz selten kochen wir gemeinsam.
16) Fast jeder von uns hat ein paar hehre Rollenspielträume in der Schublade. Welche „Leichen“ liegen bei dir im Schrank?
Eigentlich keine. Ich hab nie die Ambitionen gehabt etwas eigenes zu entwickeln. Ich war immer mit dem vorhandenen zufrieden. Vielleicht fehlt es mir auch für solche Dinge an Fantasie. Und Zeit hab ich ohnedies nicht.
17) Mit welcher Idee könnte man die Rollenspielwelt revolutionieren?
Das klaue ich mal von Ralf Sandfuchs. Der hat da was cooles geschrieben. „Mit einer Idee, die den Kids von heute klar macht, dass es cool sein kann, wenn man einfach nur am Tisch sitzt und etwas erzählt, und ja, wirklich ohne Computer.“
18) Ein paar letzte weise Worte an alle Rollenspieler dieser Welt? (Okay, alle Leser dieses Blogs.
)
Cthulhu rulez. Yeah. Und natürlich danke an Pegasus das sie mein Lieblingsspiel so umhegen und pflegen.